2. Medizinische Langzeitfolgen

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Mein Name ist Richard Crevenna. Ich bin der Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Arbeitsmedizin der Medizinischen Universität Wien am Universitäts-Campus Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien. Und wir sind mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Patientinnen und Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden da, ganz speziell für onkologische Patientinnen und Patienten. Wir sind auch Teil des Comprehensive Cancer Center des AKHs und der Med-Uni Wien im Sinne eines onkologischen Tumor Boards, wo wir die Rehabilitation von onkologischen Patientinnen und Patienten planen, aber auch im Sinne einer Plattform des CCCs für Nebenwirkungs-Management, unterstützende Therapien und onkologische Rehabilitation.

Ich spreche in den nächsten Minuten über eben

  • Folgen und Nebenwirkungen von Krebserkrankungen,
  • Nebenwirkungen von onkologischen Therapien,
  • Langzeitfolgen
  • und wie man diese angehen kann, speziell mit der Rehabilitation oder z.B. körperlicher Aktivität, Bewegung, Training und Sport.

Welche Nebenwirkungen medizinischer Therapien können in der Nachsorgephase auftreten?

Zu den Nebenwirkungen überlebensnotwendiger medizinischer onkologische Therapien gehören unter anderem:

  • Einschränkungen in den motorischen Grundeigenschaften Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, also Flexibilität, Koordination, Balance, was insgesamt zu einer Leistungseinschränkung der Patientinnen und Patienten führt.
  • Die Patienten fühlen sich schwach,
  • haben vielleicht auch ein Erschöpfungssyndrom,
  • haben vielleicht gleichzeitig eine Polyneuropathie als Nebenwirkung, das heißt einerseits Schmerzen, die besonders nachts stärker werden, andererseits eine gewisse Ungeschicklichkeit, die auch zu Stürzen führen kann.
  • Weitere Dinge, wenn wir schon bei den Schmerzen sind, können muskulo-skelettare Schmerzen sein, also Schmerzen am Stütz-Bewegungsapparat.
  • Weitere Dinge können sein mentale Probleme im Sinne einer Traurigkeit, einer sogenannten Dysthymie, beinahe bis zur Depression, aber auch Angst und Stress.
  • Ganz wichtig sind auch Dinge wie Schlafstörungen, die durch diese psychischen, aber auch körperlichen Einschränkungen bedingt sind.
  • Zudem können Inkontinenz auftreten, sexuelle Funktionsstörungen, Lymphödeme und und und.

Es ist also ein weites Spektrum, das Sie als Patient und Patientin betreffen kann als Nebenwirkung einer für Sie notwendigen und überlebensnotwendigen Therapie.

Diese Probleme können in weiterer Folge nicht nur eine Lebensqualitätseinschränkung darstellen, sondern vor allem auch eine Einschränkung Ihrer Teilhabe bedingen. Das heißt:

  • Sie können sozial, wenn Sie mit Freunden sich treffen wollen, mit der Familie was unternehmen wollen, wenn Sie ins Theater gehen wollen, in die Oper, auf den Fußballplatz, zum Stammtisch eingeschränkt sein. Sie können das nicht mehr machen.
  • Aber Sie können auch in Ihrer Arbeitsfähigkeit, in Ihrer Berufstätigkeit eingeschränkt sein, wenn Sie noch im arbeitsfähigen Alter sind.

Also insgesamt sind die Nebenwirkungen, die man sich mit dem Überleben erkauft sozusagen, mit denen man sich das Überleben erkauft, können sehr einschränkend sein. Aber das Gute ist: Es gibt was dagegen.

Welche Spätfolgen können meine Lebensqualität beeinträchtigen?

Spätfolgen durch eine onkologische Erkrankung oder notwendige onkologische Therapien können all jene sein, die auch als Nebenwirkungen auftreten können:

  • Körperliche Einschränkungen,
  • ein Erschöpfungssyndrom,
  • mentale Probleme wie Angst, Stress, Traurigkeit,
  • aber auch kognitive Einschränkungen: Man kann sich nicht mehr so gut konzentrieren, nicht mehr solange die Aufmerksamkeit halten.

Aber auch, und das ist ganz speziell, Folgen einer Strahlentherapie, die typischerweise, und das im Gegensatz zu den Nebenwirkungen der medikamentösen onkologischen Therapien, stärker werden, je länger die Zeit von Bestrahlungszeitpunkt fortschreitet.

