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Kurs Angina pectoris verstehen: Lektion 6 von 7

Besonderheiten der Angina pectoris bei Frauen

Anders als im Allgemeinen angenommen, ist die Angina pectoris keine „Männerkrankheit“. Frauen sind ebenso häufig betroffen, allerdings haben sie zum Teil ganz andere Symptome und erkranken durchschnittlich etwa 10 Jahre später als Männer. In dieser Lektion erfahren Sie, wie sich die Angina pectoris bei Frauen bemerkbar macht, welche Risikofaktoren insbesondere beim weiblichen Geschlecht eine Rolle spielen und warum die Diagnostik eine besondere Herausforderung darstellt.

Video Transkript

Wie unterscheiden sich die Herzen von Männern und Frauen anatomisch?

Es gibt tatsächlich Größenunterschiede im Herzkreislaufsystem. Also ich spreche jetzt mal vom Herzen. Frauen sind üblicherweise kleiner, und entsprechend ist auch ihr Herz kleiner.

Und wenn das Herz, wenn die Größe des Herzens sich unterscheidet, dann ist auch das Volumen, also der Blutanteil, der vom Herzen transportiert wird in den Körper, ein geringerer. Und man muss sich vorstellen: Das sogenannte Herzminutenvolumen, das Blutvolumen, das vom Herzen pro Minute in den Körper gepumpt wird, ist bei Frauen etwa drei bis fünf Liter und bei Männern etwa vier bis sechs Liter.

Dann gibt’s einen Kompensationsmechanismus: Das Herz der Frau muss das ausgleichen, und das tut es zum Teil über die Herzfrequenz, was wir als Puls bezeichnen. Während bei einem gesunden Mann der durchschnittliche Puls um die 60 pro Minute beträgt, dann ist das bei Frauen 70 pro Minute. Und das ist ein ganz relevanter Unterschied, und auf das Leben bezogen, auf ein langes Leben bezogen, ist das ein bedeutsamer Unterschied.

Warum werden Angina pectoris, koronare Herzkrankheiten und Herzinfarkt oft als Männersache gesehen?

Ich glaube, da gibt es viele Aspekte dazu.

Erstens muss man sagen: Die Medizin war über viele Jahrzehnte, Jahrhunderte Männersache. Und als Ziel der medizinischen Forschung sind auch tatsächlich Männer im Vordergrund gestanden. Die sogenannte Gender-Medizin, auch die Gender-Kardiologie, also der Aspekt der Medizin, der sich speziell mit Frauenaspekten beschäftigt hat, den gibt es noch gar nicht lang. Das ist erst in den Neunziger, Achtziger, 1980er Jahren entstanden.

Der zweite Aspekt ist, dass man Herzinfarkt immer als „Managerkrankheit“ bezeichnet hat. Und Manager, das war klassischerweise ein Mann. Und viele haben dann gelernt: Ein Herzinfarkt ist eine Männererkrankung. Mit den Jahren und Jahrzehnten haben wir gesehen, dass es Frauen in mindestens gleichem Maße betrifft, und im höheren Lebensalter betrifft es bekanntlich mehr Frauen, als das für Männer der Fall ist.

Warum ist für Frauen die Wahrscheinlichkeit an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben höher als für Männer?

Das ist in erster Linie dem Alter geschuldet, denn die gute Nachricht beim Thema „Frauen und Herz und Herzinfarkt und Herzkrankheit“ ist die, dass Frauen im Schnitt zehn Jahre älter sind, wenn sie einen Herzinfarkt erleiden oder wenn sie eine schwere koronare Herzerkrankung erleiden, als Männer.

Und wenn jemand zehn Jahre im Schnitt älter ist, hat er auch mehr sogenannte Komorbiditäten, das heißt andere Erkrankungen. Und es ist dann wie ein Puzzle: Viele Erkrankungen und der Herzinfarkt tragen dann dazu bei, dass man einfach in einer schlechteren biologischen Ausgangslage ist, so etwas auch zu erleben und zu überleben. Und in diesem Fall trifft das Frauen, wie gesagt, im höheren Lebensalter, und sie versterben dadurch auch häufiger daran.

