7. Langfristig gut begleitet bei Brustkrebs – Alle Fragen

Die Langzeitbetreuung bei Brustkrebs begleitet Sie über die erste intensive Behandlungsphase hinaus. Je nach Erkrankungssituation stehen dabei Nachsorge, Verlaufskontrollen, der Umgang mit Nebenwirkungen und langfristigen Therapien sowie Ihre Lebensqualität im Mittelpunkt.

In dieser Schulung erfahren Sie, wie Nachsorge und Kontrollen ablaufen, welche Untersuchungen sinnvoll sein können und was Sie selbst zu Ihrer Behandlung beitragen können. Außerdem geht es darum, wie Sie mit Unsicherheit, Ängsten und belastenden Phasen umgehen können und welche Unterstützung Ihnen zur Verfügung steht.

Ziel ist, Ihnen Orientierung und Sicherheit für die Zeit während und nach der Brustkrebsbehandlung zu geben – damit Sie wissen, was wichtig ist und an wen Sie sich mit Ihren Fragen wenden können.

Einleitung durch OÄin Dr.in Mira Sofie Witek und DGKPin Elisabeth Wiedermann

Schönen guten Tag. Mein Name ist Mira Sofie Witek. Ich bin internistische Onkologin mit dem Schwerpunkt Brustkrebs am Universitätsklinikum Wiener Neustadt und auch die ärztliche Leiterin des hiesigen Brustgesundheitszentrums. Ich freue mich sehr, dass wir heute ein Video zum wichtigen Thema Nachsorge beim frühen, aber auch beim metastasierten Brustkrebs für Sie abfilmen können und hier wertvolle Tipps und Informationen zu diesem Thema geben können.

Mein Name ist Elisabeth Wiedermann, ich bin Breast Care Nurse und Teil der Leitung des Brustgesundheitszentrums in der Wiener Neustadt. Ich darf Brustkrebspatientinnen durch ihre Erkrankung betreuen und freue mich, heute hier für selpers einen Beitrag zum Thema Nachsorge in der Brustkrebstherapie mitgestalten zu dürfen.

Hier geht es zur Einleitung des Kurses: „Langfristig gut begleitet bei Brustkrebs“

Nachsorge und Langzeitbetreuung bei Brustkrebs

Was versteht man unter Nachsorge bei Brustkrebs?

Die Nachsorge beginnt nach Abschluss der eigentlichen Brustkrebstherapie im Krankenhaus und ist ein wichtiger Bestandteil der gesamten Behandlung. Viele Patientinnen denken, wenn sie Chemotherapie , Operation und Bestrahlung hinter sich gebracht haben, dann haben sie quasi nichts mehr mit uns als Behandlungsteam im Krankenhaus zu tun. Aber eigentlich ist die Nachsorge eine sehr wichtige Kernaufgabe und wir begleiten die Patientinnen über viele Jahre hinweg. Es geht bei der Nachsorge um verschiedene Dinge. Zum einen wollen wir einen möglichen Erkrankungsrückfall so früh wie möglich erkennen und andererseits wollen wir Nachwirkungen der absolvierten Therapien oder Nebenwirkungen der laufenden, beispielsweise antihormonellen Therapien erfassen und mit der Patientin entsprechend behandeln. Aber es ist uns auch wichtig, dass wir Themen wie die Integration in den Beruf, Lebensqualität, körperliche Ertüchtigung usw. – also alles, was die Patientin beschäftigt, im Rahmen der Nachsorge mit ihr besprechen können. Mir ist es besonders wichtig zu sagen, dass Nachsorge nicht nur bedeutet, dass wir auf der Suche nach einem Erkrankungsrückfall sind, sondern wir wollen die Patientin begleiten, ihr Sicherheit geben und sie auf ihrem Weg nach ihrer Krebserkrankung begleiten, um wieder in das Leben zurückzufinden.

Was bedeutet Langzeitbetreuung bei metastasiertem Brustkrebs?

Natürlich müssen wir auch hier ein bisschen zwischen Patientinnen unterscheiden. Wir müssen unterscheiden zwischen einer Patientin, die einen frühen Brustkrebs hat, mit einer Therapie, die irgendwann abgeschlossen ist, und einer Patientin mit einer metastasierten Krebserkrankung. Bei Letzterer sprechen wir nicht wirklich von Nachsorge, sondern eigentlich ist es mehr eine Verlaufsbeobachtung bzw. eine Verlaufsbegleitung. Das heißt, die Patientinnen sind vielfach unter einer dauerhaften medikamentösen Therapie. Wir müssen einerseits die Erkrankung und andererseits die Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Krebsmedikamente überwachen. Und gleichzeitig konzentrieren wir uns auch sehr stark auf die Lebensqualität der Patientinnen in dieser Phase.

Wie unterscheidet sich die Nachsorge bei frühem Brustkrebs von Verlaufskontrollen bei metastasiertem Brustkrebs? Und was ist das Ziel in der Langzeitbetreuung?