  • Das können sein Engstellen, z.B. in der Scheide, Verwachsungen.
  • Es können Fistelbildungen sein.
  • Aber es können natürlich auch Lymphödeme sein.

Und ganz wichtig ist auch hier eine rechtzeitige Information bei der Ärztin, beim Arzt.

  • Was ist das? Was kann man dagegen machen?
  • Dann eine entsprechende Therapie, die symptomatisch sein kann, also gegen das Symptom,
  • aber teilweise auch sozusagen an der Wurzel angreifen kann. Man spricht dann von einer kausalen Therapie.
  • Eine Rehabilitation
  • und natürlich letzten Endes Ihr Mittun im Sinne einer gesunden Lebensführung.

Wichtig ist: Auch hier kann man etwas dagegen tun.

Mögliche Nebenwirkungen und Spätfolgen der Krebstherapie

Viele KrebspatientInnen fürchten sich vor den Nebenwirkungen und Langzeitfolgen ihrer Therapien. Doch Schmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung, Probleme mit Haut, Haaren oder Zähnen, eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, Vernarbungen, Schleimhautentzündungen, Polyneuropathien, Übelkeit oder Lymphödeme lassen sich behandeln bzw. durch entsprechende Vorbereitung und Unterstützung auffangen oder sogar vermeiden.

Spätfolgen oder Langzeitfolgen aufgrund der medizinischen Behandlung einer Krebserkrankung können sowohl körperlich als auch psychisch in Erscheinung treten. Sie können zeitnah auftreten oder auch erst nach vielen Jahren und sind von verschiedenen Faktoren abhängig: von der Tumorart, der durchgeführten Therapie (z.B. ob Sie eine Operation, eine Chemo- oder Strahlentherapie oder eine Immuntherapie hatten), den Nebenwirkungen sowie auch von persönlichen Faktoren wie beispielsweise Ihrem Alter. Ein Netzwerk aus medizinischen und psychosozialen Unterstützungs- und Beratungsangeboten hilft Ihnen durch diese herausfordernde Zeit.

Nachsorge ist Vorsorge

Was für die Vorsorge gilt, ist auch für die Nachsorge wichtig. Nach einem erfolgreich therapierten Tumor ist eine regelmäßige Nachkontrolle wichtig. Auch wenn der Krebs besiegt scheint, so bleibt ein erhöhtes Restrisiko einer erneuten Erkrankung. Spezielle Nachsorgeprogramme sorgen dafür, rechtzeitig eventuelle Neubildungen von Karzinomen zu erkennen.

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Welche Möglichkeiten der Behandlung von Nebenwirkungen und Spätfolgen gibt es?

Die Behandlung von Nebenwirkungen und Spätfolgen notwendiger ökologischer Therapien ist klassischerweise eine onkologische Rehabilitation.

Die onkologische Rehabilitation besteht aus vier Säulen:

  • Aus der Information über die Erkrankung, über die Möglichkeiten, die Erkrankung zu besiegen und auch Nebenwirkungen und Folgen der Erkrankung zu besser zu bewältigen.
  • Die nächste Säule ist die Psychoonkologie, das so wichtige Einwirken auf die psychosoziale Situation der Patientinnen und Patienten.
  • Das nächste ist die die Diätologie, Ernährungsberatung und Ernährungstherapie.
  • Und die vierte Säule ist dann die physikalische Medizin mit der Schmerzlinderung, mit dem Schaffen einer Beweglichkeit, weil erst wenn Sie keine Schmerzen haben oder weniger Schmerzen haben, werden Sie sich freiwillig bewegen. Also aus der Schmerzlinderung folgt die Bewegung, die Beweglichkeit, aus einem systematischen Training und aus der Sportausübung für onkologische Patientinnen und Patienten.

Ganz wichtig ist hier, dass dies im Team mit Ihnen als Patient, Patientin im Zentrum und vielen Berufsgruppen, man spricht von einem interdisziplinären und multiprofessionellen Ansatz, gemeinsam umgesetzt wird. Alle haben dasselbe Ziel, dass es Ihnen besser geht.

Hier ist eine ganzjährige überlebenslange Umsetzung der Ziele der Rehabilitation gefordert. Das heißt, wenn wir ans Training denken, dieses ist ganzjährig so durchzuführen. Es gibt, wie man so schön sagt, diesen Grundsatz kennen Sie, kein schlechtes Wetter, es gibt nur eine schlechte Bekleidung.

Außerdem können Sie das meiste auch indoor umsetzen.

