5. Die ersten Tage als NichtraucherIn

Transkript

Wie äußert sich der Nikotinentzug, und wie lange dauert er?

Gefürchtet beim Beginn der Raucherentwöhnung oder dem Entzug ist natürlich immer so ein Entzugssyndrom, das man durch Nikotin vermissen hat. Also Leute sagen: „Ich bin zittrig. Ich schwitze. Vor allem: Ich habe eine schlechte Stimmung. Ich fühle mich so ein bisschen reizbar und einfach bin nicht ich selber. Ich bin unrund und unruhig.“ Das stimmt, dass es das gibt. Vor allem in der Frage „Wie viel Nikotin waren Sie gewöhnt?“ Das kann man kopieren, wenn es erforderlich ist.

Andererseits muss man einfach dem Körper viel Flüssigkeit zuführen, Bewegung, frische Luft und auch mental mitarbeiten, dass ich meine Symptome auch entsprechend bewerte. Dann sind sie für manche auch ohne Nikotinersatz wirklich ganz gut verträglich.

Länger als drei Wochen dauert der körperliche Entzug nicht.

Hat man bei der Raucherentwöhnung immer Entzugserscheinungen?

Ob ich aber Entzugserscheinungen haben werde, das ist sehr unterschiedlich. Die Mehrzahl der Patienten hat kaum oder ganz wenig Entzugserscheinungen, also würde eigentlich auch ganz gut ohne Nikotin auskommen. Wenn ich aber schon vorher sehr viel Angst davor habe und Geschichten gehört habe und sehr vieles darüber gelesen habe, dann kann man am Anfang mal begleiten und sagen: „Schau es dir doch mal an.“ Ein Risiko eingehen, dass ich dann so leide, damit ich gleich demotiviert bin, muss man nicht. Aber das geht eben mit der Einschätzung des Fagerström-Tests ganz gut, sodass Ihr behandelnder Therapeut auch einen objektiven Wert hat und sagen kann: „Das wird wahrscheinlich sein aus der Erfahrung oder nicht“.

Was kann man gegen Entzugserscheinungen entnehmen?

Gegen Entzugsbeschwerden, die so eingeschätzt werden: „Entweder ich habe Erfahrungen, was ich damit mir einhandeln werde, nämlich z.B. Schlaflosigkeit oder Unruhe und Unlust“, dann kann ich natürlich ganz gut vorbeugen, indem ich durch Bewegung und Natürliches Müdemachen, Bewegen an der frischen Luft, viel frische Flüssigkeit trinken und auch viel frische Vitamine essen, ganz gut das Kopieren, weil in der Regel sind diese Beschwerden nicht so, dass Sie am nächsten Tag nicht arbeitsfähig sind, weil sie so gerädert sind.

Wenn ich natürlich das Gefühl habe, dass ich Heißhungerattacken habe, das hat was damit zu tun, dass ich Ersatzbefriedigung suche oder auch so einen gesteigerten Appetit habe, weil mir plötzlich alles so gut schmeckt, dann muss ich eine diätologische Beratung haben, damit ich nicht so viel Gewicht zunehme, dass ich dann dadurch wieder unglücklich bin.

Das einzige, wovon man abraten muss, ist, dass man Supplemente nimmt und sich denkt: „Wenn ich mir jetzt die Vitaminbomben gebe, dann tue ich mir auf jeden Fall was Gutes“, weil das kann bei manchen Krebstherapien nicht erlaubt sein, weil es die Therapiewirksamkeit abschwächt. Das müssen Sie besprechen.

Der Nikotinentzug

Auch wenn es sich bei einer Nikotinsucht um eine körperlich eher schwache Sucht handelt, kann der Rauchstopp mit Entzugsbeschwerden verbunden sein. Sprechen Sie bei starken Beschwerden mit Ihren ÄrztInnen.

