3. Aufenthalt auf der Intensivstation

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Wenn man nach einer OP auf die Intensivstation kommt, beschäftigen einen oft viele Fragen:  Wie ist es auf der Intensivstation? Was nehmen PatientInnen auf der Intensivstation wahr? Wie kann ich mich durch Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht auf den Aufenthalt auf der Intensivstation vorbereiten? Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Friesenecker und DGKP Michael Urschitz beantworten die häufigsten Fragen zum Thema:

Kann ich die Intensivstation vor einer geplanten Aufnahme besuchen?

Prinzipiell obliegt der Besuch der Intensivstation vor einer Aufnahme bei einer geplanten Operation oder Untersuchung immer dem zuständigen Personal vor Ort. Mein Tipp: Bei Aufnahme in das Krankenhaus mit dem zuständigen Stationspersonal abklären: Ist es möglich, die Intensivstation zu besuchen? Wenn ja, nutzen Sie die Gelegenheit, weil wir gute Erfahrungen damit gemacht haben, Ängste im Vorhinein schon den Patientinnen oder für Sie als Angehörige zu nehmen und im Nachhinein Komplikationen bzw. auch weiter bestehende Ängste zu verringern.

Wie kann ich mich auf die Intensivstation vorbereiten?

Wie kann man sich am besten auf einen Aufenthalt auf einer Intensivstation vorbereiten?

Einige von Ihnen werden bereits im Vorbereitungsgespräch für eine große Operation erfahren, dass sie nach der Operation auf einer Intensivstation sein werden, weil die Betreuung der Organfunktionen nach großen Operationen, nach Bluttransfusionen, nach anderen Komplikationen, die sein könnten oder die wahrscheinlich sind bei ganz großen Operationen, dann einer intensiven Behandlung bedürfen, dass Sie sich erholen können.

Sie sind schon auf genau der richtigen Homepage gelandet, wo man sich über diese Dinge vorher in Ruhe erkundigen kann. Und Sie können beim Durchlesen des Intensivkapitels auf derselben Homepage hoffentlich viele Fragen für sich beantwortet finden und auch Bilder als Eindrücke bekommen, wie so eine Intensivstation ausschaut.

Und ansonsten ist es wahrscheinlich je nach Intensivstation auch möglich, sich vorher eine Intensivstation anzusehen. Das wird nicht überall gehen. In Zeiten von Covid wird es gar nicht gehen. Aber im Endeffekt wäre das eine Möglichkeit.

Und ansonsten denke ich, ist das Gespräch mit Ihren behandelnden Ärztinnen, die Ihnen diese Intensivstation nahelegen als Option nach der Operation, das Gespräch mit dem Anästhesisten, der Sie aufklärt über die Narkose und die anschließende Intensivbehandlung, ein ganz wichtiges, wo Sie die Fragen und Unsicherheiten, die Sie haben zu diesem Thema, stellen müssen, und die Sie dann hoffentlich gut erklärt bekommen.

Warum kann eine Patientenverfügung sinnvoll sein und wie wird sie erstellt?

Eine Patientenverfügung ist deswegen sinnvoll, weil sie Ihre Wünsche und Wertvorstellungen zu einem Zeitpunkt vermittelt, wo Sie selbst nicht für sich sprechen können, wo wir als behandelnde Ärztinnen mit Ihnen nicht über das sprechen können, was Sie sich wünschen, wenn schwierige Entscheidungen anstehen.

Eine Patientenverfügung zu errichten, ist nicht so leicht, das gut zu machen. Sie können im Grunde eine Patientenverfügung mit jeder Ärztin machen.

  • Das kann Ihr Hausarzt machen.
  • Das kann Ihr Anästhesist mit Ihnen machen.
  • Das kann der Chirurg mit Ihnen machen.

Jede Ärztin ist legitimiert, eine Patientenverfügung zu erstellen.

Und wenn Sie z.B. wenig Zeit haben, weil die Operation dringlich ist, weil Sie im Endeffekt nicht mehr Zeit haben, zum Notar oder zum Rechtsanwalt zu gehen, weil Sie auch keine Zeit haben, mit dem Arzt Ihres Vertrauens jetzt wirklich sich Stunden hinzusetzen und das zu machen, dann genügt es eigentlich, eine Beachtliche Verfügung, also ohne das Erfüllen der Formkriterien aufzuschreiben, was Sie sich wünschen, wenn eine gewisse Komplikation, die Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, eintritt.

Das können Sie, wie gesagt, immer und zu jedem Zeitpunkt aufschreiben. Und wenn Sie das aufgeschrieben haben, gilt das immer als eine zu beachtende Willensäußerung und wäre für uns ganz wichtig.

Was ist eine Vorsorgevollmacht und wie komme ich dazu?

Mit der Patientenverfügung einhergehend wäre es ganz wichtig, dass Sie eine Vorsorgevollmacht erstellen.

Eine Vorsorgevollmacht ist ein Dokument, in dem Sie einen Menschen bestimmen, der für Sie sprechen soll, wenn Sie selbst in einer schwierigen Situation keine Entscheidungen treffen können, weil Sie nicht in der Lage sind zu sprechen, zum Beispiel auf einer Intensivstation im Zustand des Multi-Organversagens, beatmet, mit Nierenwäschegerät, mit der Herz-Lungen-Maschine voll versorgt, aber nicht in der Lage, sich zu äußern.