Unterscheiden sich die Risikofaktoren von Frauen und Männern?

Im Allgemeinen nicht. Bekannt sind die Risikofaktoren, und die gelten für Männer wie für Frauen.

  • Bekannt ist der Bluthochdruck, die sogenannte Hypertonie,
  • bekannt ist das Übergewicht, das häufig Blutzucker, den Diabetes nach sich zieht,
  • die erhöhten Blutfette, auf die wir heute ganz besonders achtgeben und sie auch gut behandeln können, die so genannte Hyperlipidämie,
  • und natürlich das Rauchen.

Die Besonderheit der Risikofaktoren für die Entwicklung einer, wir bezeichnen das ja als Arteriosklerose, also Verkalkung der Gefäße, die im Prinzip jedes Gefäß betreffen kann, aber wir konzentrieren uns heute auf das Herz, ist: Das Gewicht der Risikofaktoren ist unterschiedlich. Wenn wir rauchende Männer mit nicht rauchenden Männern vergleichen, dann ist die Tatsache, dass jemand raucht, für einen Mann natürlich ein Risikofaktor, um später eine Herzerkrankung zu erleiden. Wenn wir aber Frauen vergleichen, die die rauchen und die die nicht rauchen, dann wiegt der Risikofaktor Rauchen bei Frauen im Vergleich zu nichtrauchenden Frauen um ein Vielfaches schwerwiegender zur Entwicklung einer Herzerkrankung.

Dasselbe gilt auch für den Diabetes. Und darum muss gerade in der Prävention, im frühen Stadium der Therapie oder in der Verhinderung des Risikofaktors, zum Beispiel Rauchen, besonderer Wert darauf gelegt werden, dass dieses Bewusstsein bei Frauen einsetzt.

Welche Rolle spielen weibliche Hormone und die Menopause beim Erkrankungsrisiko für Frauen?

Auch das ist wieder eine gute Nachricht, denn die weiblichen Hormone, und jetzt muss man dazu sagen: die, die natürlich wirken, die also in unserem Körper produziert werden, in einem weiblichen Körper, die schützen das Herzkreislaufsystem. Das ist auch der Grund, warum Frauen im Prinzip, statistisch gesehen, zehn Jahre später an einer Herzerkrankung erkranken als dies bei Männern der Fall ist.

Das Ende der natürlich wirkenden Hormone, das nennen wir Menopause. Und in diesem Sinne setzt auch die Wahrscheinlichkeit, an einer Herzkreislauferkrankung zu erkranken, ab der Menopause in wesentlich höherem Maße ein. Das heißt aber nicht, dass wir Frauen, solange wir glauben, durch unsere weiblichen Hormone geschützt zu sein, uns alles leisten können, rauchen können, unseren Bluthochdruck nicht behandeln können, unseren Diabetes nicht behandeln können. Denn wenn wir sehr viele andere Risikofaktoren haben, dann mag zwar der natürliche Schutz der weiblichen Hormone gewährleistet sein. Aber dann sind die anderen Risikofaktoren so viel wirksamer, dass es durchaus möglich ist, auch mit 45 oder 50 Jahren als Frau einen Herzinfarkt zu erleiden, obwohl die weiblichen Hormone den Körper doch noch schützen sollten.

Kann eine Hormontherapie für Frauen nach der Menopause zum Schutz des Herzens beitragen?

Da kommt jetzt die schlechte Nachricht: Leider nein. Das lässt sich nicht so einfach beantworten, weil es hat einer langen medizinischen Forschung bedurft.

