1. Impfungen verstehen

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Was passiert im Körper, wenn man geimpft wird?

Das Impfen ist gleichzusetzen mit einem Training des Immunsystems, mit dem Ziel, dass unser Körper vorbereitet ist und entsprechende Immunzellen parat hat, bevor es zu einem Kontakt mit einem Krankheitserreger kommt.

Ich mache gerne den Vergleich zum Bundesheer: Wir haben in unserem Körper eine Vielzahl von Soldaten. Aber solange sie keine Schulung durchgemacht haben, wissen sie eigentlich nicht, wo der Feind ist und wie sie die Abwehr richtig und koordiniert durchführen sollen. Und erst durch eine Schulung und durch das Training, das auch das Bundesheer oder die jungen Rekruten durchmachen, ist dann jede dieser Immunzellen vorbereitet bzw. schon vervielfältigt, und ein organisiertes Abwehrsystem steht zur Verfügung, wenn es zu einem Kontakt mit dem Feind, dem Erreger, kommt.

Was ist der Unterschied zwischen Lebend- und Totimpfstoffen?

Es gibt verschiedene Arten von Impfungen, die man unterscheiden muss:

  • Es gibt solche Impfungen und vor allem Impfstoffe, die mit sogenannten abgetöteten Erregern zu tun haben und diese verimpfen. Das können Viren sein. Das können Bakterien sein. Hier ist es so, dass entweder der Erreger selbst oder nur Teile von den Erregern verwendet werden. Und diese Teile können sich im Körper nicht weiter vermehren, sondern sie werden sozusagen durch eine Spritze gegeben, und die Immunzellen, die spezifisch sind für diese Erreger, erkennen das und bauen eine Immunantwort auf. Für jemanden, der eine Infektion oder eine Erkrankung hat, ist ein Totimpfstoff nicht gefährlich, und man kann diese Impfungen generell eigentlich immer durchführen.
  • Es gibt im Unterschied dazu sogenannte Lebendimpfstoffe. Das sind heutzutage eigentlich nur virale Impfstoffe. Da wird mit einem abgeschwächten Erreger, mit einem abgeschwächten Virus geimpft, das aber gleich ausschaut wie die zirkulierenden Viren, die auch die Erkrankung hervorrufen. Nur sind diese Impfviren nicht sehr krankheitserregend für uns Menschen. Der Vorteil von diesen Lebendimpfungen ist, dass man in der Regel das nur ein oder zweimal geben muss und man dann eine lebenslange Immunität entwickelt. Das heißt: Ein gutes Beispiel ist die Masernimpfung. Die wird zweimal im Kindesalter gegeben, und man kann sich davon auf einen lebenslangen Schutz verlassen.

Wichtig dabei zu sagen ist aber, dass Lebendimpfungen in verschiedenen Situationen nicht gegeben werden dürfen, besonders dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist, weil sich eben dieses Impfvirus im Körper vermehrt. Und wenn das Immunsystem geschwächt ist, dann kann es nicht eine entsprechende Gegenabwehr aufbauen. Daher muss man vorsichtig sein, wenn Patienten Krebstherapien durchführen oder eine dauerhafte Immuntherapie haben, dass eine Lebendimpfung in den meisten Fällen kontraindiziert ist. Und daher müssen solche Impfungen vor entsprechender Therapie durchgeführt werden.

Was ist der Unterschied zwischen aktiver Immunisierung und passiver Immunisierung?

