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Kurs Richtige Ernährung bei Angina pectoris: Lektion 1 von 7

Risikofaktoren bei Herzerkrankung

Eine ausgewogene Ernährung ist das A und O für Ihre Gesundheit. Vor allem, wenn Sie an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, können Sie durch die Umstellung Ihrer Ernährung zahlreiche Beschwerden reduzieren und viel dazu beitragen, dass Ihre Erkrankung nicht weiter fortschreitet. Wir zeigen Ihnen, welche Risikofaktoren für die Gesundheit Ihres Herzens von Bedeutung sind und wie Sie diesen entgegen wirken können.

Video Transkript

Warum ist eine gesunde Ernährung so wichtig für eine erfolgreiche Therapie meiner Herzerkrankung?

Ernährung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind ein Team, das ganz eng miteinander verbunden ist. Warum? Weil durch das, was ich esse, durch das, was ich trinke, ich einfach sehr stark und nachhaltig beeinflusse: Wie geht es meinem Körper, meinem Herzen, vor allem den Blutzuckerwerten, den Blutfettwerten?

Das Wichtige an der Ernährung ist, dass ich selber immer entscheiden kann: Was möchte ich essen? Was möchte ich trinken? Und vor allem: Zu welcher Tages- und Nachtzeit? Oder Ich tue das nicht.

Das heißt: Die Ernährung ist ein ganz spannendes Thema mit einer großen Bedeutung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Welche Risikofaktoren lassen sich mit der Ernährung beeinflussen?

  • Von den Risikofaktoren ist erstens einmal der Blutzucker oder das metabolische Syndrom. Das heißt: dauerhafte Erhöhungen der Nüchtern-Blutzuckerwerte oder auch der Langzeit-Blutzuckerwerte wie das HbA1c.
  • Nummer zwei ist das Gesamtcholesterin, das heißt die Blutfette, das Gesamtcholesterin und das schädliche LDL-Cholesterin.
  • Und ein wesentlicher Faktor ist natürlich auch das Körpergewicht. Durch eine herzungesunde Ernährung kommt es zu einer Zunahme des Körperfettgewebes, vor allem im Bereich des Bauchumfanges. Das heißt: Es kommt zu einer Zunahme des Bauchfetts. Und das ist an sich ein Risikofaktor, der zu einer Verschlechterung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt.

Ich spüre die erhöhten Werte nicht. Warum sind diese trotzdem eine Belastung für mein Herz?

Ja, das kann ich gut verstehen, diesen Satz höre ich von unseren Patientinnen und Patienten sehr oft. „Ich spüre es nicht, aber es schmeckt ja so gut. Warum ist es denn so schädlich?“ Dazu muss man wissen, dass all diese Risikofaktoren, sei das jetzt der Zucker oder das Cholesterin, nachhaltig das Gefäßsystem, sprich die Arterien schädigen.

In der Arterie, so können Sie sich das vorstellen, ist eine Innenschicht, die heißt Endothel. Die kleidet jede Arterie wie ein Schutzmantel aus. Und dieser Schutzmantel beginnt durch ungesunde Ernährung einzureißen. Das heißt: Das Gefäß wird krank, und dadurch kommt es zur Entstehung von Arteriosklerose. Und deshalb ist es so wichtig, darauf zu achten, dass Zucker und Blutfette im Zielbereich sind.

Wie oft sollte ich meine Blutwerte kontrollieren lassen?

Das ist auch eine wichtige Frage, die Menschen sehr oft stellen. Ich glaube, wichtig ist zu sagen: Was möchte ich kontrollieren, oder wo befinde ich mich gerade?

  • Wenn ich jemand bin, der gesund ist und einfach Informationen über meinen Körper haben, dann reicht einmal eine Vorsorgeuntersuchung, einer Gesundenuntersuchung, eine kostenfreie Möglichkeit, sich über seinen Gesundheitszustand zu informieren.
  • Wenn ich bereits krank bin, das heißt, ich habe bereits Bluthochdruck, ich habe Zucker, oder ich habe vielleicht schon einen Herzinfarkt gehabt, ist es wichtig, in Absprache mit meinem behandelnden Arzt, mit meiner behandelnden Ärztin zumindest zweimal im Jahr diese Werte zu kontrollieren.

Wie wirkt sich starkes Übergewicht auf mein Herz aus?

