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Kurs Metastasierten Brustkrebs verstehen: Lektion 2 von 6

Metastasen bei Brustkrebs und deren Symptome

Wie kann festgestellt werden, ob ein Tumor Metastasen gebildet hat? Es kann sein, dass noch symptomlose Metastasen im Lauf von überprüfenden Untersuchungen entdeckt werden. Oder es treten Beschwerden auf, denen nachgegangen wird und die zum Auffinden einer Metastase führen. In jedem Fall ist es gut, auf den eigenen Körper zu hören und bei bestimmten neu auftretenden Beschwerden wachsam zu sein.

Video Transkript

Wo finden sich am häufigsten Metastasen?

Es gibt drei Organe, in die Brustkrebs gerne etwas metastasiert:

  • Das ist vor allen Dingen die Lunge,
  • die Leber,
  • und das sind die Knochen.
  • Manche Tumoren, besonders die HER2-positiven Tumoren und die triple-negative Mammakarzinome, metastasieren auch gerne ins Gehirn. Die HER2-positiven Tumoren tragen an der Oberfläche der Zellen das HER2-Molekül. Bei den triple-negativen Tumoren fehlt die Oberflächeneigenschaft HER2, und es fehlen auch die Geschlechtshormonrezeptoren Östrogen- und Progesteron-Rezeptor. Deswegen spricht man hier von Triple-Negativität.

Das sind also die vier Lokalisationen, in denen wir, wenn es zum Auftreten von Metastasen kommt, diese am ehesten vermuten würden.

Gibt es Frühsymptome, die auf metastasierten Brustkrebs hindeuten können?

Es gibt keine Frühsymptome, die auf metastasierten Brustkrebs hindeuten können. Aber Metastasen können sich äußern

  • in Schmerzen,
  • in Bewegungseinschränkungen,
  • in einer Atemnot,
  • in einer Leistungsfähigkeitseinschränkung,
  • in einer Gewichtsabnahme.

Das sind letztlich keine Frühsymptome, sondern die manifestieren eigentlich sich zu einem Zeitpunkt, wo der Krebs es schon geschafft hat, in den betroffenen Organen einen größeren Schaden anzurichten. Deswegen spürt man metastasiertes Mammakarzinom häufig erst dann, wenn es zum Ausfall der Funktion eines Organs gekommen ist.

Macht die Lokalisation der Metastasen einen Unterschied für die Prognose?

Metastasen in den Knochen haben eine eher günstige Prognose. Das heißt: Die Chancen hier noch lange mit einer sehr guten Lebensqualität weiterleben zu können, sind sehr gut.

Eine Absiedlung in Leber oder Lunge, vor allen Dingen aber im Gehirn ist mit einem sehr ungünstigen Krankheitsverlauf vergesellschaftet.

Welche Beschwerden können bei Knochenmetastasen auftreten?

Knochenmetastasen zeichnen sich typischerweise durch chronische Schmerzen aus. Immer dann, wenn Schmerzen an einer bestimmten Stelle, unabhängig davon, ob man sich bewegt hat oder sich in Ruhe befindet, auftreten, dann ist das ein Hinweis oder kann das ein Hinweis sein auf Knochenmetastasen.

Andere Symptome können sein:

  • die sogenannte Spontanfraktur, das heißt das Brechen eines Knochens, ohne dass man sich überanstrengt oder verletzt hat,
  • oder das Einknicken in der Wirbelsäule, also eine Haltungsveränderung. Schonhaltungen können ebenfalls die Folge von Knochenmetastasen sein.

Welche Beschwerden können bei Lebermetastasen auftreten?

Bei Lebermetastasen klagen Patienten häufig über ein Spannungsgefühl im Bereich der Leber, ein Druckgefühl im Bereich der Leber, an einem dicken Bauch, obwohl die restlichen Körperteile abnehmen. Ein so genannter Wasserbauch oder Aszites kann die Folge einer Lebermetastase sein. Frauen, die betroffen sind, klagen oft auf Veränderungen in der Ernährung, nehmen typischerweise an Gewicht ab. Es kann zum Auftreten einer Gelbsucht kommen, die auch ein Hinweis für ein fortgeschrittenes Brustkrebsstadium sein kann.

