3. Untersuchungen in der Langzeitbetreuung bei Brustkrebs

Welche Untersuchungen können Teil der Nachsorge und der Langzeitbetreuung bei Brustkrebs sein?

Untersuchungen in der Nachsorge und Langzeitbetreuung bei Brustkrebs werden gezielt eingesetzt. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt davon ab, ob ein früher oder metastasierter Brustkrebs vorliegt, welche Behandlung Sie erhalten und ob Beschwerden oder auffällige Befunde bestehen.

Ein wichtiger Teil jedes Kontrolltermins sind das Gespräch mit Ihrem Behandlungsteam und die körperliche Untersuchung. Bei frühem Brustkrebs werden dabei unter anderem Brust beziehungsweise Brustwand, Operationsbereich und umliegende Lymphknoten untersucht. Bei metastasiertem Brustkrebs richtet sich die Untersuchung zusätzlich danach, wo sich die Erkrankung befindet und welche Beschwerden bestehen.

Je nach Erkrankungssituation können außerdem bildgebende Untersuchungen, Blutuntersuchungen und weitere spezielle Untersuchungen sinnvoll sein.

Bildgebende Untersuchungen in der Langzeitbetreuung bei Brustkrebs

Welche bildgebenden Untersuchungen sinnvoll sind, hängt davon ab, ob ein früher oder metastasierter Brustkrebs vorliegt. Auch das Ziel der Untersuchungen ist unterschiedlich.

Bildgebende Untersuchungen bei frühem Brustkrebs

Nach einem frühen Brustkrebs dient die Bildgebung vor allem dazu, Veränderungen an der Brust oder Brustwand frühzeitig zu erkennen.

Welche Untersuchung eingesetzt wird, hängt unter anderem davon ab, welche Behandlung Sie erhalten haben, ob Brustgewebe vorhanden ist und ob neue Beschwerden oder auffällige Befunde bestehen.

Bildgebende Untersuchungen bei metastasiertem Brustkrebs

Bei metastasiertem Brustkrebs ist die Situation anders. Hier ist bereits bekannt, dass sich die Erkrankung auf andere Bereiche des Körpers ausgebreitet hat. Bildgebende Untersuchungen werden deshalb regelmäßig eingesetzt, um zu beurteilen, wie sich die Erkrankung entwickelt und ob die aktuelle Behandlung wirkt.

Welche Untersuchung eingesetzt wird, hängt unter anderem davon ab, wo sich die Metastasen befinden, welche Behandlung Sie erhalten und ob neue Beschwerden auftreten.

Blutuntersuchungen in der Langzeitbetreuung bei Brustkrebs

Eine Blutuntersuchung kann viele verschiedene Informationen über Ihren Körper liefern. Je nach Fragestellung können beispielsweise das Blutbild, die Leberfunktion, die Nierenfunktion oder weitere Werte untersucht werden, die für eine bestimmte Behandlung wichtig sind.

Bei Patientinnen ohne Beschwerden nach einem frühen Brustkrebs kann eine gewöhnliche Blutuntersuchung einen Rückfall nicht zuverlässig ausschließen oder vorhersagen. Deshalb gehört eine umfangreiche Blutabnahme nicht automatisch zu jedem Nachsorgetermin. Blutuntersuchungen werden vor allem dann eingesetzt, wenn bestimmte Medikamente überwacht, Nebenwirkungen abgeklärt oder neue Beschwerden untersucht werden sollen.

Bei metastasiertem Brustkrebs werden Blutwerte meist regelmäßiger kontrolliert, weil die Behandlung fortlaufend begleitet wird. Dabei prüft das Behandlungsteam zum Beispiel das Blutbild sowie Leber- und Nierenwerte, um zu sehen, wie gut Sie die Therapie vertragen und ob wichtige Organe ausreichend funktionieren. Die Ergebnisse können außerdem Hinweise darauf geben, ob eine Behandlung wie geplant fortgesetzt werden kann oder ob weitere Untersuchungen notwendig sind.

Tumormarker in der Langzeitbetreuung bei Brustkrebs

Bei Brustkrebs können unter anderem die Tumormarker CA 15-3 und CEA bestimmt werden. Tumormarker sind bestimmte Stoffe, die im Blut gemessen werden können. Ihre Werte können sich bei einer Krebserkrankung verändern, aber auch aus anderen Gründen. Der Begriff „Tumormarker“ kann leicht den Eindruck erwecken, dass damit eindeutig festgestellt werden kann, ob Krebs vorhanden ist. So einfach ist es jedoch nicht. Tumormarker können auch aus anderen Gründen erhöht sein. Umgekehrt können sie trotz einer Krebserkrankung im normalen Bereich liegen.

