2. Was passiert auf einer Intensivstation

Transkript

Bei einem Aufenthalt auf der Intensivstation haben viele Angehörige Fragen zu Themen wie Beatmung, Sedierung und Tiefschlaf, Aufwachphase. Warum wird man künstlich beatmet? Was ist eine invasive Beatmung? Was heißt intubiert und beatmet? Was zeigt ein Monitor auf der Intensivstation? Woher kommen die ganzen Geräusche? Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Friesenecker und DGKP Michael Urschitz erklären die verschiedenen Geräte und Therapiemaßnahmen auf der Intensivstation:

Was passiert auf der Intensivstation? Wie werden PatientInnen auf der Intensivstation versorgt?

Die Frage „Was passiert auf der Intensivstation?“ stellt man sich als Angehöriger oder als Patient immer wieder. Wie kann ich diese Frage am besten beantworten?

Wir versuchen, als Team, das bedeutet bei der Erstaufnahme für Sie als Patient zusammen mit den Ärztinnen und dem Pflegepersonal, Sie immer nach einstudierten, standardisierten Abläufen bei uns aufzunehmen. Was bedeutet das? Die Arbeit auf der Intensivstation, ob Mediziner oder Pflegepersonen, wird teilweise mit der Fliegerei verglichen. Wieso der Fliegerei? Piloten in ihrer täglichen Arbeit arbeiten immer nach Checklisten: Landung – Checkliste, Start – Checkliste.

Bei uns kann man das in der Arbeit der Intensivmedizin und -pflege gut vergleichen. Wenn Sie bei uns postoperativ oder aufgrund Ihrer schweren Erkrankung auf der Intensivstation aufgenommen werden müssen, arbeiten wir im Team diese Checklisten ab. Wir bekommen eine detaillierte Übergabe von den Kolleginnen und Kollegen, die Sie zu uns auf die Station transferieren und beginnen dann, wenn diese Übergabe beendet ist, mit unseren einstudierten Abläufen.

Wieso sind einstudierte Abläufe für uns wichtig? Wir verringern so die Anzahl an Fehlern, die durchaus menschlich sind und passieren können, vermitteln aber gleichzeitig für den Patienten, aber auch für das Team vor Ort, Sicherheit. Und Sicherheit ist in diesen Bereichen, in denen wir arbeiten, ein wesentlicher Faktor, und darauf legen wir großen Wert.

Wie läuft die Beatmung bei PatientInnen ab, die Probleme beim selbständigen Atmen haben?

Probleme beim selbstständigen Atmen sind ein altbekanntes Problem von Patientinnen, die schwer erkrankt sind.

Wir haben das ganz häufig im Rahmen von Lungenentzündungen, auch von chronischen Lungenerkrankungen, dass Patientinnen das Gefühl haben, dass Atmen sehr anstrengend ist, dass sie weniger Luft bekommen. Das kann das Einatmen, aber auch das Ausatmen betreffen. Und schlussendlich können wir als Ärztinnen messen, indem wir Blut abnehmen, wie die Blutgase, also der Sauerstoffgehalt im Blut und der Kohlendioxidgehalt im Blut sich zueinander verhalten, um festzustellen, wann wir eingreifen müssen und in eine Beatmungssituation übergehen müssen.

Man kann sich dann entschließen und das auch mit Ihnen als Patientin gut besprechen, dass wir nicht-invasiv beatmen, sprich mit Masken arbeiten, die man eng über die Nase oder eng über das Gesicht oder auch als Helm über den Kopf stützt und im Endeffekt Druck auf die Lunge macht, um den Sauerstoff aus der Luftröhre über die kleinen Atemwege, die Alveolen, die Lungenbläschen ins Blut zu drücken. Das geht über einige Zeit oftmals sehr gut. Und wenn Sie nicht zu schwer krank sind, können Sie sich aus dieser Situation erholen, und man kann dann diesen Helm oder die Gesichtsmaske oder die Nasenmaske wieder abnehmen. Sie sind gesund, und das Problem ist gelöst.