Welche Beschwerden können bei Lungenmetastasen auftreten?

Das häufigste Symptom von Lungenmetastasen ist die Atemnot – die Atemnot bei Belastung, die Atemnot in Ruhe bei einem etwas weiter fortgeschrittenen Stadium. Aber es kann auch zum Auftreten von Bluthusten kommen. Es kann zum Auftreten von chronischem Husten kommen, der nicht produktiv ist, das heißt man hustet keinen Schleim hoch, sondern man hat einen trockenen Reizhusten. Aber man muss sich im Klaren sein, dass nicht jeder Husten automatisch bedeutet, dass man eine Lungenmetastase hat.

Immer dann, wenn ein Symptom kommt und wieder geht, dann kann man beruhigt sein, dann ist es wahrscheinlich keine Metastase. Immer dann, wenn ein Symptom kommt und bleibt, dann ist es eigentlich sinnvoll, das genauer abzuklären, z.B. durch eine Computertomographie von Lunge oder von Leber.

Welche Beschwerden können bei Hirnmetastasen auftreten?

Hirnmetastasen können sich in vielfältigen Formen manifestieren. Häufig klagen Betroffene über Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Manchmal klagen sie über ein Eintrüben, ein chronisches Müdigkeitsgefühl. Man hat den Eindruck, dass sie sich nicht mehr so klar artikulieren können. Viele Frauen haben aber gar keine Symptome über lange Zeit hinweg, obwohl sie relativ große Hirnmetastasen aufweisen. Es hängt also wirklich davon ab, wo sich die Hirnmetastase befindet. Und immer dann, wenn man uncharakteristische, wechselnde Beschwerdebilder aufweist aus dem neurologischen Symptomenkreis, sollte man sich an einen Spezialisten wenden, um das abklären zu lassen.

Auf welche Symptome sollten Patientinnen besonders achten?

Eigentlich ist es ganz einfach: Immer dann, wenn Beschwerden auftreten und verschwinden, dann sind es wahrscheinlich keine Metastasen. Metastasen kommen und bleiben. Immer dann, wenn Sie spüren: Schmerzende Knochen, die an einer Stelle lokalisiert sind, oder eine Atemnot, die sich nicht bessert, oder möglicherweise Spannungsgefühle in der Leber, dann kann es nicht ausgeschlossen sein, dass es sich um Metastasen handelt. Und dann sollten Sie ihren Arzt aufsuchen.

Auf den Punkt gebracht

Metastasen bei Brustkrebs und deren Symptome

  • Brustkrebs metastasiert am häufigsten in Leber, Lunge, Knochen oder Gehirn.
  • Wenn Schmerzen, Leistungsabfall oder Atembeschwerden auftreten und nicht von selbst wieder verschwinden, sollten Sie die Beschwerden genauer abklären lassen.

Wo finden sich am häufigsten Metastasen?

Tumorzellen können über Lymphbahnen und/oder Blutgefäße in unterschiedlichste Organe verschleppt werden. Metastasen bei Brustkrebs treten am häufigsten auf in:

Metastasen in den Knochen bei BrustkrebsKnochen

Metastasen in der Lunge bei BrustkrebsLunge

Metastasen in der Leber bei BrustkrebsLeber

Metastasen im Gehirn bei BrustkrebsGehirn

Auch kommen Metastasen in Lymphknoten, in der Pleura (Brustfell) oder seltener auch in der Haut vor.

Symptome durch Metastasen

Metastasen machen kaum Frühsymptome. Man spürt sie häufig erst, wenn das entsprechende Organ bereits in Mitleidenschaft gezogen ist.

