3. Impfungen und Krebstherapie

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Was sollte man bei Impfungen im Zusammenhang mit einer Chemotherapie beachten?

Wichtig ist, bevor eine Chemotherapie begonnen wird, auch da wieder: Bevor die Chemotherapie angefangen hat, ist es sehr wichtig, dass der Impfstatus überprüft worden ist. Wenn Impfungen fehlen, sollen die vor Chemotherapie möglichst durchgeführt werden.

Oft ist das nicht der Fall. Oder oft ist das Thema Impfen erst während der Chemotherapie ein Thema. Hier lässt sich sagen, dass man auch während der Chemotherapie impfen kann. Allerdings muss man gewähr sein, dass die Impfwirkung relativ reduziert sein kann.

Daher: Wenn man eine volle Wirkung haben möchte von einem Impfstoff, raten wir in der Regel an, nach der Chemotherapie, nämlich drei Monate nach der Chemotherapie, erst die Impfungen durchzuführen. Das schließt dann Lebend- und Tot-Impfstoffe ein.

Ganz wichtig:

  • Die Lebend-Impfungen sind diese Impfungen, die auf keinen Fall während der Chemotherapie gegeben werden dürfen. Die müssen in jedem Fall eine Chemotherapie abwarten.
  • Die Tot-Impfstoffe dürfen während der Chemotherapie gegeben werden. Aber besser ist es entweder davor oder danach wegen der Wirksamkeit und wegen dem besseren dauerhaften Resultat.

Bis wie lang vor dem Start der Chemotherapie kann ich mich impfen lassen?

Es gibt eine Grundregel, wie lange man sich vor Chemotherapie impfen lassen kann. Man sagt:

  • Bis zu vierzehn Tage vor Beginn der Chemotherapie können alle Tot-Impfstoffe gegeben werden.
  • Bis zu vier Wochen vor Therapiebeginn können alle Lebend-Impfungen gemacht werden.

Also vier Wochen vor Therapie muss eine Lebend-Impfung abgeschlossen sein. Das ist ganz wichtig. Weil dann hat das Immunsystem lang genug Zeit, den Schutz aufzubauen. Und danach kann dann die Chemotherapie beginnen. Das ist eine Grundregel, die einzuhalten ist.

Welche Impfungen können auch während der Chemotherapie sinnvoll sein?

  • Eine der wichtigsten Impfungen ist, die ich schon erwähnt habe, die Influenza-Impfung. Hier wird unabhängig von der Chemotherapie die Influenza-Impfung in der Saison jedes Jahr empfohlen.
  • Auch die Pneumokokken-Impfung kann sehr sinnvoll sein während der Chemotherapie durchzuführen.
  • Und ähnliches gilt für die Keuchhusten-Impfung, die nur in Kombination mit Tetanus und Diphtherie gegeben werden kann.

Das sind die drei Impfungen, wo ich sage, dass es sinnvoll ist, die auch während der Chemotherapie zu machen.

Man muss aber natürlich unterscheiden dann, um was für eine Krebserkrankung es sich handelt, ob das eine Chemotherapie im Rahmen von sogenannten soliden Tumoren, also z.B. Brustkrebs, Prostatakarzinom oder Darmkrebs ist, oder ob wir von sogenannten hämatologischen Krebserkrankungen sprechen, Stichwort das Myelom. Hier ist eine ganz andere Vorgehensweise notwendig, denn in der Regel kann hier im Rahmen von Stammzell-Transplantationen ein ganz anderes Vorgehen notwendig sein, nämlich man beginnt nach der Chemotherapie wirklich wieder, wie ein Baby geimpft zu werden, weil man durch die Stammzell-Transplantation jeglichen Schutz aus der Kindheit oder zu früheren Jahren verloren hat.

Ab wann kann nach einer Chemotherapie wieder geimpft werden?

Nach einer herkömmlichen Chemotherapie, die z. B. im Rahmen von Brustkrebs, Magenkarzinom, Lungenkrebs und so weiter gegeben wird, ist die Grundregel:

  • Ein Monat nach der Chemotherapie kann mit Tot-Impfstoffen geimpft werden und ein gutes Resultat erzielt werden.
  • Die Lebend-Impfungen sollen nicht drei Monate vor Beendigung der Chemotherapie begonnen werden.

