4. Kardioversion

Kardioversion verstehen

Neben Medikamenten kann auch eine elektrische Kardioversion eingesetzt werden, um den Herzrhythmus wieder zu normalisieren. Hier erfahren Sie, worum es sich bei dieser Therapie handelt und bei welchen PatientInnen diese angewendet wird.

Was ist eine Kardioversion?

Kardioversion ist eine geplante, ambulante Maßnahme, die dafür sorgt, dass das Herz vom Vorhofflimmern wieder in den normalen Rhythmus überführt wird. Sie zählt somit zu den Therapiemaßnahmen der Rhythmuskontrolle. Durch einen elektrischen Impuls soll der schnelle Puls beim Vorhofflimmern durchbrochen und ein normaler Herzrhythmus wiederhergestellt werden. Die gleiche Maßnahme wird in Notfallsituationen auch Defibrillation genannt.

Wann macht man eine Kardioversion?

Sowohl eine medikamentöse als auch elektrische Kardioversion wird eingesetzt, wenn das Vorhofflimmern dauerhaft auftritt. Dieser Zustand wird persistierendes Vorhofflimmern genannt. Da die medikamentöse Kardioversion ein höheres Risiko für Nebenwirkungen birgt, ist die geplante elektrische Kardioversion der medikamentösen Kardioversion vorzuziehen. Gibt es jedoch Gegenanzeigen gegen die elektrische Kardioversion, wie zum Beispiel ein hohes Risiko bei der Kurznarkose, ist auch eine medikamentöse Kardioversion möglich. Für wen welche dieser Therapien geeignet ist, erfahren Sie unter “Therapiemöglichkeiten“.

Wirkungsdauer der Kardioversion

Die Kardioversion versetzt das Herz vom Vorhofflimmern in den regulären Rhythmus zurück. Um langfristig einen Erfolg zu erzielen und diesen Zustand zu erhalten ist es wichtig die Kardioversion mit einer anschließenden medikamentösen Therapie wie blutverdünnenden Medikamenten oder Betablockern zu kombinieren. Tritt jedoch nach einiger Zeit nochmals Vorhofflimmern auf, ist es möglich, dass die Kardioversion wiederholt wird, um eine erneute Beschwerdefreiheit zu erzielen.

Ablauf der Elektrokardioversion

Wie läuft eine Elektrokardioversion ab? Warum müssen zuvor einige Untersuchungen durchgeführt werden? Wie lange sollte ich im Anschluss für die Regeneration einplanen?

Wie läuft eine Kardioversion ab?

Die Kardioversion ist eine schmerzlose, kurze Maßnahme, die ambulant im Krankenhaus durchgeführt wird. Vor der Kardioversion wird eine Kurznarkose eingeleitet, sodass Sie währenddessen für wenige Minuten schlafen. Es wird ein Kardioverter auf die Brust geklebt, der aus zwei Elektroden besteht, die wie zwei große Pflaster aussehen. Über den Kardioverter wird ein Stromimpuls an das Herz abgeben und so das Vorhofflimmern durchbrochen.

Was ist nach einer Kardioversion zu beachten?

Im Anschluss an die Kardioversion werden Sie noch für wenige Stunden im Aufwachraum überwacht. Mittels eines EKG kann direkt überprüft werden, ob die Maßnahme wirksam war. Wenn Sie keine Beschwerden haben, können Sie nun direkt wieder nach Hause gehen. Wichtig ist jedoch zu beachten, dass Sie für 24 Stunden kein Auto fahren dürfen.

Schluckultraschall – die Versicherung vor der Kardioversion

Beim Schluckultraschall (Transösophageale Echokardiografie oder TEE) wird in einer Kurznarkose ein Schlauch über den Mund in die Speiseröhre geführt. Während bei einem Ultraschall von außen die Rippen und das Brustbein die Sicht einschränken, liegt die Speiseröhre direkt hinter dem Herzen und somit ist eine gute Sicht auf Ihr Herz möglich.

Diese Untersuchung ist sehr wichtig, da ausgeschlossen werden muss, dass sich in Ihrem Herzen ein Blutgerinnsel befindet. Würde man trotz Blutgerinnsel eine Kardioversion durchführen, könnte sich das Gerinnsel lösen und einen Schlaganfall auslösen.

Chancen und Risiken der Kardioversion

Die Kardioversion ist eine Maßnahme, die sich in der Therapie von Vorhofflimmern etabliert hat und täglich angewendet wird. Damit Sie gut vorbereitet Ihren Termin wahrnehmen können, folgen nun die wichtigsten Hinweise.

Vorteile und Risiken der elektrischen Kardioversion

Vorteile

Die Kardioversion ist eine sehr erfolgsversprechende Maßnahme bei der Therapie von Vorhofflimmern. Bei etwa 7 oder 8 von 10 PatientInnen kann das Vorhofflimmern erfolgreich beendet werden. Zudem birgt die Maßnahme sehr wenige Risiken. Im Vergleich zu der medikamentösen Kardioversion treten bei der elektrischen weniger Nebenwirkungen auf.

Risiken

Das größte Risiko bei der elektrischen Kardioversion ist, dass ein Schlaganfall ausgelöst werden könnte. Durch die modernen blutverdünnenden Medikamente und den vorher durchgeführten Schluckultraschall kann dieses Risiko jedoch fast vollständig ausgeschlossen werden. Ein weiteres Risiko sind Herzrhythmusstörungen und leichte Verbrennungen durch die Elektroden. Sie befinden sich während der gesamten Untersuchung unter ärztlicher Aufsicht in einem Krankenhaus, sodass die ÄrztInnen bei Komplikationen schnell handeln könnten.

Das gilt es zu beachten

Damit die Behandlung wie gewünscht durchgeführt werden kann, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Setzen Sie die Blutverdünnung nicht ab und nehmen Sie diese ohne Pause weiter ein.
  • Kommen Sie nüchtern zur Kardioversion (letzte Mahlzeit am Abend zuvor). Ein Glas klares Wasser 2 bis 3 Stunden vorher zu trinken ist erlaubt, aber keinen Kaffee mit Milch.
  • Berichten Sie der Ärztin/dem Arzt, falls Sie wissen, dass Sie auf manche Inhaltstoffe oder Medikamente mit Allergien oder Unverträglichkeiten reagieren.
  • Erinnern Sie Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt, dass diese/r Ihnen einen Übersichtsplan über Ihre täglichen Medikamente (Medikamentenplan) ausstellt und bringen Sie diesen mit.
  • Packen Sie von den Medikamenten, die Sie täglich einnehmen, vorsichtshalber zwei Tabletten ein. Falls die ÄrztInnen Ihren Gesundheitszustand doch für eine Nacht im Krankenhaus überwachen möchten.

Downloads

  • Vorhofflimmern - Glossar Hier finden Sie die wichtigsten medizinischen Begriffe und Fachtermini zum Vorhofflimmern kurz und prägnant erklärt.

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Geprüft Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Daniel Scherr: Stand Juni 2022 | PP-ELI-AUT-0819/07.2022 | CV-AT-2200002, 06/2022 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.