Es gibt einen Unterschied zwischen aktiver und passiver Immunisierung.
Die Impfung ist gleichbedeutend mit einer aktiven Immunisierung. Das bedeutet, dass eben Erregerbestandteile dem Körper zugegeben werden und der Körper selbst die Immunantwort aufbaut. Bei einer passiven Immunisierung werden schon fertige Antikörper, also ein Cocktail an schon vorgeformten Antikörpern demjenigen gespritzt. Und damit hat man eine sogenannte Leih-Immunität. Das heißt, die eigene Immunantwort wird nicht aktiviert, sondern man hat geliehen eine bestimmte Immunantwort, die aber nur kurzfristig hält, denn diese sogenannten Antikörper, die da gegeben werden, haben nur eine Halbwertszeit von ein paar Monaten, und dann fällt das wieder ab. In der Regel, wie gesagt, brauchen wir nicht eine passive Immunisierung. Nur dann wird die gegeben, wenn es zu einem sehr gefährlichen Infektionsprozess gekommen ist. Also zum Beispiel, wenn jemand keine Tetanus Impfung hat, aber eine schwere Verletzung durchgemacht hat und man sofort möchte, dass ein Schutz gegeben ist, dann wird demjenigen durch eine passive Immunisierung diese Leih Immunität für die sofortige Wirkung gegeben.

Gleichzeitig kombiniert man das aber mit einer aktiven Impfung. Und da braucht der Körper etwa einen Monat, bis er dann die eigenen Antikörper aufbaut und dann einen langzeitigen Schutz hat.

Und so auf diese Art und Weise, Kombination passive/aktive Immunisierung, kann man gewährleisten, dass ein Schutz sofort entsteht und durch die aktive Immunisierung oder Impfung auch lange anhält.

Warum sind Impfungen sinnvoll?

Das Wichtige wie gesagt bei Impfungen ist, dass wir vorbereitet sind, dass wir die Vielzahl von Immunzellen richtig trainiert haben und dann entsprechend schon bereit stehen, wenn der Erreger auf uns zukommt, dass wir in kurzer Zeit geballt und auch auf einen langen Zeitraum hindurch fit sind, um diesen speziellen Erreger abzuwehren. Das ist der Sinn der Impfungen. Und das ist die bessere Form, als eine Erkrankung durchzumachen, wo wir meistens einerseits das Immunsystem sehr attackieren und auf der anderen Seite es oft auch zu Komplikationen in anderen Organen kommt. Und die Gesamterkrankung und Komplikationen können bei einer natürlichen Erkrankung oftmals sehr schwerwiegend sein. Das wollen wir durch die Impfungen verhindern.

Wie funktionieren Impfungen?

Impfungen zählen zu den wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung der Ausbreitung von Infektionskrankheiten in der Bevölkerung. Dabei werden verschiedene Formen eingesetzt, die unterschiedliche Wirkungen im Körper haben.

Der Weg zur Immunisierung

Ziel von Impfungen ist der Aufbau eines körpereigenen Schutzes gegen Infektionskrankheiten. Dies kann über zwei Wege geschehen:

  1. Aktive Immunisierung:
    Durch das Einbringen von abgeschwächten oder abgetöteten Erregern in den Körper reagiert das Immunsystem mit der aktiven Bildung spezifischer Abwehrzellen, den sogenannten Antikörpern, und Gedächtniszellen. Diese Zellen bilden das Gedächtnis des Immunsystems und erkennen Erreger, wenn sie bereits vorher einmal in Kontakt mit diesen waren. Bis Antikörper gebildet werden, vergehen nach der ersten Impfung in der Regel 1-2 Wochen. Für manche Infektionskrankheiten ist es erforderlich, mehrmals zu impfen, um einen ausreichenden Immunschutz zu gewährleisten. Der Körper reagiert bei jedem weiteren Kontakt mit dem Erreger schneller und mit stärkerer Bildung von Antikörpern.
  2. Passive Immunisierung:
    Diese Form des Impfens nutzt konzentrierte Antikörper, die dem Patienten sofortigen, aber kurzanhaltenden, Schutz geben. Zur Anwendung kommt die passive Immunisierung, wenn der Verdacht auf Kontakt mit Erregern, wie beispielsweise tetanusverursachenden Bakterien, besteht. Die Immunantwort wird ohne Verzögerung in Gang gesetzt, um so den Körper so schnell wie möglich zu schützen.

Wie gut schützen Impfungen?

Impfungen können keinen hundertprozentigen Schutz vor der Krankheit gewährleisten, aber das Risiko eine Erkrankung zu bekommen, je nach Impfstoff, drastisch senken.