Starkes Übergewicht ist etwas, was sich nachhaltig auf den Körper und auf die Herzgesundheit auswirkt. Merkt man am Anfang nicht sofort, außer vielleicht, dass man sich nicht so gut bewegen kann, dass man Schwierigkeiten hat zu gehen oder ins Auto einzusteigen. Aber wie gesagt: Nachhaltiges Übergewicht führt zu einer Fettzunahme im Bereich des Bauchumfanges, das heißt wieder das Bauchfett. Das ist ein hochaktives Stoffwechselorgan, das das Blut gerinnungsfreudiger macht, die Blutzuckerwerte ansteigen lässt, auch die Blutwerte verschlechtert. Und damit ist dieses Übergewicht eigentlich ein Garant, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen eigentlich so richtig zu pushen, um sich so richtig voranzutreiben.

Wenn ich herzgesund leben möchte, muss ich schauen, dass ich nicht zu viel Bauchfett habe.

Was bedeuten erhöhte Blutfette für mein Herz und wie kommt es dazu?

Erhöhte Blutfette bedeuten meistens, dass es sich hier um den Bereich von Cholesterin handelt.

  • Man unterscheidet hier vom Gesamtcholesterin,
  • aber es ist noch viel, viel wichtiger das schlechte Cholesterin. Das ist das sogenannte LDL-Cholesterin.

Wobei man immer unterscheiden muss: Welcher Mensch braucht welchen Wert?

Wenn ich bereits beginne zu erkranken, oder wenn ich bereits einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder Veränderungen der Beinarterien habe, sind Werte vom LDL von unter 70 empfohlen.

Woher kommt das? LDL-Werte oder Cholesterinwerte kommen grundsätzlich oder in den meisten Fällen von Ernährung von tierischen Produkten. In allen tierischen Produkten ist Cholesterin enthalten, also Fleisch, Fisch, Wurst, Käse. Hier ist es bewusst wichtig, auf fettärmere Produkte umzustellen.

Aber es gibt natürlich auch eine genetische Variante, das heißt Menschen, die Cholesterin zu viel selbst im Körper produzieren oder nicht abbauen können. Das sind genetische Formen der Fettstoffwechselstörungen, und das sind Menschen mit einem besonders hohen Risiko.

Ich habe Diabetes, was heißt das für die Gesundheit meines Herzens?

Was ist denn eigentlich überhaupt Diabetes? Diabetes heißt, dass es zu einer dauerhaften Erhöhung der Zuckerwerte im Körper kommt. Das bedeutet, dass die Bauchspeicheldrüse, die Insulin produziert, nicht mehr genug oder nicht genug Insulin produziert oder die Körperzellen nicht mehr auf Insulin reagieren und Zucker nicht mehr abgebaut werden kann.

Für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die Zuckererkrankung ein ganz wesentlicher Risikofaktor. Denn erhöhte Zuckerwerte, also Diabetes mellitus Typ 2, bewirkt nachhaltig eine Schädigung der Gefäße. Hier geht es wieder um diese Gefäßinnenschicht, um das Endothel, die durch den Zucker oder durch schlecht eingestellte Zuckerwerte kaputtgeht.

Das kann man sich so vorstellen, dass dieses Endothel einreißt und sich dort Entzündungszellen, Schaumzellen oder Cholesterinkristalle anlegen, die dann eine Plaque bilden und beginnen, das Gefäß zu verschließen.

Ich habe Bluthochdruck, warum kann sich dieser negativ auf mein Herz auswirken?

Bluthochdruck ist ein Risikofaktor, den viele Menschen kennen. Warum wirkt das eigentlich erhöhend, oder warum wirkt das eigentlich schädigend auf die Gefäße? Dazu muss man sich Folgendes vorstellen: Was heißt Bluthochdruck? Das heißt: Das Herz muss einen erhöhten Druck im Gefäßsystem überwinden, um den Körper zu durchbluten. Das bedeutet für die Arterien eine vermehrte Arbeitsleistung. Durch erhöhten Blutdruck werden auch vermehrt Stresshormone gebildet. Letztlich kommt es zu einer Veränderung im gesamten Gefäßsystem mit einer Veränderung im Bereich des Gefäßaufbaus, mit einer Erhöhung des peripheren Widerstandes. Das erhöht den Druck, Blutdruck noch weiter, und das wirkt letztlich wieder schädigend auf die Gefäße, nicht nur auf das Herz, sondern auch auf das Gehirn und auf die Nieren und natürlich auch auf die Gefäße in den Beinen. Deshalb ist es wichtig, wenn man hohen Blutdruck hat, dass dieser Blutdruckwert gut behandelt ist und man auch die Zielwerte erreicht.

