2. Wahl der Psoriasis-Therapie

Ist Psoriasis (Schuppenflechte) heilbar?

Da die Psoriasis zu den chronischen Systemerkrankungen zählt, gilt sie aktuell als nicht heilbar. Es gibt jedoch mittlerweile sehr wirksame Therapien, durch die sich die Krankheit so einstellen lässt, dass keine Symptome mehr bemerkbar sind. Mit einer dauerhaften Therapie ist es also möglich trotz Erkrankung ein beschwerdefreies Leben zu führen.

Was ist das Ziel der Psoriasis-Behandlung?

Das individuelle Ziel jeder Therapie ist abhängig von der Patientin/dem Patienten. Allerdings gilt als grundsätzliches Therapieziel die Symptomfreiheit. Hierfür sollte sich nicht nur das Hautbild ohne Veränderungen zeigen, sondern auch die Gelenke sollten schmerzfrei und ohne Schwellungen sein. Leider gibt es derzeit keine Therapie, durch die Begleiterkrankungen der Psoriasis sicher verzögert oder gar verhindert werden können.

Woran merke ich als PatientIn, dass die Therapie wirkt?

Eine wirksame Therapie zeigt sich für Sie als PatientIn dadurch, dass sich die Ursprungssymptome der Psoriasis vermindern:

  • Nachlassendes Brennen der betroffenen Haut
  • Rückgang der Schmerzen
  • Mögliche Hautveränderungen sollten kleiner werden und in ihrer Intensität abnehmen
  • Bei Befall der Gelenke sollte sich auch hier eine Besserung zeigen

Je nach Therapiemethode können bis zum Eintreten der Wirkungen mehrere Wochen vergehen.

Wie unterscheidet sich die Behandlung der Psoriasis je nach Schweregrad?

Bei leichteren Verlaufsformen der Psoriasis werden meist lokale Therapien benutzt, die direkt auf der Haut wirken. Erst bei schwereren Verläufen werden systemische Behandlungen angewendet. Meist wird jedoch auch bei schweren Verläufen erst eine Hauttherapie angewendet, bevor zu systemisch wirkenden Mitteln gegriffen wird. Im Einzelfall kann bei Wirkungslosigkeit oder Kontraindikationen der lokalen Therapiemethoden, wie Salben oder der Phototherapie, auch eine systemische Therapie vorgezogen werden.

Wie erkenne ich den Schweregrad meiner Psoriasis?

Für die Beurteilung des Schweregrades der Psoriasis gibt es keine einfachen Regeln. Es muss dabei auch die individuell unterschiedliche Krankheitsbelastung der Patientin/des Patienten berücksichtigt werden. Für die Einteilung werden folgende Merkmale beurteilt:

  • Anteil der betroffenen Hautfläche (in %)
  • Stärke der Entzündung
  • Besondere betroffene Stellen wie behaarte Kopfhaut, Gesicht oder Intimbereich
  • Einschränkung der Lebensqualität
  • Psychische Belastung der Patientin/des Patienten

Zum Beispiel: Ein Befall von unter 10% der Hautoberfläche wird meist als leichte Form der Psoriasis beschrieben. Das kann jedoch auch einen mittleren bis schweren Schweregrad bedeuten, wenn Stellen wie zum Beispiel das Gesicht betroffen sind, die die Lebensqualität stark einschränken.

Inwieweit kann ich selbst die Therapie mitbestimmen?

Da Sie als PatientIn die Therapie selbst durchführen müssen und deshalb auch mit unterstützen sollten, werden Sie in die Entscheidungsfindung der Therapie miteinbezogen. Es ist wichtig, dass Sie sich über die verschiedenen Anwendungsformen, wie zum Beispiel das Spritzen bei der Anwendung von Biologika, bewusst sind und diese auch selbst anwenden können. Außerdem gibt es Therapiemethoden, wie zum Beispiel die Phototherapie, die durch häufige Sitzungen mehr Zeit in Anspruch nehmen, was mit Ihrem Alltag vereinbar sein sollte.

Wird Psoriasis an Körperstellen wie Gesicht oder Intimbereich anders behandelt?

Meist tritt die Psoriasis an speziellen Körperstellen auf, die oftmals nach außen deutlich sichtbar sind. Das können zum Beispiel die Hände, das Gesicht oder auch der Intimbereich sein, was die Lebensqualität beeinträchtigen kann. Für einige schwer zugängliche Stellen, wie zum Beispiel den Intimbereich, die behaarte Kopfhaut, Hände oder Nägel sind lokale Therapien, wie die Phototherapie, eher ungeeignet. Häufig wird PatientInnen in solchen Fällen direkt zu einer systemischen Therapie geraten, um die Lebensqualität zu verbessern.

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Geprüft Assoc. Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Constanze Jonak: Stand August 2023 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.