5. Fragen für das Arztgespräch

Welche Untersuchungen und Kontrollen sind für mich wichtig?

Bei der Sichelzellkrankheit gibt es einen klaren Untersuchungs- und Kontrollplan. Dieser wird Ihnen in der Regel beim Arztgespräch erklärt und sollte möglichst regelmäßig eingehalten werden. Die Kontrollen helfen dabei, Komplikationen früh zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln.

Zu den wichtigsten Untersuchungen gehören:

  • Blutuntersuchungen (Blutbild, Leber- und Nierenwerte)
  • Untersuchungen der Hämoglobinformen
  • Ultraschalluntersuchungen (Milz, Leber, Gallenblase)
  • Spezielle Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße im Gehirn (transkranielle Doppleruntersuchungen) vor allem bei Kindern, zur Einschätzung des Schlaganfallrisikos
  • Herz-, Lungen- und Augenuntersuchungen, um Organschäden frühzeitig zu erkennen

Ihr Behandlungsteam informiert Sie darüber, wie oft diese Kontrollen nötig sind und welche Werte für Sie besonders wichtig sind.

Welche Warnzeichen muss ich frühzeitig melden?

Bestimmte Symptome sollten Sie nicht abwarten, sondern frühzeitig ärztlich abklären lassen. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel als einmal zu wenig medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Wichtige Warnzeichen sind:

  • Atemnot oder Brustschmerzen
  • starke oder ungewohnte Schmerzen
  • Sehstörungen oder Hörstörungen
  • Schwindel oder Schwäche in Armen oder Beinen
  • plötzliche Lähmungserscheinungen

Bei Kindern ist zusätzlich wichtig, auf Bauchschmerzen, starke Müdigkeit oder Blässe zu achten, da dies auf eine akute Milzvergrößerung hindeuten kann.

Im Zweifel sofort handeln

Wenn neue oder ungewöhnliche Beschwerden auftreten, warten Sie nicht ab. Eine rasche Abklärung kann schwere Komplikationen verhindern.

Was sollte ich über meinen persönlichen Krankheitsverlauf wissen?

Der Verlauf der Sichelzellkrankheit, die früher auch Sichelzellanämie genannt wurde, ist individuell unterschiedlich. Deshalb ist es wichtig, den eigenen Krankheitsverlauf gut zu kennen und aktiv mit dem Behandlungsteam zusammenzuarbeiten.

Zur Behandlung und Vorsorge gehören unter anderem:

  • regelmäßige Medikamenteneinnahme
  • bei kleinen Kindern häufig eine Penicillin-Prophylaxe, um schwere Infektionen zu verhindern
  • empfohlene Impfungen, zum Beispiel gegen Pneumokokken, Meningokokken oder Haemophilus influenzae
  • regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Auch für Erwachsene ist es wichtig, den Impfschutz regelmäßig zu überprüfen und medizinische Kontrollen wahrzunehmen.

Vorbereitung für das Arztgespräch

Machen Sie sich vor Ihren Arztterminen Notizen. So stellen Sie sicher, dass alle wichtigen Punkte angesprochen werden. Themen können sein:

  • Fragen, die Sie besprechen möchten
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • neue oder veränderte Beschwerden
  • Schmerzepisoden oder Krisen seit dem letzten Termin
  • Ergebnisse von Untersuchungen, die Sie nicht verstehen

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    (Optional - Sollten Sie eine Antwort wünschen)

    Geprüft Univ.-Prof. Dr. Leo Kager: Stand Juni 2026 | Quellen und Bildnachweis