Dieser Mensch sollte ein Mensch sein, mit dem Sie über die Ihnen wichtigen Dinge Ihres Lebens und auch Ihres Lebensendes sprechen. Das kann neben den Menschen aus Ihrer Familie auch Ihr Nachbar sein oder ein Freund. Es kann einfach eine Person Ihres Vertrauens sein, mit der Sie diese Dinge besprechen.

Und wenn Sie diese Person einsetzen als Vorsorgebevollmächtigten, dann ist es für uns als Ärztinnenteam, die schwierige Entscheidungen bezüglich Ihres Lebens, Ihrer Wünsche, Ihrer Wertvorstellungen treffen müssen, ein sehr guter Gesprächspartner. Die oder der Vorsorgebevollmächtigte kann Ihren mutmaßlichen Willen in diese Diskussion mit einbringen. Er kann sagen, das hätten Sie so gewollt oder das hätten Sie sich so nicht mehr gewünscht. Für uns ist das eine ganz wichtige Information, wenn es um das gute Leben am Ende des Lebens, um Therapieziel-Änderung „Weg von der Heilung, hin zu Palliativmedizin“, Dinge, die wir täglich auf der Intensivstation für unsere Patientinnen entscheiden müssen. Wenn wir da Ihren Willen und Ihre Wertvorstellungen kennen, tun wir uns wesentlich leichter.

Und der Vorsorgebevollmächtigte könnte uns dabei sehr helfen, weil wir dann auch wissen, dass es die Person Ihres Vertrauens ist, der Sie gut kennt, mit dem Sie drüber gesprochen haben, was Sie sich wünschen und nicht einfach eine Person von 10 Personen, die an Ihrem Bett stehen und die sich unter Umständen auch gar nicht einig sind, was Ihre Wünsche in dieser Situation wären.

Sie können damit für sich die Situation deutlich entlasten und eine bessere Entscheidung in Bezug auf Ihre Wünsche und Wertvorstellungen bekommen.

Vorbereitung bei geplantem Aufenthalt auf der Intensivstation

Im Rahmen einer Intensivbehandlung kann es dazu kommen, dass Sie Ihre Behandlungswünsche und Vorstellungen (vorübergehend) nicht selbst äußern können. In diesem Fall hilft eine Patientenverfügung den behandelnden ÄrztInnen dabei, medizinische Entscheidungen gemäß Ihres Willens zu treffen.  

Eine Patientenverfügung muss immer schriftlich verfasst sein. Es gibt zwei Formen:

Verbindliche Patientenverfügung

In einer verbindlichen Patientenverfügung können sie genau festlegen, welche Behandlungen Sie nicht wünschen. Damit eine Patientenverfügung verbindlich ist, müssen folgende Formvorschriften eingehalten werden:

  • Ihre Unterschrift muss enthalten sein.
  • Die Unterschrift der Ärztin/des Arztes, die/der die Patientenverfügung mit Ihnen erstellt hat, muss enthalten sein.
  • Die Patientenverfügung muss durch eine/n Rechtsanwältin/Rechtsanwalt oder ein/e NotarIn bzw. eine/n Patientenanwältin/Patientenanwalt bestätigt werden.

Sie dürfen nicht minderjährig und auch nicht besachwaltet sein, um eine verbindliche Patientenverfügung zu erstellen. Eine Patientenverfügung bleibt acht Jahre gültig. Nach Ablauf der acht Jahre wird sie ohne Erneuerung automatisch zu einer anderen (früher beachtlichen) Patientenverfügung.

Andere Patientenverfügung

Eine “andere” oder nicht-verbindliche (vormals beachtliche) Patientenverfügung kann jederzeit formlos schriftlich errichtet werden. Am besten erstellen Sie diese im Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, aber Sie können diese durchaus auch ohne ärztliche Beratung erstellen. Eine nicht-verbindliche Patientenverfügung muss nicht durch eine/n Rechtsanwältin/Rechtsanwalt oder ein/e NotarIn bzw. eine/n Patientenanwältin/Patientenanwalt bestätigt werden. Außerdem ist sie unbefristet gültig. Es ist aber zu empfehlen eine nicht-verbindliche Patientenverfügung einmal im Jahr zu unterschreiben, um die Aktualität zu dokumentieren und der Gültigkeit Nachdruck zu verleihen.

Jede Ärztin und jeder Arzt kann Sie zu jeder Zeit bei der Erstellung Ihrer Patientenverfügung unterstützen und Ihre Fragen beantworten. 

Wussten Sie schon

So lange Sie Ihren Willen selbst äußern können, steht Ihr mündlicher Wille immer über der Patientenverfügung. ÄrztInnen müssen sich bei Ihrer Behandlung an Ihrem geäußerten Willen orientieren.

Alles Wichtige im Gepäck

Auch auf der Intensivstation sind einige alltägliche Gegenstände hilfreich. Insbesondere Hilfsmittel, wie eine Zahnprothese, eine Brille oder das Hörgerät können wichtig sein, damit Sie auch auf der Intensivstation Ihre Umwelt richtig wahrnehmen und sich möglichst wohl fühlen. Die untenstehende Packliste zum Ausdrucken hilft Ihnen dabei, nichts Wichtiges für den Aufenthalt zu vergessen.

