5. Anwendungsgebiete von Biologika und Biosimilars

Bei welchen Krankheiten kommen Biologika/Biosimilars zum Einsatz?

Biologika und Biosimilars werden vor allem bei chronischen Erkrankungen, wie z.B. Diabetes, Rheumatoide Arthritis „Rheuma“, gewissen Krebserkrankungen oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa angewendet.

Die regulären, unspezifischen Medikamente für diese Erkrankungen zeigen folgende Eigenschaften:

  • breite Wirksamkeit
  • greifen auch gesunde Zellen an
  • viele unerwünschte Nebenwirkungen

Biologika und Biosimilars hingegen zeigen:

  • deutlich gezieltere Wirksamkeit
  • greifen die gesunden Zellen nicht an
  • somit deutlich weniger Nebenwirkungen

Für mehr Informationen zu Krankheiten, die mit Biologika behandelt werden können, schauen Sie bei unseren Online-Schulungen zu Rheumatoide Arthritis oder Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen vorbei.

Wann wechselt man am besten von einem Biologikum auf ein Biosimilar?

Da für die Zulassung eines Biosimilars die gleiche Wirksamkeit und Sicherheit wie die des Original-Biologikums nachgewiesen werden muss, können Sie als Patient:in bedenkenlos das günstigere Biosimilar verwenden.

Stabile Krankheitsphasen eignen sich in der Regel besser für solche Präparat-Wechsel. Ein Wechsel sollte dennoch immer zuvor mit Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelnden Arzt besprochen werden.

Was ist wichtig bei der Anwendung von Biologika und Biosimilars?

Die Anwendung von Biologika und Biosimilars ist oftmals komplex, da sie unter die Haut gespritzt oder über eine Vene direkt ins Blut gegeben werden müssen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sie sich konsequent an die Anweisung Ihrer Ärzt:innen halten.

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Geprüft Susanne Dubach: Stand Oktober 2023 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.
(Zirkardianer Rhythmus )
Biologisches Phänomen, das in einem Rhythmus von ungefähr 24-Stunden bestimmte körperliche Funktionen beeinflusst.  Ein Beispiel ist der Schlaf-Wach-Zyklus durch die Freisetzung des Schlafhormons.
Biologika
Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel, die aus biologischen Bestandteilen hergestellt werden, wie z.B. Proteinen oder Antikörpern. Sie werden zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt, wie zum Beispiel Autoimmunerkrankungen oder Krebs.
Biosimilars
Nachahmerpräparate von Biologika, die keinem Patentschutz mehr unterliegen. Durch den vereinfachten Produktionsprozess können Biosimilars jedoch kostengünstiger produziert und anschließend verkauft werden.
Chronisch
(Gegenteil: akut)
Sich über einen längeren Zeitraum allmählich entwickelnd oder bereits lange andauernd.
Colitis ulcerosa
Chronisch entzündliche Erkrankung, die Enddarm und Dickdarm betrifft. Sie verursacht Durchfall, Blutungen und Schmerzen.
Rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis wird auch als chronische Polyarthritis bezeichnet. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der Zellen des Immunsystems das eigene Körpergewebe angreifen. Dadurch kommt es zur Entzündung von Gelenken.
Zulassung
Die (Arzneimittel-)Zulassung ist eine von den Behörden erteilte Genehmigung, die benötigt wird, um ein Medikament oder Therapieverfahren öffentlich anbieten zu können. Sie wird erst erteilt, sobald durch klinische Studien nachgewiesen wurde, dass das Arzneimittel sicher und wirksam ist.