Impfen und Chemotherapie

Die rechtzeitige Überprüfung des Impfstatus vor einer Chemotherapie ist ein bewährtes Mittel, um einen besseren Immunschutz herbeiführen zu können. Unter Grundlegende Impfungen können Sie nachlesen, welche Impfungen grundsätzlich überprüft werden und auf dem aktuellsten Stand sein sollten. Während einer Chemotherapie darf nämlich nicht alles geimpft werden und auch nach Ende der Krebstherapie muss unter Umständen abgewartet werden, bevor bestimmte Impfungen erfolgen können.

Auswirkungen von Chemotherapie auf Impfungen

Chemotherapie funktioniert über die Gabe sogenannter Zytostatika-Medikamente, die das Tumorwachstum stoppen sollen. Dabei greifen sie jedoch nicht nur den Krebs an, sondern wirken sehr unspezifisch auf eine Vielzahl von Zellen im Körper, zu denen auch Zellen des Immunsystems zählen.

Wenn ihre Anzahl abnimmt oder sie nicht arbeiten können, kann bei Gabe eines Impfstoffes keine oder nur eine sehr geringe Immunantwort erfolgen, wodurch das System keinen ausreichenden Schutz aufbauen kann.

Totimpfstoffe und Lebendimpfstoffe

Totimpfstoffe gelten während einer laufenden Chemotherapie als sicher. Von Lebendimpfstoffen während der Chemotherapie wird eindeutig abgeraten. Der Hintergrund ist, dass sich abgeschwächte Erreger bei unterdrücktem Immunsystem vermehren und ausbreiten können. Eine Auflistung welche Totimpfstoffe bei Chemotherapien grundsätzlich möglich sind, finden Sie in der Tabelle zum Downloaden.

Wann sind Impfungen wieder möglich?

Nach Ende der Chemotherapie kann es etwas dauern, bis das Immunsystem wieder ausreicht, um Impfungen gut zu vertragen und aktiv Antikörper und Gedächtniszellen zu bilden. Man geht grundsätzlich davon aus, dass drei Monate nach Beendigung das Immunsystem wieder so fit ist, dass unbedenklich Impfstoffe verabreicht werden können. Bei Lebendimpfstoffen sollte man mit dem Impfen noch ein wenig länger warten. Wann und welche Lebendimpfungen nach einer Chemotherapie wieder möglich sind, können Sie ebenfalls in der Tabelle zum Downloaden nachlesen.

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Warum geht der vorhandene Impfschutz durch eine Stammzelltransplantation verloren?

Eine der wichtigsten Behandlungen von Myelom-Patienten ist, um das Immunsystem wieder zu regenerieren und normalisieren, ist, dass es zu einer Stammzell-Transplantation kommt.

Die Vorbehandlung einer Stammzell-Transplantation und während der Stammzell-Transplantation ist eine extreme Immunsuppression, deshalb, weil es notwendig ist, dass das Transplantat, das von einem anderen Menschen stammt, angenommen wird. Das bedeutet, dass das eigene Immunsystem sozusagen lahmgelegt wird und die Zellen, die vom Spender gegeben werden, auch bestrahlt worden sind und auch in einen Zustand, in einen kindlichen Zustand versetzt werden.

Das heißt: Nachdem diese Therapie durchgeführt worden ist, beginnt man eigentlich fast bei Null, wie ein Baby das Immunsystem wieder zu schulen und wieder fit zu machen.

Wie wird der Impfschutz nach einer Stammzelltransplantation wieder aufgebaut?

Hier gibt es ganz klare und strenge Regeln, wie vorzugehen ist, an die sich eigentlich alle halten sollen und die Informationen auch in der Regel schon dem Patienten vor Stammzell-Transplantation gegeben wird, damit man sich einstellen kann. Was ist das? Die Informationen, sofern nicht nach der Stammzell-Transplantation noch zusätzlich schwere immunsuppressive Therapien fortgesetzt werden, ist die Grundregel die, dass man 3 bis 6 Monate nach Stammzell-Transplantation mit den Tod-Impfstoffen beginnt. Einer der wichtigsten und ersten Impfstoffe, die hier begonnen werden, sind Pneumokokken-Impfungen. Dann kommen die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, Hepatitis B. Das wird wie bei den kleinen Babys mit dem sogenannten 6-fach-Impfstoff bevorzugt geimpft, und es wird in der Regel immer eine so genannte Grund-Immunisierung geimpft, heißt das Impfschema nach Stammzell-Transplantation ist ganz ident dem Kinder-Impfschema bei einem 3 Monate alten Baby, also den Säuglingen.