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Wie sieht der Tagesablauf von IntensivpatientInnen typischerweise aus?

Also, für Sie als Angehörigen oder auch als Patient hier den gesamten Tagesablauf eines Intensivpatienten plakativ zu beschreiben, würde den Rahmen unserer Veranstaltung sprengen. Ich versuche aber für Sie ganz kurz, zumindest grob einen routinemäßigen Ablauf für Sie als Patient bzw. als Angehöriger darzustellen.

In der Regel beginnen wir als Team den Tag immer mit der Dienstübergabe. Die Dienstübergabe läuft im Behandlungsteam der Ärzte etwas anders ab als bei den Pflegepersonen, weil die Ärztinnen und Ärzte sich über sämtliche Patientinnen und Patienten einen Überblick verschaffen müssen. Wobei wir als Pflegepersonen den Vorteil haben, dass wir maximal eine geringe Anzahl an Patienten gleichzeitig betreuen.

Was meine ich damit? Die betreuenden Pflegepersonen treffen sich bei Ihnen als Patient direkt am Bett und beginnen die Dienstübergabe mit dem Erkrankungsbild bzw. warum Sie eigentlich hier bei uns auf der Intensivstation behandelt werden.

Im nächsten Schritt diskutieren wir über geplante Behandlungen des Tages, ob eine Operation durchgeführt wird, irgendwelche besonderen Untersuchungen wie z.B. ein CT oder ein MR, planen gewisse Therapien mit den Physiotherapeuten bereits im Vorhinein, um für Sie als Patient einen runden Tagesablauf grob planbar zu machen.

Warum ist das für uns wichtig? Sie können Sie sich sicher vorstellen: Wenn Sie als Intensivpatient zu einer Diagnostik die Station verlassen müssen, können Sie ja das nicht einfach so wie auf einer Normalstation gehend in die Röntgenabteilung, sondern wir müssen Ihre sämtlichen Equipments, die notwendig sind, um Sie optimal zu betreuen, mit Ihnen aus der Station z.B. schaffen. Diese Arbeiten bedürfen für uns als Team eine geraume Vorlaufzeit. Wir brauchen mindestens eine halbe Stunde, um Sie für etwaige Transporte gerecht vorbereiten zu können.

Des Weiteren ist, wenn Sie etwas länger schon auf der Intensivstation betreut werden, genauso ein wichtiger Parameter das Therapeutenteam. Ob Physiotherapie, Logotherapie, Ergotherapie – sämtliche Behandlungen, die für Sie am Tag geplant sind, müssen getaktet werden.

Wenn unsere Dienstübergabe beendet ist, beginnen wir meistens mit der Adaption unserer Gerätschaften. Wir kontrollieren sämtliche Bedienungselemente rund um das Bett. Wir untersuchen Sie auch grob klinisch. Was heißt das? Wenn Sie ansprechbar sind, fragen wir nach Ihrem Wohlbefinden, erkundigen uns über die Orientierung. Wenn Sie nicht ansprechbar sind bzw. noch in einem notwendigen Schlafzustand sich befinden, werden wir die klinische Untersuchung so durchführen, ohne Sie direkt dabei anzusprechen bzw. Sie abzuhören und so weiter.

Wenn das beendet ist, beginnen wir meistens mit der Durchführung Ihrer Körperpflege. Vom Kopf bis Fuß werden Sie dann notwendigerweise, je nachdem, wie Sie zu uns gekommen sind, ob von der Straße, ob Sie bereits operiert worden sind, ob komplexe Wundverbände durchzuführen sind und so weiter, werden von uns durchgeführt.

Währenddessen wird mit dem behandelnden Medizinerteam der Zeitpunkt der Visite definiert. Eine Visite bei einem Intensivpatienten dauert im Schnitt circa 30 Minuten, wobei hier auch das Pflegepersonal einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, um über Ihren Zustand zu referieren. Wieso? Weil die Pflegepersonen tatsächlich 12 Stunden bei Ihnen am Bett stehen und somit am besten Auskunft geben können über Ihren Zustand.

Während der Visite wird seitens der Medizinerinnen und Mediziner ebenfalls ein Behandlungsplan erstellt, den wir versuchen, innerhalb von 12 Stunden meistens im Tagesbetrieb, abzuarbeiten.

Bis Mittag sind wir dann hoffentlich mit Körperpflege und Visite und sämtlichen Erstuntersuchungen fertig und beginnen dann am Nachmittag im Normalfall mit sämtlichen Therapiesitzungen: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie kommen zu Ihnen ans Bett und führen die geplanten Therapiemaßnahmen bei Ihnen durch.

Je nachdem, wie Besuchszeiten geregelt sind, wird dann im Laufe des frühen Nachmittags die Besuchszeit stattfinden.

Und gegen Abend hin werden dann nochmal Therapiemaßnahmen definiert und von der Tagschicht die letzten Vorbereitungen getroffen für den Nachtdienst.

