5. Kommunikation über die Transition mit meinem Kind

Wie kann ich mein Kind darauf vorbereiten, dass sich die Betreuungsverhältnisse ändern?

Die Vorbereitung Ihres Kindes mit Epilepsie auf die Veränderungen in der Betreuung erfordert eine individuelle Herangehensweise. Beziehen Sie Ihr Kind in den Prozess ein und bringen Sie Geduld und Verständnis auf, damit sich ihr Kind gut an die neuen Betreuungsverhältnisse anpassen kann. Weiterführende Informationen rund um die Beendigung bisheriger Betreuungsverhältnisse finden Sie in der Lektion “Abschied von der Kinderabteilung“.

Vorbereiten auf Veränderungen
  • Führen Sie offene Gespräche mit Ihrem Kind: Sprechen Sie nicht über Ihr Kind, sondern mit Ihrem Kind.
  • Beziehen Sie Ihr Kind aktiv in Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten ein. Lassen Sie ihr Kind, wenn möglich, zuerst selbst reden und lassen Sie es ausreden.
  • Nehmen Sie sich selbst aktiv Zeit dafür, mit Ihrem Kind über mögliche Sorgen oder Ängste zu sprechen.
  • Klären Sie Ihr Kind schon vor dem 18. Geburtstag über den Wechsel in die Erwachsenen-Abteilung auf: Besuchen Sie beispielsweise gemeinsam die Erwachsenen-Abteilung für Epilepsie und sehen Sie sich die neue Umgebung an.

Wie kann ich meinem Kind in dieser Zeit der Veränderung Sicherheit geben?

Während der Transition ist es entscheidend, Ihrem Kind Sicherheit zu geben. Hierbei können Sie zum Beispiel folgende Schritte unternehmen:

  • Notfallplan erstellen:
    Erstellen Sie gemeinsam einen Notfallplan, der Ihrem Kind zeigt, wie es mit epileptischen Anfällen selbstständig umgehen und Hilfe holen kann. Das gibt Ihrem Kind Sicherheit.
  • Kommunikation fördern:
    Falls Kontaktaufnahme und Sprechen für Ihr Kind schwierig sind, klären Sie als Eltern, wer unterstützen kann. Sicherheit entsteht durch klare Planung.
  • Unterstützung bei Schamgefühl:
    Kinder und Jugendliche neigen dazu, ein hohes Schamgefühl zu entwickeln. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, dass Sie nachvollziehen können, dass es anfangs unangenehm ist, wenn andere Personen beispielsweise einen Epilepsie-Anfall sehen. Stellen Sie aber klar, dass man sich dafür nicht schämen muss.
  • Umgang mit Medikamentenänderungen:
    Erklären Sie Umstellungen wie Medikamentenwechsel, und besprechen Sie diese offen mit Ihrem Kind, besonders wenn es um die Art der Medikamenteneinnahme geht. Nehmen Sie sich Zeit für Fragen.
  • Offene Gespräche und sichere Umgebung:
    Schaffen Sie Sicherheit durch offene Gespräche und eine unterstützende Umgebung. Auf diesem Wege kann ein gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut werden.

Wie kann ich mein Kind dabei unterstützen, seine Bedürfnisse bestmöglich selbst zu äußern?

Wichtig ist, dass Sie als Eltern Ihrem Kind die Möglichkeit geben, sich vollständig auszudrücken. Lassen Sie Ihr Kind in Ruhe aussprechen – haben Sie Geduld und hören Sie aktiv zu. Beginnen Sie damit, dass Ihr Kind seine Fragen zuerst stellt und Sie als Eltern erst später ergänzen. Dies fördert die Unabhängigkeit und bereitet das Kind darauf vor, im späteren Erwachsenenleben selbstbewusst Gespräche zu führen.

Weitere nützliche Informationen zum Umgang mit der Erkrankung Epilepsie finden Sie in unserer Schulung “Mein Beitrag zur Epilepsie-Therapie“.

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Geprüft Assoz. Prof.in Priv.-Doz.in Dr.in Anastasia Male-Dressler und Ao. Univ.-Prof.in Dr.in Ekaterina Pataraia, MBA: Stand Jänner 2024 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.
(Zirkardianer Rhythmus )
Biologisches Phänomen, das in einem Rhythmus von ungefähr 24-Stunden bestimmte körperliche Funktionen beeinflusst.  Ein Beispiel ist der Schlaf-Wach-Zyklus durch die Freisetzung des Schlafhormons.
Transition
Übergang von der Betreuung in der Kinder- in die Erwachsenenmedizin