2. Abschied von der Kinderabteilung bei schwerer Epilepsie

Wann sollten wir damit beginnen, uns mit dem Thema Transition zu beschäftigen?

Die frühzeitige, schrittweise Planung und offene Gespräche mit dem Epilepsie-Behandlungsteam sind Schlüsselelemente, um sicherzustellen, dass die Transition reibungslos verläuft.

Erste Planung ab dem 10. Lebensjahr

Beginnen Sie die Planung der Transition rechtzeitig, vorzugsweise in der Präpubertät (10. bis 11. Lebensjahr), spätestens zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr.

Konkrete Schritte ab dem 14. Lebensjahr

Ab dem 14. Lebensjahr sollten Sie konkrete Schritte planen! Klären Sie, wie viele Kontrollen noch in der Kinder- und Jugendmedizin erfolgen werden und überlegen Sie, wer danach die medizinische Betreuung übernehmen soll.

Welche Fragen sollten wir mit dem Behandlungsteam in der Kinderabteilung abklären?

Während der Transition ist es wichtig, klärende Gespräche mit dem Behandlungsteam in der Kinderabteilung zu führen. Dadurch sind Sie und Ihr Kind gut auf den Übergang in die Erwachsenenmedizin vorbereitet.

  • Fragen zur Rundum-Betreuung: Beginnen Sie mit Fragen, die sich auf die gesamte Betreuung im Kindes- und Jugendalter beziehen. Besprechen Sie den bisherigen Verlauf der Epilepsie-Therapie, die Beziehung zum Kinderärzt:innen-Team und die Krankengeschichte.
  • Welche Fachgebiete sind wichtigDer Wechsel zur Erwachsenenmedizin bedeutet, dass nun anstelle einer Kinderärztin oder eines Kinderarztes Ärztinnen oder Ärzte verschiedener Fachrichtungen für die medizinische Betreuung Ihres erwachsenen Kindes zuständig sind. Ihre Aufgabe dabei liegt darin, die Zusammenfassung der Lebens- und Krankengeschichte Ihres Kindes bereit zu haben und Ihre Sorgen, Ängste und Fragen aktiv zu klären.
  • Welche Aufgaben haben Sie: Je besser Sie wissen, welche Aufgaben auf Sie und Ihr Kind zukommen, desto besser können Sie sich darauf vorbereiten. Klären Sie, welche Untersuchungen anstehen und wann Sie den ersten Termin für eine Kontrolluntersuchung in der Erwachsenenabteilung haben. Nehmen Sie den Therapieplan und den Notfallplan mit.
  • Klären Sie offene Fragen: Ein offener Dialog über ihre Fragen, Sorgen und Ängste mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt ist wichtig, damit Sie gut informiert sind und wissen, welche Veränderungen auf Sie zukommen.

Informationen rund um den Austausch mit den neuen Betreuungspersonen Ihres Kindes finden Sie in der Lektion “Kommunikation mit dem neuen Behandlungsteam

Wie können wir den Abschied von der pädiatrischen Betreuung gut gestalten?

Mit der richtigen Vorbereitung, einer positiven Einstellung und der Unterstützung durch Ihr medizinisches Team können Sie sicherstellen, dass dieser wichtige Übergang reibungslos verläuft. Der Abschied ist Teil des Übergangs in die Erwachsenenwelt. Während sich die Tür zur Kinderabteilung schließt, öffnet sich die Türe zur Erwachsenenmedizin. Nur dort ist Ihr erwachsenes Kind bestmöglich betreut. So kann eine angemessene Qualität der medizinischen Versorgung für Ihr erwachsenes Kind aufrechterhalten werden.

Ein gut gestalteter Abschied von der Kindermedizin

  • Bereiten Sie sich emotional auf diesen Übergang vor: Betrachten Sie ihn als natürlichen Schritt im Erwachsenwerden, der neue Möglichkeiten eröffnet.
  • Bereiten Sie sich praktisch auf diesen Übergang vor: Planen Sie im Voraus und fangen Sie rechtzeitig mit der Dokumentation an.
  • Klären Sie mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt, ob schon vor dem Übergang gemeinsame Termine mit der Betreuungsperson in der Erwachsenenneurologie vereinbart werden können.
  • Machen Sie sich bewusst, dass Erwachsenenmediziner:innen auf Dauer besser auf die speziellen Bedürfnisse Ihres erwachsenen Kindes eingehen können.

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Geprüft Assoz. Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Anastasia Male-Dressler und Ao. Univ.-Prof.in Dr.in Ekaterina Pataraia, MBA: Stand Jänner 2024 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.
(Zirkardianer Rhythmus )
Biologisches Phänomen, das in einem Rhythmus von ungefähr 24-Stunden bestimmte körperliche Funktionen beeinflusst.  Ein Beispiel ist der Schlaf-Wach-Zyklus durch die Freisetzung des Schlafhormons.
Transition
Übergang von der Betreuung in der Kinder- in die Erwachsenenmedizin