Sollte sich der Zustand verschlechtern und wir mit nicht-invasiver Beatmung, also Maske, Maske, Helm nicht ausreichend dafür sorgen können, dass Sie genug Sauerstoff im Blut haben und Ihr Kohlendioxid ausscheiden können und Ihre Atemarbeit, die Sie aufwenden müssen, um ein- und auszuatmen, so anstrengend wird, dass Sie sich erschöpfen, dann müssen wir invasiv beatmen, sprich:

  • Wir machen Ihnen eine kurze Narkose.
  • Wir schieben einen Beatmungsschlauch meistens durch den Mund, manchmal über die Nase durch den Mund über die Stimmritze in die Luftröhre bis ungefähr kurz bevor die Luftröhre nach links und rechts in beide Lungen aufteilt.
  • Und wir würden Sie dann an ein Beatmungsgerät hängen. Das ist so etwas, was hier hinter mir steht. Und dieses Beatmungsgerät würde Sie beim Atmen unterstützen können oder Sie, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, ausreichend zu atmen, bis hin zu vollständig beatmen.
  • Wir würden wiederum in Ihrem Blut messen, wie sich die Werte verändern
  • und würden dann, wenn Sie sich verbessern, Sie wieder mehr selbst schnaufen lassen
  • und Sie schlussendlich aus dieser Beatmung Situation herausholen, den Schlauch am Mund oder Nase entfernen.
  • Und wenn Ihre Lungenfunktion sich stabilisiert hat, könnten Sie dann wieder auch ohne dieses Beatmungsgerät sich verbessern.
  • Wir kommen zurück auf nicht-invasive Beatmung mit unseren Masken oder dem Helm
  • und schlussendlich in die Phase der Heilung, wo Sie dann ohne diese technischen Hilfsmittel wieder selbst schnaufen können, wo Atmen nicht mehr anstrengend ist und wo die Blutgaswerte, also der Sauerstoff- und der CO2-Gehalt in Ihrem Blut ausgeglichen sind und Sie sich nach einer Phase der schweren Lungenfunktionsstörung wieder gut erholt haben.

Das ist das, was wir anstreben und was meistens auch gut gelingt.

Wann muss man einen Luftröhrenschnitt machen?

Für den Fall, dass wir sehr lange aus dieser Beatmungssituation nicht herauskommen, und auch das ist sehr individuell für Sie als Patientin zu entscheiden, auf manchen Stationen macht man diesen Luftröhrenschnitt sehr frühzeitig. Auf unserer Station machen wir es eher später, weil wir die Nebenwirkungen, die man hat, in der Funktion aufs Schlucken, z.B. bei älteren Menschen, sehr fürchten. Aber das ist wie gesagt individuell zu entscheiden.

Dann kann man diesen Schlauch, der durch Mund und Stimmritze läuft, hier unten an den Hals verlegen und hat dann für Patientinnen, die lange an der Beatmung sein müssen, einen sicheren Atemweg. Man hat den Mund und die Stimmritze frei und damit einen ganz großen Störfaktor, wenn man den Kopf und den Hals bewegt, dann stört dieser Schlauch extrem, macht einen Würgereiz, macht einen starken Hustenreiz. Das kann man durch diese Tracheotomie vermeiden. Man kann neben der Tracheotomie mit einer Spezialkanüle schlucken und auch sprechen. Das heißt: Patientinnen, die immer wieder Beatmung z.B. in der Nacht brauchen, immer wieder Unterstützung durch einen Respirator brauchen und das über lange Zeit meistens, würde man Tracheotomien, diesen Weg über den Hals wählen. Und wenn man sich erholt, kann man diesen Tracheostoma wieder entfernen, diese kleine Wunde zunähen. Manchmal, je nachdem wie das angelegt ist, geht die Wunde auch spontan wieder zu. Und man hat dann wieder eine stabile Situation ohne Beatmungsschlauch.

Grund für Tracheotomie kann manchmal auch Tumoren im Bereich des Kehlkopfes sein, wo man im Endeffekt keine natürlichen Atemwege durch das Tumorwachstum herstellen kann. Und dann würde man als Dauerlösung ein Tracheostoma wählen, wo der Patient sprechen kann, je nachdem unter Umständen auch schlucken kann, und wo er mit diesem Tracheostoma bis ans Ende seines Lebens versorgt bleibt.

Also es sind alle diese Möglichkeiten möglich. Und das Tracheostoma ist eine vor allen Dingen in der Intensivmedizin gute Möglichkeit, Patientinnen sicher und weniger belastend für Sie als Patientin zu beatmen.

Wie läuft die Ernährung auf der Intensivstation ab?

Die Ernährung auf der Intensivstation ist für das betreuende Pflegepersonal sowie auch für die Ärztinnen und Ärzte ein großes Thema. Wieso? Weil man als Angehöriger, aber auch als Patient Ernährung immer mit einem Gesundheitszustand in Verbindung bringt.

Was meine ich damit? Wenn wir oder wenn Sie selber zuhause privat an einer Grippe erkranken und die ersten 2, 3 Tage im Bett verbringen, wer denkt da an Ernährung? Die wenigsten. Wir versuchen mit Mühe, überhaupt Flüssigkeit zu uns zu nehmen. und je nach Schwere des grippalen Infektes überhaupt das Bett zu verlassen.