Wann nach der Stammzelltransplantation können wieder Lebend-Impfstoffe verabreicht werden und wie kann man die Zeit bis dahin überbrücken?

Wichtig ist auch das nach Stammzell-Transplantation auf jeden Fall zwei Jahre gewartet werden muss, bevor das erste Mal ein Lebend-Impfstoff gegeben wird. Das ist deshalb wichtig, weil Masern, Mumps, Röteln und auch Varizellen, also Feuchtblattern darf nicht bis zwei Jahre nach Stammzell-Transplantation gegeben werden, weil man eben befürchten könnte, dass durch die Immunsuppression die Erkrankung zu gefährlich wäre. Aber weil man auch das Transplantat nicht gefährden möchte durch entsprechende Entzündungen. Das ist ganz wichtig einzuhalten.

Und wenn Personen Angst haben während der Zeit, gibt es die Möglichkeit, in den ersten zwei Jahren nach Therapie z.B. durch Immunglobulin-Substitutionen, die Schutzfaktoren, Antikörper enthalten, dass man das vorübergehende zusätzlich appliziert.

Sollte man vor Stammzelltransplantation aller Impfungen auf den Letztstand bringen?

Auch bei der Stammzell-Transplantation wird empfohlen, alle Impfungen noch einmal auf einen Letztstand zu bringen. Es ist auch günstig, dass der Spender die Impfungen auf den Letztstand bringt. Wieso? Weil man hier doch die Möglichkeit hat, dass derjenige, der die Stammzell-Transplantation hat, da kann man sozusagen die Gedächtniszellen fördern und vermehrt aufbauen. Und diese Gedächtniszellen sind meistens in verschiedenen Organen zurückgezogen. Und auf die kann man sich dann auch verlassen, dass die nach der Therapie wieder reaktiviert werden können.

Das heißt: Es ist sehr sinnvoll sich vor Stammzell-Transplantation noch einmal impfen zu lassen.

Danach eben frühestens beginnt man erst drei bis sechs Monate nach Stammzell-Transplantation, um das Immunsystem wieder weiter zu schulen.

Wie soll ich mich nach der Stammzelltransplantation aufgrund der erhöhten Infektanfälligkeit verhalten?

Jeder Immunsupprimierte, besonders nach der Stammzell-Transplantation, weiß, dass er eine erhöhte Infektanfälligkeit hat.

Ganz wichtig sind die Maßnahmen, die für Stammzell-Transplantierte immer gegolten haben:

  • der Mund-Nasen-Schutz
  • Abstand halten,
  • Händedesinfektion,
  • Handschuhe tragen.

Alles, was jetzt alle Menschen in der Covid-Krise gelernt haben, war eigentlich für einen Patienten, der Stammzell-transplantiert war, immer Alltag.

Für Stammzell-Transplantierte ist die jetzige Situation eigentlich fast günstiger, weil jeder jetzt diese Maßnahmen ergreifen muss und daher anzunehmen ist, dass diese Infektionsgefahr Mensch-zu-Mensch-Übertragung von Infektionen durch das allgemeine Verwenden von Mund-Nasen-Schutz und Abstandhalten deutlich reduziert wird.

Das ist eine gute Situation, um sozusagen ein bisschen mehr Sicherheit aufzubauen und nicht das Gefühl zu haben, dass man als Transplantierter das Haus nicht verlassen darf oder sich nicht mehr bewegen kann, weil hier jetzt doch mehr Vorsicht in der Bevölkerung durch die Corona-Krise Einzug gehalten hat.

Impfen und Stammzelltherapie

Durch die Stammzelltransplantation bekommt die Krebspatientin/der Krebspatient sozusagen ein neues Immunsystem. Um den Schutz wieder vollständig aufzubauen, gibt es einige Vorkehrungen, die zum Wohle der Patientin/des Patienten, beachtet werden müssen.

Wie funktionieren Stammzelltransplantationen?