Das ist eine komplexe Frage. Also wir haben hier zwei unterschiedliche Ziele vor Augen: Beim frühen Brustkrebs haben wir das Ziel, die Erkrankung mit allen Mitteln aus dem Körper zu vertreiben und langfristig sozusagen zu verscheuchen. Entsprechend ist die Nachsorge, wie ich vorher schon erwähnt habe, hauptsächlich gestützt auf ärztliche Untersuchung, auf Gespräche und Nebenwirkungsmanagement und Nachwirkungsmanagement der durchgemachten Behandlungen. Im Fall einer metastasierten Erkrankung haben die Patientinnen meistens eine Dauertherapie , eine medikamentöse Dauertherapie. Sie werden auch immer wieder einer Strahlentherapie unterzogen, wenn dies erforderlich ist, und das macht natürlich das Ganze zu einem ganz anderen Konzept. Hier stehen wirklich nicht nur das Nebenwirkungsmanagement und die Lebensqualität der Patientin, sondern natürlich auch die Kontrolle der Krebserkrankung im Vordergrund. Das bedeutet, dass wir regelmäßige bildgebende Untersuchungen, das heißt Computertomografien, MRT-Untersuchungen oder auch ein PET-CT, durchführen müssen. Die Patientinnen, die betroffen sind, werden durch uns aufgeklärt, welche Untersuchung wir durchführen und warum die notwendig ist. Und diese werden regelmäßig in dreimonatigen Abständen durchgeführt. Auch Blutuntersuchungen werden viel engmaschiger durchgeführt, weil wir dadurch natürlich die Organfunktionen, die einerseits unter der Krebserkrankung und andererseits unter der medikamentösen Therapie leiden können, überwachen müssen. Gelegentlich können die Tumormarker uns auch ein bisschen helfen und eine Aussage über den Erkrankungsverlauf geben. Wobei man sich hier nicht immer ganz auf diese Werte verlassen kann.

Wer ist in der Nachsorge für Patient:innen überhaupt zuständig?

Nachsorge ist Teamarbeit. Wer zu welchem Zeitpunkt die Patientin behandelt oder betreut, hängt vom individuellen Risiko der Patientin ab. Viele Kontrollen in den ersten Jahren nach einer Krebserkrankung finden direkt im Krankenhaus und hier im Brustgesundheitszentrum statt. Aber auch die Kooperation mit niedergelassenen Fachärztinnen und anderen medizinischen Berufsgruppen ist hier sehr wichtig. Niedergelassene Gynäkolog:innen , Chirurg:innen , internistische Onkolog:innen , aber auch Radiologinnen und Radiologen leisten hier natürlich einen Beitrag. Und bei den Therapeutinnen und Therapeuten, also den anderen Berufsgruppen, spannen wir hier den Bogen von Physiotherapie und Ergotherapie bis hin zur Psychoonkologie.

Wichtig und essenziell ist, dass die Patientin weiß, zu welchem Zeitpunkt sie sich an wen wenden kann oder muss. Verlässliche Ansprechpersonen sind hier eine ganz entscheidende Sache, damit sich die Patientin wohl und gut aufgehoben fühlt im Rahmen ihrer Nachsorge.

Natürlich spielt auch die Patientin selbst eine ganz entscheidende Rolle in der Nachsorge. Sie kennt ihren Körper am allerbesten, kann somit einerseits Zeichen eines Rückfalls der Erkrankung an sich selbst am besten vielleicht erspüren, ertasten oder an ihrem Gesamtzustand erkennen, aber gleichzeitig auch die Nebenwirkungen von Langzeitmedikamenten am besten beurteilen. Und daher ist sie der allerwichtigste und zentralste Punkt in diesem ganzen System.

Was ist die Rolle einer Breast Care Nurse in der Nachsorge bei Brustkrebs?

Die Rolle der Breast Care Nurses bei Brustkrebspatientinnen ist im Prinzip dieselbe wie auch von Beginn an bei einer Brustkrebserkrankung. Wir sind kontinuierliche Ansprechpartner und begleiten die Patientinnen. Gerade in der Nachsorge ist es sinnvoll, hier ein vertrautes Gesicht zu sehen, um vielleicht auch Fragen zu beantworten und heikle Fragen anzusprechen, wie zum Beispiel Probleme in der Sexualität durch die Dauertherapie. Hier einen kontinuierlichen Ansprechpartner des Vertrauens zu haben, hilft.

Hier geht es zum Video-Interview: „Nachsorge und Langzeitbetreuung bei Brustkrebs“

Kontrollen in der Langzeitbetreuung bei Brustkrebs

Was passiert bei einem typischen Nachsorgetermin?

Bei einem typischen Nachsorgetermin kommen Patientinnen mit den vereinbarten Befunden, Bildgebung , Labordiagnostik usw., zu uns in die Ambulanz. Es erfolgt immer eine klinische Kontrolle der Patientin, und es werden Probleme abgefragt, wie zum Beispiel Nebenwirkungen einer antihormonellen Therapie.

Wie können Patientinnen sich gut auf Kontrolltermine vorbereiten?

Am besten ist es, entspannt zu sein und die geforderten Befunde bereitzuhalten. Bitte diese nicht am Handy mitbringen. Das ist leider nicht ausreichend, und ich empfehle meinen Patientinnen immer auch, sich zwischenzeitlich auf diese Termine vorzubereiten, einen Block bereitzulegen und eventuell aufpoppende Fragen, die einem ganz sicher nicht in der Nervosität des Termines einfallen, zu notieren, um sie dann mit dem Behandlungsteam entspannt besprechen zu können.

Warum sind Nachsorge und regelmäßige Kontrollen nach einer Brustkrebstherapie wichtig?