Und es war tatsächlich so: Als man begonnen hat, sich speziell mit dem Frauenherzen zu befassen, wissenschaftlich gesehen, also in den 80er Jahren, gab es große Studien, die unterstellt haben: Wenn Frauen nach der Menopause, also wenn ihre natürlichen Hormone nicht mehr wirken, künstlich diese Hormone zuführen, früher in Form von Tabletten, heute bekanntlich in Form von Pflastern, die über die Haut die Wirkstoffe abgeben, dass wir dann die Wahrscheinlichkeit hinauszögern können, an einer Herzerkrankung zu erkranken oder auch daran zu versterben. Diese Daten waren anfänglich sehr vielversprechend. Das waren damals circa 50.000, das ist an Krankenschwestern gemacht worden in den USA, und das waren sehr euphorische Berichte. Und wir haben geglaubt, wir haben das Problem Herzerkrankungen bei Frauen quasi im Griff, indem wir jeder Frau sagen: „Wenn du deine Menopause erreichst, dann nimm künstliche Hormone, und das Problem wird gelöst sein.“

Und erst danach, nach dieser ersten Studie hat man das versucht wirklich wissenschaftlich zu überprüfen. Dabei ist man leider zu einem gegenteiligen Schluss gekommen. Für viele Frauen, aber natürlich auch behandelnde Ärzte war das dann sehr deprimierend. Es ist nämlich sogar ein leicht gegenteiliger Effekt rausgekommen: Wenn man also ein gewisses Risiko hat, eine Herzerkrankung zu erleiden und diese dann manifest zu erleben, erhöht die Gabe von künstlichen weiblichen Hormonen sogar noch diese Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Das nannte man dann in der Medizin einen Dogmenwechsel, so wie in der Kirche ein Dogma, also eine Vorstellung „Man muss eine Therapie geben“, die hat sich dann komplett umgedreht.

Also: Wenn wir einen Herzinfarkt bei Frauen verhindern wollen, sollen wir zumindest nicht routinemäßig künstliche weibliche Hormone verabreichen. Das ist wichtig, das zu vermitteln, weil es schwer war, auch für die medizinische Welt, es zu verstehen, aber ich empfinde es als sehr, sehr wichtig, das gerade Frauen klarzumachen.

Äußert sich die Angina pectoris bei Frauen durch andere Symptome als bei Männern?

Das ist ein langes Thema in der Kardiologie. Die Angina pectoris, also was nichts anderes heißt als ein Engegefühl in der Brust, so wie man es klassischerweise lernt, ist sehr wohl auch bei Frauen als Symptom nachvollziehbar. Aber was es erschwerend macht, ist, dass bei Frauen das eben nicht das klassisch gelehrte Symptom ist, sondern dass bei Frauen auch häufig nur Übelkeit, Unwohlsein, die Schmerzen sich oft eher in den Bauch projizieren und dort als Bauchschmerzen beschrieben werden, als Schwindelgefühl – also es gibt eine Summe von Symptomen, die oft in Begleitung mit dem Schmerz in der Brust auftreten können und die Frauen selber nicht daran denken lassen, dass das durchaus etwas mit ihrem Herzen zu tun haben könnte. Leider nehmen auch viele Ärzte das Symptom Angina pectoris bei Frauen nicht ganz so ernst, wie es genommen werden sollte.

Bei welchen Symptomen sollten Frauen an einen möglichen Herzinfarkt denken?

Bei einem plötzlich auftretenden Unwohlsein, Engegefühl in der Brust, Atemnot, vielleicht auch einem Schmerz, der sich eher in den Bauch projiziert, verbunden mit Schwindelgefühl, die Symptome können in der Tat vielfältig sein, wenn Sie tatsächlich einen Herzinfarkt erleiden. Ganz wichtig ist: Wenn Sie daran denken, und Sie sollten daran denken als Frau: Warten Sie nicht zu lange. Leider tun Frauen das. Auch dafür haben wir sogar wissenschaftliche Evidenz, dass Frauen länger warten, ärztliche Hilfe zu rufen. Rufen Sie den Notarzt. Steigen Sie nicht selber ins Auto, um irgendwo hin zu fahren in die nächste Praxis oder ins Krankenhaus. Rufen Sie einen Notarzt, der Sie an eine Stelle bringt, wo ein Herzinfarkt diagnostiziert werden kann. Und zwar dies so schnell wie irgend möglich.

Sind die Untersuchungen zur Diagnose bei Männern und Frauen gleich?

