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Kurs Beweglichkeit bei rheumatoider Arthritis: Lektion 6 von 7

Erfahrungsbericht Gertraud Schaffer

Das Fachwissen von Ärzten und anderen Experten ist wichtig für das Verständnis der eigenen Erkrankung. Doch von Zeit zu Zeit können nur Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen dabei helfen, dass man sich verstanden und nicht ganz so allein gelassen fühlt.

Gertraud Schaffer ist Präsidentin der Österreichischen Rheumaliga und selbst seit vielen Jahren Rheumapatientin. Im folgenden Video erzählt sie Ihnen welche Rolle Sport in ihrem Leben spielt und wie sie es schafft, ausreichend Bewegung in ihrem Alltag zu integrieren.

Video Transkript

Fällt es Ihnen leicht, sich trotz Ihrer Erkrankung ausreichend zu bewegen?

Bewegung spielte schon immer in meinem Leben eine große Rolle. Ich habe mich immer sehr gerne bewegt, war gerne in der Natur, habe viel Tennis gespielt, war auf den Bergen unterwegs. Und wie meine Krankheit gekommen ist, da habe ich bemerkt, dass ich mich noch mehr bewegen muss, obwohl es damals geheißen hatte, ich soll mich nicht so viel bewegen. Aber gerade Bewegung war für mich optimal, und ich habe gemerkt, dass es mir damit besser geht.

Wie integrieren Sie Bewegung in Ihren Alltag?

Bewegung in meinen Alltag schaut so aus, dass ich in der Früh schon beginne, im Bett mich zu bewegen. Das führt dann fort, dass ich dann am Nachmittag spazieren gehe, dass ich auf den Berg gehe ein Stückchen, soweit es meine Gesundheit erlaubt. Ich versuche auch, das Auto stehenzulassen und alles zu Fuß zu gehen, die Stiegen benutzen und nicht den Lift zu benutzen, und, ja, zweimal die Woche versuche ich in der Rheumagymnastik mich zu bewegen, mit anderen zu bewegen, denn unter Gleichgesinnten geht das viel besser. Und, ja, dass man eine regelmäßige Bewegung hat, und das ist natürlich für den Körper, für die Gelenke total super. Man bleibt fit bis ins hohe Alter.

Welche Art von Bewegung können Sie empfehlen?

Grundsätzlich kann ich jede Bewegung empfehlen, die nicht stoßartig passiert, so wie Gehen, Laufen, Walken, Schwimmen, Tanzen. Das Tanzen ist überhaupt eine sehr gute Therapie, weil man ja den ganzen Körper durchbewegt. Man wird sehr locker, frei, man hört Musik, man ist in einer ganz anderen Welt, man vergisst viele Schmerzen, und ich finde, das ist überhaupt die optimale Bewegung für jeden Rheumatiker.

Wie wirkt sich Bewegung auf den Krankheitsverlauf aus?

Bewegung ist gerade bei rheumatischen Erkrankungen sehr gut. Denn wenn man sich nicht bewegt, werden die Gelenke nicht durchblutet, und wenn sie nicht durchblutet werden, dann versulzt das Ganze, und man wird steif, und man kann sich nicht mehr so gut bewegen, und das ist für die Krankheit, bei chronischen Erkrankungen sehr schlecht. Und daher sollte man sich so viel wie möglich bewegen. Früher hat es immer geheißen: „Nur nicht bewegen bei chronischen Erkrankungen.“ Aber heutzutage ist die Wissenschaft draufgekommen, dass man sich bewegen sollte, und das war auch mein A und O, weil ich mich immer die ganzen Jahre bewegt habe trotz meiner Krankheit. Deshalb glaube ich heute, dass es mir so gut geht.

PP-BA-AT-0161 April 2018

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.