Regelmäßige Nachsorgetermine geben uns als Behandlungsteam die Möglichkeit, die Gesundheit unserer Patientinnen laufend und langfristig zu überwachen. Wir achten auf Hinweise für einen Erkrankungsrückfall, aber eben auch auf das Wohlbefinden der Patientin und die Nebenwirkungen der etwaigen medikamentösen Therapien. Die Nachsorge soll nicht nur medizinische Sicherheit bieten, sondern auch Orientierung und Unterstützung für die Patientin. Mein Ziel ist, dass die Nachsorge nicht nur als bedrohlich erlebt wird, sondern ganz im Gegenteil als unterstützende Maßnahme für ein gesundes, zufriedenes und glückliches Leben gesehen wird. Bei metastasierten Patientinnen ist es mir ganz wichtig zu betonen, dass wir hier ein anderes Setting haben, weil wir einen ständigen Kontakt mit der Patientin in intensiverer Art haben als mit den Patientinnen, die in der Nachsorge sind. Und hier ist mir ebenso extrem wichtig, dass die Patientinnen ihre Sorgen, ihre Ängste, ihre Nebenwirkungen mit mir besprechen können. Das ist eigentlich wichtiger als jede andere Untersuchung. Denn dadurch kann die Patientin sich sicher fühlen, sich wohlfühlen und sich mitteilen. Und so kommt man auch oft gut zusammen, um die Anliegen zu besprechen und Ängste vielleicht auch aus dem Weg räumen bzw. minimieren kann.

Wenn die regelmäßigen Kontrollen nicht wahrgenommen werden, können natürlich verschiedene nachteilige Folgen auftreten. Einerseits ist es so, dass die Patientinnen manchmal eine ganz große Sorge vor diesen Nachbehandlungen entwickeln, die eigentlich vielleicht sogar – ich möchte nicht sagen unbegründet ist, weil es ja eine verständliche Sorge ist, die die Patientin mit sich herumschleppt. Aber wir könnten ihnen da Unterstützungsmaßnahmen anbieten, um aus dieser Sorge und Angst ein Stück weit herauszukommen. Wenn diese Nachsorge jedoch nicht stattfindet, dann fällt die Unterstützung unsererseits auch schwer.

Wir können, wie schon öfter betont, natürlich nicht das Rückfallrisiko senken, aber wir können Rückfälle der Erkrankung frühzeitig erkennen und gemeinsam mit der Patientin auch Nebenwirkungen entsprechend kurzfristig besprechen, behandeln und vielleicht minimieren.

Wie häufig finden Kontrolltermine üblicherweise statt?

Wie oft Kontrolltermine stattfinden, hängt wirklich sehr stark von der Gesamtsituation und der Phase der Nachsorge, in der sich die Patientin befindet, ab. Üblicherweise beginnt die Nachsorge nach abgeschlossener – ich sage immer Hauptbehandlung –, weil viele Patientinnen ja dennoch noch eine weiterführende medikamentöse Behandlung über einige Jahre in Form einer endokrinen Therapie, also sogenannten Antihormontabletten, erhalten. Nach abgeschlossener Haupttherapie im Krankenhaus findet die Nachsorge je nach Phase in den ersten drei Jahren in unterschiedlichen Zeitabständen statt. Üblicherweise kontrollieren wir eher kurzfristig, weil das Rückfallrisiko vor allem am Anfang der Nachsorgephase relativ gesehen höher ist als in den Jahren danach. Das heißt, in den ersten drei Jahren kontrollieren wir gemeinsam mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten alle drei Monate die Patientinnen. Danach kann man das dann je nach Erkrankungssituation oder je nach Tumorstadium usw. ausdehnen. Nach sechsmonatlichen Kontrollen und nach spätestens sechs Jahren finden üblicherweise jährliche Kontrollen statt.

Also wichtig ist: Es gibt keinen starren Nachsorgeplan, den wir verfolgen, sondern das hängt von individuellen Faktoren der Patientin ab. Das sorgt manchmal für eine gewisse Verwirrung, weil die Patientin sagt: „Warum kriege ich nicht dieselben Untersuchungen wie meine Freundin, die eine ähnliche Situation durchgemacht hat?“ Da liegt es natürlich an uns, das aufzuklären und entsprechend darauf zu reagieren. Aber es ist einfach so, dass nicht jede Untersuchung für jede Patientin erforderlich oder sinnvoll ist.

Bei einer klassischen ärztlichen Nachsorgeuntersuchung steht die Patientin im Mittelpunkt. Das ärztliche Gespräch und die körperliche Untersuchung stehen dabei im Vordergrund. Man sollte meinen, dass wir uns viele, viele verschiedene Hilfsmittel wie Blutuntersuchungen, Computertomografien usw. zu Hilfe nehmen. Dies machen wir jedoch nur in bestimmten und ausgewählten Situationen. Wirklich: Der wichtigste Part von dem Ganzen ist das ärztliche Gespräch, die ärztliche Untersuchung – vor allem auch der Brust natürlich – und der Patientin zuzuhören, ihre Nebenwirkungen und ihre Langzeit-Nachwirkungen von den intensiven Therapien, die sie vielleicht im Krankenhaus durchgemacht hat, zu besprechen. Regelmäßige Blutuntersuchungen oder Bilduntersuchungen sind in vielen Fällen nicht erforderlich. Jedoch sollte einmal jährlich eine Mammografie, das heißt eine Röntgenuntersuchung der Brust, erfolgen. Dieser Befund wird dann natürlich auch beim ärztlichen Nachsorgegespräch mit der Patientin noch einmal erläutert. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, dass diese Röntgenuntersuchung durch einen Ultraschall oder auch eine Magnetresonanzuntersuchung der Brust ergänzt wird. Aber das entscheidet in der Regel der Röntgenarzt mit der Patientin.