Ganz allgemein gilt:

  • An einer konkreten Körperstelle grundlos auftretende Beschwerden oder Schmerzen, die nicht wieder verschwinden, sollte man ernst nehmen.
  • Beschwerden, die ihre Lokalisation wechseln, sind hingegen untypisch und sprechen eher gegen eine Metastase.

Wie äußern sich Knochenmetastasen?

Schmerzen und Bewegungseinschränkung an einer bestimmten Körperstelle, oft unabhängig von Aktivität oder Ruhe.

  • Am häufigsten sind Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule.
  • Die Schmerzen können auch ausstrahlen (z. B. in Schultern oder Beine), wenn Nervenwurzeln beeinträchtigt sind.
  • Betroffen sein können auch Rippen, Brustbein oder Schädelknochen, seltener die Knochen der Arme und Beine, sehr selten Hand- und Fußknochen oder Gelenke.

Knochenbrüche an ungewöhnlicher Stelle und ohne ersichtlichen Grund. Ein Knochenbruch ohne vorangegangene Überbelastung oder Trauma sollte unbedingt auch hinsichtlich Metastasen untersucht werden.

weiter zu den Lungensymptomen

Wie äußern sich Lungenmetastasen?

Metastasen der Lunge zeigen oft lange keine Symptome.

Folgende Beschwerden können ein Alarmzeichen sein, wenn sie ohne andere Erkrankungen (wie z. B. Grippe oder Atemwegsinfekte) auftreten:

  • Chronischer trockener Reizhusten
  • Atemnot bei Belastung oder bereits in Ruhe
  • blutig gefärbter Auswurf beim Husten

weiter zu den Lebersymptomen

Wie äußern sich Lebermetastasen?

Hinweise für Metastasen der Leber können sein:

  • Druckgefühl oder Schmerzen im rechten Oberbauch
  • Wasser im Bauch (Aszites)
  • Gelbfärbung der Augen

weiter zu den Gehirnsymptomen

Wie äußern sich Gehirnmetastasen?

Je nachdem wo im Gehirn sie sich befinden, können Gehirnmetastasen sehr unterschiedliche Beschwerden hervorrufen:

  • Neurologische Ausfälle wie Lähmungserscheinungen, Sensibilitätsstörungen oder Einschränkungen von Sinnesfunktionen
  • Starke Kopfschmerzen
  • Schwindel, Übelkeit und Erbrechen
  • Andauernde starke Müdigkeit, Konzentrationsabfall, Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit

weiter zu den Lymphknotensymptomen

Wie äußern sich Lymphknotenmetastasen?

Von Metastasen betroffene Lymphknoten sind vergrößert, dauerhaft und nicht schmerzhaft. Vor allem im Bereich der Achselhöhle oder des Halses sollten vergrößerte Lymphknoten ärztlich abgeklärt werden.

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Beim Vorliegen von Metastasen kann es außerdem vorkommen, dass Sie sich körperlich schwach und weniger leistungsfähig fühlen. In manchen Fällen kommt es zu dauerhaft erhöhter Körpertemperatur, auch zu nächtlichem Schwitzen. Eine Gewichtsabnahme ohne ersichtlichen Grund kann ein Hinweis auf das Vorliegen von Metastasen sein.

Oft bestehen die Beschwerden auch nur in dem vagen Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Das bedeutet aber nicht, dass Sie bei jedem Huster oder Anflug von Übelkeit alarmiert sein sollten. Es geht schlicht und einfach darum, auf den eigenen Körper zu hören und auffällige Symptome beim Arzt abklären zu lassen. Auch um unnötigen Sorgen möglichst schnell wieder loszuwerden.

Wussten Sie schon

Die meisten der genannten Symptome sind unspezifisch und kommen auch im Rahmen anderer Erkrankungen vor. Verdächtig sind sie nur, wenn sie mit keiner anderen Erkrankung in Verbindung zu bringen sind und ohne Grund auftauchen und bleiben.

PP-AL-AT-0038 | Geprüft Univ.-Prof. Dr. Christian Singer: Stand 10.12.2018

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Bilder: normaals, Double Brain | Bigstock

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