Ähnlich kann man sich die Ernährung auch auf der Intensivstation vorstellen. Je nachdem, welches Krankheitsbild Sie zu uns gebracht hat, ob postoperativ oder aufgrund der Erkrankung hat auch eine eigene Ernährungstherapie mit sich. Was bedeutet das? Wir versuchen, Sie so schnell wie möglich selbstverständlich mit den notwendigen Kalorien bzw. auch mit der notwendigen Energie zu versorgen, die Sie benötigen, um die Schwere Ihrer Erkrankung auch gut zu überstehen.

In den meisten Fällen ist es in den ersten Stunden nur durch Flüssigkeiten möglich, die wir mit allen möglichen Vitaminen, die unser Körper oder unser Organismus braucht, um zu funktionieren, bestücken. Wenn sich Ihr Zustand etwas bessert, versuchen wir Sie natürlich so schnell wie möglich, und das wäre der Optimalfall, mit normaler Nahrung, die Sie auch zu Hause oder sonst irgendwo zu sich nehmen, zu versorgen.

Lässt Ihr Gesundheitszustand diese Ernährung nicht zu, gibt es für uns Möglichkeiten, Sie künstlich zu ernähren. Im Normalfall versuchen wir das über eine Sonde, die wir über die Nase in den Magen einlegen und Sie dort mit flüssiger Ernährung, die genau auf Ihre Bedürfnisse bezüglich Kalorien, Eiweiße, Proteinen, Fett ausgerechnet und vorbereitet wird, zu ernähren.

Sobald Sie einen Wachheitszustand erreichen, der ausreichend ist, um wieder selbst zu schlucken, reduzieren wir selbstverständlich diese künstliche Ernährung. Und unser aller Ziel bzw. das Ziel für Sie als Patient muss natürlich sein, selbst wieder normal essen zu können.

Im Intensivbereich, aber nicht nur hier, sondern generell im Krankenhaus, können wir auch auf die Expertise der Diätologinnen und Diätologen zurückgreifen. Und eine oft gestellte Frage ans betreuende Pflegepersonal ist immer: „Darf ich meinem Mann, meiner Frau mal auch etwas mitnehmen, was sie gerne isst?“ Selbstverständlich, in Absprache mit dem Personal und natürlich je nachdem, wie sich der Gesundheitszustand entwickelt, kann man auch die Lieblingsspeise des Angehörigen zu uns auf die Station mitnehmen.

Versorgung auf der Intensivstation

Beatmungsformen

Eine zentrale Bedeutung auf der Intensivstation hat die Unterstützung der Atmung. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Welche Form der Beatmung notwendig und sinnvoll ist, entscheidet Ihr betreuendes Ärzteteam, nach Möglichkeit in Absprache mit Ihnen oder Ihren Angehörigen.

Nicht-invasive Beatmung

Bei der nicht-invasiven Beatmung atmen PatientInnen selbstständig. Über eine Maske über der Nase oder über dem ganzen Gesicht, oder über einen durchsichtigen Helm wird unter einem kontinuierlichen Druck zusätzlicher Sauerstoff angeboten. Diese Form der Beatmung kann zu Beginn etwas unangenehm sein und das Gefühl vermitteln keine Luft zu bekommen, da man gegen einen Widerstand atmen muss. Wegen der Maske oder dem Helm ist die nicht invasive Beatmung für Menschen mit Platzangst manchmal problematisch.

Invasive Beatmung

PatientInnen, die aufgrund einer schweren Schädigung der Lunge oder anderer schwerer Erkrankungen, vorübergehend nicht selbst atmen, müssen mehr oder weniger invasiv beatmet werden. Dabei wird durch den Mund ein Plastikschlauch (Tubus) in die Luftröhre eingeführt. Man spricht davon, dass die/der PatientIn intubiert ist. Das Invasivbeatmungsgerät übernimmt durch Hin- und Herspringen zwischen zwei Druckniveaus das Aus- und Einatmen für die Patientin oder den Patienten, die/der aber immer auch spontan dazu atmen kann und soll. PatientInnen sollten im Rahmen der intensiven Beatmung so tief schlafen wie es nötig ist, damit sie die Beatmung tolerieren. Dabei ist es immer das Ziel, die Patientin/den Patienten so wach wie möglich zu haben. Da der Tubus durch die Stimmritze in die Luftröhre reicht, kann man mit dem Tubus nicht sprechen.