Hier geht es zum Video-Interview: „Kontrollen in der Langzeitbetreuung bei Brustkrebs“

Untersuchungen in der Langzeitbetreuung bei Brustkrebs

Welche Untersuchungen können Teil der Nachsorge bei Brustkrebs sein?

Welche Untersuchungen im Rahmen der Nachsorge durchgeführt werden, hängt sehr stark von den individuellen Faktoren der Patientin ab. Einerseits von der Erkrankungssituation und andererseits natürlich auch von den Beschwerden der Patientin. Wenn wir jetzt wieder den frühen Brustkrebs mit der klassischen Nachsorge hernehmen, dann stehen hier mehr das ärztliche Gespräch und die klinische Untersuchung, also die körperliche Untersuchung, im Vordergrund. Wichtig ist uns wirklich, die Patientinnen zu ihrem Allgemeinbefinden, zu Nebenwirkungen und Ähnlichem zu befragen und uns auch die Brust genauer anzuschauen. Die Patientin selbst kennt ihren Körper allerdings am besten und kann uns so durch die Erlebnisse der letzten Monate seit der letzten Nachsorgeuntersuchung auch oft einen wichtigen Beitrag leisten, um auf etwaige Schwierigkeiten, Fragen oder Wünsche eingehen zu können.

Welche Rolle spielen Blutuntersuchungen und Tumormarker bei Verlaufskontrollen?

Also Routine-Blutuntersuchungen können uns natürlich einen allgemeinen Eindruck des Gesundheitszustandes der Patientin vermitteln. Sie sind aber nicht wirklich geeignet, um den Rückfall der Brustkrebserkrankung zuverlässig vorherzusehen oder vorherzusagen. Deshalb wird auch international immer mehr Abstand davon genommen, regelmäßige Blutuntersuchungen im Rahmen der Nachsorge bei Patientinnen mit durchgemachter Krebserkrankung durchzuführen. Anders sieht es bei Patientinnen mit einer metastasierten Brustkrebserkrankung aus. Hier werden Blutuntersuchungen als wichtiger Baustein der regelmäßigen Kontrollen und der medikamentösen Therapien gesehen. Das liegt daran, dass die Patientin natürlich einerseits durch ihre Krebserkrankung und je nachdem, wo die Metastasierung sich ausgebreitet hat, Organprobleme haben kann, die wir überwachen müssen und andererseits auch durch die Medikamente entsprechende Nebenwirkungen auftreten können, die auch verschiedene Organsysteme betreffen können. Daher ist es hier ein essenzieller Baustein der regelmäßigen Kontrollen, Blutuntersuchungen durchzuführen.

Bei Tumormarkern handelt es sich um Stoffe, die man im Blut messen kann. Jeder von uns hat einen ganz kleinen Anteil dieser Tumormarker in seinem Blut, ohne krank zu sein. Andererseits kann man sehr krank sein und ebenso niedrige Tumormarker haben. Das heißt, die Tumormarker sind in manchen Fällen hilfreiche Assistenten in der Verlaufskontrolle. Aber sehr oft führen sie uns nicht an das Ziel, das wir uns eigentlich gerne wünschen würden, nämlich, dass wir uns wirklich daran festhalten können und einen richtigen Verlauf beobachten können. Viele Patientinnen hoffen, dass man durch die Bestimmung von Tumormarkern bei Mammakarzinomen einen etwaigen Rückfall der Erkrankung sehr frühzeitig erkennen kann. Im Übrigen sind die zwei Tumormarker CEA und CA15-3 die wichtigsten, die wir zur Verfügung haben. Dies ist leider oft nicht der Fall. Dadurch, dass diese Stoffe bis zu einem gewissen Grad ständig vom Körper produziert werden und dass der Rückfall manchmal glücklicherweise nur an einer ganz lokalen Stelle stattfindet, sind diese Marker nicht immer geeignet, um diese Rückfälle wirklich gut nachzuweisen. Sie können auch aus ganz unterschiedlichen Gründen ansteigen. Daher ist das immer so ein zweischneidiges Schwert mit den regelmäßigen Tumormarker-Bestimmungen. Ein anderes Bild zeichnet sich bei den metastasierten Erkrankungen aus. Nicht jede Patientin mit einer metastasierten Krebserkrankung hat erhöhte Tumormarker, aber bei denen, die erhöhte Tumormarker haben, kann uns der Tumormarker durchaus helfen, ein Bild im Erkrankungsverlauf zu zeichnen, immer gemeinsam mit dem klinischen Erscheinungsbild. Das heißt: Wie geht es der Patientin? Hat sie zum Beispiel mehr Schmerzen? Fühlt sie sich schlapp? Das können alles Ausdrücke davon sein, dass die Erkrankung voranschreitet oder auch, dass die Medikamente mehr Nebenwirkungen verursachen. Das ist natürlich unsere Aufgabe, das auseinanderzufiltern.