Auf den Punkt gebracht

Risikofaktoren bei Herzerkrankung

  • Erhöhte Blutwerte, wie Blutzucker und Blutfette können Ihre Gefäße schädigen und das Risiko für Herzerkrankungen deutlich fördern.
  • Mit einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung können Sie Ihr Herz-Kreislauf-Risiko deutlich senken – Sie haben es selbst in der Hand.

Die Risikofaktoren

Eine gesunde Ernährung hilft oft mehr als jedes Arzneimittel. Wenn Ihnen Risikofaktoren wie Adipositas (starkes Übergewicht), Bluthochdruck, ein hoher Cholesterinspiegel oder Diabetes bewusst sind und Sie wissen, wie Sie diese minimieren können, können Sie die Gesundheit Ihres Herzens fördern.

Das Heimtückische an den genannten Faktoren ist, dass man Sie gar nicht so schnell bemerkt oder bewusst wahrnimmt, da man diese oft nicht spürt. Doch lassen Sie sich nicht täuschen, die folgenden Faktoren sind maßgeblich an Ihrer Herzerkrankung beteiligt oder können Ihren Zustand sogar verschlechtern.

Sie können selbst etwas dagegen tun

All diese Risikofaktoren werden vor allem durch den Lebensstil beeinflusst. Das bedeutet, dass ungesunde Ernährung oder zu wenig Bewegung meist deutlich zu ihrer Verschlechterung beitragen. Auch für uns nicht beeinflussbare Faktoren wie die Gene können einen großen Einfluss haben. Aber da sich daran nichts ändern lässt, ist es umso wichtiger, dass Sie dort aktiv werden, wo Sie selbst einen Einfluss auf Ihre Gesundheit nehmen können.

Folgende Risikofaktoren können Sie durch die Ernährung positiv beeinflussen:

Im Folgenden erfahren Sie im Detail, welchen Einfluss bestimmte Risikofaktoren auf Ihr Herz haben und wie Sie diese Werte durch Ernährung beeinflussen können.

Woran erkennt Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt, dass Sie Ihre Ernährung umstellen sollten?

Um zu erkennen, ob Sie ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt bei Ihnen nüchtern Blut abnehmen, um Ihre Laborwerte zu kontrollieren. Besonders aufschlussreich sind Laborwerte wie Glukose, HbA1c, HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin, oder die Triglyceride, denn diese können Sie selbst durch Ihre Ernährung beeinflussen.

Folgende Laborwerte im Blut können Sie durch Ihre Ernährung beeinflussen:

Was bedeuten die Risikofaktoren Blutzucker und HbA1c?

Im Laborbefund ist Ihr Blutzuckerwert oft auch als Glukose aufgelistet. Dieser Wert gibt Auskunft über den Blutzuckerspiegel vor oder nach den Mahlzeiten und soll im Fall einer Diabetes-Erkrankung selbst regelmäßig gemessen werden. Im Unterschied dazu gibt ein Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) die vergangenen 10-12 Wochen an und wird bei DiabetikerInnen üblicherweise vom Arzt vierteljährlich kontrolliert.

Warum belastet hoher Blutzucker mein Herz?

Ihre Ärztin/ Ihr Arzt prüft diese Werte, weil ein zu hoher Zuckergehalt die Blutgefäße schädigt. Zellen im Blut lagern sich in kleinen Gefäßen ab und verstopfen diese (Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall).

Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eng miteinander verbunden. Menschen mit Diabetes entwickeln 2-4 x häufiger eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems als Menschen ohne Diabetes.

Allgemeine Zielwerte:

  • Blutzucker nüchtern: unter 100 mg/dl
  • 100-125 mg/dl = gestörte Glukosetoleranz (Vorstufe von Diabetes)
  • ab 126 mg/dl = Diabetes
  • HbA1c: ab 5,7% gestörte Glukosetoleranz, ab 6,5% Diabetes

Wichtig: Wenn Sie DiabetikerIn sind, klären Sie Ihre individuellen Zielwerte immer mit Ihrer behandelnden Ärztin/ Ihrem behandelnden Arzt ab!

So können Sie Ihren Blutzucker durch die Ernährung positiv beeinflussen:

Reduzieren Sie den Zucker in Ihrer Ernährung und bevorzugen Sie ballaststoffreiche Ernährung.

Weitere Ernährungsempfehlungen für Ihren Alltag finden Sie in Lektion 2.

Was bedeutet der Risikofaktor Cholesterin?

Im Laborbefund sehen Sie das Gesamtcholesterin bestehend aus HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin.

