2. Angst nach der Diagnose

Wie geht es nach der Diagnose Brustkrebs weiter?

Nach der Diagnose Brustkrebs werden Sie an eine Onkologin/einen Onkologen überwiesen. Dort folgt ein sogenanntes Erstgespräch, in dem Folgendes besprochen wird:

  • Die Bedeutung der Diagnose
  • Das weitere Therapievorgehen.

In diesem Gespräch sollen alle Fragen, die Sie in Zusammenhang mit der Diagnose haben, beantwortet werden.

Was ist die Onkologie?

Die Onkologie ist ein Fachbereich in der Medizin, der sich mit Tumorerkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten beschäftigt.

Was kann ich tun, wenn ich mich überfordert fühle oder das Gesagte nicht verstehe?

Es gibt unterschiedliche Unterstützungsmöglichkeiten.

Zum einen ist Ihre betreuende Onkologin/Ihr betreuender Onkologe eine zentrale Ansprechperson. Sie/er begleitet Sie durch die Therapie, kennt Sie und Ihren Krankheitsverlauf und weiß, welche weiteren Schritte anstehen. Scheuen Sie sich nicht und sprechen Sie sie/ihn an, wenn Sie Fragen, Sorgen oder Zweifel haben.

Weitere Anlaufstellen können sein:

  • Psychologische Betreuung
  • Selbsthilfegruppen
  • Krebshilfe etc.
Was ist die Krebshilfe?

„Krebshilfe“ (oder in der Schweiz „Krebsliga“) nennen sich Vereine, die sich als Anlaufstellen für Vorsorge und Früherkennung von Krebs, Hilfe für PatientInnen und Angehörige verstehen, sowie mit Krebsforschung beschäftigen.

Wie ist die Lebenserwartung bei Brustkrebs?

Der große Vorteil bei Brustkrebs ist die Möglichkeit der frühen Diagnosestellung. Das bedeutet, dass der Krebs häufig in einem frühen Stadium entdeckt und behandelt wird. Dementsprechend gut sind die Heilungschancen.

Die Prognose ist von folgenden Faktoren abhängig:

  • Zeitpunkt der Diagnose
  • Größe des Tumors
  • Möglicher Lymphknotenbefall
  • Mögliche Metastasierung
  • Krebsart.

Wie kann ich nach der Diagnose mit meinen Kindern über den Krebs reden?

Für betroffene Frauen ist es oft sehr schwer mit ihren Angehörigen über den Brustkrebs zu reden.

Es ist sinnvoll, sich nach Diagnosestellung ein paar Tage Zeit zu nehmen, um für sich erstmal die Geschehnisse grob zu verarbeiten. Beziehen Sie hierfür, wenn es Ihnen hilft, auch Ihre Partnerin/Ihren Partner mit ein. Erst wenn der erste Schock überwunden ist, sollten die Kinder mit der Situation konfrontiert werden.

Außerdem können Sie:

  • Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen (akut: bei der Krebshilfe um eine Beratung bitten; längerfristig: psychotherapeutische Begleitung).
  • Sich mit anderen Betroffenen austauschen.
  • Mögliche Antworten auf Ihre Fragen in dieser Schulung finden: Mama/Papa hat Krebs.

Wichtig ist: Auch wenn es manchmal leichter erscheint, sollten Sie nichts verheimlichen. Kinder sind feinfühlig und spüren, wenn etwas nicht stimmt.

Wie kann ich mit der Ungewissheit besser zurechtkommen?

Im Laufe der Krebserkrankung werden Sie vermutlich immer wieder mit Angst konfrontiert werden. Die Panikgefühle steigen beispielsweise vor Kontrolluntersuchungen an, sinken danach aber meist auch schnell wieder ab. Machen Sie sich bewusst, dass solche Angstreaktionen vollkommen normal sind – und auch wieder vergehen.

Wie kann ich mit negativen Gedanken umgehen?

Negative Gedanken können zermürbend und kräftezehrend sein. Versuchen Sie dennoch die Gedanken anzunehmen. Es ist nicht möglich ständig nur positiv zu denken. Gut gemeinte Tipps von Bekannten wie „Denke positiv!“ werden dann zu richtigen Rat-SCHLÄGEN, die eher das Gegenteil bewirken und Druck aufbauen.

Das kann helfen:

  • Sprechen Sie negative Gedanken aus: vor Ihren Angehörigen, Bekannten, in der Psychotherapie, bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt etc.
  • Fühlen Sie in sich hinein, was Sie von Ihren Angehörigen brauchen und geben Sie ihnen dann eine „Gebrauchsanweisung“ mit:
    • Brauche ich Ratschläge?
    • Brauche ich jemanden, der nur zuhört?
    • Möchte ich einfach nur getröstet werden?

Geprüft Assoc. Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Marija Balic, MBA: November 2022 / Geprüft Dr.in Gabriele Traun-Vogt: November 2022

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.