Also wichtig ist mir zu erwähnen, dass es absolut seine Berechtigung haben kann, wenn nicht jedes Mal Blut abgenommen wird oder nicht empfohlen wird, eine Blutabnahme zur Nachsorge mitzubringen, und dass die Patientinnen sich dadurch nicht verunsichern lassen sollten.

Was versteht man unter einer Liquid Biopsy?

Zur Liquid Biopsy: Das ist eine sehr spannende Sache, die uns in den letzten Jahren immer mehr erreicht hat und immer mehr in die klinische Routine Einzug hält, auch wenn es noch viel Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen ist. Was bedeutet denn das, „Liquid Biopsy“? Also Liquid Biopsy ist was Tolles, weil man hier Teile von den Tumorzellen direkt durch eine Blutabnahme herausfiltern kann. Das funktioniert bei Patientinnen vor allem mit fortgeschrittenen Erkrankungen, das heißt vor allem bei metastasierten Patientinnen. Aber es wird jetzt auch diese zirkulierende Tumor-DNA untersucht. Grundlage hier ist, dass Bestandteile von Tumorzellen im Blut schwimmen, wenn man so will, und diese kann man herausfiltern und dadurch das Risiko für einen Erkrankungsrückfall zum Beispiel frühzeitiger vorhersagen oder Behandlungen dadurch optimieren. In der klinischen Routine wird aktuell die Liquid Biopsie vor allem im metastasierten Bereich eingesetzt. Hier kann man durch diese Blutabnahme bestimmte Mutationen , die sich an der Tumoroberfläche befinden, messen und dadurch individuellere Therapien für die Patientin zurechtschneidern.

Welche Rolle spielen bildgebende Untersuchungen wie Mammografie, Ultraschall, MRT oder CT bei Brustkrebs?

Also bildgebende Untersuchungen sind natürlich trotz allem ein wichtiger Bestandteil in der Betreuung von Patientinnen mit Brustkrebs. Einerseits die regelmäßigen Untersuchungen der Brust an sich in der Nachsorge. Wenn eine brusterhaltende Operation durchgeführt wurde, natürlich von der ursprünglich erkrankten Brust, aber natürlich auch von der gesunden Brust auf der anderen Seite. Dies wird vor allem mit Mammografien, das heißt mit Röntgenuntersuchungen der Brust, gemacht, aber auch oft ergänzt um einen Ultraschall, also eine Sonografie. Und in einigen Fällen, wenn die Radiologen, also die Röntgenärztinnen und Röntgenärzte, den Eindruck haben, dass das noch hilfreich wäre, wird auch eine Magnetresonanztomografie der Brust durchgeführt. Dies ist vor allem zum Beispiel bei sehr dichtem Gewebe oft eine hilfreiche Untersuchung, um fragliche Knoten oder auch Narbengewebe besser beurteilen zu können. Diese Untersuchungen werden in der Regel im Rahmen der Nachsorge einmal jährlich empfohlen. CT-Untersuchungen werden hauptsächlich nicht routinemäßig bei Nachsorge-Patientinnen angewendet. Das ist vor allem eine Untersuchungsmethode, die wir bei metastasierten Erkrankungen einsetzen, um den Verlauf von Metastasierungsmustern und die laufenden medikamentösen Therapien zu überwachen. Hier können wir beurteilen: Sind Metastasen hinzugekommen? Sind Metastasen größer oder kleiner geworden? Dies wird üblicherweise in sehr regelhaften Abständen von drei bis sechs Monaten je nach Erkrankung, Stabilität und Verlauf durchgeführt. Ergänzt werden diese Untersuchungen mitunter durch weitere Spezialuntersuchungen nach Maßgabe des Behandlungsteams. Das können einerseits sogenannte PET-CT-Untersuchungen sein. Das sind ganz spezielle nuklearmedizinische Untersuchungen, die aber glücklicherweise nicht in so häufigen Fällen erforderlich sind. Das können auch Untersuchungen mittels Magnetresonanztomografie oder Szintigrafien der Knochen sein. Also, da gibt es verschiedenste Möglichkeiten. Wichtig ist auch noch in der Nachsorge – um jetzt wieder den Bogen zu spannen zu den Patientinnen, die die Erkrankung hoffentlich hinter sich gelassen haben –: Hier ist es wichtig, regelmäßige Knochendichtemessungen zu machen, vor allem bei Patientinnen, die eine antihormonelle Therapie erhalten, weil die antihormonelle Therapie die Knochendichte angreifen kann. Und um hier rechtzeitig eingreifen zu können, sind zumindest zweijährliche Knochendichtemessungen in bestimmten Fällen durchaus notwendig und sinnvoll. Ein häufiger Irrtum ist, dass bildgebende Untersuchungen, die regelmäßig stattfinden, auch im Nachsorgebereich Rückfälle früher detektieren können und somit eine Verbesserung der Sicherheit für die Patientinnen bedeuten. Diese Untersuchungen haben natürlich auch ihre Nachteile, weil viele davon mit Röntgenstrahlen arbeiten und regelmäßige Röntgenstrahlung für den Körper auch nicht gesund ist. Daher ist es wichtig, sich im Rahmen der Nachsorge auch hier auf das Behandlungsteam und dessen Empfehlungen zu verlassen und nicht zu viele Bildgebungen anzustreben.

Welche Kontrolluntersuchungen beeinflussen die Therapie bei metastasiertem Brustkrebs?

