Typisch für die Sichelzellkrankheit sind vor allem Schmerzkrisen. Der Begriff „Sichelzellanämie“ ist dabei irreführend: Die Blutarmut ist nur ein Symptom der Erkrankung. Für Betroffene sind die Schmerzen meist belastender.
Schmerzkrisen können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Dazu gehören zum Beispiel:
- Kälte
- starkes Schwitzen und Flüssigkeitsmangel, etwa im Sommer
- Infektionen
Ein wichtiger Punkt ist die Milzfunktion. Bei vielen Menschen mit Sichelzellkrankheit arbeitet die Milz mit der Zeit kaum noch oder gar nicht mehr. Dadurch sind Infektionen nicht nur häufiger, sondern können auch lebensbedrohlich sein. Dieser Zustand ist vergleichbar mit Menschen, denen die Milz operativ entfernt wurde.
Die Beschwerden der Sichelzellkrankheit sind sehr vielfältig. Das liegt daran, dass die Erkrankung kleine Blutgefäße im ganzen Körper betrifft. Deshalb kann es zu unterschiedlichen Komplikationen kommen. Mehr dazu erfahren Sie in der Lektion Diagnose und Krankheitsverlauf.
Die Ursache all der Beschwerden ist dieser Mechanismus:
Wenn das Sichelzell-Hämoglobin Sauerstoff abgibt, lagern sich die Hämoglobinmoleküle aneinander. Die roten Blutkörperchen werden dadurch starr und verformt. Sie können kleine Blutgefäße schädigen, Entzündungen auslösen und den Blutfluss behindern. Hinter diesen Gefäßverschlüssen entsteht Sauerstoffmangel, der Schmerzen, Gewebeschäden und Organkomplikationen verursacht.
