6. Entscheidungen treffen bei Multipler Sklerose

Welche Entscheidungen muss ich bei Multipler Sklerose treffen?

Gerade in der Anfangsphase nach einer Diagnose können viele Entscheidungen auf Sie zukommen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich dafür Zeit nehmen und in Ruhe die für Sie bestmögliche Entscheidung treffen. Zögern Sie nicht, dabei um Unterstützung und Hilfe zu bitten. Folgende Fragen könnten Sie sich am Anfang stellen:

  • Welche Therapie passt zu mir?
  • Welche Ärztin/welcher Arzt soll mich betreuen?
  • Möchte ich in einer Praxis oder in einem Krankenhaus behandelt werden?
  • Benötige ich ergänzend eine Physiotherapie oder Rehabilitation?

Die Entscheidungen, die Sie treffen, sind dabei auch abhängig von der Krankheitsphase und Ihren persönlichen Lebensumständen. Es ist völlig normal, dass sich diese im Verlauf ändern.

Wie komme ich zu einer guten Entscheidung bei Multipler Sklerose?

Zu einer guten und informierten Entscheidung kommen Sie, wenn Sie sich ausführlich von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt beraten lassen. Holen Sie sich alle wichtigen Informationen, sodass Sie eine Entscheidung treffen können, die Ihren Vorstellungen und Ihrem Lebensstil entspricht.

Gerade am Anfang können die vielen Informationen überfordernd wirken. Zögern Sie deshalb nicht, um Unterstützung zu bitten und kommunizieren Sie offen Ihre Gedanken.

Wie schnell muss ich mich für eine bestimmte MS-Therapie entscheiden?

Grundsätzlich gilt: Je früher die Therapie begonnen wird, desto besser sind die gewünschten Therapieeffekte. Gerade in der Frühphase der MS kann viel Entzündungsaktivität im Gehirn und Rückenmark nachgewiesen werden. Mit einem frühen Therapiebeginn lässt sich diese am besten behandeln. Dadurch werden Beschwerden beseitigt und das Auftreten neuer Schübe verhindert.

Habe ich die Möglichkeit, eine Zweitmeinung bei MS einzuholen?

Wenn Sie sich bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt nicht sicher fühlen oder Ihre Optionen mit einer weiteren Fachärztin/einem weiteren Facharzt besprechen möchten, können Sie natürlich eine zweite Meinung einholen. Sie entscheiden eigenverantwortlich als PatientIn, womit Sie sich am wohlsten fühlen.

Soll ich meine Partnerin/meinen Partner in die Therapie-Entscheidung miteinbeziehen?

Natürlich dürfen Sie selbst entscheiden, ob Sie Ihre Partnerin/Ihren Partner in Entscheidungen, die Ihre Gesundheit betreffen, miteinbeziehen. Allerdings ist es gerade bei der Familienplanung ratsam eine gemeinsame Entscheidung zu treffen.

Schließen Sie Ihre Partnerin/Ihren Partner nicht aus und kommunizieren Sie offen miteinander. Auch für Ihre Partnerin/Ihren Partner kann es hilfreich sein, beim Arztgespräch dabei zu sein, um die MS besser zu verstehen und zu erfahren, wie sie/er Sie unterstützen kann.

Geprüft Dr.in Doris Hauer: Stand Dezember 2022 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.