An von Krebs betroffene Eltern

Mandy-Falke Interview selpers Eltern mit Krebs

Mandy Falke ist Psychologiestudentin, dreifache Mutter und hat Brustkrebs. In ihrem Gastbeitrag schreibt sie darüber, wie es für sie als Elternteil ist an Krebs erkrankt zu sein. Ihre Erfahrungen mit der Erkrankung hat sie vor kurzem als Buch veröffentlicht.

Diagnose als Mutter

Ich erhielt meine Brustkrebsdiagnose im Alter von 32 Jahren. Meine Kinder waren zu diesem Zeitpunkt 8 Monate, 3 und 4 Jahre alt.

Mein Erstgedanke bei Übermittlung der Diagnose galt meinen Kindern. Fortan kreisten meine Gedanken häufig um die Möglichkeit, meine Kinder nicht aufwachsen sehen zu dürfen bzw. darum, dass es sein könnte, dass meine Kinder ohne Mutter aufwachsen.

Es war und ist eine große Herausforderung, mit dieser Angst zu leben, sie stellenweise zu akzeptieren und dennoch nicht übermächtig werden zu lassen.

Mit Kindern sprechen

Mir und meinem Mann war im Freundes- und Familienkreis ein offener Umgang mit der Erkrankung wichtig. Was die Kommunikation über die Erkrankung mit den Kindern anging, haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie man altersentsprechend das Thema aufgreifen könnte. Uns war dabei wichtig

  • Authentizität zu wahren
  • ehrlich zu sein, aber zeitgleich
  • keine Ängste zu schüren.

Wir haben versucht die Erkrankung in unseren Alltag zu integrieren. Dadurch, dass ich es als Normalzustand vorlebte, erst ohne Haare, später auch ohne Brüste durch die Wohnung zu laufen, haben auch meine Kinder diesen äußeren Merkmalen keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Auch in die Krankheitsbehandlungen, die nun mal ein Teil meines Lebens waren, haben wir versucht, die Kinder mit einzubeziehen. So kann man beispielsweise über Spielpuppen o. ä. nachstellen, wie man im Krankenhaus vom Arzt eine Spritze bekommt, die dazu beitragen soll, dass man schnell wieder gesund wird. Dieser spielerische Umgang (beispielsweise auch: malen) bietet Kindern oft noch einen einfacheren und für sie greifbaren Zugang zu diesem selbst für Erwachsene schwierigem Thema.

Es gibt einige Vereine und Organisationen, die Infomaterial für an Krebs Erkrankte Elternteile zur Verfügung stellen:

Hilfsmöglichkeiten in Anspruch nehmen

Wer sich selbst in einer Akutbehandlung (Chemo, OP, Bestrahlung) befindet, ist mit seinen Kraftreserven oft am äußersten Limit.

Uns hat geholfen, uns über folgende Hilfsangebote zu informieren:

  • Haushaltshilfe über die Krankenkasse beantragen,
  • im Freundes- und Familienkreis konkret nach Hilfe fragen (Essen kochen, Einkäufe erledigen, Babysitten, Kinder aus dem Kindergarten abholen),
  • Pflegestufe beantragen und hierüber weitere Leistungen in Anspruch nehmen,
  • häufig finden sich regionale Angebote mit dem Schwerpunkt auf erkrankte Elternteile. Hierüber kann beispielsweise das Jugendamt vor Ort informieren.

Selbstfürsorge

Um meiner Angst, vor allem in Bezug auf meine Kinder, entgegenzusteuern, versuche ich Dinge zu tun, die mich ablenken und mir Kraft schenken.

Mir hilft es ungemein, wenn ich durch meine Hobbies in eine Art „Flow“ gerate und ich fernab vom Mutter- und Krank-Sein, einfach eine junge Frau sein darf, die Freizeitbeschäftigungen nachgeht. Meine persönlichen Favoriten hierbei sind joggen, fotografieren, meditieren, lesen und schreiben.

Mandy Falke hat ihre gesammelten Gedanken während ihrer Krebserkrankung als Erfahrungsbericht dokumentiert (www.unddannamlebenbleiben.de) und betreibt zudem ein Fotoprojekt für an Krebs Erkrankte und deren Familienmitglieder (www.momentediebleiben-fotoprojekt.de)

Mehr rund um den Umgang mit Krebs und Kindern finden Sie in unserem Interview mit Dipl.-Psych. Sylvia Broeckmann “Mit Kindern über Krebs sprechen”

Autorin: Mandy Falke

Bildnachweis: beigestellte Fotos

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