Bakterienfallen außerhalb der eigenen vier Wände – an diesen sieben Orten ist Achtsamkeit geboten

Lassen sich Bakterienherde in der eigenen Wohnung meist schon mit einfachen Hausmitteln beseitigen, lauert in öffentlichen Bereichen zum Teil großes Ansteckungspotential.

Wir verraten Ihnen, wo Sie sich besonders vor Keimen in Acht nehmen müssen und wie Sie sich vor einer Infektion schützen können.

1. Im Büro

Nicht jeder Arbeitnehmer bleibt bei einer Erkrankung zu Hause und geht statt zum Arzt lieber ins Büro. Dort sammeln sich Erreger auf allen erdenklichen Gegenständen, besonders an den Türklinken, an Telefonen und auf Computertastaturen. Wie der Mikrobiologe Dr. Charles Gerba von der Universität Arizona in einer Studie feststellte, finden sich an Computerarbeitsplätzen durchschnittlich 400 mal mehr Keime als auf Klobrillen. Von fast jedem im Büro genutzt und durch den ständigen Betrieb warm, erweisen sich außerdem Kopierer und Drucker als wahre Bakterienschleudern.

Um den Keimen den Garaus zu machen, ist es ratsam, die Oberflächen zweimal wöchentlich mit einem Essigreiniger oder speziellen Reinigungstüchern zu säubern und die Hände regelmäßig gründlich zu waschen.

2. Im Supermarkt

Dass sich auf den Griffen von Einkaufswagen zahlreiche Keime tummeln ist allgemein bekannt. Die Wagen werden nur selten gereinigt und stellen daher eine Hygieneschwachstelle dar. Doch auch am Knopf des Pfandautomaten und an den Klappen der Backstationen fühlen sich die Erreger, darunter multiresistente Keime, wie zu Hause.

Hier hilft nur, nach jedem Einkauf konsequent die Hände zu waschen. Auch in der Obst- und Gemüseabteilung ist Vorsicht angebracht. Viele Kunden testen die Ware per Drucktest oder nehmen die Früchte in die Hand, um sie näher zu begutachten, und legen sie dann wieder zurück. Vor dem Verzehr sollten Sie Obst und Gemüse daher immer gründlich abspülen.

3. Im Wartezimmer

Von Magen-Darm-Bakterien bis hin zu Grippeviren – Wartezimmer in Arztpraxen sind Brutstätten für Erreger. Dabei droht eine Ansteckung nicht nur direkt durch andere Patienten, sondern auch indirekt über dort ausliegende Zeitungen und Bücher sowie über Kugelschreiber, mit denen Sie an der Rezeption vielleicht noch ein Formular ausfüllen müssen.

Wenn Sie sich effektiv vor Ansteckung schützen möchten, sollten Sie ein paar einfache Dinge beachten. Erkundigen Sie sich an der Rezeption nach der voraussichtlichen Wartezeit und machen Sie in der Zwischenzeit einen Spaziergang. Berühren Sie die Türklinken nur mit einem Papiertaschentuch oder mit dem Stoff Ihrer Kleidung. Ebenso ist es ratsam, sich eigene Lektüre mitzubringen, statt eventuell infizierte aus dem Wartezimmer zu lesen.

4. In öffentlichen Verkehrsmitteln

Da sich Bakterien auf Metall nicht vermehren können, sind Haltestangen verhältnismäßig unbedenklich. Auf den Sitzen und Armlehnen wurden allerdings in einer Studie eines Reinigungsunternehmens zahlreiche Keime nachgewiesen. Zugleich sorgt die Klimaanlage für eine gleichmäßige Verteilung der Erreger. Auch im Taxi haben Sie unzählige kleine Mitinsassen.

Den besten Schutz vor Ansteckung bietet auch hier das konsequente Händewaschen nach jeder Fahrt, um sich gegen die Bakterien zu schützen. Um die Hände unterwegs von Bakterien zu befreien, eignen sich Hygienetücher oder antibakterielles Gel aus der Drogerie. Sie können tagsüber leicht mitgenommen und bei Bedarf genutzt werden.

5. An Fahrkarten- und Geldautomaten

Die Fahrkarte gibt es heute ebenso per Knopfdruck wie frisches Bargeld. Denken Sie daran, dass über den Tag verteilt zahlreiche Kunden ihr Fahrziel oder ihre Geheimzahl über die Tastatur eintippen. Ist einer davon krank, könnten Sie sich infizieren.

Minimieren Sie die Ansteckungsgefahr, indem Sie sich nach Benutzung des Automaten gründlich die Hände waschen. Geldscheine und Münzen sind aufgrund ihres Materials, entgegen aller Befürchtungen und Behauptungen, keine Krankheitsquelle.

6. Im Fitnessstudio

Es ist toll, wenn sie sich trotz Ihrer Krebserkrankung gut genug fühlen, um ins Fitnessstudio zu gehen. Lassen Sie hier aber trotzdem Vorsicht walten. An den Fitnessgeräten können ebenso Keime lauern wie an den Hähnen freistehender Wasserspender. Auch Umkleidekabinen sowie feuchtnasse Zonen wie Duschen, Saunabereich oder Dampfbad bieten eine gewisse Ansteckungsgefahr.

Legen Sie beim Training einfach ein Handtuch unter, um den Kontakt zu den Keimen zu vermeiden, und trinken Sie nicht direkt aus dem Wasserhahn. Wenn sie eine Wasserflasche benutzen: Halten Sie Abstand zwischen dieser und dem Hahn. Ebenso ist das Tragen von Badeschuhen im Duschbereich dringend zu empfehlen.

7. Im Fahrstuhl

In Fahrstühlen verkehren viele Menschen, die ihre Bakterien vor allem beim Druck auf die Knöpfe hinterlassen. Zudem sorgt die oftmals schlechte Belüftung für eine gleichmäßige Verbreitung der Erreger.

Verwenden Sie zum Drücken der Knöpfe am besten Ihren Ellbogen oder benutzen Sie, sofern es Ihr Gesundheitszustand zulässt, besser gleich die Treppe.

Auch Händewaschen will gelernt sein. In unserem Kurs „Richtig Hände waschen“ erfahren Sie alles, was es beim Händewaschen zu beachten gibt  und wie Sie sich damit effektiv gegen Krankheiten schützen können.

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

Bildnachweis: lufimorgan | Bigstock

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