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Kurs Angina pectoris verstehen: Lektion 4 von 7

Diagnose der Angina pectoris

Da eine koronare Herzkrankheit als Auslöser der Angina pectoris schlimmstenfalls zum Herzinfarkt führen kann, ist es unerlässlich, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Hierbei hilft ein weitreichendes diagnostisches Spektrum, angefangen von der Anamnese, also der Erhebung Ihrer Patientengeschichte im Gespräch durch die Ärztin/den Arzt bis hin zur Herzkatheteruntersuchung. Diese Lektion informiert Sie über die verschiedenen Untersuchungsmethoden und die Wichtigkeit der Differenzialdiagnose (Ausschluss von Krankheiten mit ähnlichen Symptomen).

Untersuchungsmethoden zur Diagnose der Angina pectoris

Das Fortschreiten einer Angina pectoris lässt sich nur durch eine gezielte Therapie verlangsamen. Hierzu bedarf es einer frühzeitigen Diagnose. Zunächst klärt Ihre Ärztin/Ihr Arzt in einem ausführlichen Gespräch ab, ob ein Verdacht auf Angina pectoris besteht oder begünstigende Krankheiten vorliegen. Im Anschluss erfolgt eine sorgfältige körperliche Befunderhebung, bei der verschiedene diagnostische Verfahren zur Anwendung kommen können.

Zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden zählen:

Diagnose der Angina pectoris: Untersuchungsmethode Elektrokardiogramm (EKG)

Elektrokardiogramm (EKG)

Diagnose der Angina pectoris: Untersuchungsmethode Echokardiografie (Ultraschalluntersuchung)

Echokardiografie (Ultraschalluntersuchung)

Diagnose der Angina pectoris: Untersuchungsmethode Myokardszintigrafie

Myokardszintigrafie

Diagnose der Angina pectoris: Untersuchungsmethode Koronar-Angiografie

Kontrastmitteluntersuchung der Herzkranzgefäße

Visualisierung Herzkathether

Herzkatheter

Über diese Diagnoseverfahren hinaus können noch weitere bildgebende Methoden wie MRT und CT zur Anwendung kommen.

Was passiert beim Elektrokardiogramm (EKG)?

Mithilfe des Elektrokardiogramms lassen sich die elektrischen Vorgänge in der Herzmuskulatur grafisch darstellen. Das ermöglicht Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt vielfältige Rückschlüsse auf die Herzfunktion.

Bei Menschen mit verengten Herzkranzgefäßen ist das EKG in Ruhe oftmals noch völlig unauffällig, da der Blutfluss meist noch zur ausreichenden Sauerstoffversorgung des Herzens ausreicht. Krankhafte Veränderungen finden sich erst während eines schweren Angina-pectoris-Anfalls. Deshalb wird bei Verdacht auf Angina pectoris neben dem Ruhe-EKG üblicherweise noch ein Belastungs-EKG mithilfe eines Fahrradergometers durchgeführt.

Diagnose der Angina pectoris: Untersuchungsmethode Elektrokardiogramm (EKG)

Wozu wird eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt?

Mithilfe des Echokardiogramms (Ultraschalluntersuchung des Herzens) kann die Ärztin/der Arzt die Funktion des Herzens und seiner Klappen beurteilen, Narben und andere Veränderungen am Herzen erkennen und Durchblutungsstörungen unter Belastung feststellen (Stressechographie).

Diagnose der Angina pectoris: Untersuchungsmethode Echokardiografie (Ultraschalluntersuchung)

Wie läuft die Myokardszintigrafie ab?

Lässt sich mit EKG und Ultraschall keine sichere Diagnose stellen, kann Ihre Ärztin/Ihr Arzt eine Myokardszintigrafie anordnen. Bei dieser Untersuchung wird eine radioaktive Substanz in den Herzmuskel gespritzt, die sich dort anreichert. Anschließend werden sowohl in Ruhe als auch unter Belastung Fotos mit Hilfe einer sogenannten Gammakamera gemacht. Auf diesen wird die Verteilung der radioaktiven Substanz im Herzen sichtbar. Dadurch können die Auswirkung von Durchblutungsstörungen auf den Herzmuskel untersucht und Narben nach einem Herzinfarkt nachgewiesen werden.

Myokardszinigrafie: Durchblutungsstörung durch Verengung der HerzkranzgefäßeMyokardszinigrafie: Normaler Myokardscan

Was ist bei der Kontrastmitteluntersuchung der Herzkranzgefäße zu erkennen?

Mittels Koronar-Angiografie ist es möglich, die Form der Herzkranzgefäße und Verengungen mit einem in die Gefäße verabreichten Kontrastmittel darzustellen. Die diagnostische Genauigkeit dieses Verfahrens beträgt mittlerweile mehr als 95 Prozent. Allerdings kann sich die exakte Beurteilung des Schweregrades einer Verengung und deren klinischer Bedeutung als schwierig erweisen.

Koronar-Angiografie: Durchblutung unterbrochenKoronar-Angiografie: Herzkranzgefäß durchblutet

Was passiert bei der Herzkatheter-Untersuchung?

Bei dieser Untersuchung wird von der Leiste oder dem Handgelenk aus eine dünne Sonde ins Herz vorgeschoben. Auf diese Weise lässt sich überprüfen, ob starke Gefäßverengungen vorliegen. Werden Verengungen gefunden, bei denen eine Bypass-Operation keinen Vorteil bringt, können während der Herzkatheter-Untersuchung sogenannte Stents eingesetzt werden, welche das verengte Blutgefäß offen halten.

Visualisierung Herzkathether

Wichtige Differenzialdiagnosen bei akuter Brustenge

Kommen Sie mit Brustschmerzen in eine Arztpraxis oder in eine Klinik, müssen die verantwortlichen MedizinerInnen eine Reihe differenzialdiagnostischer Überlegungen anstellen, da sich eine Fehldiagnose als lebensbedrohend erweisen könnte. Zu den relevantesten Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, die ebenfalls in Betracht gezogen werden sollten, zählen:

  • akuter Herzinfarkt
  • akutes Aortenaneurysma (krankhafte Ausweitung der Hauptschlagader)
  • Spontan- bzw. Spannungspneumothorax (krankhafte Luftansammlung im Brustkorb)
  • Lungenembolie (Verschluss eines Lungengefäßes durch ein Blutgerinnsel)
  • Erkrankungen im Bereich der Brustwirbelsäule
  • Perikarditis (Herzbeutelentzündung)
  • Pleuritis (Rippenfellentzündung)
  • neurologische Erkrankungen
  • Erkrankungen/Entzündungen der Speiseröhre, z.B. Reflux

Wussten Sie schon

Haben Sie gewusst, dass in Industrieländern Herz- und Gefäßerkrankungen für fast zwei Drittel aller Todesfälle im Erwachsenenalter verantwortlich sind? Der Hauptauslöser für die Mehrzahl dieser Erkrankungen ist die Arteriosklerose, deren Hauptursachen in einer ungesunden Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht zu finden sind.

Geprüft Univ.-Prof. Dr. Robert Zweiker: Stand Februar 2019

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