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Kurs Behandlung des Lungenhochdrucks: Lektion 4 von 6

Operationen und Eingriffe

Wenn die Therapie mit Medikamenten nicht ausreicht, um die angestrebten Ziele zu erreichen, können in speziellen Situationen verschiedene Operationstechniken und Eingriffe infrage kommen. Speziell bei der CTEPH (chronisch-thromboembolischen pulmonalen Hypertonie) können diese Eingriffe sogar vor der Medikation veranlasst werden und manchmal diese Form des Lungenhochdruck heilen. In anderen Fällen der pulmonalen Hypertonie steht als weitere Möglichkeit die Lungentransplantation zur Verfügung.

Pulmonale Endarterektomie (Chirurgischer Eingriff zur Behandlung der chronisch thromboembolischen pulmonalen Hypertonie CTEPH)

CTEPH entsteht als Folge von Lungenembolien, die einen Teil der Lunge geschädigt haben. Unter guten Bedingungen lässt sich die Erkrankung teilweise oder vollständig rückgängig machen. Die pulmonale Endarterektomie ist eine Operationstechnik, bei der Gefäßverschlüsse aus den Lungenarterien entfernt werden. Dadurch verbessert sich die Durchblutung der Lunge und das Blut kann wieder in davor von der Zirkulation abgetrennte Lungenbereiche fließen. Im Idealfall kann auf diese Weise der Lungendruck deutlich gesenkt werden, teilweise bis in den Normalbereich.

Ballonangioplastie der Lungenarterien (Eingriff bei CTEPH)

PatientInnen, die unter CTEPH leiden, aber aus verschiedenen Gründen nicht operiert werden können, kommen für diesen Eingriff infrage.

Hierbei wird ein Ballon in das verengte Gefäß geschoben und dort aufgeblasen, um die Verengung zu reduzieren.

Die Lungenarterie wird so geweitet und der Blutfluss verbessert.

Letzter Ausweg: die Transplantation

Sind Lunge und/oder Herz durch Lungenhochdruck schon stark geschädigt, kann eine Lungentransplantation lebensrettend sein.

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu dieser Operation:

Welche Organe werden transplantiert?

Üblicherweise werden bei PAH (pulmonal-arterieller Hypertonie) beide Lungenflügel transplantiert.  Selten werden sowohl Lunge als auch Herz transplantiert, da sich das Herz in den meisten Fällen nach der Lungentransplantation komplett erholt.

Wann kommt eine Transplantation infrage?

Eine Organtransplantation ist ein sehr großer Eingriff mit entsprechenden Folgen für den/die PatientIn. Deshalb wird sie erst dann in Erwägung gezogen, wenn die Medikamente nicht mehr ausreichen. Da die Wartezeit für ein Spenderorgan lang ist, sollte  die Listung für die Lungentransplantation gut geplant werden.

Wie läuft die Transplantation ab?

Bei der Doppellungen-Transplantation entnehmen die behandelnden ÄrztInnen beide Lungenflügel (und eventuell das Herz) des/der PatientIn und ersetzen diese durch das Spenderorgan. Nach erfolgreicher Operation versorgt der Körper das neue Organ mit Blut und es kann seine Funktion aufnehmen.

Was bringt die Transplantation für PatientInnen mit PAH?

Im Idealfall schenkt die Transplantation den Lungenhochdruck-PatientInnen wieder eine ganz neue Lebensqualität mit meist guter Belastbarkeit.

Welche Folgen und Risiken birgt die Transplantation bei Lungenhochdruck?

Eine Organtransplantation ist ein sehr schwerer Eingriff, der natürlich mit gewissen Risiken verbunden ist. Eine große Belastung für die PatientInnen ist die Immunsuppression: Das Immunsystem muss lebenslang mit Medikamenten unterdrückt werden, um eine Abstoßung des transplantierten Organs zu vermeiden. Diese medikamentöse Behandlung birgt allerdings die Gefahr von Infektionen und anderen Erkrankungen.

Wussten Sie schon

Neben den körperlichen Schwierigkeiten kann eine Organtransplantation auch eine große psychische Belastung sein. Gleiches gilt für das Warten auf ein passendes Organ. Hilfe durch Familie/Umfeld und eine/n PsychologIn ist wichtig.

Geprüft Univ.-Prof.in Dr.in Irene Lang: Stand April 2019

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