4. Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung

Warum wird die Pneumokokken-Impfung ab 60 Jahren empfohlen?

Die Empfehlungen zur Pneumokokken-Impfung helfen dabei einzuschätzen, wer besonders von der Impfung profitieren kann, wann der richtige Zeitpunkt für die Impfung ist und ob eine frühere Lungenentzündung etwas an der Impfempfehlung ändert. In Österreich ist die Pneumokokken-Impfung laut Impfplan für Personen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr empfohlen und steht im öffentlichen Impfprogramm gratis zur Verfügung. Auch für bestimmte Risikopersonen unter 60 Jahren kann die Impfung empfohlen sein.

Mit zunehmendem Lebensalter verändert sich das Immunsystem. Es reagiert oft nicht mehr so schnell und stark wie in jüngeren Jahren. Dadurch steigt das Risiko, dass Infektionen schwerer verlaufen. Bei Pneumokokken betrifft das vor allem die Lungenentzündung, aber auch seltenere schwere Erkrankungen wie eine Blutvergiftung oder Gehirnhautentzündung.

Deshalb wird die Pneumokokken-Impfung besonders für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Sie soll helfen, das Risiko für schwere Krankheitsverläufe zu senken – also zum Beispiel Verläufe, die einen Krankenhausaufenthalt, eine Behandlung auf der Intensivstation oder langfristige gesundheitliche Folgen nach sich ziehen können.

Auch jüngere Menschen können ein erhöhtes Risiko haben. Das gilt zum Beispiel bei chronischen Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem. In solchen Fällen kann die Impfung unabhängig vom Alter sinnvoll sein.

Habe ich ein erhöhtes Risiko?

  • Ich bin 60 Jahre oder älter.
  • Ich habe eine chronische Erkrankung, zum Beispiel Asthma, COPD, Diabetes oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.
  • Ich nehme immunsuppressive Medikamente oder mein Immunsystem ist aus anderen Gründen geschwächt.
  • Ich rauche regelmäßig oder konsumiere regelmäßig Alkohol.
  • Ich hatte bereits eine schwere Lungenentzündung.

Treffen eine oder mehrere Aussagen auf Sie zu? Wenn ja, kann eine ärztliche Beratung zur Pneumokokken-Impfung besonders wichtig sein. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann einschätzen, ob die Impfung für Sie empfohlen ist und welches Impfschema zu Ihrer Situation passt.

Wann und wie oft muss man sich gegen Pneumokokken impfen lassen?

Die Pneumokokken-Impfung ist grundsätzlich zu jeder Jahreszeit möglich. Sie muss also nicht an eine bestimmte Saison gebunden sein. Es kann aber sinnvoll sein, den Impfstatus rechtzeitig vor der Herbst- und Wintersaison zu überprüfen, weil Atemwegsinfektionen in dieser Zeit häufiger auftreten.

Für Personen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr wird in Österreich derzeit eine einmalige Impfung mit dem aktuell verfügbaren Impfstoff empfohlen. Laut Impfplan gibt es derzeit noch keine Daten dazu, ob oder wann für Personen ab 60 Jahren weitere Pneumokokken-Impfungen notwendig sind. Personen, die bereits früher mit einem anderen Pneumokokken-Impfstoff geimpft wurden, sollen ärztlich abklären lassen, ob eine zusätzliche Impfung mit dem aktuellen Impfstoff zur breiteren Abdeckung sinnvoll ist.

Für Menschen mit bestimmten Risikofaktoren oder spezieller Indikation kann ein anderes Vorgehen gelten. Je nach Alter, Grunderkrankung und bisherigen Impfungen können mehrere oder wiederholte Impfungen notwendig sein. Deshalb ist es wichtig, die persönliche Situation mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.

Impfstatus einfach überprüfen

Nehmen Sie Ihren Impfpass zum nächsten Arzttermin mit – besonders, wenn Sie über 60 Jahre alt sind, chronisch krank sind oder Medikamente einnehmen, die Ihr Immunsystem beeinflussen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann prüfen, ob Sie bereits gegen Pneumokokken geimpft wurden und ob eine weitere Impfung für Sie empfohlen ist.

Warum ist die Pneumokokken-Impfung auch sinnvoll, wenn man bereits eine Lungenentzündung hatte?

Auch wenn Sie bereits eine Lungenentzündung hatten, kann eine Pneumokokken-Impfung sinnvoll sein. Eine durchgemachte Erkrankung schützt nicht automatisch dauerhaft und umfassend vor weiteren Pneumokokken-Erkrankungen.

Ein Grund dafür ist, dass es viele verschiedene Pneumokokken-Typen gibt. Wenn Sie eine Infektion durchgemacht haben, bedeutet das nicht, dass Ihr Körper gegen alle wichtigen Pneumokokken-Typen geschützt ist. Moderne Impfstoffe sollen einen breiteren Schutz gegen mehrere Pneumokokken-Typen aufbauen.

Deshalb kann es sich lohnen, den Impfschutz auch nach einer früheren Lungenentzündung ärztlich überprüfen zu lassen. Das gilt besonders, wenn Sie über 60 Jahre alt sind oder zu einer Risigruppe gehören.

Diesen Kurs bewerten

Ihr Feedback hilft anderen Nutzern die für sie passenden Kurse zu finden.

5 / 5 (1)

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Wir entwickeln fortlaufend neue Kurse und lernen dabei nie aus. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre Wünsche und Anregungen. Wir freuen uns daher sehr über Ihr Feedback. Bitte beachten Sie, dass wir keine personenbezogenen medizinischen Auskünfte geben können. Sollten Sie dazu Fragen haben, klären Sie diese bitte in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.


    (Optional - Sollten Sie eine Antwort wünschen)

    Geprüft Prim. Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour: Stand August 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Chronisch
    (Gegenteil: akut)
    Sich über einen längeren Zeitraum allmählich entwickelnd oder bereits lange andauernd.