Das bedeutet:

  • Ein unauffälliger Tumormarker kann einen Rückfall nicht sicher ausschließen.
  • Ein erhöhter Tumormarker bedeutet nicht automatisch, dass die Erkrankung zurückgekehrt ist.

Bei frühem Brustkrebs werden Tumormarker deshalb nicht eingesetzt, um bei beschwerdefreien Patientinnen routinemäßig nach einem Rückfall zu suchen. Sie kommen erst zum Einsatz, wenn ein konkreter Verdacht besteht.

Bei metastasiertem Brustkrebs können Tumormarker bei manchen Patientinnen zusätzliche Hinweise auf den Krankheitsverlauf liefern. Dabei ist häufig weniger ein einzelner Wert als vielmehr die Entwicklung über die Zeit von Bedeutung.

Weitere Informationen zu Blutwerten und Tumormarkern finden Sie in unserer Schulung Blutwerte bei Brustkrebs.

Liquid Biopsy in der Langzeitbetreuung bei Brustkrebs

Eine Liquid Biopsy ist eine besondere Form der Blutuntersuchung. Krebszellen können kleinste Stücke ihres Erbguts ins Blut abgeben. Diese sogenannte zirkulierende Tumor-DNA kann im Blut untersucht werden. Diese Tumor-DNA kann Informationen über bestimmte genetische Veränderungen der Krebszellen liefern, die bei der Auswahl einer gezielten Behandlung helfen.

Bei metastasiertem Brustkrebs kann eine Liquid Biopsy in bestimmten Situationen helfen, Veränderungen des Tumors nachzuweisen, die für die Auswahl einer gezielten Behandlung wichtig sind. Nach der Behandlung eines frühen Brustkrebses gehört sie derzeit nicht zur regulären Nachsorge, mit der routinemäßig nach einem Rückfall gesucht wird.

Mehr dazu finden Sie in unserer Schulung zu Liquid Biopsy bei Brustkrebs.

Weitere Untersuchungen bei bestimmten Therapien

Manche Untersuchungen sollen nicht Veränderungen der Krebserkrankung erkennen, sondern mögliche Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen der Behandlung.

Ein Beispiel ist die Knochengesundheit. Bestimmte antihormonelle Therapien können dazu führen, dass die Knochen mit der Zeit an Stabilität verlieren. Das gilt vor allem für Aromatasehemmer – Medikamente, die die Bildung von Östrogen im Körper verringern. Deshalb kann eine Knochendichtemessung sinnvoll sein. Dabei wird untersucht, wie dicht und stabil die Knochen sind.

Nach bestimmten Krebstherapien kann außerdem eine Kontrolle der Herzfunktion notwendig sein.

Welche zusätzlichen Untersuchungen für Sie empfohlen werden, hängt daher nicht nur von Ihrer Brustkrebserkrankung ab, sondern auch davon, welche Behandlungen Sie erhalten haben oder weiterhin erhalten.

Warum werden nicht bei jedem Termin alle Untersuchungen gemacht?

Nach einer Brustkrebserkrankung ist der Wunsch nach möglichst umfassender Kontrolle verständlich. Trotzdem ist nicht jede Untersuchung bei jedem Termin sinnvoll. Entscheidend ist, welche Untersuchung in Ihrer persönlichen Situation eine hilfreiche Information liefern kann.

Bei frühem Brustkrebs

Bei frühem Brustkrebs ohne Beschwerden wird nicht routinemäßig mit CT-Untersuchungen, umfangreichen Bluttests oder Tumormarkern nach Fernmetastasen gesucht. Fernmetastasen sind Absiedlungen des Tumors in anderen Organen.

Studien haben nicht gezeigt, dass solche regelmäßigen zusätzlichen Untersuchungen bei beschwerdefreien Patientinnen einen Vorteil bringen. Deshalb gehören sie nicht automatisch zur Nachsorge.

Das bedeutet nicht, dass weniger sorgfältig kontrolliert wird. Die Nachsorge richtet sich gezielt danach, welche Untersuchungen sinnvoll sind. Treten neue Beschwerden auf oder zeigt sich ein auffälliger Befund, können weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Bei metastasiertem Brustkrebs

Bei metastasiertem Brustkrebs ist die Situation anders. Hier ist bereits bekannt, dass sich die Erkrankung auf andere Bereiche des Körpers ausgebreitet hat. Deshalb werden Bildgebung und Blutuntersuchungen häufiger eingesetzt, um zu beurteilen, wie sich die Erkrankung entwickelt und ob die aktuelle Behandlung wirkt.

