5. Die nächsten Schritte bei axialer Spondyloarthritis

FachärztInnen finden bei axialer Spondyloarthritis

Wenn Sie den Verdacht haben, an axialer Spondyloarthritis erkrankt zu sein, suchen Sie am besten eine Rheumatologin/einen Rheumatologen auf. Diese/r kann bei länger anhaltenden Rückenschmerzen herausfinden, ob diese entzündlicher Natur sind.

Der Diagnoseweg

Der Diagnoseweg läuft bei PatientInnen unterschiedlich ab. Bei länger andauernden Beschwerden sind meist die HausärztInnen die ersten AnsprechpartnerInnen:

  1. Bei anhaltenden chronischen Rückenschmerzen sollten Sie die Hausärztin/den Hausarzt aufzusuchen.
  2. Kommt es zu keiner eindeutigen Diagnose, könnte ein Besuch bei einer Orthopädin/einem Orthopäden oder einer physikalischen Medizinerin/einem physikalischen Mediziner helfen.
  3. Kann eine Entzündlichkeit nicht ausgeschlossen werden, sind RheumatologInnen die richtige Adresse.

Natürlich können Sie bei länger anhaltenden Rückenschmerzen auch direkt OrthopädInnen oder RheumatologInnen aufsuchen.

Mehr zur Diagnose und den Untersuchungsmethoden erfahren Sie in Lektion 3 “Diagnose der axialen Spondyloarthritis”.

ÄrztInnen finden mit der Rheumalandkarte

Die Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie bietet auf ihrer Webseite eine Rheumalandkarte, auf der Sie alle praktizierenden RheumatologInnen in Ihrer Umgebung finden können.

Beim Arztbesuch

Darauf sollten Sie vor und beim Gespräch mit Ihren ÄrztInnen achten:

  • Vor dem Arztbesuch im Familienkreis nach Erkrankungen fragen (besonders rheumatologische Erkrankungen und jene an Haut, Augen und Darm).
  • Vorbefunde wie Röntgenbilder und Laborbefunde mitnehmen.
  • Genaue Schilderung der Beschwerden und früherer Erkrankungen vorbereiten.
  • Nachfragen, ob eine Entzündlichkeit festgestellt wurde.

In den untenstehenden Downloads dieser Schulung finden Sie einen Fragebogen für das Arztgespräch und eine Liste mit wichtigen Fragen an Ihre Ärztin/Ihren Arzt. Sie können diese Dokumente ausdrucken und durch Ihre persönlichen Notizen ergänzen.

Auswirkungen auf den Alltag bei axialer Spondyloarthritis

Selbst bei Folgeschäden der axialen Spondyloarthritis können Sie durch medikamentöse Therapie, physikalische Maßnahmen, ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung eine hohe Lebensqualität beibehalten. Mögliche Beeinträchtigungen können so reduziert oder vermieden werden.

Mögliche Beeinträchtigungen

Folgende Beeinträchtigungen können auftreten:

  • Schmerzen im Rücken
  • Müdigkeit: verursacht durch die Rückenschmerzen, die PatientInnen besonders in der zweiten Nachthälfte aufwecken
  • Morgendliche Steifigkeit
  • Eingeschränkte Beweglichkeit im Alltag
  • Eingeschränktes Sehvermögen: kann bei PatientInnen vorkommen, die eine chronisch wiederkehrende Regenbogenhautentzündung haben

Durch die Versteifung des Brustkorbes kann es zu Einschränkungen des Herzens und der Lunge kommen. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung kann die Langzeitfolgen einer axialen Spondyloarthritis eingrenzen.

Was kann ich selbst tun?

  • Besprechen Sie Beschwerden frühzeitig mit Ihren ÄrztInnen.
  • Klären Sie die Ursachen chronischer Rückenschmerzen ärztlich ab.
  • Informieren Sie sich ob es in Ihrer Familie rheumatologische Krankheiten oder Autoimmunkrankheiten an Haut, Augen oder Darm gibt.
  • Machen sie ausreichend Bewegung.

Berufstätigkeit

Mögliche Auswirkungen der axialen Spondyloarthritis auf die Arbeit:

  • Müdigkeit und Konzentrationsmangel durch nächtliche Schlaflosigkeit aufgrund der Rückenschmerzen.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit durch zunehmende Versteifung der Wirbelsäule.

In Ihrem Berufsalltag sollten Sie Tätigkeiten, welche die Wirbelsäule belasten, vermeiden:

  • Tragen von schweren Lasten, Zwangshaltungen und einseitige Bewegungen.
  • Langes Sitzen ohne die Möglichkeit von Ausgleichsbewegungen.

Zur Vorbeugung ist es daher wichtig, dass Sie viel in Bewegung bleiben und das Tragen schwerer Lasten vermeiden.

Behinderung

Bei zunehmender Einschränkung im Alltag gibt es auch die Möglichkeit, behördlich die Behinderung feststellen zu lassen. Dadurch können Menschen mit starken Einschränkungen finanzielle Unterstützung erhalten. Aktuelle Informationen dazu besorgen Sie sich am Besten direkt in der zuständigen Behörde Ihres Landes.

Unterstützung bekommen bei axialer Spondyloarthritis

Finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite kann eine große Hilfe sein. Aber auch der Austausch mit anderen Erkrankten und Ihnen nahestehenden Menschen ist wichtig. Doch wie erkläre ich meinem Umfeld meine chronische Erkrankung?

Austausch mit Betroffenen

Gerade bei chronischen Erkrankungen stoßen PatientInnen immer wieder auf offene Fragen. Um diese Fragen zu klären eignen sich vor allem Selbsthilfegruppen, wo direkte Kontakte zwischen Betroffenen geknüpft werden können.

In Selbsthilfegruppen können sich PatientInnen und Angehörige zu Themen rund um die Erkrankung austauschen und sich bei Bedarf gegenseitig unterstützen.

Selbsthilfegruppe bei Morbus Bechterew

Die Vereinigung Morbus Bechterew gibt es in jedem österreichischen Bundesland und auch europaweit. Sie ist eine ideale Anlaufstelle für Ihre Fragen und bietet auch Beratungen an.

Informationen suchen

Ihre ÄrztInnen bieten sich als erste AnsprechpartnerInnen an. Im Internet gibt es eine Fülle an Informationen, welche leider auch falsch oder missverständlich sein können. Zuverlässige Informationen finden Sie auf den Plattformen der PatientInnen-Organisationen und auf deren weiterführenden Informationsseiten.

Wie Sie Ihrem Umfeld die Krankheit erklären können

  1. Beobachten Sie Ihre eigenen Beschwerden.
  2. Teilen Sie Ihre Beschwerden dem Umfeld mit.
  3. Erklären Sie Ihrem Umfeld, dass die Beschwerden nicht durch Ihr Fehlverhalten, sondern durch eine Erkrankung verursacht sind.

Durch Information über die Krankheit, wie das Erklären des eigenen Befindens und des Hintergrundes der Erkrankung können Ihre Mitmenschen besser Verständnis für Ihre Beschwerden entwickeln.

Axiale Spondyloarthritis Morbus Bechterew
Tipps und Tricks probiere ich regelmäßig aus: von anti-entzündlicher Ernährung bis irgendwelche Einreibungen. Darüber tausche ich mich mit anderen Betroffenen aus. Das tut mir gut, denn man weiß, man ist nicht allein!
@bechterewwoman
Betroffene

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Geprüft OA Priv.-Doz. Dr. Josef Hermann: Stand Mai 2021 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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