Der Nachtdienst läuft im Regelfall etwas ruhiger ab, weil wir großen Wert darauf legen. Selbst wenn Sie sich in einem Zustand befinden, der Sie auch untertags schlafen lässt, versuchen wir auch vor allem im Nachtdienst, einen geregelten Nachtrhythmus zu gewährleisten. Große Untersuchungen oder Therapiemaßnahmen werden in den Nachtstunden nicht durchgeführt, sondern ab Mitternacht in den meisten Fällen ist bis in den Morgenstunden, wenn nicht etwas Akutes dazwischenkommt, beim Patienten oder bei den Patientinnen keine Pflegehandlung, keine medizinische oder diagnostische Maßnahme geplant.

Sie können Sie sich sicher vorstellen, dass jeder Patient oder jede Patientin, die bei uns versorgt sind, individuell behandelt werden müssen. Und somit kommt es natürlich selbstverständlich bei jeden von Ihnen zu Abweichungen.

Wenn Sie als Angehöriger genaue Informationen darüber haben wollen, was mit Ihrem Angehörigen passiert, scheuen Sie sich nicht, das betreuende Behandlungsteam jederzeit darauf anzusprechen, was denn in den nächsten Stunden noch mit dem Angehörigen geplant ist.

Warum wirken manche PatientInnen verwirrt oder verhalten sich anders als gewohnt?

Manche Patientinnen wirken für Sie als Angehörige völlig anders, als Sie sie aus Ihrem privaten Alltag kennen. Sie wirken unruhig. Sie wirken verwirrt. Sie wirken unstet. Sie haben das Gefühl, dass sie auf die Fragen, die Sie stellen, nicht richtig antworten, dass sie drumherum reden, dass sie andere Dinge sagen, die nicht wirklich zu dem Thema passen, über das Sie gerade sprechen. Sie haben das Gefühl, dass die Menschen zu Ihnen oft sagen: „Geh weg! Mit dir mag ich gar nicht reden.“ Das Sie sich weggestoßen fühlen, dass Sie das Gefühl haben, Sie verstehen Ihren eigenen Angehörigen nicht mehr.

Das Gehirn ist wie alle anderen Organe, wie das Herz, wie der Darm, wie die Lunge, wie die Niere, wie die Leber, ein ganz normales Organ. Und wenn das Gehirn im Rahmen eines Funktionsverlustes nicht mehr richtig funktioniert, dann ist das, was Sie als Angehörige sehen, dass der Patient anders ist, dass er Sachen macht, die man nicht glauben kann, dass er einfach nicht mehr richtig reagiert. Dass er sich nicht erinnern kann, dass er Dinge sieht, die gar nicht da sind. Alles so Situationen, in denen Sie sich selbst als Angehörige dann überfordert finden, weil Sie den Weg zu Ihrem Patienten nicht finden.

Also dieser Verwirrtheitszustand auf der Intensivstation ist oft ein Zeichen dessen, dass die Organe im Rahmen des Multiorganversagen, auch das Hirn noch nicht ganz wirklich sich erholt haben und noch nicht ganz gut funktionieren. Und es kann Tage und Wochen dauern, bis das Hirn sich wieder so einklinkt, dass Sie als Angehörige sagen können: „Jetzt ist er wieder der Alte.“ Das kann nach einer Herzoperation unter Umständen ein halbes Jahr dauern.

Warum können die Hände und Füße bei Patientinnen auf der Intensivstation anschwellen?

Warum schauen Intensivpatientinnen auf der Intensivstation oft so anders aus? Man würde sie fast nicht erkennen, wenn man als Angehöriger auf die Station kommt. Und andersherum gedacht: Wir erkennen unsere Patientinnen oft nicht gut, wenn sie uns Wochen nach dem Intensivaufenthalt besuchen kommen.

Was ist die Ursache dafür? Intensivmedizin braucht oft neben den Medikamenten viel Flüssigkeit, weil durch die Entzündungsreaktion im Körper im Rahmen des Multiorganversagens die Gefäße undicht werden, Flüssigkeit aus dem Gefäßinneren ins Gewebe austritt, dieses Gewebe aufquillt und ein Ödem macht, nennen wir das. Ödem ist eine große Flüssigkeitsansammlung im Gewebe. Sie haben oft dann wie Polster auf den Händen. Sie haben oft so ein dickes Gesicht bis aufgequollene Lippen auch. Wenn man so auf dieses Polster draufdrückt, dann bleibt eine Delle bestehen erstmal. Das klassische Kontrollzeichen eines Ödems an Händen und Füßen. Wenn man Ödeme an Händen und Füßen sieht, dann hat der Körper mit Sicherheit mindestens 10 Liter Flüssigkeit im Plus zu dem, was Sie sonst wiegen, das alles nicht im Gefäßsystem bleibt, sondern ins Gewebe rausgelaufen ist und man dort wiederfindet. Klassisches Ödem, verändertes Aussehen.

Im Endeffekt, wenn der Patient sich wieder verbessert, die Gefäßwände wieder abdichten, geht das Wasser zurück in die Gefäße, wird über die Nieren oder übers Nierenwäschegerät, wenn die Nierenfunktion noch nicht gut ist, wieder ausgeschieden. Und das, was den Patienten bis zur Unkenntlichkeit verändert hat durch diese Ödembildung geht alles wieder zurück, wenn der Patient gesund wird.