Im Prinzip sind es tatsächlich dieselben Untersuchungen, wobei auch die Aussagekraft der einzelnen Untersuchungen bei Männern und Frauen unterschiedlich sein kann. Viele werden die Ergometrias, also das Belastungs-EKG kennen, wo auf einem Fahrrad sitzend ständig ein EKG geschrieben wird. Die Belastbarkeit wird gesteigert, und man sieht dann, wenn eine Herzdurchblutungsstörung vorliegt, tritt entweder gleich so was wie ein Engegefühl, also Angina pectoris auf. Und das sieht man dann auch meistens im EKG. Das wäre der klassische Verlauf. Bei Frauen ist es tatsächlich so, dass im EKG Veränderungen sichtbar sein können, ohne dass eine bedeutsame Veränderung oder Verengung an den Herzkranzgefäßen vorliegt.

Das führt dann manchmal sogar zu Fehlinterpretationen und führt leider auch wieder dazu, dass man Befunde, die bei Frauen erhoben wurden, weniger ernst nimmt und dann weitere Untersuchungen veranlasst, die dann tatsächlich eine Diagnose stellen. Die beste Diagnose ist in der Tat der Herzkatheter, die Darstellung der Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel, weil man in so einer selben Sitzung dann auch gleich eine Behandlung, eine Therapie einleiten kann. Wenn eine Engstelle vorliegt, dann würde man an dieser Stelle dehnen und würde dann ein so genanntes Gefäßgitter, was man als Stent bezeichnet, setzen, um diese Verengung offen zu halten. Das ist mit Sicherheit die genaueste Methode, die auch gleich eine Therapie nach sich zieht.

Auf den Punkt gebracht

  • Herzerkrankungen können Frauen genauso betreffen wie Männer.
  • Bei Frauen sind neben einem Druckgefühl in der Brust oder Atemnot auch unspezifische Symptome wie Übelkeit, Unwohlsein oder Schmerzen im Bauch möglich.
  • Bei entsprechenden Symptomen sollten Sie ohne zu warten den Notarzt rufen, um die Beschwerden so schnell wie möglich abklären zu lassen.

Symptome der Angina pectoris bei Frauen

Die typische Belastungsangina ist bei Frauen deutlich seltener anzutreffen als bei Männern und auch der klassische Brustschmerz betrifft nur eine Minderheit. Frauen beschreiben die Angina-pectoris-Symptome eher als diffuse Brustenge, die manchmal in den linken Arm oder den Magen ausstrahlt. Häufig wird der Schmerz auch als Wirbelsäulen- oder Magenschmerz fehlgedeutet. Manche Angina-pectoris-Patientinnen leiden unter länger anhaltender Atemnot, die teilweise dazu führt, dass sie nachts aufstehen, um durchatmen zu können.

Hinzu kommen in einigen Fällen schwer einzuordnende Symptome wie:

Symptome der Angina pectoris bei Frauen: Chronische Müdigkeit (Fatigue)chronische Müdigkeit (Fatigue)

Symptome der Angina pectoris bei Frauen: Herzstolpern (Extrasystolen)Extrasystolen (Herzstolpern)

Symptome der Angina pectoris bei Frauen: Benommenheit und BlackoutsBenommenheit und Blackouts

Symptome der Angina pectoris bei Frauen: Ödeme der unteren ExtremitätenÖdeme der unteren Extremitäten

Symptome der Angina pectoris bei Frauen: MagenbeschwerdenMagenbeschwerden

Da sich hinter jedem Angina-pectoris-Anfall auch ein Herzinfarkt verbergen kann, ist es wichtig, bei entsprechenden Symptomen sofort die Notärztin/den Notarzt herbeizurufen. Wenn Ihnen von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt Nitropräparate verschrieben wurden, sollten Sie diese umgehend einnehmen, damit Ihr Herz schnell wieder ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Frauen, nehmt eure Herzen ernst.

Unterschiede bei den Risikofaktoren

Wie bei den Männern auch haben Diabetes, Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Übergewicht einen Einfluss auf das Angina-pectoris-Risiko bei Frauen. Allerdings gibt es Unterschiede bei der Bedeutung, die diese Faktoren für das Risiko haben. Außerdem ist bei Frauen auch der Einfluss der weiblichen Hormone von Wichtigkeit.