Beschwerden beim Nikotinentzug

  • Die Mehrzahl der PatientInnen hat kaum oder gar keine Entzugserscheinungen.
  • Am häufigsten sind allgemeine Beschwerden wie Zittrigkeit, Schwitzen, Nervosität oder Gereiztheit.
  • Entzugsbeschwerden sind niemals gefährlich und dauern in der Regel maximal 3 Wochen.

Welche Beschwerden können auftreten und was kann ich dagegen tun?

Viel Flüssigkeit trinken und viel Bewegung an der frischen Luft helfen am allerbesten!

Unstillbares Verlangen zu rauchen
Die 4D-Strategie (aufschieben, tief atmen, einen Schluck Wasser trinken, sich mit etwas beschäftigen). Entspannungsübung. Ggfs. Nikotinersatz.

Schwindel, Druck auf der Brust
Sich vergegenwärtigen, dass das ungefährlich ist und rasch vorübergehen wird.

Müdigkeit
Körperliche Aktivität, ausreichend Ruhephasen und Schlaf.

Heißhungerattacken
Kalorienarme Speise essen (frisches Obst und Gemüse).

Husten
Einen Schluck Wasser nehmen. Sich vergegenwärtigen, dass dies ein Teil des Heilungsprozesses der Lunge ist.

Schlafstörungen
Viel Bewegung und Aktivität. Aufputschende Speisen und Getränke, sowie lange Bildschirmtätigkeit abends meiden.

Verstopfung
Viel Wasser und ballaststoffreiche Nahrung.

Konzentrationsschwierigkeiten
Andere Tätigkeit ausführen. Entspannungsübung.

Transkript

Was soll ich tun, wenn ich einen Rückfall hatte?

Es gibt natürlich Tage, an denen es mich plötzlich schlecht erwischt und ich habe wieder geraucht. Das ist nicht im klassischen Sinne ein Rückfall, sondern es ist ein Therapieversager auf dem Weg. Wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass das „O jeh, was ist denn da passiert? Und warum habe ich die Kontrolle verloren?“ mir gleich den Kopf zerbreche, gleich mit meinem Therapeuten drüber rede, dann ist es so wie gestürzt sein und sich das Knie aufschlagen, bisschen verbinden und wieder weitergehen.

Wenn Sie natürlich dann daraus den Schluss ziehen und sagen: „Jetzt gebe ich auf. Es hilft sowieso alles nichts.“ Dann werden Sie sehr lange nicht die Motivation finden, wieder neu anzufangen. Das sehen wir aus den Berichten von Patienten.

Also ich würde raten, jeden Rückfall sofort zu besprechen. Dann ist es vorbei.

Welche Auswirkungen hat ein Rückfall auf meinen Rauchstopp?

Wenn Sie häufiger rückfällig werden, dann muss man sich sicher überlegen, ob mit der Motivation alles stimmt und ob wir etwas Motivationsverstärkendes einführen können, oder ob neue Problemzonen aufgetreten sind in Ihrem Leben, die wir vorher nicht besprochen hatten und ob wir mit anderen Dingen zu Rate gehen sollen.

Also es kann sein, dass man Psychopharmaka braucht, weil Depressionen dazugekommen sind in der Langzeitbehandlung, weil irgendwas anderes schiefgegangen ist, weil in meiner Familie was passiert ist. Also nicht alles auf einem längeren Weg ist alleine durch das Rauchen hervorgerufen, sondern es ist ein Verhalten, in dem Sie früher geraucht hätten. Und wenn eine neue Situation kommt, die Sie herausfordert, dann versuchen wir einen Weg zu finden, wie ich mit der neuen Situation anders umgehen kann.

Wie kann ich die Rückfallgefahr beeinflussen und verringern?

Das Wichtigste am Rückfall ist, dass man das Risiko nicht unterschätzt.