Luftröhrenschnitt (Tracheotomie)

Ein Luftröhrenschnitt kann notwendig sein, wenn PatientInnen auf eine langfristige Beatmung angewiesen sind. Durch einen kleinen Schnitt unterhalb des Kehlkopfs wird eine Kanüle eingesetzt, die eine Verbindung durch die Haut zur Luftröhre schafft (Tracheostoma). Die Anlage der Kanüle erfolgt unter Narkose. Sind PatientInnen länger auf diese Form der Beatmung angewiesen, können sie erlernen mit der Kanüle zu sprechen. Nach Entfernung der Kanüle, verschließt sich der kleine Schnitt meist innerhalb von 48 Stunden von selbst oder muss unter Narkose chirurgisch verschlossen werden.

Transkript

Warum schläft meine Angehörige/mein Angehöriger so viel und ist oft nicht ansprechbar?

Warum Patientinnen auf der Intensivstation viel schlafen und oft schwer ansprechbar sind, kann ganz unterschiedliche Gründe haben.

Als erstes auf einer operativen Intensivstation, wo der Patient durch eine große Operation gegangen ist, ist Grund dafür die allgemeine Entzündungsreaktion im Körper. Durch den großen Schnitt bei der Operation, dadurch, dass man den Brustkorb eröffnet, den Bauch aufmacht, den Darm auf die Seite legt, große Operationen macht, reagiert der Körper mit einer großen allgemeinen Entzündung, die dann dazu führt, dass auch das Gehirn sich in einem Dysfunktions-Syndrom befindet, sprich, dass das Gehirn nicht richtig funktioniert. Was man daran sieht, dass der Patient unruhig werden kann oder auch sehr müde werden kann.

Zusätzlich verwenden wir Medikamente, die Schmerzen nehmen, nach großen Operationen, die diese Unruhezustände dämpfen, damit für Patientinnen die Situation aushaltbar ist, wenn sie bei uns im Bett liegen.

Und das alles zusammen führt dazu, dass sich der Wachheitszustand, wenn Sie so auf unserer Intensivstation liegen, stark verschlechtern kann, dass Sie weniger wach sind, dass Sie schläfrig sind, dass Sie nicht gut ansprechbar sind, dass Sie Ihre Personen ums Bett herum nicht erkennen können, dass eine Kommunikation im Sinne von Sprechen schlecht möglich ist, dass auch Ja/Nein-Fragen unter Umständen schlecht möglich sind. Das ist also etwas, was auf der Intensivstation sehr, sehr häufig ist und wo erst mit der Verbesserung des Zustandes, dass die Entzündungsreaktion zurückgeht, der Körper heilt, dass wir weniger Medikamente brauchen, die Schmerzen nehmen und die Stress nehmen, dass Sie wacher werden, dass die Dysfunktion der Organe und auch des Gehirns zurückgeht, weil Sie sich erholen und weil Sie besser werden. Und dann allmählich kommt man aus diesem Sedierungszustand, wie wir das nennen, heraus. Man wird wacher, man kennt sich wieder aus, und man kann wieder kommunizieren.

Also ganz wichtig: Dieses Nichtansprechbarsein gehört fast zu einer großen Operation im Intensivbereich dazu und wird, wenn man sich als Patientin erholt, dann automatisch besser. Und man muss ein bisschen Geduld haben. Das kann Tage und manchmal, wenn ein schwieriger Verlauf mit diesen Wellen ist, den ich vorher angesprochen habe, immer wieder mal schlechter und besser werden, bis es schlussendlich hoffentlich dann gut ist.

Was ist der Unterschied zwischen Koma und Tiefschlaf?

Der Unterschied zwischen Koma und Tiefschlaf ist, wenn man Sie als Patientin anschaut, primär nicht zu erkennen. Was man sieht, ist, dass Sie tief schlafen, dass Sie primär nicht weckbar sind, dass man nicht mit Ihnen kommunizieren kann. Die Ursachen für das Koma und für den Tiefschlaf sind andere.

Ein Koma entsteht z.B. durch ein schweres Trauma. Sie haben einen schweren Sportunfall mit einer Schädelverletzung. Sie haben eine Vergiftung. Sie haben eine Reanimation, also Sie sind wiederbelebt worden und davor eine Phase, wo das Gehirn schlecht durchblutet war. Das Gehirn schwillt an. Die Hirnfunktion ist durch diese Dinge so gestört, dass Sie nicht wach sind, dass man mit Ihnen nicht kommunizieren kann und Sie komatös sind. Das ist ein Zustand, der sich nicht einfach aufheben lässt.

