2. Maßnahmen bei positivem Testergebnis

Positives Ergebnis verstehen

Oftmals ist ein positives Testergebnis ein Schock für die Betroffenen und Angehörigen. Jedoch ermöglicht das Wissen um die Mutation eine Reihe von Maßnahmen um das persönliche Krebsrisiko deutlich zu senken.

Müssen nach einem positiven Ergebnis weitere Maßnahmen eingeleitet werden?

Bei einem positiven Gentest empfiehlt sich die Teilnahme an einem engmaschigen Früherkennungsprogramm. Ob und wie schnell eine Operation oder andere Behandlungsformen zur Verringerung des Risikos Sinn machen, hängt vom Einzelfall ab. Es Es ist letztendlich Ihre freie Entscheidung, ob und wie weiter vorgegangen wird – Sie können sich auch dafür entscheiden, keine Maßnahmen zu setzen.

Welche Bedeutung hat ein positives Ergebnis, wenn der Krebs bereits ausgebrochen ist?

Ist der Krebs bei Ihnen bereits ausgebrochen, kann sich das Wissen um BRCA1- oder BRCA2-Mutation auch auf die weitere Therapie auswirken. So hat beispielsweise die Entwicklung einer neuen Medikamentengruppe, sogenannter PARP-Inhibitoren, die Behandlungsmöglichkeiten bei Eierstockkrebs und gewissen Formen von Brustkrebs deutlich verbessert.

Wer übernimmt die Kosten für weitere Maßnahmen?

Wenn der Gentest bei Ihnen zu einem positiven Ergebnis geführt hat, wird die Genberatung Ihnen Informationen – etwa über ein engmaschiges Früherkennungsprogramm – mit auf den Weg geben. Ihre behandelnde Ärztin/Ihr behandelnder Arzt verschreibt Ihnen aufgrund dieser Empfehlungen die nötigen Untersuchungen. Die Kosten dafür werden üblicher Weise von der Krankenkasse übernommen.

Celine-unbrca.ble
Ich war richtig traurig, als ich das Ergebnis bekam. Habe einen Tag lang geweint. Danach wurde es aber stetig besser. Ich wusste welche Möglichkeiten ich habe dem Krebs zuvorzukommen und habe mich zügig für eine prophylaktische Mastektomie entschieden. Die Belastung bis zur OP war allerdings immens!
@unbrca.ble
Betroffene

Mögliche Maßnahmen bei positivem Ergebnis

Es gibt eine Reihe an möglichen Maßnahmen, die bei einem positiven Testergebnis in Erwägung gezogen werden können. Die endgültige Entscheidung wird aufgrund Ihrer persönlichen Situation und Wünschen getroffen.

Welche therapeutischen Optionen gibt es bei positivem Testergebnis?

Für Frauen

Wenn bei Ihnen eine Mutation an einem der beiden BRCA-Gene festgestellt wurde, wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt mit Ihnen unter Umständen über die Möglichkeit von vorbeugenden Operation sprechen. So können etwa eine risikoreduzierende Mastektomie – eine Entfernung des Brustdrüsengewebes – und/oder eine Entfernung der Eierstöcke sowie der Eileiter in Erwägung gezogen werden. Das Ziel der genannten Operationen ist es, das Auftreten von Krebserkrankungen zu verhindern und letztendlich dadurch die Prognose zu verbessern. Die Entscheidung zur Operation und Planung hängt von zahlreichen Faktoren ab (Alter, Kinderwunsch, Familienanamnese, Eigenanamnese, Art der Mutation etc.).

leben.mit.brca2
Es hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen! Für mich war sofort klar, dass sich mein Leben mit diesem Ergebnis ändert. Ich habe sofort einen Termin in einem Hamburger BRCA Zentrum gemacht und mit meiner Gynäkologen gesprochen wie es weiter geht.
@leben.mit.brca2
Betroffene

Für Männer

Es liegen bislang keine aussagekräftigen Studienergebnisse in Bezug auf die Früherkennung des männlichen Brustkrebses bei Männern BRCA-Mutation vor. Deshalb wird Ihnen als Mann nur die regelmäßige Selbstuntersuchung empfohlen. Ihre Ärztin/Ihr Arzt zeigt Ihnen, wie Sie diese Untersuchung durchführen. Wenn Sie über 40 Jahre alt sind, sollten Sie darüber hinaus jährlich zur Prostata-Früherkennnungsuntersuchung gehen. Sie umfasst eine Tastuntersuchung durch die Ärztin/den Arzt und einen PSA-Test (Prostata Spezifisches Antigen).

Früherkennung als Maßnahme bei positivem Ergebnis

Den stärksten Effekt zur Verringerung des Krebsrisikos haben die genannten risikoreduzierenden Operationen. In manchen Fällen ist bei einem positivem Ergebnis, alternativ zur Operation, eine engmaschige Früherkennung eine geeignete Maßnahme. Je nach Alter und Geschlecht der/des Betroffenen werden andere Vorsorgeuntersuchungen empfohlen.

Wann sollte ich zu welcher Früherkennungsuntersuchung?

Laut aktuellen Empfehlungen sollten Sie folgende Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen:

Für Frauen

Untersuchung Häufigkeit
Ab dem 18. Lebensjahr: gynäkologische Untersuchung inkl. Palpation alle 12 Monate
Ab dem 25. Lebensjahr: Magnetresonanztomografie (MRT) alle 12 Monate
Ab dem 35. Lebensjahr: Mammografie alle 12 Monate
Selbstuntersuchung monatlich
Brustultraschall bei Bedarf
Gynäkologische Untersuchung mit transvaginalem Ultraschall alle 12 Monate
Tumormarker CA 125 Bestimmung alle 12 Monate

Für Männer

Untersuchung Häufigkeit
ab dem 40. Lebensjahr:  Prostata-Früherkennnungsuntersuchung alle 12 Monate
Selbstuntersuchung monatlich
Brustultraschall bei Bedarf

Sollte ich noch andere Früherkennungsuntersuchungen als jene für Brust- und Eierstockkrebs durchführen lassen?

Bei einem positiven BRCA-Test ist auch die Wahrscheinlichkeit erhöht, an anderen Krebsarten zu erkranken. Die klinische Bedeutung dieses Risikos ist aber eher gering. Aus diesem Grund werden keine speziellen Früherkennungsuntersuchungen empfohlen. Allerdings sollten die Früherkennungsempfehlungen der Österreichischen Krebshilfe besonders genau eingehalten werden.

Downloads

  • Glossar Hier finden Sie begleitend zur Online-Kursreihe "BRCA-Gentest" alle wichtigen Begriffe gesammelt.

Diesen Kurs bewerten

Ihr Feedback hilft anderen Nutzern die für sie passenden Kurse zu finden.

Geprüft Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Stephan Polterauer: Stand 15.10.2020 | AT-4007 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

selpers insider

Melde dich kostenlos zum selpers insider an und erhalte einmal im Monat eine E-Mail mit:

  • Exklusiven Downloads & Verlosungen
  • Einladungen zu kostenlosen Experten-Sprechstunden
  • Kostenlosen Patientenschulungen
  • Praktischen Tipps von ExpertInnen
  • Erfahrungsberichten von Betroffenen