Wir sehen, dass die Rückfälligkeit dann kommt, wenn die Leute glauben: „Ich bin drüber.“ Immer dann, wenn man ganz selbstsicher wird, sagt: „Das habe ich hinter mir.“, dann wird man plötzlich verleitbar. Und dann kommen so kleine Gedanken: „Naja, eine ist keine. Und ich kann das.“ Und das können Sie dann nicht. Es hat auch nach einem Jahr einen Grund, warum Sie plötzlich aus Jux und Tollerei wieder da zugreifen. Da ist noch was im Unterbewusstsein. Das heißt: Wenn ich weiß, dass der Rückfall eine vorprogrammierte Herausforderung sein wird, ich werde diese kleinen Stimmen in meinem Ohr irgendwann haben oder ich werde in der Nacht einmal träumen. Aber dann suche ich mir, da habe ich in der Regel schon keinen Therapeuten mehr, dann suche ich mir einen Coach, mit dem ich da nochmal durchgehe. Und das ist ein geringerer Weg, das totzuschlagen, als nochmal anzufangen und den ganzen Weg wieder zu gehen.

Rückfälle vermeiden

Auch wenn Sie schon länger mit dem Rauchen aufgehört haben, kann es passieren, dass Sie plötzlich einen Rückfall haben. Ein Rauchstopp ist keine leichte Aufgabe – das Wichtigste ist: Dran bleiben!

Was bedeutet ein Rückfall?

Nicht jede Zigarette, die Sie dennoch rauchen, bedeutet einen Rückfall in frühere Gewohnheiten.

  • Versuchen Sie zu ergründen, warum Sie in diesem Moment schwach geworden sind.
  • Sprechen Sie mit Ihrer TherapeutIn/Ihrem Therapeuten darüber.
  • Geben Sie nicht auf. Ein neuer Anlauf nach einem wirklichen Rückfall ist in der Regel schwieriger.

Bei häufigerem Schwachwerden sollten Sie mit Ihrer TherapeutIn/Ihrem Therapeuten besprechen, ob weitere Hilfsmittel oder eine Änderung in der Herangehensweise helfen können.

Transkript

Was sind die ersten spürbaren Verbesserungen nach dem Rauchstopp?

Das Wichtigste beim Rauchstopp ist, dass man eben sich den Erfolg gönnt. Sie leisten sehr viel. Sie müssen auch sagen: „Okay, das habe ich gut gemacht.“ Das erste ist, es gibt ein paar Sachen, die kann man wissen und mental verankern, weil Sie sie glauben, weil sie in der Wissenschaft bewiesen sind.

  • Binnen vierundzwanzig Stunden sinkt ihr Herzinfaktrisiko und das Schlaganfallrsiko.
  • Sie haben weniger Infektanfälligkeit. Sie werden vielleicht am Anfang ein bisschen mehr Husten und Schleim produzieren. Das ist ein natürlicher Reinigungsmechanismus der Lunge, weil die Lunge das abtransportieren kann, was das Rauchen an chronischer Bronchitis hineingegeben hat. Das dauert immer etwas länger, und die Leute sagen dann: „Als ich noch geraucht hab, hab ich nicht so viel gehustet und Auswurf gehabt.“ Das ist gut so, weil es reinigt sich.
  • Sie werden leistungsfähiger.
  • Sie sind weniger müde.
  • Sie haben mehr Geschmackserlebnis. Es schmeckt Ihnen das Essen besser.
  • Und Sie haben dieses Bewusstsein: „Ja, eigentlich fühle ich mich energiegeladen.“

Das einzige, was sein kann, ist, dass wenn die psychische Abhängigkeit da ist, dass ich so eine Mitleidsmasche mit mir selber habe und sage: „Ja, aber nie wieder darf ich das.“ Sie können es umdrehen und sagen: „Nie wieder muss ich das. Denn wenn ich abhängig war, habe ich nicht gedurft, sondern gemusst.“ Und da Sie heute in weiten Bereichen nicht mehr dürfen, wird Ihnen auffallen, wenn Sie doch möchten, dass Sie eigentlich müssen.