Die Stammzelltransplantation ist ein Verfahren, welches bei PatientInnen, die beispielsweise an Leukämien oder Lymphomen erkrankt sind, eingesetzt wird. Dabei erfolgt zuerst eine intensive Behandlung bei der das gesamte Knochenmark und alle erkrankten Zellen ausgeschaltet werden. Im Anschluss werden gesundes Knochenmark oder gesunde Stammzellen eines Spenders übertragen mit dem Ziel, neue Blutzellen zu bilden. Damit die transplantierten Blutzellen sich nicht gegen den Körper wenden, müssen PatientInnen oft lebenslang immunsupprimierende Medikamente einnehmen.

Impfungen bei einer Stammzelltransplantation

Es hat sich gezeigt, dass durch die Transplantation und die vorangegangene radikale Chemotherapie der Impfschutz abnimmt. Daher lauten die Impfempfehlungen für PatientInnen nach Stammzelltransplantation wie folgt: Alle Impfungen sollten als Grundimmunisierung durchgeführt werden. Das bedeutet, dass so geimpft wird, als ob es sich um Erstimpfungen handelt, wie es normalerweise bei Kindern durchgeführt wird. Folgende Punkte sollten KrebspatientInnen deswegen nach einer Stammzelltransplantation beachten:

  • Lebendimpfungen dürfen frühestens nach 2 Jahren geimpft werden.
  • Totimpfungen wie Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten können 6 Monate nach Therapieende durchgeführt werden.
  • Für den Übergangszeitraum in welchem nur geringer Schutz vorhanden ist, sollten PatientInnen mit Stammzelltransplantationen große Menschenmengen meiden und auf gute Hygiene-Schutzmaßnahmen achten.

Welche Impfungen bei Stammzelltransplantationen empfohlen werden, können Sie in der Tabelle zum Downloaden nachlesen.

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Wann kann ich mich nach einer Anti-B-Zell-Therapie wieder impfen lassen?

Nach einer Anti-B-Zell-Therapie ist es so, dass die Wirksamkeit der B-Zellen oder die Zahl der B-Zellen mindestens für ein halbes Jahr sehr, sehr reduziert ist. Man sagt, es gibt so Grundregeln, dass man sagt: Tod-Impfstoffe können frühestens sechs Monate nach der letzten Gabe von einer Anti-B-Zell-Therapie begonnen werden. Die Lebend-Impfstoffe machen keinen Sinn vor einem Jahr nach Therapie durchzuführen.

Für viele Patienten bedeutet das: Die Anti-B-Zell-Therapie ist sehr häufig eine dauerhafte Therapie, die gemacht wird. Das heißt: Hier wird so ein Zyklus durchgeführt, dass alle sechs Monate meistens eine B-Zell-Therapie erneuert wird. Was man machen kann ist, man kann in diesem Intervall, bevor die neue Therapie gemacht wird, versuchen, hier Tot-Impfstoffe zur applizieren. Es ist aber sinnvoll bei diesen Patienten auch immer wieder zu kontrollieren, wie denn die Anzahl der B-Zellen tatsächlich vorliegt, um abschätzen zu können: Macht eine Impfung Sinn oder nicht?

Kann ich mich mit einem Lebendimpfstoff impfen lassen, wenn meine Therapie Biologika enthält?

Die Biologika-Therapien sind ja sehr mannigfaltig, und es ist ganz wichtig, dass man sich als Arzt genau damit beschäftigt und auskennt, welches Biologikum eingesetzt worden ist und welche immunsuppressive Wirkung so ein Biologikum hat.

Grundsätzlich ist es so: Es gilt als Grundregel, dass Lebend-Impfstoffe nicht während einer Biologika-Therapie gegeben werden dürfen, sondern man muss in der Regel drei Monate ein Biologikum absetzen, bevor eine Lebend-Impfung gegeben wird und danach circa vier Wochen gewartet werden, bevor das Biologikum wieder gegeben werden kann.

Die Krebspatienten sind gute Beispiele für eine so genannte individuelle Impf-Beratung und für individuelle Impfschemata. Und daher muss man auch im Falle von Biologika nicht hier ganz genau auf das Präparat eingehen, um abschätzen zu können: Kann man schon zu einem früheren Zeitpunkt eine Impfung durchführen? Macht es Sinn oder nicht? Also hier muss man eigentlich von Patient zu Patient und von Präparat zu Präparat die Entscheidung treffen.

