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Kurs Lebensqualität bei Myelom & Lymphom: Lektion 9 von 12

Umgang mit Haarverlust

Medizinisch betrachtet ist ein Haarausfall während einer Lymphom- oder Myelom-Therapie keine schwerwiegende Nebenwirkung. In aller Regel wachsen die Haare nach Abschluss der Therapie wieder nach. Doch vor allem für Frauen kann der Verlust der Haare sehr belastend sein. Wer lange Haare jahrzehntelang gepflegt hat, seine Mähne immer schön und weiblich fand, dem fällt es oft besonders schwer, sich davon zu trennen. Viele schreckt es auch ab, dass damit die Krankheit nach außen hin offensichtlich wird. Doch es gibt einige einfache Tricks, wie man sich auf den Haarverlust vorher schon vorbereiten kann und ihn gut kaschieren kann.

Tipps bei therapiebedingtem Haarausfall

Werden Wirkstoffe verwendet, die Haarausfall zur Folge haben, lassen sich viele Patienten bereits einige Zeit vor Therapiebeginn die Haare kurz schneiden, um den Übergang bis zum Nachwachsen unauffälliger gestalten zu können.

Sobald die ersten Haare ausfallen, ist es für viele einfacher den Kopf gleich ganz zu rasieren, anstatt Strähne für Strähne dem ausfallenden Haar nachzutrauern. Die gute Nachricht: Diese Phase geht schneller vorüber, als man denkt. Bald ist wieder ein Kurzhaarschnitt möglich.

Eine Perücke kann helfen, die „haarlose“ Zeit zu überbrücken und sich selbstbewusst unter Menschen zu bewegen. Unser Tipp: Eine passende Perücke schon vor Beginn der Therapie nach dem gesunden Haar gestalten lassen. Perücken sind heute so gut gemacht, dass der Unterschied keinem auffallen wird.

Die Krankenkassen beteiligen sich in der Regel an einer Perücke. Fragen Sie rechtzeitig nach, ob und in welcher Höhe Ihre Kasse Kosten übernimmt.

Tücher, Schals und Mützen sind gute Alternativen zu Perücken. Es gibt viele Bücher zu diesem Thema. Auch im Internet findet man Videos mit Tipps und Bindetechniken. Mit Kosmetik lassen sich fehlende Wimpern und Augenbrauen leicht kaschieren. Unser Tipp: Erkundigen Sie sich nach Seminaren oder Beratungsstellen. Es gibt sehr gute Kurse und spezielle Ansprechpartner für eine Kosmetik- oder Tuchberatung für Krebspatienten. Positiver Nebeneffekt: Man kann hier auch andere Betroffene kennenlernen und sich austauschen.

Die besten aufmunternden Worte stammen von Patienten selber, die berichten, dass bei einer Therapie der Geist und Körper so mit den harten Fakten der Krankheit beschäftigt sind, dass ein vorübergehender Haarverlust und die damit einhergehenden optischen Veränderungen oft als viel weniger schlimm empfunden werden, als vorher gedacht. Deshalb: Nur Mut! Gehen Sie die Therapie an, mit all ihren Folgen, aber auch mit all ihren Chancen.

Geprüft Dr. Adalbert Weißmann: Stand 21.03.2018

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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