6. Schutz vor Infektionen

Bin ich aufgrund meiner Psoriasis oder der Therapie anfälliger für Infektionskrankheiten?

Sowohl die Psoriasis (Schuppenflechte) als auch die immunsuppressive Therapie der Psoriasis beeinflussen auf bestimmte Weise das Immunsystem. So zeigt sich, dass PatientInnen mit Psoriasis, ähnlich wie bei anderen Immunerkrankungen, anfälliger für Infektionskrankheiten sind. Das Gleiche passiert bei der Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten, wobei hier die Wirkung stark vom Medikament abhängt. Bei neueren Therapeutika, den sogenannten Biologika, ist das entstehende Infektionsrisiko jedoch sehr gering.

Wie kann ich mich bestmöglich vor Infektionen schützen?

Das Wichtigste zum Schutz vor Infektionen, nicht nur bei Psoriasis-PatientInnen, sind die allgemein geltenden Hygienemaßnahmen. Außerdem können PatientInnen versuchen, Ihr Immunsystem selbstständig zu stärken. Dies gelingt unter anderem durch:

  • Sportliche Aktivitäten an mehreren Tagen in der Woche
  • Einen gesunden Lebensstil mit Verzicht auf Tabak und Alkohol
  • Eine ausgewogene Ernährung
  • Täglich ausreichende Zeit an der frischen Luft
Bei welchen Anzeichen für eine Infektion sollte ich bei Psoriasis Kontakt zu meiner Ärztin/ meinem Arzt aufnehmen?

Infektionen können sich auf unterschiedliche Weisen äußern. So führt zum Beispiel eine milde Erkältung mit Schnupfen nicht dazu, dass man eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen oder Medikamente absetzen muss. Kommen jedoch schwere Infektionszeichen wie Fieber oder andere Symptome hinzu, die über mehrere Tage lang andauern, sollten Sie auf jeden Fall eine Ärztin/ein Arzt aufsuchen.

Sollte ich als immunsupprimierte Person bei der Verarbeitung oder beim Essen von Lebensmitteln etwas Besonderes beachten?

Auch wenn PatientInnen sich oftmals viele Gedanken zum Thema Essen machen, gibt es keine Hinweise auf Infektionen, die durchs Essen (z.B. rohes Fleisch) besonders häufig bei Psoriasis-PatientInnen beschrieben wurden. Infektionen tauchen hier unabhängig von der Erkrankung und ebenso oft auf, wie bei Personen, die unter keiner immunsuppressiven Erkrankung leiden. Sie müssen daher keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Welche zusätzlichen Impfungen sind bei immunsupprimierten Psoriasis-PatientInnen sinnvoll?

Die generell geltenden Impfempfehlungen sind uneingeschränkt auch für Menschen mit Psoriasis zu empfehlen. Zusätzlich ist es für Sie als PatientIn sinnvoll, vor Beginn der Therapie Ihren Impfstatus zu erheben. So lassen sich mögliche Lücken im Impfpass erkennen und noch vor Beginn der Therapie beheben. Für Psoriasis-PatientInnen werden alle möglichen altersentsprechenden Impfungen empfohlen. In manchen Fällen können darüber hinaus auch weitere Impfungen sinnvoll sein. So wird bei Psoriasis beispielsweise auch die Impfung gegen Gürtelrose empfohlen, obwohl diese in der restlichen Bevölkerung erst für ältere Altersgruppen angedacht ist.

Schutz durch Impfungen

Da das Immunsystem von Psoriasis-PatientInnen durch verschiedene Therapien beeinträchtigt sein kann, sind diese auch anfälliger für Infektionen. Vor diesen Infektionen können Sie sich gut mit Impfungen schützen.

Sollte ich mich vor Therapiebeginn über meinen aktuellen Impfstatus informieren und gibt es Impfungen, welche bei immunsupprimierten PatientInnen nicht angewendet werden sollten?

Bis vor einigen Jahren galt es als besonders wichtig, den Impfstatus bereits vor Beginn der Psoriasis-Therapie zu erheben, um mögliche fehlende Impfungen noch vor Beginn der Therapie durchzuführen. Mittlerweile weiß man jedoch, dass Impfungen mit Totimpfstoffen auch im Therapieverlauf erfolgen können. Zu den Totimpfstoffen zählt heutzutage der Großteil aller verabreichten Impfungen.

Lebendimpfstoffe hingegen sollten nicht im Verlauf einer Therapie gegeben werden, da diese wegen des modulierten Immunsystems zu stärkeren Nebenwirkungen führen könnten. Lebendimpfstoffe sind Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln sowie die Gelbfieberimpfung, die für Reisen in exotische Länder benötigt wird.

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Geprüft Univ. OA Dr. Leo Richter: Stand September 2023 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.