2. Medikamentöse Behandlung bei Eosinophiler Ösophagitis

Medikamente bei Eosinophiler Ösophagitis

Medikamente können sowohl zu Beginn als auch im späteren Verlauf der Behandlung eingesetzt werden. Sie wirken meist schnell und können im Alltag gut eingeplant werden.

Einsatzzeitpunkt von Medikamenten bei Eosinophiler Ösophagitis

Zu Therapiebeginn werden fast immer Medikamente verabreicht, um eine rasche und verlässliche Entzündungshemmung zu erreichen (wie lokales Kortison). In der anschließenden Erhaltungsphase können Medikamente ebenfalls eine passende Option sein: Sie wirken gut und sind meist einfacher in den Alltag zu integrieren als Lebensmitteldiäten.

Medikamente bei Eosinophiler Ösophagitis

Zur Behandlung der Eosinophilen Ösophagitis kommen zwei Medikamente zum Einsatz:

  • Lokales Kortison
  • Protonenpumpeninhibitoren

Aktuell erforscht werden Antikörper-Therapien, die jedoch noch nicht zugelassen sind.

Vor- und Nachteile einer medikamentösen Behandlung

Die medikamentöse Behandlung der Eosinophilen Ösophagitis hat folgende Vor- und Nachteile:

Vorteile:

  • Schnelles und gutes Wirken
  • Wenige Einschränkungen im Alltag

Nachteile:

  • Nebenwirkungen möglich (zum Beispiel, selten Pilzbefall der Speiseröhre)
  • Manchmal wollen PatientInnen, vor allem jüngere, keine Medikamente nehmen

Lokales Kortison

Zur Behandlung der EoE kann lokales Kortison eingenommen werden. Selten kann ein Pilzbefall als Nebenwirkung auftreten, sodass Sie Kontrolltermine zur Überwachung stets wahrnehmen sollten.

Wirkung von lokalem Kortison bei Eosinophiler Ösophagitis

Kortison wirkt entzündungshemmend. Diesen Effekt entfaltet das Medikament durch eine Drosselung des körpereigenen Abwehrsystems. Lokales Kortison wirkt direkt am Zielort (Speiseröhre). Nebenwirkungen, die den gesamten Körper betreffen, werden so vermieden.

Nebenwirkungen von lokalem Kortison bei Eosinophiler Ösophagitis

Die wichtigste Nebenwirkung von lokalem Kortison ist der Pilzbefall der Speiseröhre (Soorösophagitis). Durch die Herunterregelung des Abwehrsystems an der Speiseröhre können sich Pilze leichter auf der Schleimhaut festsetzen.

Erkennen von Nebenwirkungen

Brustschmerzen, ein Wiederauftreten von Schluckbeschwerden sowie sichtbare, weiße Ablagerungen im Rachenbereich können auf einen Pilzbefall der Speiseröhre hindeuten. Wenn Sie den Verdacht auf einen Pilzbefall hegen, lassen Sie ihn sofort von Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelnden Arzt abklären.

Pilzbefall vorbeugen

Der Pilzbefall der Speiseröhre ist die wichtigste Nebenwirkung der lokalen Kortisontherapie bei Eosinophiler Ösophagitis. Ein Weg dieser Nebenwirkung vorzubeugen besteht darin, die Speiseröhre nach der Therapie zu spülen.

Zu früh sollten Sie allerdings nicht spülen: Dann senken Sie zwar das Risiko für einen Pilzbefall, aber auch die Wirkung. Spülen Sie 30-60 Minuten nach der Therapie.

Protonenpumpeninhibitoren

Eosinophile Ösophagitis kann von Sodbrennen begleitet sein. Bei Sodbrennen oder geringen, frischen Entzündungen kommen Protenenpumpeninhibitoren zum Einsatz. Diese schützen die Magenschleimhaut und vermindern Entzündungen.

Funktionsweise von Protonenpumpeninhibitoren

Protonenpumpeninhibitoren (PPI) sind Medikamente, die die Magensäureproduktion senken. Im Rahmen der Eosinophilen Ösophagitis helfen sie, da Magensäure die Schleimhäute schädigt und dadurch Nahrungsmittelallergene leichter in das Gewebe eindringen können. Überdies vermindern Protoneninhibitoren Entzündungen.

Einsatz von Protonenpumpeninhibitoren bei Eosinophiler Ösophagitis

In klinischen Studien führten Protonenpumpeninhibitoren in etwa 30-50 % aller Fälle zur Besserung einer Eosinophilen Ösophagitis. Die Wirkung beruhte dabei wahrscheinlich mehrheitlich auf der direkten Entzündungshemmung und weniger auf der Säureminderung.

Wirksamkeit von Protonenpumpeninhibitoren bei Eosinophiler Ösophagitis

Im Rahmen einer Eosinophilen Ösophagitis werden Protonenpumpeninhibitoren vor allem angewandt, wenn:

  • Frische, geringe Entzündungen vorliegen
  • Noch keine Vernarbung stattgefunden hat

Zusätzlich können Protonenpumpeninhibitoren eingesetzt werden, wenn die Eosinophile Ösophagitis von Aufstoßen (Sodbrennen) begleitet wird. Mehr Informationen zu den unterschiedlichen Beschwerden der Eosinophilen Ösophagitis und Sodbrennen finden Sie auch in unserer Patientenschulung „Eosinophile Ösophagitis früh erkennen“.

Nebenwirkungen von Protonenpumpeninhibitoren

In einzelnen Studien wurden als seltene Nebenwirkungen von Protonenpumpeninhibitoren festgestellt:

  • Darmentzündungen
  • Aufnahmestörungen von Nahrungsbestandteilen (zum Beispiel Eisen, Calcium)
  • Osteoporose

Wenn Ihnen diese seltenen Nebenwirkungen Sorgen bereiten, lassen Sie sich von Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelnden Arzt beraten.

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Geprüft Ass. Dr. Hansjörg Schlager: Stand 25.04.2022 | Quellen und Bildnachweis

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