Tiergestützte Therapie bei chronischen Erkrankungen

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Wer ein Haustier hat, kennt das Wohlgefühl, das tierische Begleiter bei uns auslösen können. Kein Wunder also, dass die sogenannte tiergestützte Therapie, oder auch Animal Assisted Therapie, wie sie international bezeichnet wird, bei chronischen Krankheiten zum Einsatz kommt. Begleitend zu einer konventionellen Behandlung, sind die Fortschritte und Verbesserungen im Wohlbefinden deutlich nachweisbar.

Studien zeigen herausragende Ergebnisse

Zahlreiche weltweite Studien an Universitäten bestätigen die positiven Wirkungen von Tiertherapien auf den Menschen. An der Universität Pittsburgh konnte in einer Studie nachgewiesen werden, dass sich schon der kurze Kontakt zu einem Hund stressmindernd und schmerzlindernd auswirken kann. Die Müdigkeit sinkt und insgesamt verbessert sich die Lebensqualität der PatientInnen. Eine weitere Studie an derselben Universität zeigte positive Effekte von Therapiehunden bei an Fibromyalgie Erkrankten.

Die Universität von Rostock untermauert mit einer weiteren Studie diese Erkenntnisse. Es konnte belegt werden, dass die Ausschüttung des Hormons Oxytozin beim Streicheln eines Hundes oder einer Katze gesteigert wird. Die Atmung wird gleichmäßiger und der Blutdruck sinkt. Gleichzeitig verringert sich der Spiegel an Stresshormonen, wie Kortisol, im Blut. Endorphine können so vermehrt ausgeschüttet werden, und dieser biochemische Prozess wirkt im Körper wie ein natürliches Schmerzmittel.

Wie läuft eine Tiergestützte Therapie ab?

Bei dieser Therapie kommen speziell ausgebildete Tiere zum Einsatz. Diese Tiere sind aufgrund ihres geeigneten Charakters ausgewählt und darauf trainiert, mit Menschen einen guten Kontakt aufzubauen. Je nach Art der Erkrankung kommen bei der tiergestützten Therapie unterschiedliche Tiere zum Einsatz. Es gibt vor allem Hunde, aber auch Pferde (Hippotherapie), Delfine, Kleintiere, wie Meerschweinchen oder Kaninchen, Katzen, Vögel und Fische, die sich als Therapietiere eignen. Sogar Schnecken konnten in Studien erfolgreich eine Verbesserung des Zustandes der PatientInnen zeigen.

Eine ausgebildete Tiertrainerin/ein Tiertrainer begleitet die Therapie, die sehr unterschiedlich ablaufen kann. Das reicht vom Streicheln des Tieres, bis zur bloßen Anwesenheit des Tieres im selben Raum wie die PatientInnen. Durch Interaktionen mit dem Tier, wie berühren des Fells, Lachen und Spielen können so positive Ergebnisse erzielt werden.

Ein Haustier kann auch hilfreich sein

Wenn die geeigneten Bedingungen für ein Tier vorhanden sind, spricht vieles für die Anschaffung eines Haustieres. Vorausgesetzt Sie fühlen sich in der körperlichen Lage ein Tier zu versorgen, und können ein Tier auch artgerecht halten. Ansonsten kann auch der Kontakt eines Tieres im Freundeskreis hilfreich sein, weil der Faktor Zeit eine untergeordnete Rolle spielt. In den genannten Studien waren positive Effekte auf die Gesundheit bereits nach wenigen Minuten Tierkontakt nachweisbar. Ein Tier geht unvoreingenommen auf Sie zu, es fordert Aufmerksamkeit und Zuwendung. Wer zum Beispiel mit einem Hund spazieren geht, wird viel öfter angelächelt und angesprochen. Wenn Sie ein Tier beobachten, zeigt das Tier möglicherweise Verhaltensweisen, die Sie amüsieren. Und Lachen ist bekanntlich die beste medizinische Ergänzung. Tipp: Viele Tierheime bieten die Möglichkeit mit beispielsweise Hunden spazieren zu gehen.

Hier finden Sie eine geeignete tiergestützte Therapie:

Die österreichische Gesellschaft  www.oegtt für tiergestützte und naturgestützte Therapie informiert ausführlich und führt eine Liste der in Österreich praktizierenden Tiertrainer.

Auf der Seite www.tierealstherapie.org  gibt es nähere Informationen und die Möglichkeit eine Tiertherapie in Deutschland oder Österreich als Einzeltraining oder Workshop zu buchen. Unter www.tiergestuetzte-therapie.de finden Sie Neuigkeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu diesem Thema.

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

Bildnachweis: budabar | Bigstock

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