3. Der Gang zur Ärztin/zum Arzt bei Multipler Sklerose

An wen sollte ich mich bei Verdacht auf Multiple Sklerose wenden?

Bei unklaren oder neu aufgetretenen Symptomen sollten Sie sich an Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt wenden. Diese/r kann neben der körperlichen Untersuchung und Ersteinschätzung bereits einen MRT-Termin und eine Überweisung an eine Neurologin/einen Neurologen ausstellen.

Die weitere Abklärung erfolgt meist stationär im Krankenhaus, da zur Diagnosestellung eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) nötig ist. Bei dieser Liquropunktion (auch Lumbalpunktion) wird eine Hohlnadel zwischen zwei Lendenwirbeln in den Rückenmarksraum vorgeschoben und eine kleine Menge des Nervenwassers entnommen. Normalerweise birgt diese Untersuchung keine größeren Risiken.

Worauf sollte ich bei der Wahl meiner Ärztin/meines Arztes bei MS achten?

Idealerweise sollte Ihre Ärztin/Ihr Arzt bereits umfangreiche Erfahrungen mit der Behandlung von MS haben.

Um die bestmögliche Versorgung zu finden, sollten Sie eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen, der/dem Sie vertrauen. Sie sollen über alle Ihre Symptome, Sorgen und Wünsche sprechen können, auch wenn Sie sich anfangs nicht sicher sind, ob wirklich eine MS vorliegt. Da Sie für die weitere Behandlung regelmäßig in ärztlichem Kontakt stehen, ist es besonders wichtig, dass Sie sich gut aufgehoben fühlen.

Wo finde ich eine passende Ärztin/einen passenden Arzt?

Es gibt zahlreiche zertifizierte Zentren und ÄrztInnen, die in Verzeichnissen aufgelistet sind, zum Beispiel:

Ist es sinnvoll zum Arzttermin zu gehen, auch wenn meine Symptome verschwunden sind?

Eine MS ist nicht immer gleich. Die Symptome treten häufig in Schüben auf und können spontan wieder verschwinden. Deshalb sollten Sie unbedingt Ihren Arzttermin wahrnehmen, auch wenn Sie zu diesem Zeitpunkt keine Beschwerden mehr verspüren.

Gerade in der Frühphase ergeben sich viele Fragen, die Sie beim Arzttermin ansprechen können. Besprechen Sie alle Symptome, die Diagnose und Ihr persönliches Belangen mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt. Auf diese Weise planen Sie gemeinsam Schritt für Schritt die optimale Behandlung.

Kann ich eine Zweitmeinung von einer anderen Ärztin/einem anderen Arzt einholen, wenn ich unsicher bin?

Sie entscheiden eigenverantwortlich als PatientIn, womit Sie sich am wohlsten fühlen. Wenn Sie sich bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt nicht sicher oder verstanden fühlen, können Sie sich natürlich eine zweite Meinung einholen. Eine Vertrauensbasis ist wichtig, um eine gute Versorgung im weiteren Behandlungsverlauf zu schaffen.

Geprüft Dr.in Doris Hauer: Stand Dezember 2022 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.