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Kurs Tagebuch schreiben zur Unterstützung bei Krebs: Lektion 3 von 6

Wie fülle ich mein Tagebuch mit Leben?

Du hast dich für eine Art des Tagebuchs entschieden und nun hältst du voller Tatendrang dein erstes Tagebuch in den Händen und stellst dir womöglich die Frage: “Wie fülle ich dieses leere Buch nun mit Leben? Welchen Inhalt kann ich diesem anvertrauen und was ist mir überhaupt wichtig, in diesem festhalten zu wollen?”

Hierzu möchte ich dir in dieser Lektion Anregungen und Impulse an die Hand geben.

Welche Themen sind für mein Tagebuch geeignet?

Grundsätzlich kannst du deinem Tagebuch alles anvertrauen, was dir wichtig erscheint und dich bewegt. Es gibt wirklich kein Thema, welches du diesem nicht anvertrauen könntest. 

In deinem Tagebuch kannst du beispielsweise festhalten:

  • Was du erlebt hast
  • Was dich mit Glück und Dankbarkeit erfüllt
  • Deine Träume, Wünsche und Ziele
  • Deine einsamen und starken Momente
  • Die Menschen und Situationen, die dich bewegt haben

Ich freue mich, wenn du in die folgenden Lektionen hineinschnupperst und für dich die Inspiration findest, es mit dem Tagebuch schreiben zu versuchen, um seine reinigende und bereichernde Kraft in dir zu fühlen.

  • verleihe dem Tagebuch Persönlichkeit

    Schenke deinem Tagebuch Persönlichkeit

    Manchen Menschen hilft es ungemein, ihrem Tagebuch einen Namen zu geben. Auf diese Art knüpfen sie von Beginn an eine sehr persönliche Verbindung und das Schreiben gestaltet sich leichter, weil zu einem Freund gesprochen wird. Finde für dein Tagebuch zudem einen festen Platz in deiner Wohnung, an dem du es jederzeit zur Hand nehmen kannst. Für manche wird der geeignete Ort in der Nähe ihres Bettes auf ihrem Nachttisch liegend sein, andere möchten ihr Tagebuch, wie zum Beispiel ein Bullet Journal, jederzeit mit sich führen können, auch wenn sie ihr zuhause für Unternehmungen oder Verpflichtungen verlassen.

  • Kraft der Rituale

    Nutze die Kraft der Rituale

    Entwickle für dich das passende Ritual des Schreibens und nutze seine Kraftmomente. Vielleicht möchtest du das Schreiben zusammen mit dem Genuss einer Tasse Kaffee oder Tee verbinden oder deine Lieblingsmusik zur Inspiration hören? Vielleicht möchtest du aber auch lieber die stillen Momente eines Tages nutzen, um deine Gedanken fließen zu lassen? Spüre in dein Innerstes hinein, welches Ritual dich beim Schreiben unterstützen könnte und gestalte dieses völlig nach deinen Bedürfnissen und Wünschen. Mehr über diese wertvolle Achtsamkeitsübung, erfährst du im Kurs "Den Alltag meistern als Mutter mit Krebs" in der Lektion "Kraft der Rituale".

  • Passende Tageszeit finden

    Finde die passende Tageszeit

    Versuche bereits zu Anfang herauszufinden, zu welcher Tageszeit du am liebsten schreiben möchtest. Grundsätzlich gilt: es gibt keine falsche oder richtige Tageszeit. Dein festgesetztes Zeitfenster muss für dich gut umsetzbar sein und sollte dir im Alltag keine Last sein. Vielleicht nutzt du in der Anfangszeit auch eine App, die dich daran erinnert, dein Tagebuch zu pflegen? Für den Anfang reichen dafür bereits wenige Minuten aus. Stehst du morgens unter Zeitdruck, wird für dich eher ein Zeitfenster zur Mittagszeit oder abends in Betracht kommen. Wenn man bevorzugt abends schreibt um seinen Tag Revue passieren zu lassen, bietet dies zudem die Möglichkeit, sich belastendes von der Seele zu schreiben und kann dadurch besser schlafen.

Du schreibst alleine für dich

Setze dich beim Schreiben nicht unter Druck. In deinem Tagebuch musst du weder auf Rechtschreibung, noch auf Grammatik achten. Mach dir bewusst, dass du alleine für dich schreibst. Du musst dabei niemand anderes gefallen und kannst offen und ehrlich deinen Erlebnissen und Empfindungen nachspüren. Nimm dir die Zeit, die du zum Schreiben benötigst.

Mein persönlicher Muttanker für dich

Wenn ich schreibe, dann reihe ich beispielsweise weniger einzelne Erlebnisse aneinander, sondern versuche nachzuspüren, was ich während eines besonderen Erlebnisses empfunden habe und erschaffe mit Worten emotionale Bilder. Dadurch gelingt es mir, den wesentlichen Kern eines Problems zu erfassen und kann dieses besser verarbeiten.

Je häufiger es dir gelingen wird, deine Gedanken und Emotionen in Wortbilder zu verfassen, umso leichter wird es dir mit der Zeit gelingen, diese differenzierter zu beschreiben und dich gut zu reflektieren. Nutze auch verschiedene Impulse für deine Kreativität!

Unsere täglichen Glücksmomente sind wertvoll

Lenke deinen Blick zum Abschluss eines Tagebucheintrags auf Dinge, die dich mit Dankbarkeit und Glück erfüllt haben. Schenke diesen bewusst deine Achtsamkeit und rufe sie dir dabei ins Gedächtnis zurück und spüre ihnen nach. Diese Momente müssen nicht als vollständig ausformulierte Sätze festgehalten werden. Sie können in Form von kleinen Zeichnungen, als auch nur als einzelne Wörter festgehalten werden. Du solltest sie jedoch als wahr in deinem Herzen empfinden und ihre Wärme spüren.

Warum diese tägliche kleine Übung?

Neurologen haben festgestellt, dass negative Erfahrungen direkt in unserem Langzeitgedächtnis gespeichert werden, während Glücksmomente für zehn Sekunden in unserem Bewusstsein festgehalten werden müssen, ehe sie von unserem Kurzzeit- in unser Langzeitgedächtnis abgespeichert werden. Dies ist mit ein Grund, dass EIN einziger unschöner Moment eines ansonsten sehr schön erlebten Tages uns diesen nachhaltig verderben kann.

Das Tagebuch als bester Freund in allen Lebenslagen

Betrachte dein Tagebuch als deinen besten Freund, der dir jederzeit unterstützend zur Seite steht. Wie du diese Beziehung gestalten möchtest, liegt ganz bei dir. Eure Beziehung ist von Vertrauen geprägt und frei von jeglicher Erwartungshaltung. Alles kann und nichts muss.

Das Ereignis mag zwar der Schlüsselmoment unseres Lebens sein, aber die in uns ausgelösten Emotionen, sind der Schlüssel zu neuen Erkenntnissen über uns selbst!

Geprüft Nicole Kultau: Stand Mai 2020

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