Und Ödem in der Entstehung und auch im Rückgang ist ein Zeichen für die Schwere der Erkrankung und für die Besserung aus einer schweren Erkrankung.

Warum werden PatientInnen auf der Intensivstation manchmal im Bett fixiert?

Patientinnen im Bett zu fixieren ist eine schwierige Handlung und auf Normalstationen genehmigungspflichtig, anmeldepflichtig.

Warum ist es auf der Intensivstation notwendig, das zu tun, wo doch 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche mindestens eine Pflegeperson im Raum ist immer, manchmal mehrere Pflegepersonen. Wozu muss man Patientinnen anbinden, fixieren?

Intensivpatientinnen haben überall Schläuche. Sie haben Leitungen, wo wir Blutgefäße punktieren, damit wir Flüssigkeiten und Medikamente verabreichen können. Sie haben eine Magensonde durch die Nase legen. Sie haben wichtigen Beatmungsschlauch durch den Mund oder hier durch den Hals liegen. Und Intensivpatientinnen sind oft unruhig. Im Rahmen ihres Delirs, im Rahmen ihrer Unruhe und Verwirrtheit, wenn das Gehirn nicht ordnungsgemäß funktioniert, würden sie anfangen, an allen Schläuchen zu ziehen.

Wir haben die Möglichkeit einer sogenannten Spielmatte. In der Phase, wo Patientinnen noch relativ kontrolliert sich bewegen, kann man diese Spielmatte auf den Bauch legen. Das sind dann Knöpfe und Reißverschlüsse und Haken und alle möglichen Dinge dran. Und dann kann der Patient seine motorische Unruhe befriedigen, indem er an diesen Knöpfen und Dingen herumspielt. Das ist eine gute Möglichkeit, Patientinnen nicht zu fixieren.

Wenn wir aber die Situation haben, dass Patientin zu unruhig ist und trotzdem anfängt, an allen Schläuchen zu ziehen, dann wäre z.B. beim Intensivpatienten eine akzidentelle, eine nicht gewünschte Extubation, also das Herausnehmen des Beatmungsschlauch durch Ziehen eine lebensbedrohliche Situation, weil Intensivpatientinnen oft schwierig wieder zu intubieren sind, also diesen Schlauch wieder hinein zu geben beim Patienten, der aufgequollen ist durch die Flüssigkeitstherapie, die er bekommt, kann das unter Umständen sehr schwierig sein, und der Patient kann in einen Sauerstoffmangel kommen bis hin zu sterben. Wenn die Trachetomie schwierig ist, ist die Situation absolut lebensbedrohlich.

Sich Leitungen herauszureißen, über die Medikamente laufen, die im Schock den Blutdruck stabilisieren, wir haben in einem anderen Kapitel den Schock kurz besprochen, dann ist es eine Situation, bis die Leitung wieder drinnen ist und diese Medikamente wieder verabreicht werden können, kann Patientin in einen Zustand kommen, wo sie bis hin zu wiederbelebt werden muss.

Also der Schutz der Patientin davor, sich selbst zu schaden und lebensnotwendige Leitungen herauszuziehen, benötigt dieses Anbinden.

Auch natürlich rasche Bewegungen, aus dem Bett zu fallen. Auch das ist eine Situation, wo wir Patientinnen schützen müssen, weil wir üblicherweise und wir sind in Österreich personell noch relativ gut ausgestattet im Vergleich zu Deutschland, aber z.B. bei uns für 3 Intensivpatientinnen 2 Pflegepersonen haben, und wir für das Drehen und Waschen eines Patienten 2 Pflegepersonen an einem Bett brauchen. Und da die anderen beiden Patientinnen im Raum niemanden haben, der innerhalb von Sekunden dort sein kann. Weil der eine Patient auch einen Keim hat, weswegen man sich anziehen muss und weswegen man sich auch wieder ausziehen muss, wenn man zum nächsten Patienten geht.

Es gibt ganz viele Situationen, wo wir den Patienten schützen müssen davor, in der Phase, wo er wach werden soll und wo wir ihn nicht zu sehr wieder mit Medikamenten tiefer schlafen lassen wollen, weil das Wachsein eine wichtige Funktion zum Gesundwerden ist, wo wir ihn in dieser Phase eben nicht mit Medikamenten wegsedieren, sondern ihn in der Phase fixieren, damit nichts passieren kann.

Das ist kein Zustand, der über vierundzwanzig Stunden so gemacht wird, aber vorübergehend für die Zeit, wo keiner am Bett steht und den Patienten direkt in der Sekunde daran hindern kann, sich Dinge zu ziehen, ist es auf der Intensivstation regelmäßig notwendig, Patientinnen zu fixieren.

Und wir würden das immer versuchen, ärztlicherseits und auch pflegerischerseits, mit Ihnen zu besprechen und Ihnen das zu erklären.

Befinden von PatientInnen auf der Intensivstation

Der Tagesablauf von PatientInnen auf einer Intensivstation ist von Krankenhaus zu Krankenhaus etwas anders. Trotzdem gibt es feste Elemente, die zum Tagesablauf der Intensivstation gehören und sich an den Bedürfnissen der PatientInnen orientieren. So werden PatientInnen die sich nicht selbst bewegen können beispielsweise regelmäßig umgelagert, um Druckstellen am Körper zu vermeiden.

