1. Pneumokokken verstehen

Was sind Pneumokokken?

Pneumokokken sind Bakterien. Sie können Infektionen verursachen, gehören aber gleichzeitig bei vielen Menschen zur normalen Besiedelung der Atemwege. Das bedeutet: Pneumokokken können in Ihrem Nasen-Rachen-Raum vorkommen, ohne dass Sie Beschwerden haben oder krank sind.

Meistens bleibt das unbemerkt und ist harmlos. Unter bestimmten Umständen können sich Pneumokokken jedoch stärker vermehren oder in andere Bereiche des Körpers gelangen. Dann können sie Erkrankungen auslösen, wie eine Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Gehirnhautentzündung oder Blutvergiftung (Sepsis). Wenn solche Erkrankungen schwer verlaufen, kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden. In manchen Fällen können auch langfristige gesundheitliche Folgen zurückbleiben.

Besonders gefährdet sind kleine Kinder, ältere Menschen und Personen, deren Immunsystem geschwächt ist. Das kann zum Beispiel durch bestimmte Erkrankungen, Medikamente oder ein höheres Lebensalter der Fall sein.

Mehr dazu erfahren Sie in Lektion 2.

Wie steckt man sich mit Pneumokokken an?

Pneumokokken werden meist über Tröpfcheninfektion weitergegeben. Das bedeutet: Beim Sprechen, Husten oder Niesen können kleine Tröpfchen in die Luft gelangen, die Bakterien enthalten. Wenn andere Menschen diese Tröpfchen einatmen oder mit Schleimhäuten in Kontakt kommen, können Pneumokokken übertragen werden.

Eine Ansteckung ist vor allem dort leichter möglich, wo viele Menschen eng zusammenkommen. Dazu zählen zum Beispiel Kindergärten, Schulen, öffentliche Verkehrsmittel, Pflege- und Betreuungseinrichtungen oder Familienhaushalte.

Wichtig zu wissen: Nicht jede Übertragung führt automatisch zu einer Erkrankung. Viele Menschen tragen Pneumokokken im Nasen-Rachen-Raum, ohne Beschwerden zu entwickeln. Ob eine Infektion entsteht, hängt unter anderem davon ab, wie gut das eigene Immunsystem die Bakterien kontrollieren kann.

Wie kann ich mich schützen?

So können Sie Ihr Risiko für Atemwegsinfektionen im Alltag senken:

  • Regelmäßig Hände waschen.
  • Innenräume gut lüften.
  • Abstand zu Personen mit Husten oder Schnupfen halten.

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihren persönlichen Impfschutz. Dies gilt besonders, wenn Sie selbst zu einer Risikogruppe gehören.

Wie können Pneumokokken krank machen?

Solange Pneumokokken im Nasen-Rachen-Raum bleiben und vom Immunsystem kontrolliert werden, verursachen sie keine Beschwerden. Problematisch wird es, wenn die Bakterien sich ausbreiten. Dann kann aus einer zunächst unbemerkten Besiedelung eine ernsthafte Infektion entstehen. Bei manchen Menschen kann eine Pneumokokken-Erkrankung schwer verlaufen und einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen. In besonders schweren Fällen kann auch eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich sein.

Manche Betroffene brauchen nach einer schweren Pneumokokken-Erkrankung längere Zeit, um sich zu erholen. Je nach Verlauf können auch längerfristige gesundheitliche Folgen zurückbleiben.

Warum haben viele Menschen Pneumokokken im Körper, ohne krank zu sein?

Unser Körper ist natürlicherweise von vielen verschiedenen Bakterien besiedelt. Diese befinden sich zum Beispiel im Darm, auf der Haut und auch in den Atemwegen. Pneumokokken können Teil dieser normalen Besiedelung sein.

Bei einem gesunden Immunsystem bleiben sie häufig unter Kontrolle. Sie „wohnen“ dann im Nasen-Rachen-Raum, ohne Schaden anzurichten. Erst wenn das Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist, altersbedingt schwächer wird oder durch Erkrankungen beziehungsweise Medikamente beeinträchtigt ist, steigt das Risiko für eine Infektion.

Das erklärt, warum Säuglinge und kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen besonders von Pneumokokken-Erkrankungen betroffen sein können.

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    Geprüft Prim. Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour: Stand August 2026 | Quellen und Bildnachweis