Wir haben so drei Säulen, auf denen unsere Behandlungsentscheidungen in der metastasierten Situation vor allem basieren. Das eine ist das klinische Erscheinungsbild. Für mich ist sehr wichtig: Wie geht es der Patientin? Wie geht es der Patientin mit ihrer Krebserkrankung? Wie geht es ihr mit den Medikamenten? Die zweite Säule ist die Bildgebung, das heißt regelmäßige computertomografische Untersuchungen. Vor allem liegt der Schwerpunkt momentan noch darauf, dass man schaut: Was machen die Metastasen? Werden sie größer? Werden sie kleiner? Verschwinden die vielleicht sogar oder verändern sie sich in ihrer Form oder Ausprägung? Und die dritte Säule sind die Blutbefunde, und da gehören auch die Tumormarker dazu. Und für mich ist immer wichtig, dass das ein Gesamtbild ergibt, dass diese drei Säulen, wenn alle in die eine oder in die andere Richtung ausschlagen, dann kann man vielleicht manchmal ein bisschen beruhigt sein. Oder wenn eine Säule wackelt, ist man noch eher beruhigt, als wenn zwei anfangen zu wackeln. Und so versuche ich das ein bisschen einzuordnen, dass ich eben die Tumormarker als Teil von drei Säulen sehe, ja, die auch wichtig sind in der Behandlung bei metastasierten Erkrankungen, um eben den Verlauf zu kontrollieren.

Hier geht es zum Video-Interview: „Untersuchungen in der Langzeitbetreuung bei Brustkrebs“

Mein Beitrag zur Therapie bei Brustkrebs

Warum ist es überhaupt wichtig, Medikamente regelmäßig einzunehmen?

Die antihormonelle Therapie ist ein ganz wesentlicher Bestandteil der Krebstherapie bei einem hormonrezeptorpositiven Brustkrebs. Denn sie kann entscheidend zur Reduktion des Rückfallrisikos beitragen. Das heißt, eine kontinuierliche und über die vorgeschlagene Zeit eingenommene antihormonelle Therapie kann Sie davor bewahren, wieder an Brustkrebs zu erkranken – auch über die Zeit hinaus, in der Sie dieses Medikament einnehmen.

Nach dieser intensiven Phase der Brustkrebstherapie ist es je nach Subtyp, wie wir so schön sagen – also je nach Oberflächenbeschaffenheit der Tumorzellen kategorisieren wir ja den Brustkrebs in unterschiedliche Untergruppen, also Subtypen –, so, dass unterschiedliche Nachbehandlungsschemata erforderlich sein können. Es gibt hier beispielsweise bei dem großen Feld der hormonrezeptorpositiven Brustkrebserkrankungen eine antihormonelle Therapie, eben endokrine Therapie genannt, die meistens über fünf bis maximal zehn Jahre von der Patientin eingenommen werden muss. Im Fall von HER2-positiven Karzinomen kann es durchaus möglich sein, dass nach der abgeschlossenen Operation und Strahlentherapie noch eine Erhaltungstherapie für beispielsweise ein Jahr erforderlich ist. Diese Behandlungen sind wichtige Bestandteile der Therapie. Beim tripelnegativen Mammakarzinom – das habe ich Ihnen jetzt doch unterschlagen – ist es so, dass auch hier je nach Konstellation nach der operativen Histologie noch eine Immuntherapie oder auch eine Chemotherapie erforderlich sein können. All diese Dinge sind jedoch nicht mehr ganz so intensiv wie die Phase davor. Und deswegen ist es aber trotzdem ganz wichtig, dass die Patientinnen die Therapien einnehmen bzw. ihre Therapien weiter fortführen. Natürlich ist es so, dass man mal eine Tablette vergessen kann oder sich schwertut, sie im Alltag immer verlässlich einzunehmen. Unsere Aufgabe ist, den Patientinnen zu erklären und klarzumachen, warum diese Medikamente so wichtig für ihre Behandlung sind, obwohl sie ja jetzt den Krebs augenscheinlich losgeworden sind. Hier ist es auch wichtig, den Patientinnen, die Scheu und Angst vor Nebenwirkungen der Medikamente haben, diese zu nehmen und mit ihnen ganz offen über diese Dinge zu sprechen und etwaige Alternativen zu erläutern, wenn die Nebenwirkungen zu ausgeprägt sein sollten. Wichtig ist wirklich, die Medikamente regelmäßig einzunehmen und nicht selbstständig abzusetzen, wenn man den Eindruck hat, dass man sie nicht verträgt. Hier ist es essenziell, sich ans Behandlungsteam zu wenden und mögliche Alternativen zu besprechen.

Auf welche Veränderungen sollten Patientinnen zwischen den Kontrollterminen achten?

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass Patientinnen ihr Körperbild wahrnehmen. Das bedeutet, dass sie sich vor den Spiegel stellen und die Symmetrie der Brust beachten. Gibt es eine eingezogene Brustwarze oder Ähnliches? Sekretionen aus der Brustwarze sind ernst zu nehmen, und da ist gegebenenfalls mit dem Behandlungsteam so bald wie möglich Kontakt aufzunehmen, um das abklären zu lassen.

Scheuen Sie sich nicht, Nebenwirkungen, die Ihre Lebensqualität beeinflussen, auch in einem Beratungsgespräch mit Ihrem Behandlungsteam anzusprechen, zu behandeln und zu thematisieren. Man muss nicht mit Nebenwirkungen leben. Vieles ist managebar, man muss nur darüber sprechen.

