Die Sichelzellkrankheit, früher oft Sichelzellanämie genannt, ist eine Erkrankung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin . Hämoglobin hilft beim Transport von Sauerstoff im Blut.
Im Laufe des Lebens gibt es mehrere Formen von Hämoglobin. Während der Schwangerschaft und nach der Geburt überwiegt das fetale Hämoglobin. Es schützt vor den typischen Veränderungen der Sichelzellkrankheit. Deshalb wirken Kinder mit Sichelzellkrankheit bei der Geburt zunächst gesund.
Nach der Geburt wird das fetale Hämoglobin nach und nach durch das Erwachsenen-Hämoglobin (auch permanentes Hämoglobin genannt) ersetzt, das normalerweise bei Erwachsenen vorkommt. Bei Menschen mit Sichelzellkrankheit ist ein Bestandteil dieses Erwachsenen-Hämoglobins, das Beta-Globin, genetisch verändert. Diese Veränderung beeinflusst die Eigenschaften des Hämoglobins.
Wenn das veränderte Hämoglobin Sauerstoff abgibt, verbinden sich die Hämoglobin-Teilchen miteinander. Dabei bilden sich im Inneren der roten Blutkörperchen feste, stäbchenartige Strukturen. Dadurch verlieren diese ihre runde Form und werden starr und sichelförmig.
Diese verformten roten Blutkörperchen können:
- kleine Blutgefäße verstopfen
- Entzündungen auslösen
- die Sauerstoffversorgung des Gewebes behindern
Die Folgen sind unter anderem Schmerzkrisen, Organschäden und eine verkürzte Lebensdauer der roten Blutkörperchen. Es kann eine Blutarmut (Anämie ) entstehen, weil sich die roten Blutkörperchen schneller auflösen. Dadurch fühlt man sich müde und erschöpft.
Vererbung besser verstehen & Kinderwunsch
Wenn Sichelzellkrankheit oder ein Trägerstatus in Ihrer Familie bekannt ist, kann eine genetische Beratung besonders auch bei Kinderwunsch hilfreich sein. Dort bekommen Sie Informationen und können Fragen in Ruhe klären.