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Kurs Angina pectoris verstehen: Lektion 2 von 7

Ursachen und Risikofaktoren der Angina pectoris

Die Ursache einer Angina pectoris ist in den meisten Fällen eine koronare Herzerkrankung. Diese wird in der Regel durch eine Arteriosklerose verursacht, also eine Verkalkung oder Verhärtung der Herzkranzgefäße, die wiederum durch verschiedene Risikofaktoren wie starkes Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck begünstigt wird. Unter körperlicher oder seelischer Belastung kann die dadurch verursachte Mangeldurchblutung des Herzens zu einem Angina-pectoris-Anfall führen. In dieser Lektion erfahren Sie, wie eine Angina pectoris entsteht und was Sie tun können, um einem erneuten Anfall vorzubeugen.

Wie entsteht eine Angina pectoris?

Häufig lässt sich die Angina pectoris auf eine koronare Herzerkrankung zurückführen. Diese liegt vor, wenn ein oder mehrere Herzkranzgefäße (Koronararterien) durch Fettablagerungen verengt oder verschlossen sind. Über diesen Ablagerungen kann die Gefäßinnenhaut einreißen und dadurch das Blutgerinnungssystem aktiviert werden. Hierdurch bilden sich Blutgerinnsel, die das Gefäß weiter verengen oder verschließen. Die Folge ist eine Minderdurchblutung und Sauerstoffunterversorgung des Herzmuskels.

Entstehung der Angina pectoris

Darüber hinaus kann Angina pectoris bei Verengungen der kleinen Gefäße, Veränderungen der innersten Zellschicht (Endothel) der Gefäße, Herzklappenfehlern, Erkrankungen der Hauptschlagader oder der Lungengefäße sowie infolge eines lange bestehenden Bluthochdrucks in Erscheinung treten. Diabetes kann sich dabei ebenso als begünstigender Faktor auswirken wie das Alter oder das Auftreten von Gefäßverengungen bei Verwandten ersten Grades.

Welche Rolle spielt die Psyche bei Angina Pectoris?

Das menschliche Herz ist ein leistungsstarkes, aber auch sehr sensibles Organ. Negative Gedanken, Gefühle wie Ärger oder Trauer, Schmerz, Stress und Depressionen können sich in Erkrankungen niederschlagen, die wiederum zu Symptomen wie Angina pectoris führen.

Welche vermeidbaren Risikofaktoren begünstigen eine Angina pectoris?

Neben Ursachen, auf die Sie keinen Einfluss haben, gibt es zahlreiche Risikofaktoren, die Sie durchaus selbst beeinflussen können. Dazu gehören:

Risikofaktor RauchenRauchen

Angina pectoris Risikofaktor ÜbergewichtÜbergewicht

Angina pectoris Risikofaktor BluthochdruckBluthochdruck

Angina pectoris Risikofaktor unzureichende Bewegungunzureichende Bewegung

Angina pectoris Risikofaktor erhöhte Cholesterinwerteerhöhte Cholesterinwerte

Angina pectoris Risikofaktor StressStress

Warum ist Übergewicht so gefährlich?

Bei stark übergewichtigen Personen sorgen insbesondere die Fettzellen im Bauchraum für die Freisetzung von Botenstoffen, welche die Entstehung einer Arteriosklerose oder eines Diabetes begünstigen. Zudem können Lipide und andere Moleküle die Herzkranzgefäße verstopfen und dadurch eine koronare Herzerkrankung und Angina pectoris auslösen.

Was hat Diabetes mit Angina pectoris zu tun?

Der durch den Diabetes erhöhte Blutzuckerspiegel bewirkt, dass die Blutgefäße vorzeitig altern. Dadurch kommt es in wichtigen Organsystemen wie dem Herzen, der Niere oder dem Gehirn zu einer frühzeitigen Gefäßverkalkung und, daraus resultierend, zu einer schlechteren Durchblutung.

Worin besteht der Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Angina pectoris?

Durch anhaltend hohen Blutdruck verändern sich die Wände der Blutgefäße dahingehend, dass der Gefäßdurchmesser immer kleiner und die Gefäße weniger elastisch werden. Da durch die verengten Arterien weniger Blut zum Herzen gelangt, erhält dieses zu wenig Sauerstoff. Bei jahrelang bestehendem Bluthochdruck ist außerdem die Herzarbeit erhöht, wodurch der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels ansteigt. Das führt zu den für die Angina pectoris typischen Symptomen.

Welche Auswirkungen hat ein erhöhter Cholesterinspiegel?

Bei den Blutfetten ist die Unterscheidung zwischen dem «guten» HDL-Cholesterin und dem „schlechten“ LDL-Cholesterin von Bedeutung. Die Schutzwirkung des „guten“ HDL-Cholesterins wird durch neue Studien in Frage gestellt, besonders bedeutsam ist aber das „schlechte“ LDL-Cholesterin. Ist der Cholesterinspiegel dauerhaft erhöht, lagern sich überschüssige LDL-Partikel an den Gefäßwänden ab. Die so entstehenden arteriosklerotischen Plaques führen zur Verengung und Verhärtung der Blutgefäße. Das Herz und andere Organe werden immer schlechter mit Blut versorgt. Unbehandelt droht ein Gefäßverschluss, der sich in einem Herzinfarkt oder Schlaganfall äußert.

SCORE Risktest

Von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) wurde ein Tool zur systematischen koronaren Risikoevaluation entwickelt (SCORE Systematic COronary Risk Evaluation), mit dem man basierend auf den Risikofaktoren Alter, Geschlecht, Rauchverhalten, systolischer Blutdruck und Gesamtcholesterin das absolute Risiko für ein tödliches kardiovaskuläres Ereignis in einem Zeitraum von 10 Jahren berechnen kann.

SCORE ist geeignet für gesunde Individuen ab 40. Wenn bei Ihnen bereits eine der folgenden Erkrankungen diagnostiziert wurde, gilt Ihr Risiko damit schon als deutlich erhöht, und die SCORE ist nicht mehr anzuwenden: koronare Herzerkrankung, Diabetes mellitus Typ 2, Diabetes mellitus Typ 1 mit Endorganschäden, mindestens moderate chronische Niereninsuffizienz.

Geschlecht

Raucher

10-Jahresrisiko berechnen

Wussten Sie schon

Haben Sie gewusst, dass 80 bis 90 Prozent aller koronaren Herzerkrankungen und damit auch der Angina-pectoris-Fälle ihre Ursache im heutigen Lebensstil haben? Durch eine Anpassung Ihres Lebensstils können Sie viel zur Vorbeugung, aber auch zur Besserung der Symptome beitragen, selbst wenn Sie bereits an Angina pectoris erkrankt sind.

Geprüft Univ.-Prof. Dr. Robert Zweiker: Stand Februar 2019

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