Und dann haben wir diesen Zustand des Tiefschlafes, den man auch in Fernsehsendungen immer wieder so hört. Wir mögen diesen Ausdruck eigentlich nicht so gerne, weil auf der Intensivstation der Tiefschlaf eigentlich nicht das Ziel ist, sondern der angemessene Schlaf, so tief wie nötig, aber so wach wie möglich unser Ziel ist. Aber wir reden jetzt vom Tiefschlaf im Vergleich zum Koma. Der Tiefschlaf ist ein Zustand, den wir als Anästhesistinnen hervorrufen, indem wir ihnen Medikamente geben, die Ihr Gehirn in einen Zustand des Schlafes versetzen, damit Sie Dinge, die wir machen, aushalten können, damit wir Ihre Organe vor Überlastung schützen, wenn Sie sehr schwer krank sind. Und das ist ein Zustand, der reversibel ist und den wir aufheben können, indem wir weniger Medikamente geben.

Aus dem Tiefschlaf aufwachen ist manchmal etwas, was auch Tage und Wochen dauern kann, wo eine Phase des Verwirrtseins dabei sein kann. Wir nennen das in der intensivmedizinischen Sprache ein Delir. Das ist unabhängig vom Alkoholgenuss. Sie werden den Ausdruck des Delirs eher nur in Zusammenhang mit Alkohol kennen. Das Delir auf der Intensivstation ist ein Zustand, wo man verwirrt ist, wo man sich nicht auskennt, wo man unter Umständen unruhig ist oder auf der anderen Seite auch eher sehr ruhig und fast komatös sein könnte. Beides möglich. Und über diesen Zustand im Endeffekt kommt man aus dem Tiefschlaf heraus durch Aufheben der Medikation, die wir geben, wieder in den Normalzustand des Hirns und ist dann wieder ansprechbar.

Also ein grundlegender Unterschied, vor allen Dingen in der Entstehung dieses Bewusstseinsverlustes, von dem wir sprechen, wenn wir von Koma oder Tiefschlaf reden.

Was nehmen PatientInnen in Koma und Tiefschlaf wahr?

Was Patientinnen im Zustand eines Komas oder des Tiefschlafes wahrnehmen, ist schwer zu sagen.

Wir denken, dass Kommunikation, oder vielleicht denken das nicht alle von uns, ich sollte besser sagen. Ich denke, dass Kommunikation neben der Kommunikation, wo wir mit Patientinnen reden können und Antworten bekommen, und sei es Antworten nur durch Augenblinzeln, jedenfalls aktive Kommunikation, denke ich, gibt’s eine andere Möglichkeit auch der Kommunikation durch Berührung, wo Patientinnen Gerüche erkennen können. Das Riechen ist ein sehr aktives altes Gehirnteil, das sehr lange funktioniert. Wo Patientinnen unter Umständen Stimmen mitbekommen, die vielleicht nicht unbedingt zuordnen können, aber die dann doch irgendwo ins Bewusstsein eindringen.

Und wir fordern unsere Angehörigen eigentlich immer auf, auch wenn Patientinnen im Koma oder im Tiefschlaf sind, mit Ihnen als Patientin zu sprechen, Ihnen Dinge aus der Zeitung vorzulesen, Musik vorzuspielen, Ihnen Dinge aus dem persönlichen Leben zu erzählen. Wir hängen Bilder am Bett auf. Also wir versuchen, auch wenn der Patient sich im Koma oder im Tiefschlaf befindet, das Gehirn möglichst doch in irgendeiner Form anzuregen und dazu zu bekommen, sich wieder einzuklinken und Situationen wieder zu erkennen.

Wie läuft das Aufwachen aus dem Tiefschlaf ab? Was nehmen PatientInnen währenddessen wahr?

Das Aufwachen aus dem Tiefschlaf oder besser dem angepassten Schlaf auf einer Intensivstation ist eine oft sehr schwierige Phase.

Was Sie als Angehörige in der Situation mitbekommen, ist, dass der Patient unruhig ist, dass er versucht, die Augen aufzumachen. Sie versuchen, mit ihm zu reden, und er wehrt Sie ab und versucht sich irgendwie zu äußern und kann sich dann nicht äußern, weil der Beatmungsschlauch noch im Mund ist. Sie merken, Sie wollen kommunizieren. Der Patient will etwas sagen, kann nicht, wird immer noch unruhiger. Es ist die Aufwachphase nach einer großen Operation und nach einer längeren Phase der intensiven Therapie, wo Organfunktionen in Mitleidenschaft gezogen waren, oft eine schwierige Phase. Und es dauert oft länger, bis das Gehirn sich wieder so einklinkt, dass der Patient Sie erkennen kann, dass er Ihre Stimme zuordnen kann, dass er Fragen, die Sie stellen, versteht und darauf adäquat antworten kann.