Am Morgen

Morgens werden die PatientInnen meist gegen sieben Uhr geweckt. Der Tag beginnt mit der Körperpflege, sowie Mund und Zahnhygiene. Das Pflegepersonal unterstützt die PatientInnen bei der Pflege oder übernimmt diese, falls nötig, vollständig.

Im Anschluss gibt es Frühstück, das, falls der/die PatientIn selbst nicht essen kann,  über eine Magensonde verabreicht wird. Außerdem erhalten die PatientInnen ihre Morgenmedikation.  

Vormittag

Vormittags kommen die ÄrztInnen zur Visite und besprechen die weitere Therapie mit den betreuenden Pflegekräften und TherapeutInnen. Im Anschluss finden Therapien statt, wie beispielsweise Physiotherapie oder Ergotherapie. 

Mittag

Mittags erhalten die PatientInnen weitere Medikamente. Auch werden sie, falls nötig, durch die Pflegekräfte erneut umgelagert. Außerdem gehört ein Mittagessen zur Tagesroutine. 

Nachmittag

Viele Intensivstationen haben nachmittags Besuchszeiträume festgelegt. Die Besuchszeiten können Sie beim Pflegepersonal erfragen. Da manchmal unvorhersehbare Pflegehandlungen nötig sind, kann es auch in den Besuchszeiten manchmal zu Wartezeiten kommen. 

Am Abend

Gegen 18:00 Uhr erhalten die PatientInnen die Abendmedikation und das Abendessen. Im Anschluss beginnt die abendliche Körperpflege, sowie Mund und Zahnhygiene.  

Nachtruhe

Auch nachts sind Pflegekräfte und ein/e diensthabende/r Ärztin/Arzt vor Ort und betreuen die PatientInnen rund um die Uhr.

Rund um die Uhr in guten Händen

Die Pflegepersonen sind während Ihrer Behandlung auf der Intensivstation ständig anwesend. Neben der Versorgung der Grundbedürfnisse wie Körperpflege oder Nahrungsaufnahme ist es vor allem das medizinisch und technische Verständnis sowie die pflegerische Fachexpertise, die einen großen Sicherheitsfaktor für Sie als PatientIn und das gesamte Team ausmachen. Sollte sich Ihr Zustand verschlechtern, reagieren die Pflegepersonen sofort auf den veränderten Gesundheitszustand, leiten erste Maßnahmen ein und informieren das Ärzteteam. So kann eine optimale Überwachung rund um die Uhr sichergestellt werden.

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Wie nehmen Patientinnen ihren Aufenthalt auf der Intensivstation wahr?

Wie nehmen Patientinnen ihren Aufenthalt auf der Intensivstation wahr?

Es gibt Patientinnen, die das Umfeld einer Intensivstation als beruhigend erkennen. Die finden, dass sie dort gut betreut sind. Die Intensivstation gibt ihnen Sicherheit. Das sind Patientinnen, wenn wir ihnen erzählen, dass wir sie verlegen wollen auf die nachgeordneten Einheiten, dann sagen, sie würden lieber noch bei uns bleiben, die Angst vor der Veränderung haben, die Angst haben, sie sind dann weniger intensiv versorgt und sie könnten sich verschlechtern, ohne dass es einer merkt.

Also, das ist so die eine Situation, dass Patientinnen, und das hängt auch ein bisschen von der Umgebung des Raumes ab, wie die anderen Patientinnen in dem Raum sind, ob es sehr unruhig ist, ob in der Nacht das Licht immer wieder angemacht wird, ob Patientinnen unruhig sind und laut sind, unter Umständen auch schreien oder Töne von sich geben, die im Raum die anderen Patientinnen, die schlafen wollen, stören. Da gibt’s ganz viele Faktoren, die beeinflussen, ob sich ein Patient bei uns wohlfühlt. Wenn sich einer wohlfühlt, gibt’s viele Patientinnen, die auch gerne bei uns sind und sich dort sicher fühlen.

Dann gibt’s die anderen Patientinnen, die die Intensivstation als ausgesprochen belastend empfinden. Dass immer jemand da ist, dass immer einer irgendetwas tut, dass es laut ist, dass in der Nacht das Licht an ist, dass man keine Privatsphäre wirklich hat. Das sind die Patientinnen, die dieses Sicherheitsgefühl sehr viel weniger haben und die sagen: „Ich möchte unbedingt da weg.“ Auch für die Angehörigen: Die Besuchszeiten sind beschränkt, weil bei uns es räumlich nicht möglich ist, tagelang Besuchszeiten offen zu halten. Also die Situation, die es für Patientinnen oft sehr unangenehm macht. Und das sind die Patientinnen, die von uns weg wollen und möglichst schnell verlegt werden wollen.

Es ist natürlich unsere ärztliche Entscheidung, gemeinsam mit den Pflegepersonen am Bett zu entscheiden, wann ein Patient sicher von der Intensivstation auf die nachgeordnete Einheit sei, sei sie Intermediate Care, eine Observationsstation oder eine Normalstation verlegt werden kann. Und wir versuchen, diese Entscheidung immer so zu treffen, dass sie sicher für die Patientin ist.