Cholesterin ist ein Fettbegleitstoff, den Sie in fast allen tierischen Lebensmitteln finden. Außerdem bilden Sie Cholesterin im Körper. Für den Transport im Körper braucht Cholesterin HDL („gutes“ Cholesterin), um aus Zellen und Gewebe in die Leber zu kommen und LDL („schlechtes“ Cholesterin), um aus der Leber in die Körperzellen zu kommen.

Warum können erhöhte Blutfettwerte meinem Herz schaden?

Ihre Ärztin/Ihr Arzt prüft Ihr Gesamtcholesterin, weil ein zu hoher Cholesterinwert mitverantwortlich für Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und die daraus entstehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall ist, da ein zu hoher LDL-Wert zu Cholesterin-Ablagerungen in den Blutgefäßen führt.

Zielwerte Cholesterin:

  • HDL- Cholesterin: Frauen mind. 50 mg/dl, Männer mind. 40 mg/dl
  • LDL-Cholesterin:
    • wenn sehr hohes Risiko (z.B. Diabetes, nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt) dann Zielwert < 55 mg/dl
    • wenn hohes Risiko (z.B. familiäre Hypercholesterinämie) dann <100 mg/dl
    • bei gesunden Menschen < 160 mg/dl

Klären Sie Ihre individuellen Zielwerte immer mit Ihrer behandelnden Ärztin/ Ihrem behandelnden Arzt ab!

So können Sie Ihren Cholesterinwert durch die Ernährung positiv beeinflussen:

Reduzieren Sie Fett in Ihrer Ernährung und bevorzugen Sie ballaststoffreiche Ernährung.

Weitere Ernährungsempfehlungen für Ihren Alltag finden Sie hier.

Was bedeutet der Risikofaktor Triglyceride?

Ihr Körper braucht neben dem Nahrungsfett Cholesterin auch Triglyceride. Diese Blutfette liefern Energie, schützen Sie vor Kälte und sind wichtiger Bestandteil des Stoffwechsels. Diese bildet Ihr Körper selbst und Sie nehmen sie zusätzlich durch die Nahrung auf.

Warum schaden erhöhte Triglyceridwerte meinem Herzen?

Wenn Ihre Triglyceridwerte erhöht sind, kann es zu Ablagerungen in Ihren Gefäßen kommen, weil das Blut „zu dick“ ist.

Zielwerte Triglyceride: < 150 mg/dl

So können Sie Ihren Triglyceridwert durch die Ernährung positiv beeinflussen:

Reduzieren Sie Zucker und Alkohol in Ihrer Ernährung.

Weitere Ernährungsempfehlungen für Ihren Alltag finden Sie hier.

Weitere Risikofaktoren für Ihr Herz, die Sie durch Ernährung beeinflussen können:

Die Laboruntersuchungen liefern sehr spezifische Werte, die Aufschluss über Ihre Ernährung liefern. Dabei gibt es aber auch zwei Risikofaktoren, die Sie leicht zuhause verfolgen können: Das Gewicht und der Blutdruck.

Warum belastet starkes Übergewicht (Adipositas) mein Herz?

In der Medizin spricht man von Adipositas, wenn Sie unter starkem Übergewicht leiden und sich Ihr Körperfett über das Normalmaß hinaus vermehrt. Die krankhafte Fettsucht (Adipositas) ist von der WHO seit dem Jahr 2000 als chronische Krankheit anerkannt und ist ein weltweit rasant wachsendes Krankheitsbild.

Warum belastet zu Übergewicht mein Herz?

Je mehr Übergewicht Sie haben, desto schwerer muss Ihr Herz arbeiten, weil es mehr Körpermasse mit Blut versorgen muss. Hinzu kommt, dass Sie sich auf Grund Ihrer Körperfülle bei körperlicher Bewegung oft nicht mehr wohlfühlen und Sie so weniger Sport treiben. Die Folgen sind Gefäßverkalkungen und ein höheres Herzinfarkt-Risiko.

Mit unserem Rechner können Sie Ihren BMI-Wert (Body Mass Index) leicht berechnen um Ihr Gewicht besser einschätzen zu können. Den Rechner finden Sie etwas weiter unten auf dieser Seite.

So können Sie Ihren BMI-Wert und Körperfettanteil durch Ernährung positiv beeinflussen:

Reduzieren Sie dauerhaft Ihr Gewicht. Wie das gelingen kann, erfahren Sie in Lektion 5.

Welche Rolle spielt mein Bauchumfang?

Neben dem BMI-Wert ist auch der Bauchumfang von besonderere Relevanz. Der BMI-Wert sollte immer gemeinsam mit dem Bauchumfang betrachtet werden, um festzustellen, ob ein Gesundheitsrisiko vorliegt. Ihr Bauchumfang verrät Ihnen, ob Sie zu viel Bauchfett haben. Besonders inneres Bauchfett, auch viszerales Bauchfett genannt, ist für Ihre Gesundheit riskant.