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Warum ist es wichtig, den Impfpass mitzunehmen?

Die Vorbereitung auf eine Impfung oder ein Impfprogramm beginnt ganz einfach mit der Kontaktaufnahme mit dem Impfarzt. Der erinnert einen meistens, dass man zum Impfgespräch auch alle alten Impfausweise, die man hat, auch wenn sie von der Kindheit noch her sind, unbedingt mitnehmen soll. Wieso? Das ist insofern wichtig, weil wir als Impfärzte dann schauen können, ob es in der Kindheit Impfungen gegeben hat, sogenannte Grundimmunisierung durchgeführt wurden und man möglicherweise dann nicht eine komplette Impfserie wieder von neuem beginnen muss, sondern man kann, aufbauend auf die früher getätigten Impfungen, sogenannte Auffrischungsimpfungen machen.

Oft passiert es, dass der Impfausweis nicht auffindbar ist, dass man ihn verloren hat. Das ist auch kein Drama, sondern da geht man so vor, dass man entweder durch Blutanalysen überprüfen kann, ob gewisse Immunantworten schon vorliegen. Meistens schauen wir beim ersten Gespräch nach, ob derjenige einen Schutz gegen Masern aufgebaut hat, gegen Röteln, Mumps und Feuchtblattern. Deshalb auch, weil, wenn nicht, das sind die Impfungen, die Lebend-Impfungen sind und wir dann überlegen müssen, ob solche Impfungen gegeben werden dürfen.

Und man kann noch durch eine Blutabnahme, durch die Kontrollen andere Impfungen überprüfen. In der Regel gehen wir aber so vor, dass wir entsprechend des Impfplans einmal Auffrischungs-Impfungen tätigen und danach, einen Monat später, eine Blutabnahme machen und überprüfen, ob diese Impfungen angegangen sind. Und dann wissen wir, ob die eine Auffrischungs-Impfung ausreichend war oder ob noch mehrere Impfungen gegeben werden müssen.

Wann kann ich mich impfen lassen und wann nicht?

Man soll immer dann zum Arzt für die Impfungen kommen, wenn man sich wohlfühlt, wenn man sich gesund fühlt, wenn man keine Erkrankung hat, vor allem keine fieberhafte Erkrankung hat, keine Infektion hat. Dann ist der richtige Zeitpunkt zu impfen.

Es kann manches Mal sein, dass man z.B. schon länger eine Infektion hinter sich hat, aber noch Antibiotika nimmt, weil man Antibiotikagaben oftmals über eine Woche, manches Mal 14 Tage einnehmen muss, sich aber sonst schon wohlfühlt. Da ist prinzipiell die reine Antibiotikagabe bei gleichzeitigem Wohlbefinden kein Grund, dass man nicht impfen darf.

Mir persönlich ist es aber immer sehr recht, wenn die Leute kommen oder nur dann zum Impfen kommen, wenn sie sich auch wirklich wohlfühlen und gesund fühlen.

Denn durch die Impfung kann natürlich eine gewisse Beeinträchtigung stattfinden. Das Immunsystem arbeitet ja durch die Impfung. Und da ist es günstig, wenn der Mensch sich gesund fühlt und wohlfühlt und nicht gerade mit dem Abwehrkampf gegen eine Infektionskrankheit beschäftigt ist.

Welche Nebenwirkungen können nach einer Impfung auftreten?

Nach einer Impfung muss man schon als Impfarzt immer gut informieren, was alles passieren kann.

