3. Aufenthalt auf der Intensivstation

Vorbereitung bei geplantem Aufenthalt auf der Intensivstation

Im Rahmen einer Intensivbehandlung kann es dazu kommen, dass Sie Ihre Behandlungswünsche und Vorstellungen (vorübergehend) nicht selbst äußern können. In diesem Fall hilft eine Patientenverfügung den behandelnden ÄrztInnen dabei, medizinische Entscheidungen gemäß Ihres Willens zu treffen.  

Eine Patientenverfügung muss immer schriftlich verfasst sein. Es gibt zwei Formen:

Verbindliche Patientenverfügung

In einer verbindlichen Patientenverfügung können sie genau festlegen, welche Behandlungen Sie nicht wünschen. Damit eine Patientenverfügung verbindlich ist, müssen folgende Formvorschriften eingehalten werden:

  • Ihre Unterschrift muss enthalten sein.
  • Die Unterschrift der Ärztin/des Arztes, die/der die Patientenverfügung mit Ihnen erstellt hat, muss enthalten sein.
  • Die Patientenverfügung muss durch eine/n Rechtsanwältin/Rechtsanwalt oder ein/e NotarIn bzw. eine/n Patientenanwältin/Patientenanwalt bestätigt werden.

Sie dürfen nicht minderjährig und auch nicht besachwaltet sein, um eine verbindliche Patientenverfügung zu erstellen. Eine Patientenverfügung bleibt acht Jahre gültig. Nach Ablauf der acht Jahre wird sie ohne Erneuerung automatisch zu einer anderen (früher beachtlichen) Patientenverfügung.

Andere Patientenverfügung

Eine “andere” oder nicht-verbindliche (vormals beachtliche) Patientenverfügung kann jederzeit formlos schriftlich errichtet werden. Am besten erstellen Sie diese im Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, aber Sie können diese durchaus auch ohne ärztliche Beratung erstellen. Eine nicht-verbindliche Patientenverfügung muss nicht durch eine/n Rechtsanwältin/Rechtsanwalt oder ein/e NotarIn bzw. eine/n Patientenanwältin/Patientenanwalt bestätigt werden. Außerdem ist sie unbefristet gültig. Es ist aber zu empfehlen eine nicht-verbindliche Patientenverfügung einmal im Jahr zu unterschreiben, um die Aktualität zu dokumentieren und der Gültigkeit Nachdruck zu verleihen.

Jede Ärztin und jeder Arzt kann Sie zu jeder Zeit bei der Erstellung Ihrer Patientenverfügung unterstützen und Ihre Fragen beantworten. 

Wussten Sie schon

So lange Sie Ihren Willen selbst äußern können, steht Ihr mündlicher Wille immer über der Patientenverfügung. ÄrztInnen müssen sich bei Ihrer Behandlung an Ihrem geäußerten Willen orientieren.

Alles Wichtige im Gepäck

Auch auf der Intensivstation sind einige alltägliche Gegenstände hilfreich. Insbesondere Hilfsmittel, wie eine Zahnprothese, eine Brille oder das Hörgerät können wichtig sein, damit Sie auch auf der Intensivstation Ihre Umwelt richtig wahrnehmen und sich möglichst wohl fühlen. Die untenstehende Packliste zum Ausdrucken hilft Ihnen dabei, nichts Wichtiges für den Aufenthalt zu vergessen.

Befinden von PatientInnen auf der Intensivstation

Der Tagesablauf von PatientInnen auf einer Intensivstation ist von Krankenhaus zu Krankenhaus etwas anders. Trotzdem gibt es feste Elemente, die zum Tagesablauf der Intensivstation gehören und sich an den Bedürfnissen der PatientInnen orientieren. So werden PatientInnen die sich nicht selbst bewegen können beispielsweise regelmäßig umgelagert, um Druckstellen am Körper zu vermeiden.

Am Morgen

Morgens werden die PatientInnen meist gegen sieben Uhr geweckt. Der Tag beginnt mit der Körperpflege, sowie Mund und Zahnhygiene. Das Pflegepersonal unterstützt die PatientInnen bei der Pflege oder übernimmt diese, falls nötig, vollständig.

Im Anschluss gibt es Frühstück, das, falls der/die PatientIn selbst nicht essen kann,  über eine Magensonde verabreicht wird. Außerdem erhalten die PatientInnen ihre Morgenmedikation.  

Vormittag

Vormittags kommen die ÄrztInnen zur Visite und besprechen die weitere Therapie mit den betreuenden Pflegekräften und TherapeutInnen. Im Anschluss finden Therapien statt, wie beispielsweise Physiotherapie oder Ergotherapie. 

