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Welt-Stoma-Tag am 6. Oktober

Alle drei Jahre ist ein Tag dem künstlichen Darmausgang gewidmet. Er soll Bewusstsein in der Bevölkerung schaffen: ein Stoma bedeutet Lebensqualität und ist kein Grund für Scham.

Menschen mit einem künstlichen Darmausgang führen ein ganz normales Leben. Das ist die Kernaussage des Welt-Stoma-Tages, der dieses Jahr am 6. Oktober stattfindet. Der Welttag wurde von der internationalen Stomavereinigung IOA ausgerufen und findet nicht jährlich, sondern nur alle drei Jahre statt. Der Gesellschaft geht es darum, Bewusstsein zu schaffen: für das Leben mit dem „Beutel am Bauch“ und die besonderen Bedürfnisse, die Betroffene haben.

Welt-Stoma-Tag

Auch auf regionaler Ebene haben Stoma-Betroffene eine Lobby. Dabei handelt es sich um gar keine so kleine Gruppe: Allein in Österreich leben circa 15.000 Patientinnen und Patienten mit dem künstlichen Darmausgang. Der ILCO Stoma Dachverband mit seinen regionalen Selbsthilfegruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz kümmert sich um die Interessen dieser Patienten. Der Verband hat auch zum Ziel, mit den Sorgen und Ängsten von Stomapatienten umzugehen und dem Tabu entgegen zu wirken. Denn das Stoma ist kein Makel, im Gegenteil: für viele Patienten bedeutet es mehr Lebensqualität.

Menschen vor und nach einer Stomaoperation bekommen in der Selbsthilfegruppe Unterstützung. Beratung, Gespräche, Zusammenkünfte unter Patienten und Begleitung bei Spitalsbesuchen werden angeboten. Auch für Angehörige von Stomapatienten gibt es Angebote.

Unbegründete Tabus

Tabus und Ängste, die mit dem Stoma verbunden werden, sind heute unbegründet. Im Rahmen des Welt-Stoma-Tages sammeln die Patientengruppen Erfahrungsberichte, die Mut machen sollen. Die Stomaoperation, bei der ein künstlicher Darmausgang angelegt wird, wird von den meisten Patienten letztendlich als Erleichterung empfunden. Menschen mit einer Darmerkrankung bekommen so wieder Lebensqualität zurück. „Ich hatte starke Bauchkrämpfe und Durchfall, die Operation war letztendlich eine Erleichterung“; sagt ein Betroffener der Tageszeitung „Der Standard“. „Angst, dass mich meine Freundin verlässt, weil sie sich vor dem Stoma ekelt, hatte ich natürlich schon. Doch in Sachen Akzeptanz war sie mir einige Schritte voraus“.

Lebensqualität für Darm-Patienten

Beim Stoma handelt es sich um einen künstlichen Darmausgang. Der Darm wird mit der Bauchdecke verbunden, am Bauch wird ein Beutel angebracht, der die Ausscheidungen auffängt. Die Indikation ist eine Erkrankung des Darmes. Häufig ist Darmkrebs die Grunderkrankung. Auch Patienten mit einer entzündlichen Darmerkrankung wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn können mit einem Stoma wieder Lebensqualität gewinnen.

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

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