Wie gehe ich mit Langzeitfolgen bestmöglich um?

Mit Langzeitfolgen gehen Sie um, indem Sie die Ratschläge Ihrer Ärztinnen und Ärzte, Ihrer Psychologinnen und Psychologen, Ihrer Therapeuten, der begleitenden Sportwissenschaftler und, und, und konsequent ganzjährig überlebenslang umsetzen.

Machen Sie das, was Sie in der Rehabilitation gelernt haben. Nehmen Sie sozusagen Ihr Leben in die eigene Hand. Leben Sie Eigenverantwortung. Wiederum: Sie sind gefordert. Ihre Therapie-Adhärenz, Ihr Mittun ist das, was Sie letzten Endes zum Ziel bringen wird. Machen Sie das unter ärztlicher, fachärztlicher Supervision, wenn ich jetzt z.B. an die medizinische Trainingstherapie denke, die Ihnen nützen soll, die Ihnen aber nicht schaden darf.

Behandlung von Nebenwirkungen der Krebstherapie

Krebstherapien sind heute nicht mehr von so gravierenden Nebenwirkungen begleitet wie noch vor einigen Jahren. Trotz aller Bemühungen um eine bessere Verträglichkeit können dennoch unangenehme Begleiterscheinungen auftreten, die Ihr Lebensgefühl spürbar einschränken. Im Rahmen der onkologischen Rehabilitation arbeitet ein Team von ExpertInnen aus verschiedenen Bereichen gemeinsam mit Ihnen daran, Ihren physischen und psychischen Gesundheitszustand zu verbessern und damit Ihre Lebensqualität bestmöglich zu steigern.

Die vier Säulen der onkologischen Rehabilitation

  • Information
  • Psychoonkologie
  • Ernährungsberatung und Ernährungstherapie
  • Physikalische Medizin und Rehabilitation (körperliche Aktivität, Bewegung, Training, Sport)
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Welchen Nutzen haben gezielte Bewegungsprogramme in der Nachsorgephase?

Der Nutzen von gezielter körperlicher Aktivität und Bewegung ist

  • in erster Linie eine Leistungsverbesserung. Sie werden verbessert in Ihren motorischen Grundfähigkeiten Kraft, Ausdauer, Flexibilität oder Beweglichkeit, Balance, Sensor, Motorik, Koordination.
  • Das ist einmal ganz toll für Sie selber, weil Sie schaffen dann mehr. Wenn Sie mehr schaffen, werden Sie selbstbewusster.
  • Und Sie können ein selbstbestimmtes Leben führen, und das unabhängig von fremder Hilfe. Das ist schon ganz was Wichtiges für Ihre Psyche, weil damit auch die Psyche sozusagen in Anführungszeichen stabilisiert wird. Es ist über Bewegungsprogramme beschrieben, und das wurde schon 2006 beschrieben, dass selbst bei Leuten, denen die Anlage zu einer depressiven Erkrankung innewohnt, genetisch innewohnt, Bewegung eine Verbesserung der psychischen Situation bringt. Und das ist ganz was Großartiges.
  • Weitere Benefits und Vorteile sind medizinische: Sie haben einen positiven Effekt auf den Stoffwechsel, auf die chronische Entzündung, die sogenannte Inflammation. Beides ganz modern in der natürlichen Abwehr gegen Krebserkrankungen, also präventiv wirksam gegen das Wiederauftreten von Krebs oder das Fortschreiten von Krebs.
  • Sie haben aber auch positive vorbeugende Wirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wobei das Risiko für Frauen um 35 Prozent und für Männer um 25 Prozent, immerhin ein Viertel, reduziert wird, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken bzw. zu versterben.
  • Und was ganz wichtig ist: Für manche Krebserkrankungen ist inzwischen erwiesen, dass selbst die, alles andere rausgerechnet, krebsspezifische Mortalität oder Sterblichkeit reduziert, also vermindert werden kann, wenn Sie regelmäßige körperliche Aktivität ganzjährig und überlebenslang treiben. Und das ist doch schon was. Und das sollte uns alle dazu bewegen, etwas zu tun.

Wie kann so ein Bewegungsprogramm konkret aussehen und worauf sollte ich achten?