  • In der Regel muss man damit rechnen, dass nach jeder Impfung gewisse kleine Nebenwirkungen auftreten können, also Impfreaktionen. Das ist eigentlich ein gutes Zeichen. Denn wenn der Impfarm weh tut, wenn sich eine Rötung an der Impfstelle zeigt, dann bedeutet das: Ah, das Immunsystem arbeitet gut. Das muss einen nicht beunruhigen. Es kann nur sein, dass es ein bisschen schmerzhaft und unangenehm ist. Meistens sind solche lokalen Reaktionen bis 48 Stunden anhaltend.
  • Man muss aber auch dazusagen, dass manche Impfungen vielleicht ein bisschen stärkere Nebenwirkungen hervorrufen können. Es kann sein, dass man kurzfristig vielleicht Fieber hat oder sich müde und schlapp fühlt. Das sind alles Reaktionen, die im Normmaß vorhanden sein können und in der Regel aber nicht länger als zwei, drei Tage dauern. Die Information darüber ist sehr wichtig, damit man sich als Geimpfter einstellen kann.
  • Lebendimpfungen können längere Nebenwirkungen hervorrufen, also Impfreaktionen. Sie treten in der Regel erst überhaupt vier Tage nach der Impfung auf, können aber dann mehr als drei, vier Tage anhalten. Auch das muss nicht sein, kann sein und ist, wenn, nur ein Signal dafür, dass unser Immunsystem eben arbeitet und einen guten Immunschutz aufbaut. Aber es ist immer wichtig, dass man darüber Bescheid weiß und sich einstellen kann.

Zu beachten bei Impfungen

Nicht nur die Nachsorge, sondern auch die Vorbereitung auf das Impfen ist ein wichtiger Bestandteil der gesundheitlichen Vorsorge. Dabei sollte man etwaige Allergien abklären und mit seiner Ärztin/seinem Arzt besprechen. Sie erfahren, wie Sie eine bisher nicht bekannte Allergie erkennen können.

Der Impfpass

Das wichtigste Dokument bei einem Arzttermin mit Impfung ist der Impfpass. In diesem wird jede Form der Impfung seit Geburt vermerkt, die als Grund- oder Auffrischungsimpfung durchgeführt wurde. So wird dokumentiert, welcher Impfschutz vorhanden ist oder erneuert werden sollte.

Den Impfschutz aufrecht erhalten

Man unterscheidet zwischen Grundimmunisierungen, die in der Kindheit durchgeführt werden sollten, und Auffrischungsimpfungen, die den Impfschutz aufrechterhalten. Der Abstand zwischen diesen Impfungen wird grundsätzlich in offiziellen Impfplänen festgelegt und darf nicht unterschritten werden. Oftmals ist es so, dass einige Impfungen in Kombination durchgeführt werden. Hierdurch kann die Zuführung von Begleitstoffen reduziert werden und es treten seltener Impfreaktionen auf.

Bei Allergien

Sollten Sie Allergien haben, informieren Sie sich welche Allergene im Impfstoff vorhanden sind. Dies können Sie im Beipackzettel oder online herausfinden. Im Anschluss sollten Sie vergleichen, ob einer der Bestandteile in Ihrem Allergiepass aufgelistet ist. Falls dem so ist, wird Ihr Arzt Sie beraten und gemeinsam mit Ihnen das weitere Vorgehen entscheiden.

Schwere allergische Reaktionen auf Impfbestandteile sind jedoch äußerst selten. Besondere Vorkehrungen werden durch das Abwarten in der Praxis für 30 Minuten nach der Impfung getroffen. In diesem Zeitraum machen sich starke allergische Reaktionen in den meisten Fällen bereits bemerkbar. Dies kann sich in körperlichen Symptomen äußern, wie zum Beispiel:

  • Atemnot
  • Juckreiz
  • Übelkeit
  • Kreislaufbeschwerden

Sollten Sie diese Symptome zu einem späteren Zeitpunkt wahrnehmen, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf oder rufen Sie den Notarzt.

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Wo erfahre ich, welche Impfungen wirklich wichtig sind?

Die wichtigen Impfungen, die für jedes Alter angeraten werden, erfährt man im österreichischen Impfplan. Das ist für jedermann und jede Frau zugängig. Da muss man nur auf die Homepage gehen vom Gesundheitsministerium, und da ist der österreichische Impfplan abgelichtet.

Eigentlich sollte da Impfarzt, der Praktiker, Kinderarzt, Allgemeinmediziner diese Impfpläne vorliegen haben und man kann entsprechend dann informieren.

