1. Umgang mit der Diagnose Lungenkrebs

Die Diagnose „Lungenkrebs“

Die Diagnose Lungenkrebs wirbelt den Alltag und die gesamte Lebensplanung durcheinander. Die Betroffenen und ihre Angehörigen stehen vor einer großen Herausforderung, die sie am besten gemeinsam bewältigen können.

Wie geht es PatientInnen bei der Diagnose Lungenkrebs?

Viele PatientInnen reagieren auf die Diagnose „Lungenkrebs“ zuerst mit einem „Nicht-wahrhaben-Wollen“. Wenn sie sich der Erkrankung bewusst werden, haben sie oft das Gefühl, es würde ihnen den Boden unter den Füßen wegziehen. Es geht ihnen schlecht und sie sehen ihre gesamte Lebensplanung infrage gestellt. Für Sie als Angehörige/r ist es wichtig Unterstützung zu zeigen.

Wie soll ich mich als Angehörige/r verhalten?

Unterstützung signalisieren

Die PatientInnen möchten mit ihren Angehörigen meist offen und sachlich über die Erkrankung und ihre Folgen reden können, ohne Vorwürfen ausgesetzt zu sein. Zudem ist es für KrebspatientInnen wichtig, zu spüren, dass sie nicht allein sind und nahestehende Menschen ihnen Halt geben.

Mit ÄrztInnen sprechen

Es kann hilfreich sein, wenn Angehörige über die Krankheit und jeden Behandlungsschritt genauso gut informiert sind wie die PatientInnen. Werden Angehörige ausgeschlossen, leiden sie nicht nur vermehrt unter Ängsten, es können auch Spannungen innerhalb der Familie auftreten, welche die Erkrankten zusätzlich belasten.

Verhalten der/des Betroffenen

Die Reaktionen von Betroffenen auf die Diagnose „Krebs“ können sehr unterschiedlich sein. Sie können in ein Gefühlschaos stürzen aus Schock, Angst, Verweigerung und Verzweiflung und zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit schwanken.

Ziehen sich KrebspatientInnen eher zurück oder suchen sie den Austausch?

  • Viele der Betroffenen benötigen einen gewissen Rückzugsraum, um ihre Situation in Ruhe zu überdenken, mit sich selbst ins Klare zu kommen und ihre Lebensziele neu zu definieren.
  • Das Gespräch mit anderen Menschen, insbesondere mit der Familie und guten Freunden, ist aber dennoch von großer Bedeutung.
  • Eine wichtige Anlaufstelle für PatientInnen mit Lungenkrebs sind Selbsthilfegruppen, in denen sie sich mit anderen Betroffenen austauschen können.

Was könnten schwierige Situationen sein und wie kann ich mich verhalten?

Die/der Erkrankte vermeidet das Sprechen über die Situation

Es ist ganz normal, dass die Betroffenen nicht immer über ihre Erkrankung sprechen möchten. Angehörige sollten das akzeptieren und nicht versuchen, sie zu drängen.

Der/die Erkrankte macht sich Selbstvorwürfe

Vor Schuldgefühlen ist niemand sicher. Wichtig ist, ihnen nicht zu viel Platz einzuräumen, sondern den Blick nach vorn zu richten und alles zu tun, um den Zustand zu verbessern.

Das Wohlbefinden stärken

Das Wissen, an Lungenkrebs erkrankt zu sein, bedeutet eine große Belastung. Eine positive Einstellung kann dabei helfen, das Wohlbefinden zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern.

Worauf sollten Menschen mit Lungenkrebs in der Zeit nach der Diagnose besonders achten?

Vorübergehender Rückzug und Beklagen der Situation kann Entlastung bringen. Unterstützen Sie den Erkrankten, nicht darin zu verharren. Hilfreich ist, sich der positiven Seiten des Lebens bewusst zu werden, diese so gut wie möglich zu nutzen und insgesamt auf das Wohlergehen zu achten.

Vielen PatientInnen fällt es nicht leicht, über ihre Erkrankung zu sprechen. Was kann ihnen helfen?

Um den Lungenkrebs im Gespräch thematisieren zu können, müssen die Betroffenen die Diagnose akzeptieren. Die Angehörigen können einen Beitrag leisten, indem sie versuchen, eine ungezwungene Gesprächsatmosphäre zu schaffen und Vorwürfe, Bevormundung oder Überfürsorglichkeit zu vermeiden.

Welche Unterstützung von außen stehen Lungenkrebs-PatientInnen zur Verfügung?

Neben den behandelnden ÄrztInnen zählen Psycho-OnkologInnen zu den wichtigsten AnsprechpartnerInnen für Krebserkrankte und deren Angehörige. Scheuen Sie sich nicht davor, bei Bedarf entsprechende Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

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Geprüft Franz Buchberger: Stand 19.11.2020 | AT-4214

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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