Das ist eine Phase, die für Sie als Angehörige oft sehr belastend ist, weil Sie das Gefühl haben, der Patient würde gerne zu Ihnen was sagen. Er kann aber nicht, und Sie würden ihm gern was sagen. Und es kommt nicht an. Und es ist so eine Situation, wo einfach keine Gemeinsamkeit herzustellen ist. In dieser Phase empfehlen wir dann immer, die Besuche kurz zu halten, wenn Sie merken, dass Ihr Angehöriger sehr unruhig wird, wenn Sie da sind, weil die Kommunikation eben noch nicht gut funktioniert.

Und irgendwann kommt immer der Punkt, wo das Hirn sich umdreht, wo der Patient plötzlich das Gefühl hat, er kann verstehen, wo Sie merken: Er erkennt Sie, wo Sie merken, er kann mit Augen Kontakt aufnehmen. Sie können mit dem Patienten wieder sprechen und wo die Kommunikation dann plötzlich sehr viel besser und schlussendlich auch gut ist.

Also diese Phase dauert, diese Phase kann schwierig sein. Lassen Sie sich nicht zu sehr von dieser Phase ins Bockshorn jagen. Und haben Sie nicht zuviel Angst. Bei großen Operationen, bei alten Menschen, bei Menschen mit Vorerkrankungen, auch wenn sie jung sind, Covid z.B. als klassisches Thema, ist das Gehirn immer mitbetroffen, und die Patientinnen, auch wenn sie jung sind, sind immer verwirrt, wenn sie länger auf der Intensivstation gelegen sind.

Das ist etwas, womit wir gut umgehen können. Wir müssen die Patientinnen dann unter Umständen wieder ein bisschen tiefer schlafen lassen, damit sie nicht zu unruhig sind. Wir lassen sie erneut wieder aufwachen. Wir kommunizieren diese Dinge mit Ihnen gut. Und wir versuchen Ihnen zu erklären, dass das Aufwachen auf der Intensivstation nach einem größeren Eingriff und einem längeren Aufenthalt immer ein Prozess ist und nicht heißt: Morgen um zehn wacht der Patient auf, macht die Augen auf und sagt: „Hallo!“ Das funktioniert für Intensivpatientinnen auf der Intensivstation normalerweise so nicht.

Sedierung und Tiefschlaf

Einige PatientInnen auf einer Intensivstation befinden sich vorübergehend im „künstlichen Tiefschlaf“. In der Medizin wird dieser Zustand auch als “Sedoanalgesie” oder „Analgosedierung“ bezeichnet. Der „künstliche Tiefschlaf” wird durch schlafanstoßende Medikamente und Schmerzmittel eingeleitet und aufrechterhalten. Er dient dazu, den Körper zu entlasten, den Heilungsprozess zu fördern und notwendige unangenehme Prozeduren (z.B. Verbandswechsel, kleine chirurgische oder diagnostische Eingriffe), die im Behandlungsprozess notwendig sind, auszuhalten. Ziel ist es dabei, einerseits den Schlafzustand so tief wie nötig, aber gleichzeitig die PatientInnen so wach wie möglich zu halten.

Die Phase des Erwachens kann sich über mehrere Tage oder Wochen hinziehen und sowohl für PatientInnen, als auch für Angehörige herausfordernd sein. Das liegt daran, dass PatientInnen in dieser Zeit unter Umständen sehr unruhig sein können, sich eventuell nicht auskennen und auch Sie als Angehörige eventuell nicht erkennen.

Verhalten von PatientInnen in der Aufwachphase

PatientInnen verhalten sich in dieser Phase manchmal ungewöhnlich.

  • Sie sind unruhig und lassen sich schwer beruhigen. Man muss dann unterscheiden ob sie Schmerzen haben oder verwirrt sind und sich nicht auskennen (Delir).
  • Sie unternehmen undeutliche Sprechversuche.
  • Sie können Fragen nicht beantworten.
  • Sie erkennen ihre Angehörigen nicht.
  • Sie sind verwirrt und wissen nicht wo sie sind und weshalb sie dort sind. 

Dieses Verhalten ist in der Aufwachphase bei IntensivpatientInnen häufig und kann auch bei jüngeren PatientInnen länger andauern.

Tipps für Angehörige für die Aufwachphase

  • Haben Sie keine Angst Ihre/n AngehörigeN zu besuchen.
  • Stellen Sie sich darauf ein, dass Ihr/e AngehörigeR vielleicht noch nicht ganz sie/er selbst ist.
  • Halten Sie Besuche kurz, wenn Sie das Gefühl haben Ihr Besuch beunruhigt Ihre/n AngehörigeN.
  • Sprechen Sie Ihre Unsicherheiten und Sorgen gegenüber dem Pflegepersonal oder den ÄrztInnen an. Diese werden Ihnen erklären, wieso Ihr/e AngehörigeR so reagiert. 
Transkript

Wozu sind die ganzen Geräte auf der Intensivstation da und warum piepsen viele davon?