Wie kann ich mich für erreichte Ziele belohnen?

Dafür ist es ganz wichtig, dass ich mit mir selber auch eine gewissen Eigenliebe entwickle und sage: „Wenn ich etwas geleistet habe – was kriege ich dafür?“ Also die Gesundheitseffekte, die sollte ich mir bewusst machen.

In der Zeit, wo ich gerade mit einem Lungenkrebs in einer Behandlung bin, kann das oft überdeckt sein, weil andere Therapien mich müde machen und ich mich nicht so gut fühle. Dann muss ich mir aber auch sagen: „Das wäre wahrscheinlich noch viel schlechter, wenn ich noch immer rauchen würde. Gut, dass ich mich wappne und stärke, das besser durchstehen zu können.“

Aber Sie können noch andere Dinge sehen:

Das Geld, das Sie nicht mehr für das Rauchen ausgeben, das können Sie für andere Dinge für sich verwenden. Und das sollten Sie auch. Weil wenn man das Geld wirklich zusammenspart, dann sieht man, dass das gar nicht so wenig ist. Und Sie müssen es aber dann auch zweckgebunden für etwas verwenden, was Ihnen Freude macht.

Und versuchen Sie das, was Sie früher freudvoll oder genussvoll am Rauchen erlebt haben, durch andere Dinge, die Sie genießen können, auch zu erleben und das auch tatsächlich zu tun, damit es auch zu dieser Umerziehung kommt und ich wahrnehme, dass andere Dinge mir auch sehr viel Freude machen.

Es hilft natürlich, wenn auch jemand anderer das bemerkt und einen in diesem Verhalten bestärkt.

Rauchfrei genießen

Ein erfolgreicher Rauchstopp bedeutet einen großen Vorteil für Ihre körperliche Gesundheit. Sie können stolz auf diesen Schritt sein und sich für jeden Erfolg dieses langfristigen Projekts belohnen.

Körperliche Vorteile nach dem Rauchstopp

Die positiven Auswirkungen des Rauchstopps sind sofort erkennbar und spürbar:

Binnen 3 Stunden
Herzfrequenz und Blutdruck und damit die Herzbelastung sinken.

In den ersten 12 Stunden
Der Kohlenmonoxidgehalt des Blutes sinkt auf Normalstand, die Sauerstoffkapazität erhöht sich.

Nach 48 Stunden
Geschmacks- und Geruchssinn haben sich verbessert, der Appetit steigt.

Nach 4 Wochen
Durch die verbesserte Wundheilung sinkt die Gefahr von Wundinfektionen.

12 Wochen
Durch eine deutliche Verbesserung der Durchblutung sinkt die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Auch die Infektanfälligkeit sinkt.

In den ersten Monaten
Husten, Kurzatmigkeit und das Risiko für Lungeninfektionen gehen zurück.

Nach 1 Jahr
Das Risiko einer koronaren Herzkrankheit ist nur noch etwa halb so hoch wie bei Rauchern.

Sich für erreichte Ziele belohnen

Eine Raucherentwöhnung ist eine große Leistung, auf die Sie zu Recht stolz sein können und wofür Sie sich auch belohnen dürfen.

  1. Führen Sie sich die positiven Auswirkungen Ihres Rauchstopps vor Augen und kosten Sie diese aus.
  2. Verwenden Sie das ersparte Geld, um sich etwas Gutes zu tun und sich zu verwöhnen.
  3. Suchen Sie sich neue Hobbys oder Betätigungen, die Ihnen Freude bereiten.
  4. Genießen Sie gemeinsam mit Ihren Angehörigen die neue Leistungsfähigkeit und körperliche Fitness.

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Geprüft Prof.in Dr.in Sylvia Hartl: Stand 16.11.2020 | AT-4099 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.