Was können Patientinnen tun, wenn Nebenwirkungen die Einnahme erschweren?

Nebenwirkungen gehören leider für viele Patientinnen zum Alltag einer Langzeittherapie. Hier berichten die Patientinnen häufig beispielsweise über Gliederschmerzen, Hitzewallungen, verstärkte Müdigkeit, manchmal auch Haarausfall. Schlafstörungen sind ein großes Thema und die Beschwerden können sehr belastend sein. Wenn man jetzt schon eine sehr intensive Phase der Therapie mit Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie hinter sich gebracht hat, dann ist das oft schwer zu verstehen, warum man sich da jetzt noch etliche Jahre mit den weiteren Behandlungen herumschlagen muss. Wichtig ist mir aber zu sagen, dass die Patientinnen die Nebenwirkungen nicht einfach aushalten müssen. Zum einen gibt es viele wirksame medikamentöse, aber auch nichtmedikamentöse Maßnahmen, die man ergreifen kann. Im Zweifelsfall kann man auch einen Präparatewechsel durchführen, der auch bei vielen Patientinnen zu einer deutlichen Erleichterung führt. Aber meine wichtigste Message ist: Reden Sie mit Ihrem Behandlungsteam. Setzen Sie die Medikamente nicht auf eigene Faust einfach ab. Wir können etwas gegen die Nebenwirkungen tun, wenn wir darüber Bescheid wissen.

Hier geht es zum Video-Interview: „Mein Beitrag zur Therapie bei Brustkrebs“

Unsicherheit in der Langzeitbetreuung bei Brustkrebs

Warum haben viele Patientinnen Angst vor Kontrollterminen oder Befunden?

Für viele Patientinnen ist eine durchgemachte Krebserkrankung wie ein Damoklesschwert, das oftmals über ihnen hängt. Das macht etwas mit den Menschen. Es verändert Menschen. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Patientinnen ihre Befunde gar nicht öffnen, bevor sie zu mir zum Kontrolltermin bzw. zum Nachsorgetermin kommen. Die Zeit macht es aber leichter und hilft den Patientinnen auch, etwas entspannter mit dieser Situation umzugehen. Das wird schon wieder.

Was kann gegen Sorgen, Grübeln und Schlafprobleme helfen?

Ich bin ein Verfechter der psychoonkologischen Begleitung der Patienten und Patientinnen während einer Krebserkrankung. Sie bekommen in einer psychoonkologischen Betreuung oft Tools an die Hand, wie zum Beispiel Meditation oder Entspannungsübungen, die helfen können, sich vor diesen Grübelattacken zu schützen oder sie ein bisschen zu lindern. Wenn die Angst sehr dominant ist, kann eine begleitende medikamentöse Therapie oder auch eine Behandlung mit homöopathischen Präparaten helfen, durch diese Zeit zu kommen.

Wo finden Patientinnen Unterstützung etwa durch Breast Care Nurses, Psychoonkologie, Selbsthilfe oder soziale Beratung?

Die Breast Care Nurse sollte von Stunde eins einer Krebserkrankung an der Seite der Patientinnen sein und auch immer als Ansprechpartnerin genutzt werden. Die Krebshilfe ist für mich ein unschätzbarer Partner, auch in der Betreuung von Krebspatientinnen, da sie die so wichtige psychoonkologische Betreuung anbieten kann, da sie rechtliche Beratung gibt und auch im beruflichen Umfeld berät, wie sich das Leben während einer Krebserkrankung weiterentwickeln kann. In 60 Beratungsstellen findet man hier in Österreich große Hilfe. Weiters schätze ich auch sehr Selbsthilfegruppen wie zum Beispiel Brustkrebs Österreich. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass nur Menschen, die diese Situation selber erlebt haben, auch beurteilen können, wie es anderen damit gehen kann. Tools wie zum Beispiel selpers, die wichtige Informationen vermitteln, können auch sehr hilfreich sein für Patientinnen und einen großen Unterstützungsfaktor darstellen.

Wie können Angehörige in der Langzeitbetreuung unterstützen?

Partner und Vertrauenspersonen sind wichtige Player, auch in der Brustkrebserkrankung und auch in der Nachsorge von Patientinnen. Sie können helfen, bei Ängsten zu unterstützen. Sie können einen Beitrag leisten, um Patientinnen durch diese Erkrankung zu begleiten. Wichtig ist nur, dass sie als Mitbetroffene, denn so sehen wir sie als Betreuerteam auch, im Falle des Falles professionelle Hilfe durch eine psychoonkologische Betreuung in Anspruch nehmen.

Wie können Patientinnen mit der Angst vor einer Verschlechterung der Erkrankung umgehen?

Ich wünschte, ich hätte ein Universalrezept, das Menschen helfen kann, mit diesen Ängsten in der Nachsorge umzugehen. Und auch mit der Angst vor einer Verschlechterung. Aber da gibt es leider keins. Ich glaube, dass das Reden mit den schon genannten Partnern eine wichtige Funktion und ein wichtiges Tool ist. Und ich glaube, dass es wichtig ist, sich vor Augen zu halten, dass man in der Nachsorge ist. Das bedeutet, die Erkrankung liegt hinter Ihnen.