Sie als Angehöriger oder Sie als Patientin oder Patient kennen sicher aus den diversesten Fernsehsendungen, die die Medien Ihnen versuchen zu suggerieren, eine Intensivstation: Überall sind Monitore, überall sind Maschinen, überall piepst und blinkt es. Tatsächlich ist es auch im realen Leben so, dass dies durchaus vorkommen kann.

Man darf aber nicht glauben, dass jeder Patient, der bei uns auf der Intensivstation behandelt wird, auch an jedes Gerät, das wir besitzen, angeschlossen wird.

Wir minimieren initial unser Gerätemanagement auf unser sogenanntes Basismonitoring. Das sind immer diese Monitore, die Sie sehen, auch im Fernsehen oder auch wenn Sie irgendwo eine Routineuntersuchung machen, wo wir Ihre Vitalzeichen wie Blutdruck oder Puls z.B. routinemäßig einfach kontrollieren, und erweitern dann, je nach Ihrem Zustand oder nach Erfordernissen der Erkrankung, unser Monitoring.

Und warum piepsen die jetzt ständig? Pflegepersonen, aber auch die Medizinerinnen und Mediziner müssen, wenn sich Ihr Gesundheitszustand verändert oder aufgrund von medikamentösen Therapien einfach Blutdruck z.B. niedriger wird oder höher wird oder auch Ihr Pulsschlag sich verändert, müssen wir auf diese Veränderungen aufmerksam gemacht werden, weil diese Veränderungen teilweise von uns bewusst herbeigeführt werden.

Und deswegen, wenn Sie als Angehöriger z.B. Ihren Vater oder Ihre Mutter bei uns besuchen, kann es durchaus dazu kommen, dass ständig irgendetwas piepst. Keine Angst – diese Alarmtöne oder diese visuellen Alarmzeichen sind bewusst und dienen dazu, um frühzeitig gesundheitliche Veränderungen Ihres Angehörigen fürs Personal erkennbar zu machen.

Wozu dienen Spritzenpumpen bzw. Infusomaten (Perfusoren)?

Die Infusomaten bzw. auch die Spritzenpumpen dienen im intensivmedizinischen Setting dazu, die notwendigen Medikamente, die Sie als Patient oder Ihr Angehöriger benötigt, um z.B. den Kreislauf aufrecht zu erhalten.

Wie Sie sich sicher vorstellen können: Wenn Sie künstlich beatmet werden und dabei einen Atemunterstützungsschlauch sozusagen in Ihrem Rachen haben, können Sie logischerweise nicht schlucken.

Deswegen müssen wir aber trotzdem Medikamente, die Sie unbedingt brauchen, um eben z.B. den Kreislauf aufrechtzuerhalten oder Ihnen notwendige Medikamente verabreichen zu können, die Sie während der Operation, aber auch danach schlafen lassen oder Sie keine Schmerzen haben, bekommen Sie von uns meistens über sogenannte Spritzenpumpen und Infusomaten verabreicht.

Warum sind die besonders zu erwähnen? Weil in den meisten Intensiveinheiten diese Gerätschaften immer in der Höhe des Kopfes der Patientinnen und Patienten bzw. Ihres Angehörigen positioniert sind und diese wie vorher auch schon erwähnt in den meisten Fällen immer piepsen, ständig zu tauschen sind usw.

Wir verwenden sozusagen diese Spritzenpumpen, um die notwendigen Therapien, aber auch Vitamine, Ernährung und so weiter in den Patienten zu infundieren und ihn so mit den notwendigen Dingen, die er braucht, vor allem ununterbrochen zu versorgen.

Wozu wird ein Blutwäschegerät bzw. eine Dialyse eingesetzt?

Die Blutwäsche oder Dialyse ist eine Methode, die Nierenfunktion zu ersetzen. Wenn Patientinnen eine große Operation haben, einen großen Unfall haben, wo viel Muskelgewebe kaputtgeht, kann es sein, dass die Nierenfunktion sich im Rahmen des Multiorgan-Dysfunktions-Syndroms ist, wo mehrere Organe gleichzeitig betroffen sind oder auch als Nierenversagen alleine außer Kraft geht.