Warum belastet ein zu großer Bauchumfang mein Herz?

Ein zu hoher Bauchfettanteil kann Entzündungsreaktionen in Ihrem Körper in Gang setzen und Bluthochdruck fördern. Die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall nimmt zu. Auch das Risiko für Stoffwechsel-Erkrankungen wie Diabetes und bestimmte Krebserkrankungen steigt.

Zielwerte beim Bauchumfang:

Frauen sollten nicht über 88 cm und Männer nicht über 102 cm messen.

So können Sie Ihren Bauchumfang und Körperfettanteil durch Ernährung positiv beeinflussen:

Reduzieren Sie dauerhaft Ihr Gewicht. Wie das gelingen kann, erfahren Sie in Lektion 5.

Warum belastet Bluthochdruck mein Herz?

Hypertonie ist der Fachbegriff für Bluthochdruck und ist eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems.

Ist Ihr Blutdruck zu hoch, werden Ihre Arterien stark belastet, auf Dauer sogar geschädigt und auch das Herz muss außerordentlich viel Arbeit leisten. Ihr durch Ihre Herz-Kreislauf-Erkrankung ohnehin schon angegriffenes Herz, leidet zusätzlich unter verengten oder verschlossenen Herzkranzgefäßen. Das hat zur Folge, dass Ihr Herzmuskel nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird. Das Herzinfarkt-Risiko kann steigen.

Wann spricht man von hohem Blutdruck?

Wenn Sie hohen Blutdruck haben, sollte das Ziel sein, Ihren Wert unter 140/90 mm Hg, nach Möglichkeit aber in den Normalbereich (< 130/80 mm Hg) zu bringen. Besprechen Sie Ihre Zielwerte mit Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt!

Klassifikation Systolischer Blutdruck (mmHg) Diastolischer Blutdruck (mmHg)
Ideal < 120 < 80
Normal 120 – 129 80 – 84
Hoch normal 130 – 139 85 – 89
Hypertonie Grad 1 140 – 159 90 – 99
Hypertonie Grad 2 160 – 179 100 – 109
Hypertonie Grad 3 ≥ 180 ≥ 110

(ESC Hypertonie Guidelines 2018)

So können Sie Ihren Blutdruck durch die Ernährung positiv beeinflussen: Reduzieren Sie Salz in Ihrer Ernährung und reduzieren Sie Ihr Gewicht.

Berechnen Sie Ihren BMI und Ihren Bauchumfang:

selpers FallbeispielBMI Rechner

Der BMI (Body Mass Index) wird mit folgender Formel berechnet: Körpergewicht (in kg) geteilt durch Größe (in m) zum Quadrat. Nutzen Sie den Rechner um Ihr Gewicht einzuschätzen:

Laden

selpers FallbeispielBauchumfang messen

So können Sie in 5 Schritten Ihren Bauchumfang messen:

  1. Nehmen Sie morgens vor dem Frühstück ein Maßband zur Hand.
  2. Stellen Sie sich mit freiem Oberkörper aufrecht vor den Spiegel.
  3. Legen Sie das Maßband um Ihre Taille zwischen die unterste Rippe und die Oberkante Ihres Hüftknochens.
  4. Führen Sie nun das Maßband auf Höhe Ihres Bauchnabels möglichst eng und gerade um Ihren Körper.
  5. Nun atmen Sie aus und entspannen Ihren Bauch (nicht einziehen!). Dann können Sie Ihren Wert ablesen.

Bauchumfang messen

Bauchumfang messen

Zielwerte: Frauen sollten nicht über 88 cm und Männer nicht über 102 cm messen.

Die gute Nachricht

Auf all diese Risikofaktoren können Sie mit Ihrer Ernährung deutlichen Einfluss nehmen. Die Ernährung auf Dauer gesünder zu gestalten mag auf den ersten Blick schwer erscheinen, doch es gibt viele Punkte an denen Sie ansetzen können. In den folgenden Lektionen erhalten Sie Unterstützung dabei.

Geprüft Prim.a Univ.-Prof.in Dr.in Jeanette Strametz-Juranek: Jänner 2020 | AT-RAN-40-08-2019

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Dieser Kurs ist Teil der Kursreihe „Leben mit Angina pectoris“

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Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

Bildnachweis: Chinnapong, Victoria Sergeeva, Soodowoodo, NotionPic, anatolir, Inspiring, GoodStudio | Bigstock

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