1. Von der Therapie zur Nachsorge bei Krebs

Ziele der Nachsorge nach Krebs

1. Wiederherstellung der Gesundheit

Durch das Erkennen und Behandeln von Nebenwirkungen und Spätfolgen der Therapie bzw. rechtzeitige Diagnose von Rückfällen lässt sich die Gesundheit wiederhergestellt. Mittels Nachsorgeuntersuchungen lassen sich sowohl Rückfälle als auch Therapiespätfolgen erkennen. Chemo-, Antihormon-, oder Strahlentherapie können zum Beispiel Osteoporose verursachen. Aber auch Folgen von Operationen wie z.B. Lymphstau, Funktionsstörungen oder Narbenbrüche stehen im Mittelpunkt der Nachsorge-Behandlung.

Wobei der Übergang zwischen Krebsbehandlung, Verlaufskontrolle und Nachsorge je nach Art des Tumors, Krankheitsstadium und Therapieform fließend sein kann. Nachsorgemaßnahmen beugen Spätfolgen und Einschränkungen durch die Behandlung vor und verbessern damit die Lebensqualität.

2. Erkennen von Rezidiven und Zweitmalignomen

Die Nachsorgediagnostik hilft dabei, Rezidive und Zweitmalignome frühzeitig zu erkennen. Nachsorgeuntersuchungen bestehen neben dem ärztlichen Gespräch in erster Linie aus einer gründlichen allgemeinen Untersuchung. Bei Beschwerden oder Verdacht auf einen Rückfall erfolgen zusätzliche Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren oder Laboranalysen. Verschiedene Krebserkrankungen haben unterschiedliche Rückfallwahrscheinlichkeiten (Rezidiv-Risiko). Solche Rezidive machen eine erneute Therapie erforderlich. Je länger jedoch nach einer Behandlung kein neuer Tumor auftritt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs dauerhaft besiegt ist.

3. Steigerung der Lebensqualität

Ziel der psychosozialen Betreuung ist die emotionale Aufarbeitung bereits abgeschlossener Therapiemaßnahmen sowie von deren Nebenwirkungen und Spätfolgen. Im Zentrum steht das Entwickeln psychosozialer Perspektiven und Ressourcen zur Erhaltung, Wiedergewinnung oder Verbesserung der Resilienz im Alltagsleben (z.B. beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt) durch einfühlsame und individuell angepasste psychosoziale Beratung und Begleitung mit dem nachhaltigen Ziel, die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen.

Untersuchungen in der Krebs-Nachsorge

Wie häufig zur Nachsorge?

Nachsorgeuntersuchungen sind immer mit hohem emotionalen Aufwand und Ängsten seitens der PatientInnen verbunden. Die Sorge, trotz Beschwerdefreiheit etwas zu entdecken ist groß. Sie sollten sich dieser Belastung nicht öfter aussetzen, als sinnvoll. Abhängig von Ihrer Erkrankung erfolgt die Nachsorge nach einem angepassten Schema, das Nachsorgeuntersuchungen in den richtigen Abständen sicherstellen. Darüber informieren Sie Ihre behandelnden ÄrztInnen.

Wann sind Tumormarker sinnvoll?

Tumormarker sind in der Nachsorge nur begrenzt sinnvoll. Einerseits müssen sie für den Tumor möglichst spezifisch sein. Andererseits muss einem bewusst sein, dass ein negativer Tumormarker (im Normbereich) keine Sicherheit darstellt, zugleich aber auch ein erhöhter Tumormarker nicht immer mit einem Fortschreiten der Erkrankung verbunden ist. Über einen möglichen zu bestimmenden Marker und dessen Sinnhaftigkeit informiert Sie Ihr/e behandelnde/r Onkologe/in.

Mein Beitrag zur Nachsorge nach Krebs

Alles im Blick

Vielleicht machen Sie sich Sorgen, dass Sie im Rahmen der Nachsorge etwas Wichtiges übersehen könnten. Die Checkliste „Gibt acht auf diese 8“ am Ender der Seite soll Ihnen dabei helfen, alle wichtigen Fragen im Blick zu behalten.

Gut vorbereitet ins Nachsorgegespräch

Im Nachsorgegespräch wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt nachfragen, wie die Zeit seit der letzten Kontrolle für Sie gelaufen ist. Ist seit der letzten Kontrolle alles gleichgeblieben? Oder ist Ihnen irgendetwas aufgefallen, das sich verändert hat und das Sie gerne besprechen würden? Gab es Abweichungen von der „Neuen Normalität“?

Konkret könnte das zum Beispiel sein:

  • Haben Sie an Gewicht zu- oder abgenommen?
  • Gab es Krankenhausaufenthalte?
  • Wurden alle Nebenwirkungen besprochen und entsprechend behandelt oder benötigen Sie weitere Therapien oder Adressen an die Sie sich wenden können?
  • Gibt es Beschwerden oder Nebenwirkungen die neu aufgetreten sind?
  • Nehmen Sie neue, zusätzliche Medikamente?
  • Sind Allergien aufgetreten?
  • Gab es Ereignisse, über die Sie gerne sprechen würden?
  • Wie geht es Ihnen psychisch?
  • Kommen Sie am Arbeitsplatz gut zurecht?

Mit dem untenstehenden Fragenkatalog zu Vorbereitung auf das Nachsorgegespräch können Sie sich daheim in Ruhe darauf vorbereiten und die Zeit seit dem letzten Nachsorgetermin nochmals genauer unter die Lupe nehmen:

Tipp: Arztbriefe und Befunde mitnehmen

Während Ihre Ärztin/Ihr Arzt alte Arztbriefe und Befunde ausgräbt vergeht gemeinsame Zeit, die Sie für Ihre Fragen und Sorgen vermutlich sinnvoller nutzen könnten. Sie können dazu beitragen, dass keine wertvolle Gesprächszeit verlorengeht, indem Sie Ihre Arztbriefe und Befunde gut sortiert zum Arztgespräch mitbringen.

Downloads

  • Checkliste für die Zeit der Nachsorge Die Checkliste „Gibt acht auf diese 8“ soll dabei helfen, alle wichtigen Fragen rund um die Nachsorge im Blick zu behalten.

  • Gut vorbereitet ins Nachsorgegespräch Mit dem Fragenkatalog zur Vorbereitung auf das Nachsorgegespräch können Sie sich vorbereiten und die Zeit seit dem letzten Nachsorgetermin nochmals genauer unter die Lupe nehmen.

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Geprüft Dr. Ursula Denison: Stand November 2020 | Quellen und Bildnachweis

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