Es gibt also für jedes Alter eine bestimmte Impfmenge oder bestimmte Impfungen, die sinnvoll sind durchzuführen.

Welche Impfungen und Auffrischungen sind in welchem Alter sinnvoll?

In der Regel beginnt es im Kleinkindalter. Das soll man einen guten Schutz aufbauen, der ein Leben lang dann weiter erhalten werden soll. Diese Impfungen beziehen sich auf

  • Masern,
  • Mumps,
  • Röteln und
  • Feuchtblattern.

Das sollte geimpft sein schon in der Kindheit. Denn das sind Erkrankungen, die immer sehr ansteckend sind und besonders im Erwachsenenalter zu schweren Verläufen führen.

Routinemäßig wird bei den Kleinkindern schon sehr früh geimpft

  • Diphtherie,
  • Tetanus,
  • Kinderlähmung,
  • Keuchhusten und
  • Hepatitis B.

Das ist so ein Kombinationsimpfstoff. Wir sprechen von einem 6-fach-Impfstoff.
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Wenn das Kind, also die Kleinkinder, diese Grundimmunisierung gegen diese Komponenten durchgemacht haben, sollte dann im erwachsenen Leben alle 10 Jahre Auffrischungen durchgeführt werden, was Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und auch Polio betrifft. Dieser Schutz, den man in der Kindheit begonnen hat, soll bis ins hohe Alter mitgetragen werden. Und bei manchen Impfungen ist es nur möglich durch regelmäßige Auffrischungsimpfungen.

Wenn man zunehmend älter wird, wird unser Immunsystem auch immer schwächer. Dann kann es sein, dass bestimmte Erkrankungen wieder zum Problem werden, die im Erwachsenenalter eigentlich unproblematisch war.

  • Da gehören dazu die Pneumokokken Infektionen. Das sind Infektionen, die durch eben Pneumokokken, bestimmte Bakterien hervorgerufen werden und zu sehr schweren Lungeninfektionen führen können. Manchmal können diese Keime auch in den ganzen Körper, da spricht man von einer Sepsis, eintreten, oder sie können sogar ins Gehirn kommen. Das ist ganz wichtig, dass im Erwachsenenalter und auch bei Krebspatienten diese Impfung unbedingt getätigt wird, damit man verhindert, dass schwere Verläufe auftreten.
  • Routinemäßig gehört auch mit steigendem Alter die Influenza-Impfung jeden Herbst dazu. Auch wieder deshalb, weil durch das schwächere Immunsystem Influenza, also die echte Grippe viel schwerere Verläufe hervorrufen können. Komplikationen im Alter sind ganz typisch, dass im Anschluss an eine Influenza Herzinfarkte, Schlaganfälle entstehen können. Durch die Impfung kann das Risiko dafür sehr minimiert werden.
  • Und dann gibt es bestimmte Impfungen, die in kürzeren Abständen gegeben werden sollen. Das sind z.B. gegen Zecken. Viele Leute gehen gerne in den Sommermonaten, aber auch im Herbst ins Freie, gehen spazieren. Besonders jetzt in der Covid-Zeit ist es eine Möglichkeit, sich fit zu halten. Hier darf man nicht auf die Zecken vergessen und die Zecken-Erkrankung. Ab dem 60. Lebensjahr wird hier der Impfabstand reduziert auf drei Jahre. Das heißt: Hier wird häufiger aufgefrischt. Bis zum 60. Lebensjahr erinnern wir an eine fünfjährige Auffrischung.

Das heißt, die meisten Impfungen, die wir im Erwachsenenalter oder mit steigendem Alter tun, sind solche Auffrischungs-Impfungen, die wir in der Kindheit begonnen haben. Und wir wollen diese Immunzellen, die wir da geschult haben, durch das ganze Leben mittragen. Und daher ist dieser Impfplan eigentlich auch im Erwachsenenleben und im Alter sehr wichtig einzuhalten.

Welche Impfungen müssen nicht aufgefrischt werden?

