Lebensretter Stammzellen

Stammzellenspende-Leukämie

Stammzellen können Leben retten. In manchen Fällen sind sie die einzige Chance auf Heilung.

Chris ist 40 Jahre alt, er hat eine Tochter und wird im August zum zweiten Mal Vater. Mitten in dieses große Glück hinein traf ihn im Mai 2018 die Diagnose Leukämie. Auf den ersten Chemotherapie-Zyklus sprach er gut an, im September soll ein weiterer Zyklus folgen. Wenn es wieder so läuft, kann Chris eine vollständige Remission erzielen. Aber Remission bedeutet nicht Heilung. Um eine solche zu erreichen, braucht Chris gesunde Stammzellen. Stammzellen eines anderen gesunden Menschen.

Was sind Stammzellen?

Stammzellen sind nicht ausdifferenzierte Körperzellen. Darin liegt ihre besondere Fähigkeit, die auch „multipotent“ genannt wird – „viel vermögend“. Sie können sich zu Gewebezellen weiter entwickeln oder auch Tochterzellen produzieren, die wiederum Stammzelleneigenschaften aufweisen. Auf diese Art bilden etwa Blutstammzellen weiße und rote Blutkörperchen und sind damit die Bedingung für eine gesunde Blutbildung.

Wer kann Stammzellen spenden?

Jeder Mensch trägt Stammzellen in sich. Und jeder Mensch zwischen dem 18. und 45. Lebensjahr und bei körperlicher Gesundheit kann Stammzellen spenden. Eine Stammzellenspende ist keine große Sache. Sie ist vergleichbar mit einer Blutspende, wie sie viele Menschen in ihrem Leben schon einmal gegeben haben.

Zwei Schritte zur möglichen Rettung eines Menschenlebens:

  1. Registrierung: Bei einer Blutbank, im Rahmen von Stammzellspende-Aktionen oder bei Ihrem Hausarzt können Sie sich als SpenderIn registrieren lassen. Dafür entnimmt man Ihnen per Wangenabstrich oder Blutabnahme eine Probe, um Ihren Gewebetyp zu bestimmen. Mit der Unterzeichnung einer Einverständniserklärung sind Sie als SpenderIn registriert. Sobald durch eine spezielle DNA-Untersuchung Ihre Gewebemerkmale bestimmt sind, folgt Ihre Aufnahme in die weltweite Spender-Datenbank. Dieser Schritt erfolgt anonym.
  2. Die Spende selbst: Sollte der glückliche Fall eintreten, dass Ihre Gewebemerkmale mit jenen eines Empfängers/einer Empfängerin übereinstimmen, werden Sie von der Spendenzentrale kontaktiert. Sie werden ausführlich auf Ihre Gesundheit durchgecheckt. Vier Tage vor der Spende erhalten Sie ein Präparat. Dieses fördert die Produktion und die Ausschüttung der Stammzellen ins Blut.

Die Spende selbst können Sie sich wie eine Blut- oder Plasmaspende vorstellen. Sie liegen auf einem Bett. An einem Arm wird aus der Ellenbeugenvene Blut entnommen und die Stammzellen werden herausgefiltert. Das Blut wird über den anderen Arm wieder zurückgeleitet. Dieser Vorgang dauert etwa fünf Stunden, in denen Sie Filme schauen, Musik hören oder sich mit einer Begleitperson unterhalten können.

Mit diesen fünf Stunden Ihrer Lebenszeit retten Sie möglicherweise ein Menschenleben. Und für Sie geht der Tag weiter, ohne jede Beeinträchtigung und mit dem erbauenden Gefühl, einem Menschen zu helfen.

Spenden hilft!

Statistisch gesehen sind die Chancen nicht sehr hoch, dass die eigenen genetischen Merkmale zu einem anderen fremden Menschen passen. Deshalb steigen die Chancen für Spendenempfänger, je größer die Anzahl registrierter potenzieller SpenderInnen ist.

Darin liegt die Hoffnung von Chris und vielen anderen PatientInnen, die auf eine passende Stammzellenspende warten. Sollte sich eine solche finden, kann das der Krankheit eine entscheidende Wendung eben. Die PatientInnen kommen langwierigen Chemotherapie-Zirkeln aus, die sie immer weiter schwächen und das Risiko für andere Erkrankungen erhöhen würden. Und nur durch eine Stammzellenspende ist eine Heilung möglich.

Nächste Möglichkeiten zur Typisierung in Österreich: 

22.08.2018, 15:00 – 20:00 Uhr, 1030 Wien, Lothringerstraße 22, Beachfeeling – Mitten in der Stadt.

22.09.2018, 14:30 – 20:00, 6850 Dornbirn, Hochschulstraße 1, FH Dornbirn.

Weiterführende Informationen erhalten Sie:

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

Bildnachweis: f9photos | Bigstock

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