4. Negatives oder unklares Ergebnis

Konsequenzen eines negativen oder unklaren Ergebnisses

Bei einem negativen oder unklaren Ergebnis wird davon ausgegangen, dass das Krebsrisiko nicht erhöht ist. Damit sind auch keine weiteren Konsequenzen mit dem Testergebnis verbunden. In Abhängigkeit von der Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Ihnen oder Ihren Familienangehörigen wird individuell bezüglich der Möglichkeiten, Früherkennung und Operationen eingegangen.

Welche Maßnahmen machen bei unklarem oder negativem Ergebnis Sinn?

Ihr Krebsrisiko ist bei negativen Ergebnis im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung wahrscheinlich nicht erhöht. Deshalb werden typischerweise Vorsorgeuntersuchungen (Hochrisiko-Programm) empfohlen, die auch von den Gesundheitsorganisationen veröffentlicht werden.
In einzelnen Fällen oder auch bei unklarem Testergebnis können andere Maßnahmen sinnvoll sein – besprechen Sie dies mit Ihren behandelnden ÄrztInnen

Sinkt bei negativem oder unklarem Ergebnis auch das Risiko für andere Krebserkrankungen?

Es ist nicht zwangsläufig der Fall, dass bei negativem oder unklarem Ergebnis das allgemeine Krebsrisiko sinkt. Nicht jede Krebserkrankung wird durch eine Mutation der BRCA-Gene hervorgerufen. Auch andere Gene und viele weitere Faktoren können für eine Krebserkrankung verantwortlich sein.

Früherkennung bei negativem oder unklaren Ergebnis

Die Früherkennung spielt bei den meisten Krebserkrankungen eine große Rolle. Auch bei negativem oder unklarem BRCA-Testergebnis kann eine intensive Früherkennung sinnvoll sein.

Kann ich trotz negativem / unklarem Ergebnis engmaschige Früherkennung in Anspruch nehmen?

Bei unklarem Ergebnis wird Ihnen die Brustgenberatung die Möglichkeit anbieten, an einem engmaschigen Früherkennungsprogramm teilzunehmen. Ob Ihnen trotz negativem Ergebnis eine intensive Früherkennung empfohlen wird, hängt von der Familienanamnese ab: Wenn in Ihrer Familie bisher keine BRCA-Mutation nachgewiesen wurde, aber dennoch mehrere Fälle von Brust- und/oder Eierstockkrebs aufgetreten sind, kann eine engmaschige Früherkennung sinnvoll sein.

Nach dem Test

Selbst nach einem negativen oder unklaren Testergebnis können einige Fragen aufkommen. In einer abschließenden genetischen Beratung haben Sie Gelegenheit, Ihre Fragen zum Ergebnis und weiterem Vorgehen zu stellen.

Sollten sich andere Familienmitglieder trotz meines negativen / unklaren Ergebnisses testen lassen?

Die genetische Erstuntersuchung beginnt üblicher Weise bei einem erkrankten Familienmitglied.
Bei der Erstuntersuchung in einer Familie ist eine aufwändige genetische Analyse notwendig. Wird eine krankheitsauslösende Mutation in einem Risikogen entdeckt, können weitere Familienmitglieder auf das Vorliegen derselben Mutation untersucht werden. In ihrem Fall dauert die Analyse nicht mehr so lange.
Ob eine Testung Ihrer Familienmitglieder trotz Ihres negativen Ergebnisses sinnvoll ist, hängt von individuellen Faktoren ab. Eine genetische Beratung kann hier Aufschluss geben.

Wie kann ich mit der Unsicherheit umgehen?

Ein negatives Testergebnis sollte in erster Linie eine Erleichterung für Sie sein. Wenn Sie aufgrund der familiären Veranlagung jedoch weiterhin besorgt sind, dass Sie an Krebs erkranken könnten, sprechen Sie mit Ihren ÄrztInnen. Neben einer engmaschigen Früherkennung können auch weitere Maßnahmen Ihnen dabei helfen, Unsicherheit zu überwinden.

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  • Glossar Hier finden Sie begleitend zur Online-Kursreihe "BRCA-Gentest" alle wichtigen Begriffe gesammelt.

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Geprüft Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Stephan Polterauer: Stand 15.10.2020 | AT-4007 | Quellen und Bildnachweis

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