Angina pectoris Unterschiede bei den Risikofaktoren
Diabetes und Rauchen erhöhen bei Frauen das Risiko für die koronare Herzkrankheit deutlich stärker als bei Männern.

Wie unterscheiden sich die Risikofaktoren von Frauen und Männern?

Grundsätzlich kommen bei Frauen und Männern dieselben Risikofaktoren für die Angina pectoris zum Tragen. Sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der Gewichtung der verschiedenen Einflussgrößen. Fast immer ist bei Angina-pectoris-Patientinnen mindestens einer der folgenden Risikofaktoren zu finden:

  • Rauchen,
  • Bluthochdruck,
  • Diabetes,
  • Fettstoffwechselstörung.

Diabetes und Rauchen erhöhen bei Frauen das Risiko für die koronare Herzkrankheit deutlich stärker als bei Männern.

Besonders häufig findet sich beim weiblichen Geschlecht das sogenannte metabolische Syndrom, das gemeinsame Auftreten von Bluthochdruck, Übergewicht, Störungen des Fettstoffwechsels und Insulinresistenz in Kombination mit Diabetes. Dieser Umstand beruht wahrscheinlich auf hormonellen Faktoren.

Welchen Einfluss haben psychosozialen Faktoren?

Frauen stehen im Alltag häufig anderen Problemen gegenüber als Männer. Bei Letzteren spielt oftmals der Beruf eine Hauptrolle, während beim weiblichen Geschlecht familiäre Belastungen in den Vordergrund rücken. Viele Frauen müssen auch Familie und Beruf unter einen Hut bringen. Diese Beanspruchungsunterschiede führen in aller Regel zu geschlechtsspezifischen psychischen Belastungen, die wiederum kardiologische Erkrankungen in unterschiedlichem Maße beeinflussen.

Welchen Einfluss haben die weiblichen Hormone auf die Entstehung von Angina pectoris?

Bis zum Erreichen der Wechseljahre sind Frauen durch die körpereigenen Östrogene auf natürliche Weise gegen die Verengung der Herzkranzgefäße geschützt. Die koronare Herzkrankheit als eine der wichtigsten Ursachen von Angina pectoris trifft Frauen daher im Durchschnitt etwa 10 Jahre später als Männer. Nach der Menopause nimmt das Risiko für Angina pectoris und Herzinfarkt bei Frauen jedoch stark zu. Eine östrogenhaltige Ersatztherapie ist als vorbeugende Maßnahme allerdings nicht zu empfehlen, da Studien zufolge das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen dadurch eher steigt.

Schwierigkeiten in der Diagnostik

Eine Angina pectoris bei Frauen zu diagnostizieren erweist sich oftmals als große Herausforderung. Das liegt jedoch nicht nur an der häufig unklaren Symptomatik.

Insbesondere bei älteren Frauen in schlechtem Trainingszustand ist die Aussagekraft des Belastungs-EKGs häufig eingeschränkt, da die für ein eindeutiges Ergebnis benötigte Herzfrequenz für eine entsprechende Ausbelastung nicht erreicht wird. Gleiches gilt für Patientinnen, die sich aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend körperlich belasten können oder dürfen.

Effektiver ist bei Frauen meist die Stressechokardiografie, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, die Funktionsstörungen des Herzmuskels aufzeigen kann, welche auf einer schlechteren Durchblutung unter Belastung beruhen. Bei fehlender Belastbarkeit kann die pharmakologische Stressechokardiografie zur Anwendung kommen, bei der die Herzfrequenz mithilfe von Medikamenten erhöht wird.

Wussten Sie schon

Da Frauen deutlich später als Männern an Angina pectoris erkranken, ist ihre Sterblichkeitsrate bei einem Herzinfarkt höher. Umso wichtiger ist es, entsprechende Symptome nicht auf sich beruhen, sondern möglichst bald von einer Ärztin / einem Arzt abklären zu lassen.

Geprüft Prim.a Univ.-Prof.in Dr.in Andrea Podczeck-Schweighofer: Stand Februar 2019

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