Blog | Erfahrungsberichte

Mein Leben mit Diabetes

Zeit um dankbar zu sein

Diabetes betrifft nicht nur ältere Menschen, sondern immer häufiger auch junge Menschen. Annika lebt schon seit 16 Jahren mit ihrer Diabetes Erkrankung und ist deshalb auch schon im frühen Kindesalter mit Verantwortung und Selbständigkeit konfrontiert worden. Im Gastbeitrag mit selpers erzählt sie über ihre Krankheitsgeschichte und gibt hilfreiche Tipps für andere Betroffene.

Was bedeutet das für mich? Muss ich mein Leben lang Insulin spritzen? Bin ich genau so viel wert wie jemand der gesund ist? Wie sieht meine Zukunft aus? Bin ich mein Leben lang krank? Das sind alles Fragen, die ich mir im Laufe meiner Erkrankung stelle. Über viele dieser Fragen habe ich lange nachgedacht und meinen inneren Frieden gefunden. Die Tatsache, dass der Diabetes Typ 1 bleibt steht und kann aktuell nicht geändert werden, deswegen musste ich versuchen ihn zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen. Wie akzeptiere ich eine Krankheit, die einen das ganze Leben lang begleiten wird? Lerne deine Krankheit kennen, setze dich mit dem Thema auseinander und hinterfrage warum du dir 5 IE Insulin spritzt? Wenn du deine Krankheit annähernd verstehst, dann fällt es dir leichter die „positiven“ Dinge zusehen.

Ich habe seit 16 Jahren Diabetes und lerne ihn jeden Tag genauer kennen, ich wurde selbstständiger und habe gelernt für mich Verantwortung zu tragen. Natürlich hatten meine Eltern immer ein Auge auf mich. Ich habe viele liebe und tolle Menschen kennengelernt, die in der gleichen Situation sind wie ich. Mir wurde immer gesagt Austausch ist das wichtigste und ja es stimmt, Austausch ist das wichtigste. Ein anderen Blickwinkel auf die gesamte Situation zu bekommen, kann nie schaden. Aber auch ein Austausch durch Social Media oder Gruppen ist stets hilfreich und es sind wahre Freundschaften entstanden.

Im Hinblick auf die immer weiter fortschreitende Technik, wird auch die Diabetes Therapie fortschrittlicher und angenehmer für die Erkrankten. Ich habe seit 14 Jahren eine Insulinpumpe und muss gestehen, dass ich sie nie mehr abgeben möchte. Lange haben meine Eltern und ich überlegt ob ich mit 8 Jahren eine Insulinpumpe erhalten soll, beziehungsweise ob diese überhaupt von der Krankenkasse genehmigt wird. Jedoch nach langen Überlegen und einigen Tests ( meine Eltern hatten mir ein altes Radio/MP3-Player mit abgeschnitten Kabel an den Bauch geklebt um eine Pumpe zu imitieren, diese musste ich dann 24h tragen um wirklich zu zeigen, dass ich eine Insulinpumpe haben möchte) wurde diese genehmigt. Was ich mit der Geschichte sagen möchte ist, dass mir meine Insulinpumpe mein Leben vereinfacht.  Natürlich habe ich auch mal hohe Blutzucker Werte oder reiße mir meine Katheter ab, aber ohne die Insulinpumpe wäre ich heute nicht so zufrieden und mein Diabetes wäre mir immer präsent. Die Insulinpumpe gehört zu mir und läuft automatisch mit. Schnell noch ein Stück Schokolade, kein Problem, ein paar Tasten drücken und der Bolus wird schon gespritzt.

Auch mein Sensor erleichtert mir das Leben und ich möchte ihn euch gerne vorstellen. Ich benutze den Dexcom G6 (Werbung aus Überzeugung) seit fast 2 Jahren und möchte ihn auch nicht mehr abgeben. Ich habe aber lange überlegt, ob ein Sensor zu meinem Leben passt. Ich dachte mir, ich bin doch sowie so schon verkabelt und dann noch einen Sensor dazu? Lieber nicht. Meine Diabetologin hat mir geraten, dass ich es wenigstens mal ausprobieren soll (gesagt getan). Eine App auf meinem Handy wurde installiert und bekommt über Bluetooth Signale vom Sensor zugesendet. Heute swipe ich nach links und auf meinem Handy wird mir mein Blutzucker mit einem Pfeil angezeigt, der mir eine Tendenz anzeigt, wie sich der Blutzucker in der nächsten Zeit verändern wird. Weiterhin gibt der Sensor Signale bei einer Hypo-/Hyperglykämie.

Diabetes Management ist viel einfacher und entspannter geworden. Durch viele neue Technologien wird dem Patient/Erkrankten ermöglicht, seine Kontrolle über den Diabetes besser in die Work-Life-Balance mit einzubeziehen und den Diabetes nicht mehr in den Lebensmittelpunkt zu stellen.

Zusammenfassend  würde ich sagen, dass man sehr gut mit Diabetes leben kann und das es auch in Ordnung ist, dass es schlechte und gute Tage gibt. Ich darf auch mal einen großen Eisbecher essen und ja es ist okay wenn der Zucker danach nicht Top ist, jedoch ist das wichtigste daran, dass die hohen Werte nicht zur Regel werden. Diabetes ist kein Hindernis und man sollte die vermeidliche Schwäche zu seiner Stärke machen!

Annika

Annika lebt schon seit ihrer frühen Kindheit mit der Diagnose Diabetes. Auf Instagram klärt sie über ihre Erkrankung auf und hilft anderen Betroffenen mit Tipps und ihren eigenen Erfahrungen.

Hier finden Sie Annika‘s Instagram

Autorin: Annika

Bildnachweis: Annika

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