Damit Sie Erfolg bei einem Bewegungsprogramm haben, müssen Sie folgendes beachten:

Es ist ganz wichtig, dass Sie sich nicht als junger, gesunder Mensch, der jetzt einfach in ein Fitnessstudio geht, sehen, sondern Sie sind jetzt ein Patient, eine Patientin mit einer onkologischen Erkrankung, eventuell sogar unter onkologische Therapie. Und deswegen zählt bei Ihnen für die Steuerung des Trainings nicht nur Ihre individuelle Leistungsfähigkeit, die gering oder ganz hoch sein kann, sondern ganz speziell Ihre klinische Situation, Ihre klinische Belastbarkeit, das heißt: Was Ihnen im Rahmen dieses Trainings zugemutet werden kann.

Warum ist das so?

  • Ihre Leistungsfähigkeit brauchen wir zum Steuern Ihres Trainings im Sinne sozusagen der richtigen Belastbarkeit, damit das Training auch wirksam wird.
  • Ihre klinische Belastbarkeit brauchen wir deswegen, dass wir das Training nicht so steuern, dass es für Sie gefährlich wird.

Das heißt, wir müssen beides sozusagen in einen Topf bringen, sodass wir für Sie das individuelle trainingswirksame Training, die trainingswirksame Belastung und gleichzeitig die für Sie nicht schädliche Belastung rezeptieren. Deswegen spricht man auch von einem Trainingsrezept, das für Sie individuell, also ausgerechnet auf Ihre Person zugeschnitten ist und von einem Facharzt, einer Fachärztin rezeptiert wird.

Ganz wichtig ist hier, dass hier in diesem Konzert mit Ihnen im Zentrum, Sie sind die Person, die trainieren wird, unterschiedliche Ärzte, Ihr Krebsarzt, Ihre Krebsärztin, Ihr Arzt, der das Training rezeptiert, aber eventuell auch ein Kardiologe, ein Pulmologe und, und, und gemeinsam interdisziplinär arbeiten und gleichzeitig, man spricht in diesem Fall von multiprofessionell, weitere Berufsgruppen wie Physiotherapeuten, Sportwissenschaftler, aber auch Diätologen involviert sein können.

Das ist für Sie ganz wichtig, dass die miteinander kooperieren in Ihrem Sinne.

Für die Trainingsumsetzung sind Sie verantwortlich.

  • Sie sollen dieses ganzjährig machen,
  • überlebenslang.
  • Dieses Training muss regelmäßig adaptiert werden, entsprechend Ihres Trainingsfortschrittes, aber auch entsprechend Ihrer klinischen Situation.
  • Und Sie sollen das fachärztliche supervidiert machen, dass es, wie gesagt, trainingswirksam und sicher ist.

Viel Erfolg dabei!

Welchen Nutzen haben gezielte Bewegungsprogramme in der Nachsorgephase?

Der Nutzen von gezielter körperlicher Aktivität und Bewegung ist

  • in erster Linie eine Leistungsverbesserung. Sie werden verbessert in Ihren motorischen Grundfähigkeiten Kraft, Ausdauer, Flexibilität oder Beweglichkeit, Balance, Sensor, Motorik, Koordination.
  • Das ist einmal ganz toll für Sie selber, weil Sie schaffen dann mehr. Wenn Sie mehr schaffen, werden Sie selbstbewusster.
  • Und Sie können ein selbstbestimmtes Leben führen, und das unabhängig von fremder Hilfe. Das ist schon ganz was Wichtiges für Ihre Psyche, weil damit auch die Psyche sozusagen in Anführungszeichen stabilisiert wird. Es ist über Bewegungsprogramme beschrieben, und das wurde schon 2006 beschrieben, dass selbst bei Leuten, denen die Anlage zu einer depressiven Erkrankung innewohnt, genetisch innewohnt, Bewegung eine Verbesserung der psychischen Situation bringt. Und das ist ganz was Großartiges.
  • Weitere Benefits und Vorteile sind medizinische: Sie haben einen positiven Effekt auf den Stoffwechsel, auf die chronische Entzündung, die sogenannte Inflammation. Beides ganz modern in der natürlichen Abwehr gegen Krebserkrankungen, also präventiv wirksam gegen das Wiederauftreten von Krebs oder das Fortschreiten von Krebs.
  • Sie haben aber auch positive vorbeugende Wirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wobei das Risiko für Frauen um 35 Prozent und für Männer um 25 Prozent, immerhin ein Viertel, reduziert wird, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken bzw. zu versterben.
  • Und was ganz wichtig ist: Für manche Krebserkrankungen ist inzwischen erwiesen, dass selbst die, alles andere rausgerechnet, krebsspezifische Mortalität oder Sterblichkeit reduziert, also vermindert werden kann, wenn Sie regelmäßige körperliche Aktivität ganzjährig und überlebenslang treiben. Und das ist doch schon was. Und das sollte uns alle dazu bewegen, etwas zu tun.