Mittag

Mittags erhalten die PatientInnen weitere Medikamente. Auch werden sie, falls nötig, durch die Pflegekräfte erneut umgelagert. Außerdem gehört ein Mittagessen zur Tagesroutine. 

Nachmittag

Viele Intensivstationen haben nachmittags Besuchszeiträume festgelegt. Die Besuchszeiten können Sie beim Pflegepersonal erfragen. Da manchmal unvorhersehbare Pflegehandlungen nötig sind, kann es auch in den Besuchszeiten manchmal zu Wartezeiten kommen. 

Am Abend

Gegen 18:00 Uhr erhalten die PatientInnen die Abendmedikation und das Abendessen. Im Anschluss beginnt die abendliche Körperpflege, sowie Mund und Zahnhygiene.  

Nachtruhe

Auch nachts sind Pflegekräfte und ein/e diensthabende/r Ärztin/Arzt vor Ort und betreuen die PatientInnen rund um die Uhr.

Rund um die Uhr in guten Händen

Die Pflegepersonen sind während Ihrer Behandlung auf der Intensivstation ständig anwesend. Neben der Versorgung der Grundbedürfnisse wie Körperpflege oder Nahrungsaufnahme ist es vor allem das medizinisch und technische Verständnis sowie die pflegerische Fachexpertise, die einen großen Sicherheitsfaktor für Sie als PatientIn und das gesamte Team ausmachen. Sollte sich Ihr Zustand verschlechtern, reagieren die Pflegepersonen sofort auf den veränderten Gesundheitszustand, leiten erste Maßnahmen ein und informieren das Ärzteteam. So kann eine optimale Überwachung rund um die Uhr sichergestellt werden.

Bedürfnisse von PatientInnen auf der Intensivstation

PatientInnen auf der Intensivstation nehmen ihre Umwelt anders wahr, als ihre Angehörigen, die sie besuchen. Insbesondere wenn die/der PatientIn im Tiefschlaf ist, kann es für Angehörige schwer vorstellbar sein, dass sie/er von der Umgebung etwas wahrnimmt.

Nehmen PatientInnen auf der Intensivstation wahr, wenn Angehörige sie besuchen?

Was die Patientin/der Patient hört und spürt, ist in vielen Fällen schwer zu sagen. Aber im Zweifel sollten Sie davon ausgehen, dass sie/er uns wahrnimmt. Sprechen Sie ruhig mit Ihrer/Ihrem Angehörigen. Wenn Sie sich damit wohlfühlen, können Sie Ihre/n NahestehendeN an der Hand oder am Arm berühren oder streicheln, um sie/ihn wissen zu lassen, dass Sie da sind. Wichtig ist, dass Sie sich beim Besuch Ihrer/Ihres Nahestehenden so verhalten, dass Sie sich dabei wohlfühlen. Es ist normal, dass Sie zunächst Unsicherheit empfinden. Einige Tipps zur Kommunikation mit Ihrer/Ihrem Angehörigen auf der Intensivstation erhalten Sie in der Lektion “Angehörige von IntensivpatientInnen“.

Angehörige spielen eine wichtige Rolle für die Genesung von PatientInnen. Besuche können für PatientInnen aber auch anstrengend sein und IntensivpatientInnen benötigen viel Ruhe. Daher sollten nicht mehr als zwei Personen zeitgleich zu Besuch kommen und Besuche eher kurz gehalten werden.

Postoperativer Aufenthalt auf der Intensivstation

Nach großen Operationen kann es sinnvoll sein, dass PatientInnen für ein, zwei Nächte auf der Intensivstation überwacht werden. Das muss nicht unbedingt deshalb sein, weil sie so schwer krank sind. Vielmehr geht es dabei darum, dass nach dem Eingriff der Gesundheitszustand intensiv überwacht wird. Auf der Intensivstation steht dafür mehr Personal zur Verfügung. Dieses kann die PatientInnen rund um die Uhr intensiv betreuen und bei Bedarf unterstützende Geräte einsetzen. Das gibt Sicherheit in den ersten Stunden nach dem Eingriff.

Downloads

  • Packliste Für einen Krankenhausaufenthalt benötigt man verschiedene Dinge. Daher kann es sinnvoll sein sich an einer Packliste zu orientieren, um die Kliniktasche schnell und vollständig zu packen.

  • Glossar Intensivstation Auf der Intensivstation werden häufig kompliziert klingende Fachbegriffe und Abkürzungen verwendet. In diesem Glossar werden die wichtigsten Begriffe einfach erklärt.

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Geprüft Ao. Univ.-Prof.in Dr.in med. Barbara Friesenecker & DGKP Michael Urschitz: Stand Februar 2021 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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