Die Hypophosphatasie (HPP) ist eine seltene, genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung. Es ist demnach eine Krankheit, bei der bestimmte chemische Abläufe im Körper nicht richtig funktionieren. Die Ursache ist eine verminderte Aktivität eines wichtigen Enzyms im Körper, der alkalischen Phosphatase (ALP). Dieses Enzym ALP kommt im gesamten Körper vor, unter anderem in Knochen, Zähnen, Leber, Nieren und im Nervensystem.
Die alkalische Phosphatase hat die Aufgabe, bestimmte phosphathaltige Stoffwechselprodukte im Körper umzuwandeln bzw. abzubauen. Funktioniert sie nicht richtig, weil zum Beispiel ihre Aktivität vermindert ist, sammeln sich diese Stoffe im Körper an und können verschiedene Prozesse stören.
Besonders wichtig sind dabei zwei Stoffe, die sich im Körper ansammeln:
- Anorganisches Pyrophosphat (PPi): Dieser Stoff wirkt wie eine Bremse für die Mineralisierung. Wenn zu viel PPi vorhanden ist, wird die Einlagerung von Mineralien in Knochen und Zähnen gehemmt und Knochen können nicht ausreichend gehärtet werden. Das kann zu weichen, instabilen Knochen, Knochenverformungen und Zahnproblemen beitragen.
- Pyridoxalphosphat (PLP), die aktive Form von Vitamin-B6, also die Form, die der Körper direkt nutzt: Bei HPP ist PLP im Blut oft erhöht und kann als Laborhinweis dienen. Vitamin-B6 ist wichtig für das Nervensystem, unter anderem für die Bildung von Botenstoffen, so genannten Neurotransmittern. Bei schweren Formen der HPP kann es dadurch auch zu neurologischen Problemen wie Krampfanfällen kommen.
Die alkalische Phosphatase hat zudem weitere Funktionen im Körper, etwa bei Stoffwechselvorgängen und Regulationsmechanismen. Viele Zusammenhänge sind noch nicht vollständig erforscht.