Wie kann so ein Bewegungsprogramm konkret aussehen und worauf sollte ich achten?

Damit Sie Erfolg bei einem Bewegungsprogramm haben, müssen Sie folgendes beachten:

Es ist ganz wichtig, dass Sie sich nicht als junger, gesunder Mensch, der jetzt einfach in ein Fitnessstudio geht, sehen, sondern Sie sind jetzt ein Patient, eine Patientin mit einer onkologischen Erkrankung, eventuell sogar unter onkologische Therapie. Und deswegen zählt bei Ihnen für die Steuerung des Trainings nicht nur Ihre individuelle Leistungsfähigkeit, die gering oder ganz hoch sein kann, sondern ganz speziell Ihre klinische Situation, Ihre klinische Belastbarkeit, das heißt: Was Ihnen im Rahmen dieses Trainings zugemutet werden kann.

Warum ist das so?

  • Ihre Leistungsfähigkeit brauchen wir zum Steuern Ihres Trainings im Sinne sozusagen der richtigen Belastbarkeit, damit das Training auch wirksam wird.
  • Ihre klinische Belastbarkeit brauchen wir deswegen, dass wir das Training nicht so steuern, dass es für Sie gefährlich wird.

Das heißt, wir müssen beides sozusagen in einen Topf bringen, sodass wir für Sie das individuelle trainingswirksame Training, die trainingswirksame Belastung und gleichzeitig die für Sie nicht schädliche Belastung rezeptieren. Deswegen spricht man auch von einem Trainingsrezept, das für Sie individuell, also ausgerechnet auf Ihre Person zugeschnitten ist und von einem Facharzt, einer Fachärztin rezeptiert wird.

Ganz wichtig ist hier, dass hier in diesem Konzert mit Ihnen im Zentrum, Sie sind die Person, die trainieren wird, unterschiedliche Ärzte, Ihr Krebsarzt, Ihre Krebsärztin, Ihr Arzt, der das Training rezeptiert, aber eventuell auch ein Kardiologe, ein Pulmologe und, und, und gemeinsam interdisziplinär arbeiten und gleichzeitig, man spricht in diesem Fall von multiprofessionell, weitere Berufsgruppen wie Physiotherapeuten, Sportwissenschaftler, aber auch Diätologen involviert sein können.

Das ist für Sie ganz wichtig, dass die miteinander kooperieren in Ihrem Sinne.

Für die Trainingsumsetzung sind Sie verantwortlich.

  • Sie sollen dieses ganzjährig machen,
  • überlebenslang.
  • Dieses Training muss regelmäßig adaptiert werden, entsprechend Ihres Trainingsfortschrittes, aber auch entsprechend Ihrer klinischen Situation.
  • Und Sie sollen das fachärztliche supervidiert machen, dass es, wie gesagt, trainingswirksam und sicher ist.

Viel Erfolg dabei!

Nutzen von Bewegungsprogrammen bei Krebs

Bewegung ist Medizin in der Onkologie

Bewegungsprogramme für KrebspatientInnen waren vor 30 Jahren noch undenkbar. Heute weiß man, dass Bewegung ein wichtiger Teil des Therapiekonzeptes ist, und das in allen Phasen:

Vor der Behandlung

Schon in der Zeit zwischen Diagnose und Behandlung kann die sogenannte Prähabilitation dabei helfen durch gezielte Vorsorge, z.B. vor einer Operation, gestärkt in die Behandlung zu gehen und sich hinterher schneller zu erholen.

Während der Behandlung

Auch während der Therapie kann ein angepasstes Bewegungsprogramm die Prognose verbessern und den zahlreichen Nebenwirkungen der Behandlung entgegensteuern.

Nach der Behandlung

Die sogenannte Rehabilitation soll nach der Behandlung dabei helfen physische und psychische Fähigkeiten wiederherzustellen und damit eine Wiedereingliederung in das Sozial- und Arbeitsleben ermöglichen.

Das ideale Training

  • Führen Sie ganzjährig durch
  • Führen Sie lebenslang durch
  • Passen Sie regelmäßig an Ihre Bedürfnisse und Ihre Leistungsfähigkeit an
  • Und das alles in Absprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt

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Geprüft Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna: Stand November 2020 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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