6. Hilfe annehmen als BrustkrebspatientIn

Wer kann mich im Umgang mit der Diagnose Brustkrebs psychologisch begleiten?

Starke Menschen bleiben starke Menschen, auch wenn oder gerade WEIL sie sich Hilfe holen.

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein gebrochenes Bein und benötigen nun für eine gewisse Zeit Krücken. Sie werden die Krücken dankbar annehmen und sie dann nach Genesung wieder in die Ecke stellen können. Genauso ist es mit Ihrer Psyche. Scheuen Sie sich nicht professionelle Unterstützung anzunehmen.

Wichtige Anlaufstellen sind:

  • PsychoonkologInnen
  • PsychotherapeutInnen
  • Krebszentren
  • Onkologische Rehabilitation
  • Krebshilfe in Ihrem Bundesland
    • Für Betreuung vor, während und auch nach der Krebstherapie
    • Für Betreuung von Angehörigen

Anmeldung für eine onkologischen Rehabilitation

Den Antrag auf eine onkologische Rehabilitation stellt entweder das behandelnde Krankenhaus oder Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt. Die Rehabilitation kann stationär oder ambulant durchgeführt werden. Im Idealfall schließt die Reha direkt an die Krebsbehandlung an. Wenn es zu vermehrten Wartezeiten kommt oder es Ihre individuelle Situation erfordert kann der Beginn aber auch hinausgeschoben werden.

Ich habe Angst vor dem Sterben. An wen kann ich mich wenden?

Die Angst vor dem Tod ist bei einer Krebserkrankung vollkommen normal und meistens schon von Anfang an spürbar – und das nicht nur bei den Betroffenen selbst, sondern auch bei den Angehörigen und Bekannten.

Die Angst vor dem Tod ist mal mehr, mal weniger präsent. Wichtig ist, dass Sie sich damit auseinandersetzen. Sprechen Sie Ihr ÄrztInnenteam, Ihre Psychologin/Ihren Psychologen darauf an. Das Fachpersonal ist dafür geschult und kann Sie dabei unterstützen.

Was kann ich gegen meine Angst vor Einsamkeit machen?

Das Gefühl von Einsamkeit ist ein gängiges Phänomen unserer heutigen Gesellschaft. Es leiden nicht nur Erkrankte, sondern auch gesunde Menschen daran.

Besonders häufig davon betroffen sind Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Mögliche Maßnahmen gegen Einsamkeit können sein:

  • Therapeutische Hilfe
  • Selbsthilfegruppen
  • Sportgruppen, die speziell für Brustkrebspatientinnen ausgelegt sind
  • Kurse belegen (Töpfern, Buchclub etc.)

Was kann ich gegen Verspannungen machen?

Verspannungen können an bestimmten Stellen wie im oberen Rücken und Nackenbereich oder auch im gesamten Körper auftreten. Sie sind bei Brustkrebserkrankten ein häufiges und belastendes Problem. Deshalb wurde in den vergangenen Jahren das sogenannte Brustkrebs-Yoga für Brustkrebspatientinnen entwickelt. Darauf spezialisierte TrainerInnen erarbeiten dann mit Ihnen Übungen, die an Ihre jeweilige Situation angepasst werden.

Mehr Tipps und Infos zum Thema Bruskrebsyoga finden Sie in unserem Online Kurs Yoga bei Brustkrebs.

Wo gibt es Kurse für Brustkrebs-Yoga?

Das Angebot für Brustkrebs-Yoga-Kurse können Sie unter anderem in den Brustkrebszentren erfragen. Nehmen Sie auch die onkologische Rehabilitation in Anspruch – dort werden viele unterstützende Kurse angeboten.

Geprüft Dr.in Gabriele Traun-Vogt: November 2022

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.