Hier geht es zum Video-Interview: „Unsicherheit in der Langzeitbetreuung bei Brustkrebs“

Meine Nachricht an Sie

Sollten Sie gerade eine Brustkrebserkrankung durchmachen oder in der Nachsorge sein, halten Sie sich bitte vor Augen: Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Welt, die gut erforscht ist, und Ihr Betreuungsteam wird Sie maßgeschneidert durch diese Erkrankung begleiten.

Mein Wunsch ist, dass die Patientinnen durch die Nachsorge nicht nur medizinische Sicherheit, sondern auch eine gewisse Zuversicht vermittelt bekommen. Das Leben nach einer Brustkrebserkrankung bedeutet ja nicht nur viele Kontrolltermine, sondern es geht ja vor allem auch um die vielen schönen Momente zwischen den Terminen.

Hier geht es zum Video-Interview: „Meine Nachricht an Sie“

AT-18649; 10/2026 | Geprüft OÄ Dr.in Mira Sofie Witek und DGKP Elisabeth Wiedermann: Stand September 2026 | Quellen und Bildnachweis
Bildgebende Verfahren
Sind medizinische Techniken, mit denen Ärzte Bilder vom Inneren des Körpers erstellen können. Beispiele sind Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Diese Methoden helfen dabei, Krankheiten zu erkennen und zu überwachen, ohne dass eine Operation nötig ist.
Biopsie
Entnahme von verdächtigen Gewebeproben, um eine Krebserkrankung oder entartete Zellen zu diagnostizieren. Gewebeproben werden je nach Organ mit verschiedenen Techniken entnommen und unter dem Mikroskop beurteilt.
Breast Care Nurse

Speziell ausgebildete Pflegeexpert:innen, die Patientinnnnen mit Brustkrebs während der Diagnose, Behandlung und Nachsorge begleiten und beraten

Chemotherapie
Behandlung mit Medikamenten (Zytostatika), die das Wachstum von Krebszellen hemmen sollen.
Chirurg:innen

Ärzt:innen, die Erkrankungen durch Operationen behandeln. Bei Brustkrebs führen sie beispielsweise Operationen an der Brust und den Lymphknoten durch.

CT
(Computertomografie)
Bildgebendes Verfahren. Dabei werden Röntgenstrahlen aus verschiedenen Richtungen durch den Körper geführt. Ein Computer verarbeitet die so erzeugten Bilder zu einer Schnittbildreihe. Dadurch ist eine genaue Beurteilung des untersuchten Körperteiles möglich. So können beispielsweise Lage und Größe von Organen und Tumoren dargestellt werden. Die Untersuchung ist schmerzlos.
Dauertherapie
Eine Therapie, die dauerhaft, also über mehrere Jahre hinweg, durchgeführt wird.
Ergotherapie
Therapieform zur Verbesserung der motorischen Fähigkeiten und Alltagsbewältigung.
Erhaltungstherapie
Eine Erhaltungstherapie wird nach der erfolgreichen Erstbehandlung einer Erkrankung eingesetzt, um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern und einem Rückfall vorzubeugen. Sie kann über einen längeren Zeitraum erfolgen und besteht oft aus Medikamenten, die regelmäßig verabreicht werden.
Gynäkolog:innen

Ärzt:innen für Frauenheilkunde. Sie untersuchen und behandeln Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane und der Brust.

Histologie
Das Studium von Geweben unter dem Mikroskop. Es hilft zu verstehen, wie Zellen in unserem Körper zusammenarbeiten und wird oft verwendet, um Krankheiten zu diagnostizieren und die Struktur und Funktion von Geweben zu verstehen.
Immuntherapie
Therapie, die das Immunsystem beeinflusst und bei verschiedenen Erkrankungen, wie z.B. Krebs, eingesetzt wird. Je nach Krankheitsursache kann das Immunsystem gehemmt, stimuliert oder durch die Gabe von Antikörpern verändert werden.
Internistische Onkolog:innen

Ärzt:innen für Innere Medizin mit Spezialisierung auf Krebserkrankungen. Sie planen und begleiten insbesondere medikamentöse Krebstherapien.

Metastase
Absiedlungen von Krebszellen eines bösartigen Tumors an anderen Körperregionen.
MRT
(Magnetresonanztomografie, auch Kernspintomografie)
Bildgebendes Verfahren, das sich besonders zur Darstellung von Weichteilen wie Muskeln oder Fettgewebe eignet. Magnetfelder lösen in den verschiedenen Geweben unterschiedliche Signale aus. Diese werden zu Bildern umgewandelt. Die Untersuchung ist schmerzlos und hat keine Strahlenbelastung.
Mutation
Eine Veränderung im Erbgut (DNA), die dazu führen kann, dass ein Gen anders oder nicht richtig funktioniert.
Physiotherapie
Therapieform zur Verbesserung von Beweglichkeit und Kraft durch gezielte Übungen.
Psychoonkologische Betreuung
Psychologische Unterstützung für Krebspatient:innen und deren Angehörige.  
Strahlentherapie
Behandlung mit hochenergetischen Strahlen, um Krebszellen abzutöten.
Tumormarker
Tumormarker sind Substanzen im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, die bei bestimmten Krebserkrankungen erhöht sein können. Sie dienen zur Verlaufskontrolle oder als Hinweis auf eine mögliche Erkrankung, sind jedoch meist nicht allein aussagekräftig für eine Diagnose.