Kann ich mich während einer Therapie mit Small Molecular Inhibitors impfen lassen?

Auch bei dieser Kategorie von Immuntherapeutika ist es so, dass das Immunsystem beeinträchtigt wird, und in der Regel gibt es Kontraindikationen, was Lebend-Impfungen betrifft. Aber noch einmal: Es ist natürlich der Grad der Immunsuppression, der durch das Immuntherapeutikum induziert wird, entscheidend über die einerseits Auswirkungen auf das Immunsystem und andererseits die Möglichkeit der Verwendung von bestimmten Impfstoffen.

Das heißt: Man muss sich überlegen, welches Therapeutikum einen hohen Grad der Immunsuppression liefert, Grad 3 bedeutet immer Kontraindikationen für Lebend-Impfungen, oder vielleicht ein Immuntherapeutikum, das nicht so eine hohe Immunsuppression durchführt. Da könnte man sich sehr wohl überlegen, ob manche Lebend-Impfungen vielleicht unter der Therapie oder kurzfristigem Aussetzen abgegeben werden können. Wiederum eine sehr individuelle Vorgehensweise, die hier notwendig ist.

Was für weitere Therapien gibt es?

Ich glaube, das Allerwichtigste ist wirklich, dass die Ärzte, die sich mit dem Thema Krebs und Impfen beschäftigen, fit sind auf der Basis, welche Therapien es gibt, welche Möglichkeiten hier vorliegen, um abschätzen zu können, wann welche Impfung notwendig ist. Es gibt keine Kochrezepte, was das Impfen betrifft bei diesem Patientenkollektiv.

Es gibt Impfpläne, die aufgestellt worden sind für die allgemeine gesunde Bevölkerung. Und diese hier gelten uns nur als Hilfe, um überlegen zu können: Ist das anwendbar bei Risikopatienten, bei Patienten, die Grunderkrankungen haben?

Also hier steht ganz im Vordergrund das individuelle Vorgehen, das personalisierte Vorgehen, die personale Medizin, die in der Krebsbehandlung ja sowieso Einzug genommen hat. Das ist auch ein Faktum, was das Impfwesen betrifft.

Impfen und weitere Therapien

Nicht nur Chemotherapie und Stammzelltransplantation werden zur Behandlung von Krebs eingesetzt. Viele weitere Behandlungen werden individuell auf die Patientin/den Patienten abgestimmt. Auch bei diesen muss das Immunsystem genau beobachtet werden.

Antikörpertherapien und Impfungen

Es hat sich gezeigt, dass bei speziellen Therapieformen, wie beispielsweise der Antikörpergabe bei Myelom- und Lymphom-PatientInnen, eine verminderte Wirkung von Impfungen auftritt.

Auswirkungen von Rituximab

Der Wirkstoff „Rituximab“ wird zur Behandlung von malignen Lymphomen eingesetzt, indem es eine bestimmte Art von Immunzellen, die B-Zellen, aus dem Körper entfernt.

Dabei hat man festgestellt, dass während der Behandlung durchgeführte Impfungen keinerlei Wirksamkeit haben. Grund dafür ist, dass durch die fehlenden B-Zellen keine Immunantwort ausgelöst werden kann und der Körper dementsprechend auch keine Antikörper und Gedächtniszellen bildet.

Auswirkungen von Daratumumab

Auch „Daratumumab“, welches bei multiplem Myelom eingesetzt wird, veranlasst Nebenwirkungen im Immunsystem. So steht eine Reaktivierung des Hepatitis-B-Virus in Zusammenhang mit der Gabe des Medikaments. Konkret bedeutet dies, dass eine Therapie mit „Daratumumab“ den durch Impfungen aufgebauten Schutz vor Hepatitis B zerstören kann.

Da Krebstherapien abseits der Chemotherapie und Stammzelltransplantation personalisiert sind, können kaum allgemeingültigen Aussagen über das Zusammenwirken mit Impfungen gemacht werden.

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Geprüft von Univ.-Prof.in Dr.in Ursula Wiedermann-Schmidt: Stand November 2020 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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