Dabei zählt nicht nur ein einzelner Untersuchungswert. Das Behandlungsteam betrachtet das Gesamtbild:

  1. Wie geht es Ihnen und welche Beschwerden haben Sie?
  2. Was zeigt die Bildgebung?
  3. Was zeigen Blutwerte und gegebenenfalls Tumormarker?

Aus diesen Informationen kann das Behandlungsteam einschätzen, ob die Erkrankung stabil ist und ob die aktuelle Therapie weitergeführt oder angepasst werden sollte.

Mehr Untersuchungen bedeuten also nicht automatisch mehr Sicherheit. Wichtig ist, dass die passende Untersuchung zum passenden Zeitpunkt und mit einer klaren Fragestellung eingesetzt wird.

Fragen Sie nach dem „Warum“

Sie können nachfragen, wenn Ihnen eine Untersuchung empfohlen wird. Ebenso, wenn eine Untersuchung nicht vorgesehen ist, die Sie erwartet haben:

  • Was möchten wir mit dieser Untersuchung herausfinden?
  • Was würde sich durch ein auffälliges Ergebnis verändern?
  • Warum ist eine andere Untersuchung in meiner Situation nicht notwendig?

Wenn Sie den Zweck einer Untersuchung kennen, lässt sich Ihr persönlicher Kontrollplan oft leichter nachvollziehen.

In der nächsten Lektion erfahren Sie, welchen Beitrag Sie selbst zu einer langfristigen Behandlung leisten können und wie Sie mit Medikamenten, Nebenwirkungen und körperlichen Veränderungen im Alltag umgehen können.

Weiter zu Mein Beitrag zur Therapie bei Brustkrebs.

Diesen Kurs bewerten

Ihr Feedback hilft anderen Nutzern die für sie passenden Kurse zu finden.

5 / 5 (1)

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Wir entwickeln fortlaufend neue Kurse und lernen dabei nie aus. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre Wünsche und Anregungen. Wir freuen uns daher sehr über Ihr Feedback. Bitte beachten Sie, dass wir keine personenbezogenen medizinischen Auskünfte geben können. Sollten Sie dazu Fragen haben, klären Sie diese bitte in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.


    (Optional - Sollten Sie eine Antwort wünschen)

    AT-18649; 10/2026 | Geprüft OÄ Dr.in Mira Sofie Witek und DGKP Elisabeth Wiedermann: Stand September 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Bildgebende Verfahren
    Sind medizinische Techniken, mit denen Ärzte Bilder vom Inneren des Körpers erstellen können. Beispiele sind Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Diese Methoden helfen dabei, Krankheiten zu erkennen und zu überwachen, ohne dass eine Operation nötig ist.
    CT
    (Computertomografie)
    Bildgebendes Verfahren. Dabei werden Röntgenstrahlen aus verschiedenen Richtungen durch den Körper geführt. Ein Computer verarbeitet die so erzeugten Bilder zu einer Schnittbildreihe. Dadurch ist eine genaue Beurteilung des untersuchten Körperteiles möglich. So können beispielsweise Lage und Größe von Organen und Tumoren dargestellt werden. Die Untersuchung ist schmerzlos.
    Lymphknoten
    Bestandteil des Immunsystems, reinigt und filtert die Lymphe aus den Lymphbahnen. Befinden sich an verschiedenen Regionen im Körper, zum Beispiel am Hals und in der Achselregion.
    Metastase
    Absiedlungen von Krebszellen eines bösartigen Tumors an anderen Körperregionen.
    MRT
    (Magnetresonanztomografie, auch Kernspintomografie)
    Bildgebendes Verfahren, das sich besonders zur Darstellung von Weichteilen wie Muskeln oder Fettgewebe eignet. Magnetfelder lösen in den verschiedenen Geweben unterschiedliche Signale aus. Diese werden zu Bildern umgewandelt. Die Untersuchung ist schmerzlos und hat keine Strahlenbelastung.
    Östrogen
    Weibliches Geschlechtshormon, das auch in geringeren Mengen bei Männern vorkommt. Es steuert viele Prozesse im weiblichen Körper, von der Entwicklung in der Pubertät über den Menstruationszyklus bis hin zur Gesundheit von Knochen und Herz.
    Tumormarker
    Tumormarker sind Substanzen im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, die bei bestimmten Krebserkrankungen erhöht sein können. Sie dienen zur Verlaufskontrolle oder als Hinweis auf eine mögliche Erkrankung, sind jedoch meist nicht allein aussagekräftig für eine Diagnose.
    Vene
    Venen sind Blutgefäße, die dafür verantwortlich sind, sauerstoffarmes Blut aus den verschiedenen Körperbereichen aufzunehmen und zurück zum Herzen zu transportieren.