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Kurs Angina pectoris verstehen: Lektion 5 von 7

Verlauf der Angina pectoris

Der Verlauf einer Angina pectoris hängt primär vom Fortschreiten der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Da dieser Vorgang von PatientIn zu PatientIn sehr individuell abläuft, kann die Angina pectoris hinsichtlich ihres zeitlichen Fortgangs sehr variieren. Informieren Sie sich in dieser Lektion über die möglichen Folgen der Erkrankung.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Herzinfarkt auftritt?

Oft verläuft die Angina pectoris über Jahre hinweg unkompliziert. Früher oder später kann sich jedoch bei fehlender Behandlung aus einer stabilen eine instabile Verlaufsform entwickeln oder es kommt zu einem Myokardinfarkt (Herzinfarkt, Myokard = Herzmuskel), der kompletten Verstopfung eines Herzkranzgefäßes, welche das Risiko eines plötzlichen Herztodes birgt. Insgesamt wird die Sterblichkeitsrate bei der stabilen Angina pectoris mit drei bis acht Prozent pro Jahr beziffert.

Bei der instabilen Angina pectoris liegt die Sterblichkeit während des ersten Jahres bei circa 15 Prozent. 15 bis 25 Prozent der PatientInnen entwickeln innerhalb von drei Monaten einen Myokardinfarkt. In diesem Fall sind die ersten Stunden entscheidend. Zu wissen, wie Sie bei einem Herzinfarkt richtig reagieren und wann Sie eine Ärztin / einen Arzt aufsuchen sollten, kann im Ernstfall Ihr Leben retten. Bei einem Großteil der PatientInnen geht das instabile Krankheitsbild durch geeignete medikamentöse Behandlungsmaßnahmen und die Umstellung auf einen gesunden Lebensstil in eine stabile Angina pectoris über. Rund fünf bis zehn Prozent versterben infolge von Kammerflimmern, das aus einer elektrischen Instabilität resultiert.

Gibt es bei der Angina pectoris spezielle Risikogruppen?

Einem besonderen Risiko unterliegen PatientInnen, bei denen eine linke Hauptstammstenose als Ursache der instabilen Angina pectoris vorliegt. Die Verkalkung dieses Gefäßabschnittes ist deshalb besonders problematisch, weil dadurch ein großer Teil des Herzens unterversorgt ist. Das Einsetzen eines Stents oder eine Bypass-Operation sind in diesem Fall zusätzlich zu Medikamenten notwendig.

Herzschwäche als Folge der koronaren Herzkrankheit

Die koronare Herzkrankheit als Auslöser der Angina pectoris kann im Laufe der Zeit zu einer Leistungsminderung des Herzens führen. Abhängig davon, welcher Teil des Organs betroffen ist, kann sich die Herzschwäche unterschiedlich äußern. Bei einigen PatientInnen treten die Rechts- und die Linksherzschwäche gleichzeitig in Erscheinung.

Worin unterscheiden sich die Rechts- und die Linksherzschwäche?

Eine Schwächung der rechten Herzhälfte führt dazu, dass sich das Blut in den Körpervenen staut. Daraus resultiert ein höherer Druck, durch den Wasser in das umliegende Gewebe gepresst werden kann. Die mögliche Folge sind Wassereinlagerungen in den Beinen, im späteren Verlauf auch in der Bauchhöhle oder im Brustkorb.

Handelt es sich um die linke Herzhälfte, staut sich das Blut in den Lungenvenen. Hierdurch kann es zu Atemnot, insbesondere bei körperlichen Anstrengungen kommen.

Herzrhythmusstörungen als Folge der koronaren Herzkrankheit

Leidet das Herz unter einem Sauerstoffmangel, kann dies auch das für den Herzschlag verantwortliche Gewebe schädigen. Dadurch kann der Puls langsamer, schneller oder unregelmäßig werden. Hieraus können Herzklopfen, Herzrasen, Schwindelgefühle oder Müdigkeit resultieren.

Wirken sich Herzrhythmusstörungen negativ auf die Pumpfunktion des Herzens aus, können sie eine Herzschwäche hervorrufen oder verstärken. Kommt es zum Vorhofflimmern, können sich Blutgerinnsel im Herzen bilden, die sich ablösen und zum Beispiel einen Schlaganfall auslösen.

Folgeerkrankungen vermeiden

Angina pectoris kann zwar bislang nicht geheilt werden, durch Lebensstiländerungen und die konsequente Einnahme Ihrer Medikamente können Sie aber Folgeerkrankungen verhindern. Nehmen Sie die Medikamente unbedingt auch dann ein, wenn Sie momentan keine Symptome haben. Nur so können Sie vermeiden, dass die Erkrankung unbemerkt weiter fortschreitet.

Wussten Sie schon

Haben Sie gewusst, dass das Herzinfarkt-Risiko bei vollkommen therapietreuen Arteriosklerose-PatientInnen deutlich niedriger liegt als bei PatientInnen, die sich nur teilweise oder gar nicht an die Verordnungen halten? Das wurde in einer US-amerikanischen Studie nachgewiesen, die über 10.000 PatientInnen verglichen hat, die Statin- und ACE-Hemmer verschrieben bekommen haben. Ein Grund mehr, Ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen.

Geprüft Univ.-Prof. Dr. Robert Zweiker: Stand Februar 2019

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