Im Alter von Yoga profitieren

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Yoga liegt im Trend. Fast täglich werden neue Varianten entwickelt. Doch was viele nicht wissen: es ist ein Training, das für SeniorInnen und chronisch kranke Menschen perfekt geeignet sein kann. Mit seiner Vielseitigkeit kann es von sanfter Aktivierung bis anspruchsvollem Work-out fast alles bieten. Im Dschungel der unterschiedlichen Yoga-Stile ist für alle etwas dabei. Entgegen weit verbreiteten Vorstellungen muss man weder beweglich noch sportlich oder schlank sein, um Yoga zu praktizieren.

Die Kontrolle zurück erhalten

Viele ältere oder chronisch kranke Menschen erleben Ihren Alltag als mühsam. Sie fühlen sich machtlos und eingeschränkt. Gerade dafür ist Yoga ein wirksames Gegenmittel. Durch die Kombination aus langsamen Dehnungen und Kräftigung des Körpers richtet sich der Blick zurück auf das, was möglich ist. Wer Yoga praktiziert erhält ein Stück Kontrolle und Selbstbestimmtheit zurück. Die dazu gehörenden Atem- und Entspannungsübungen beruhigen nach Untersuchungen des Berufsverbandes der Yogalehrenden in Deutschland e. V. und fördern das allgemeine Wohlbefinden. Eine Studie des amerikanischen National Institute of Health hat ergeben, dass Yoga bei SeniorInnen auch die Koordination, die Flexibilität und die körperliche Stärke fördert. Damit verringert sich nicht nur die Wahrscheinlichkeit gefährlicher Stürze, sondern auch die sogenannte fluide Intelligenz wird gefördert. Flexibilität und Kreativität sind zwei wichtige Elemente dieser Intelligenzform sowie logisches Denken und Problemlösungsfähigkeiten. Die Deutsche Seniorenliga e. V. empfiehlt unter anderem Yoga auch bei Blasenschwäche.

Was ist Yoga?

Yoga ist eine jahrtausendealte, aus Indien stammende, philosophische Schule. Darin werden Übungen für Geist und Körper beschrieben, vor allem Atmung, Meditation, Ernährung, Entspannung und Asanas (Übungen.) Es geht einfach ausgedrückt darum, Geist und Seele zu verbinden. Das heute in westlichen Ländern praktizierte Yoga beinhaltet vor allem die körperlichen Übungen und stellt eine westliche Weiterentwicklung der alten Lehren dar. Daraus ergeben sich immer neue Trainingsformen und Stilrichtungen wie z. B. Power-Yoga oder Bikram-Yoga, die beide eher einem Work-out ähneln und sehr dynamisch sind.

Wie starte ich als älterer Mensch mit Yoga?

Am besten gelingt der Start mit einer AnfängerInnengruppe, in der die verschiedenen Asanas (Übungen) erlernt werden. Die korrekte Ausführung und die richtige Atmung sind sehr wichtig, um von dieser Praxis zu profitieren und keine gesundheitlichen Schäden davon zu tragen. Deswegen ist der Start mit einer professionellen Anleitung einem Videokurs oder Buch unbedingt vorzuziehen. Die Yogalehrerin/Der Yogalehrer sollte Krankheiten und Einschränkungen vorab abfragen. Sind bestimmte Übungen zu schwierig oder krankheitsbedingt nicht möglich, kann er individuelle Tipps geben. Fast alle Übungen können alternativ in eine leichtere Variante umgewandelt werden. Daneben können die Asanas auch mithilfe eines Stuhls oder der Wand ausgeführt werden. Zur Unterstützung beim Training gibt es zusätzlich Yogablöcke oder Kissen. Wenn Sie die Übungen gut beherrschen, können Sie jederzeit zu Hause weiter üben. Klären Sie schon im Vorhinein mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ab, ob Yoga für Sie geeignet ist.

Worauf ist zu achten?

Yoga kann dann schädlich sein, wenn es falsch praktiziert wird. Daher sollten Sie darauf achten, dass Ihre Lehrerin/Ihr Lehrer gut ausgebildet ist. Nehmen Sie sich für die Übungen Zeit und seien Sie anfangs nicht zu ehrgeizig. Teilweise werden Dehnungen geübt oder Muskeln beansprucht, die der Körper erst lernen oder aufbauen muss. Hören Sie deshalb gut in sich hinein und überschreiten Sie Ihre Grenzen nicht. Falls Sie Zweifel haben, ob die jeweilige Übung oder Yogaform für Sie geeignet ist, fragen Sie vorher Ihre Ärztin/Ihren Arzt.

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

Bildnachweis: fizkes | Bigstock

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