Woran erkennt man, ob PatientInnen Schmerzen haben?

Woran kann man erkennen, ob Patientinnen Schmerzen haben?

Auch das ist keine ganz leichte Frage. Wenn Patientin so wach ist und so adäquat, sprich so gut in ihrem Kopf ist, dass sie auf Fragen antworten kann, dann kann man sie natürlich fragen. Es gibt eine Skala, da kann man sagen: „Wenn Sie sich vorstellen, 1 sind keine Schmerzen, 10 sind die stärksten Schmerzen, die Sie sich vorstellen können. Wo ungefähr befinden Sie sich?“ Dann können Patientinnen, die das gut verstehen, meistens gut drauf antworten, und man kriegt ein Gefühl und kann dann besprechen, dass man das Schmerzmittel erhöht oder ein zweites Schmerzmittel dazu kombiniert. Gibt es alle Möglichkeiten.

Schwieriger ist das Einschätzen von Schmerzen bei Patientinnen, die im Tiefschlaf sind oder die im angepassten sedoanalgesierten Zustand sind, wie wir es lieber nennen, also die sediert sind, die ein Medikament zum Schlafen haben und gleichzeitig noch ein Schmerzmittel haben und in dieser Kombination einfach schläfrig sind, mit denen man nicht klar kommunizieren kann. Da gibt’s für uns als Ärztinnen gute Beurteilungskriterien: Man kann schauen, ob der Patient schwitzt, ob er grimassiert. Man kann also auch mit unterschiedlichen Schmerzskalen versuchen, immer wieder, das ist auch eine Funktion, die die Pflegepersonen für uns regelmäßig am Bett machen, diese Qualität des Schmerzes mit zu erfassen und entsprechend darauf zu reagieren, auch wenn der Patient nicht reagieren und es nicht sagen kann.

Wichtig ist, dass man sich immer wieder mehrfach am Tag Gedanken dazu macht, ob die Unruhe, die der Patient zeigt, als Ursache auch Schmerzen haben könnte, weil dann könnte man diese Schmerzen gut behandeln und dann würde auch unter Umständen die Unruhe weg sein.

Also, das ist eine ganz wichtige Frage.

Und wenn Sie als Angehörige das Gefühl haben, dass Ihr Patient, der da im Bett vor Ihnen liegt, Schmerzen hat, dann ist es etwas, was Sie auf jeden Fall zumindest mit der Pflegeperson, die ja für Sie meistens leichter erreichbar oder schneller erreichbar ist als die Ärztin, das besprechen. Und dann würden Sie, wenn Sie anregen: „Können Sie mal schauen? Ich habe das Gefühl, mein Vater hat Schmerzen.“ Dann ist es etwas, was bei der nächsten Visite besprochen wird oder wo man auch den Doktor holen kann. Wenn es jetzt ein größeres Thema ist und man das Gefühl hat, der Patient hat mehr Schmerzen, kann man natürlich sofort reagieren, und kann dieses Thema besprechen.

Also ganz wichtig: Wenn Sie das Gefühl haben und Sie können es nicht mit Ihrem Angehörigen kommunizieren, besprechen Sie es mit einem von uns, der sich professionell mit Ihrem Angehörigen beschäftigt, also Pflegeperson oder Ärztin, je nachdem, wer da ist. Und dann werden wir versuchen, dieses Problem gemeinsam zu erfassen und auch zu lösen.

Wie können sich IntensivpatientInnen äußern?

Die Frage, wie sich Intensivpatientinnen äußern können, ist eine vielfältig zu beantwortende Frage.

Je nach Zustand des Gehirns können sich Intensivpatientinnen, wenn sie jetzt nicht intubiert sind, sprich keinen Beatmungsschlauch in der Luftröhre haben und damit die Stimmritze blockiert ist, kann man sie einfach fragen, mit ihnen sprechen. Sie können uns erzählen, was in ihrem Kopf vorgeht, und man kann ganz normal kommunizieren.

Wenn Intensivpatientinnen im Endeffekt tiefer sediert sind, sprich sie bekommen Medikamente, um Unruhe zu dämpfen, sie bekommen Medikamente, um Schmerzen zu behandeln, ist die Äußerungsmöglichkeit, auch gerade wenn jetzt noch ein Beatmungsschlauch oder ein Trachestoma, dazu gibt’s ein eigenes Kapitel, wo wir das erklären, da ist der Zugang der Beatmung über den Hals. Wenn in so einem Fall die Kommunikation schwierig ist, dann kann man versuchen, mit Intensivpatientinnen über Augen auf- und zumachen, einmal zumachen, zweimal zumachen, über Hände drücken, drück mir die Hand einmal, drück mir die Hand, zweimal. Am besten bei schlechten Patienten funktioniert der Daumen. Also man nimmt die Hand so, dass man den Druck des Daumens spürt und sagt: „Wenn du mich hörst, drück den Daumen. Hast du Schmerzen, drück einmal. Hast du keine Schmerzen, drück zweimal.“ Also auf diese Art kann man mit Intensivpatientinnen kommunizieren.

