Tabletten schlucken: So geht es viel einfacher

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Viele Menschen haben Schwierigkeiten damit, große Tabletten oder Kapseln zu schlucken. Die Medikamente wollen einfach nicht rutschen, bleiben im Hals stecken oder lösen Würgereiz aus. Leichter geht es mit bestimmten Techniken und Tricks. Für Menschen mit ernsthaften Schluckstörungen (Dysphagie) gibt es häufig flüssige Alternativen.

Generelle Tipps: So nehmen Sie Medikamente richtig ein

Wichtig bei der Einnahme von Tabletten oder Kapseln sind diese Tipps:

  • Nehmen Sie Ihre Medikamente immer in aufrechter Lage ein, also im Sitzen oder Stehen. Beim Liegen wird das Schlucken sehr viel schwieriger und die Tabletten können leichter in der Speiseröhre hängen bleiben. Falls Sie sich nicht aufsetzen können, fahren Sie zumindest das Kopfteil des Bettes nach oben.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser nach, am besten ein ganzes Glas in großen Schlucken. Stilles Wasser ist besser geeignet als Wasser mit Kohlensäure.
  • Sie sollten Tabletten nur dann teilen, wenn dies so vorgesehen ist. Meist erkennt man das an der vorhandenen Bruchkante, außerdem stehen Informationen dazu in der Packungsbeilage. Mörsern sollten Sie Ihre Tabletten nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin, weil die Wirkung deutlich beeinträchtigt sein kann, wenn Sie die Tabletten zerstoßen.
  • Sprechen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin an, wenn es Ihnen schwerfällt, Ihre Medikamente zu schlucken. Häufig gibt es Alternativen, die leichter rutschen. Die Tabletten wegen Schluckproblemen nicht einzunehmen, ist meistens die schlechteste Wahl.

Kapseln und Tabletten leichter schlucken mit diesen zwei Techniken

Mit der richtigen Technik fällt vielen Menschen die Einnahme von Medikamenten deutlich leichter. Das haben Forscher und Forscherinnen der Uniklinik Heidelberg herausgefunden. Sie ließen Probanden Placebo-Kapseln und -Tabletten genau nach Anweisung schlucken. Den meisten von ihnen fiel die Einnahme so deutlich leichter. Diese beiden Techniken haben sich bewährt:

Die Flaschen-Technik für Tabletten

Um große Tabletten leichter einzunehmen, hilft diese Methode: Füllen Sie eine kleine, flexible Plastikflasche mit stillem Wasser. Nehmen Sie die Tablette in den Mund und umschließen Sie den Hals der Flasche mit den Lippen, sodass keine Luft mehr eindringen kann. Legen Sie den Kopf leicht in den Nacken und saugen Sie einen großen Schluck aus der Falsche. Diese soll sich dabei nach innen wölben, es soll also weiterhin keine Luft eindringen. Auf diese Weise wird das Wasser mit der Tablette gleich Richtung Rachen gespült und kann leichter geschluckt werden.

Die Nicktechnik für Kapseln

Bei großen Kapseln eignet sich diese Technik besser: Legen Sie die Kapsel auf Ihre Zunge und nehmen Sie einen mittelgroßen Schluck voll Wasser in den Mund. Schlucken Sie zunächst nicht. Beugen Sie den Kopf nach unten Richtung Brust, als wollten Sie nicken. In dieser Position schlucken Sie nun das Wasser mit der Kapsel. Der Grund: Kapseln sind leichter als Wasser und schwimmen obenauf. Deshalb gelangt die Kapsel mit der Nicktechnik schneller in die Speiseröhre und das Schlucken fällt leichter.

Alternativen für Menschen mit Schluckstörungen

Wenn eine echte Schluckstörung (Dysphagie) vorliegt, genügen diese Techniken nicht immer. Abhilfe können spezielle Schluckhilfen aus der Apotheke schaffen. Sie überziehen die Medikamente mit einem gleitfähigen Film, der auch bitteren Geschmack überdecken kann. Außerdem regen Schluckhilfen die Speichelbildung an.

Vielen Patientinnen und Patienten fällt es leichter, Tabletten zusammen mit einem Löffel Apfelmus oder Joghurt einzunehmen. Fragen Sie zur Sicherheit aber Ihre Ärztin/ Ihren Arzt, ob sich diese mit Ihren Medikamenten vertragen.

Wenn auch das nicht ausreicht, sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über alternative Medikamente sprechen. Viele Arzneimittel gibt es auch in flüssiger Form, als Tropfen, Lösung oder Suspension. Vielleicht genügt es auch schon, auf einen anderen Anbieter auszuweichen, dessen Tabletten kleiner oder angenehmer geformt sind.

Probieren Sie unsere Tricks doch gleich bei der nächsten Tabletteneinnahme aus. Welcher wirkt bei Ihnen am besten?

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

Bildnachweis: f9photos | Bigstock

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