In der Regel müssen nicht aufgefrischt werden die Impfungen, die als Lebend-Impfungen appliziert werden, das sind typischerweise

  • Masern,
  • Mumps,
  • Röteln und
  • die Varizellen.

Diese Impfungen sind im Kinderimpfprogramm vorgesehen am Ende des ersten Lebensjahres, also frühestens mit 9 Monaten. Und eine zweite Impfung soll dann noch gegeben werden im zweiten Lebensjahr. Und diese zwei Impfungen sind so ausreichend und so potent, dass sie eine Immunität durch das ganze Leben tragen.

Die meisten anderen Impfungen sind Tot-Impfstoffe. Da kann man sich nicht auf eine lebenslange Immunität verlassen, sondern da ist es eben notwendig, dass man in einem Abstand von etwa 10 Jahren diese Impfungen dann immer wieder auffrischt. Später mit steigendem Alter ab 60 Jahren werden die Impfabstände von 10 Jahren auf 5 Jahre reduziert, damit dieser Impfschutz auch weiterhin erhalten bleiben kann.

Was ist, wenn ich Auffrischungsimpfungen vergessen habe?

Wenn jemand gewisse Impfungen in der Kindheit gehabt hat und sich aber nicht erinnern kann, wann er die gehabt hat und er kann sich auch nicht erinnern, wann die letzte Auffrischungs-Impfung war, dann wird entsprechend des österreichischen Impfplans und entsprechend des Alters die Impfung durchgeführt, und danach macht man dann in der Regel eine sogenannte Titerkontrolle. Das macht man einen Monat danach, um zu sehen, ob die Impfung ausreichend angegangen ist. Daran kann man sich dann orientieren, ob das eine ausreichende Auffrischungs-Impfung war. Oder, wenn der Impfschutz minimal ist, dann müssen noch weitere Impfungen durchgeführt werden entsprechend einer Grundimmunisierung. Das heißt: Es muss nochmal von vorne mit dem Impfschema begonnen werden.

Wichtige Impfungen

Um einen guten Impfschutz in der Bevölkerung zu gewährleisten, wird jährlich von der Regierung ein aktualisierter Impfplan mit den wichtigsten Impfungen veröffentlicht. Hier erfahren Sie, was Sie darin lesen können und wie man mit Impfungen im höheren Alter umgehen sollte.

Der nationale Impfplan

Der aktuelle Impfplan gibt Auskunft über die Standardimpfungen für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Damit können Sie Einblick erhalten in welchem Alter Impfungen durchgeführt werden sollten und wann es an der Zeit ist Impfung aufzufrischen, um so weiterhin vollen Immunschutz zu haben. Jedes Land hat einen eigenen Impfplan: Der Österreichische Impfplan, der Impfkalender des Robert-Koch-Instituts in Deutschland und der Schweizerische Impfplan. Diese können Sie online abrufen.

Warum man wiederholt geimpft werden sollte

Dies ist nötig, da der Körper bei ausbleibendem Kontakt mit einem Erreger einen Teil der gebildeten Immunantwort verliert. Um dem entgegenzuwirken wird erneut geimpft, da hierdurch das Immunsystem neue Abwehr- und Gedächtniszellen bildet. So kann der in der Kindheit begonnene Schutz auch das Erwachsenenalter hindurch beibehalten werden.

Impfungen im hohen Alter

Im Alter nimmt die Wirksamkeit des Immunsystems ab, weshalb es umso wichtiger ist, weiterhin den Impfschutz zu überprüfen. Auch können einige Erkrankungen, die bei Erwachsenen üblicherweise selten Komplikationen hervorrufen, bei PatientInnen der höheren Altersgruppe zum Problem werden. Dazu zählen vor allem die Grippe, Gürtelrose und durch Pneumokokken ausgelöste Krankheiten. Es ist daher sinnvoll, sich dagegen impfen zu lassen.  Bei Fragen können Sie Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt zu Rate ziehen.

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Geprüft von Univ.-Prof.in Dr.in Ursula Wiedermann-Schmidt: Stand November 2020 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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