Je nach Wachheit haben wir auch die Möglichkeit, dass Intensivpatientinnen auf einem Board mit Buchstaben Wörter formen können. Schreiben ist in der Intensivmedizin oftmals schwierig, weil Patientinnen zwar vielleicht schon gut reden können, aber noch nicht in der Lage sind, durch die Medikamente, die sie bekommen haben, wirklich Worte aufzuschreiben.

Also die Kommunikation ist eine ganz wichtige. Wir versuchen immer ärztlicherseits, wenn wir bei der Visite durchgehen, den Patienten auch anzusprechen, mit ihm zu kommunizieren, zuerst Ja/Nein-Fragen zu stellen und dann auch komplexere Fragen. Und die Pflegepersonen sind immer und ständig damit befasst, mit den Patientinnen zu kommunizieren und herauszufinden, was Patientinnen wollen.

Und ganz wichtig ist, dass man Geräte, die Patientinnen im alltäglichen Leben verwenden, sprich Brille, Hörgerät, Zahnprothesen auf der Intensivstation versucht zu bekommen, sobald der Patient die sinnvoll nutzen kann, weil einer, der nichts sieht, einer, der nichts hört und einer, dass der sich total unwohl fühlt, weil er den Mund nicht aufmachen will, weil er die Zähne nicht im Mund hat und sich geniert, nicht mit Ihnen kommunizieren wird.

Also ganz wichtig: Die Dinge des täglichen Lebens versuchen, sobald es sinnvoll ist, wiederherzustellen und dann mit allen Mitteln zu schauen, dass man mit den Patientinnen in eine Kommunikation kommt. Und da können Sie als Angehörige oft sehr gut helfen, weil Sie manchmal die Äußerungen Ihres Angehörigen besser verstehen als wir, die ihn nicht so gut kennen, und eine Kommunikation zwischen Ihnen manchmal für uns auch sehr hilfreich sein kann. Und Kommunikation ist ganz wichtig und für uns auch ganz wichtig, sowohl für unsere Ärztinnen als auch für die Pflegepersonen als auch die Physiotherapeutinnen, die Logopädinnen, die Ergotherapeutinnen – für alle, die mit den Patientinnen arbeiten, ist eine gute Kommunikation, zu erfassen, was sich Patientin wünscht, wo das Problem liegt, eine ganz, ganz wichtige Aufgabe, die unser täglicher, mehrfacher Job ist.

Bedürfnisse von PatientInnen auf der Intensivstation

PatientInnen auf der Intensivstation nehmen ihre Umwelt anders wahr, als ihre Angehörigen, die sie besuchen. Insbesondere wenn die/der PatientIn im Tiefschlaf ist, kann es für Angehörige schwer vorstellbar sein, dass sie/er von der Umgebung etwas wahrnimmt.

Nehmen PatientInnen auf der Intensivstation wahr, wenn Angehörige sie besuchen?

Was die Patientin/der Patient hört und spürt, ist in vielen Fällen schwer zu sagen. Aber im Zweifel sollten Sie davon ausgehen, dass sie/er uns wahrnimmt. Sprechen Sie ruhig mit Ihrer/Ihrem Angehörigen. Wenn Sie sich damit wohlfühlen, können Sie Ihre/n NahestehendeN an der Hand oder am Arm berühren oder streicheln, um sie/ihn wissen zu lassen, dass Sie da sind. Wichtig ist, dass Sie sich beim Besuch Ihrer/Ihres Nahestehenden so verhalten, dass Sie sich dabei wohlfühlen. Es ist normal, dass Sie zunächst Unsicherheit empfinden. Einige Tipps zur Kommunikation mit Ihrer/Ihrem Angehörigen auf der Intensivstation erhalten Sie in der Lektion “Angehörige von IntensivpatientInnen“.

Angehörige spielen eine wichtige Rolle für die Genesung von PatientInnen. Besuche können für PatientInnen aber auch anstrengend sein und IntensivpatientInnen benötigen viel Ruhe. Daher sollten nicht mehr als zwei Personen zeitgleich zu Besuch kommen und Besuche eher kurz gehalten werden.

Postoperativer Aufenthalt auf der Intensivstation

Nach großen Operationen kann es sinnvoll sein, dass PatientInnen für ein, zwei Nächte auf der Intensivstation überwacht werden. Das muss nicht unbedingt deshalb sein, weil sie so schwer krank sind. Vielmehr geht es dabei darum, dass nach dem Eingriff der Gesundheitszustand intensiv überwacht wird. Auf der Intensivstation steht dafür mehr Personal zur Verfügung. Dieses kann die PatientInnen rund um die Uhr intensiv betreuen und bei Bedarf unterstützende Geräte einsetzen. Das gibt Sicherheit in den ersten Stunden nach dem Eingriff.

Downloads

  • Packliste Für einen Krankenhausaufenthalt benötigt man verschiedene Dinge. Daher kann es sinnvoll sein sich an einer Packliste zu orientieren, um die Kliniktasche schnell und vollständig zu packen.

  • Glossar Intensivstation Auf der Intensivstation werden häufig kompliziert klingende Fachbegriffe und Abkürzungen verwendet. In diesem Glossar werden die wichtigsten Begriffe einfach erklärt.

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Geprüft Ao. Univ.-Prof.in Dr.in med. Barbara Friesenecker & DGKP Michael Urschitz: Stand Februar 2021 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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