Die Nierenfunktion kann relativ gut mit einer Nierenwäsche, dies kann jetzt entweder bei uns Hämofiltration heißen oder Dialyse heißen, sind ein bisschen unterschiedliche Verfahren. Damit kann man die Nierenfunktion komplett ersetzen. Das geht auf einer Intensivstation sehr, sehr gut. Und Ziel wäre, dass Patientinnen, die im Rahmen einer Operation in dieses Nierenversagen gegangen sind, sich wieder erholen in ihrer Nierenfunktion und mit ihrer eigenen Niere wieder die Station verlassen.

Internistische Patientinnen, die chronisch in ihrer Nierenfunktion schlechter werden und dann in die Dialyse gehen, haben als Endziel nicht die Erholung ihres Organs, sondern die Transplantation.

Also diese Dialysesituation kann akut auf einer operativen Station diese schwierige Situation des Multi-Organversagens überbrücken, und nachher funktioniert alles wieder. Oder im chronischen Nierenversagen, wenn die Niere langsam immer schlechter wird trotz der Therapie bei internistischen Patientinnen schlussendlich in einer Transplantation münden.

Was ist eine Herz-Lungen-Maschine und wozu wird sie eingesetzt?

Die Frage nach der Herz-Lungen-Maschine betrifft jetzt sicherlich nicht alle, auch hochklassigen Intensivstationen, ist ein Gerät, das auf Klasse-3-Intensivstationen meistens mit einer Herzchirurgie im Hintergrund, nicht immer, verwendet wird, wo wir, und das sagt der Name schon, sowohl die Herzfunktion als auch die Lungenfunktion unterstützen können.

Wir können die linke und die rechte Herzseite unterstützen. Wir können die Lungenfunktion mehr unterstützen und das Herz weniger unterstützen. Da gibt’s ganz unterschiedliche Arten, diese Herz-Lungen-Maschine anzuwenden, unterschiedliche technische Möglichkeiten auch.

Wichtig ist, dass die Herz-Lungen-Maschine ein Gerät ist, das vorübergehend die Herz- oder Lungenleistung ersetzt.

Wir stellen das Herz in einen Art Ruhezustand. Wir übernehmen die Beatmungsunktion der Lunge mit diesem Gerät und geben dem Körper die Möglichkeit, sich zu erholen, dem Herz die Möglichkeit, wieder Kraft zu sammeln, um wieder gut pumpen zu können, der Lunge die Möglichkeit, sich zu erholen, ohne dass wir zu invasiv beatmen müssen, mit hohen Drucken die Lunge kaputt machen. mit hoher Sauerstoffkonzentration die Lunge kaputt machen. Wir setzen die Lunge ein bisschen zur Ruhe, machen unsere Therapie, versuchen die Organe wieder etwas besser in ihre Funktion zu bekommen und müssen uns schlussendlich aus der Herz-Lungen-Maschine wieder zurückziehen –entweder in die Funktion unserer eigenen Organe zurück, die das wieder übernehmen müssen, oder wir gehen mit der Herz-Lungen-Maschine als sogenanntes Bridge to Transplant in eine Transplantationssituation.

Wenn sich die Lungenfunktion nicht erholt, wird die Lunge transplantiert. Wenn sich die Herz Funktion nicht erholt, wird das Herz transplantiert.

Die Herz-Lungen-Maschine anzuwenden, und das ist etwas, was manchmal schwierig zu erklären ist, nur um Herz Lungenfunktion zu unterstützen, aber in einer Situation, wo wir nicht transplantieren können, dann wäre es ein Bridge to Nowhere, das heißt, diese Brücke führt nirgendwo hin, weil wir nicht transplantieren können. Und wenn diese Funktion der Erholung mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gegeben ist, dürfen wir auch eine Herz-Lungen-Maschine nicht anwenden.

Auch das sind schwierige Entscheidungen, die zu treffen sind. Und auch da wäre es wichtig, Ihre Wünsche und Wertvorstellungen zu kennen, wenn wir diese Entscheidungen treffen müssen.

Geräte und technische Ausstattung auf der Intensivstation

Häufig müssen auf der Intensivstation einzelne oder mehrere Organfunktionen der PatientInnen vorübergehend teilweise oder vollständig von Geräten übernommen werden. Deshalb ist das Bett von IntensivpatientInnen von piepsenden Maschinen umgeben, die durch Schläuche oder Kabel mit diesen verbunden sind. Die Signale und Töne der Geräte sind wichtig, um das Personal laufend über den Zustand der PatientInnen zu informieren. Auch wenn gerade niemand bei der Patientin/dem Patienten im Zimmer ist, werden diese wahrgenommen und jemand aus dem Intensivteam reagiert darauf. Je nach Dringlichkeit kann das sofort sein oder auch mit etwas Verzögerung. 

Welche Geräte werden auf der Intensivstation wozu eingesetzt?

Was meist auf den ersten Blick ins Auge sticht, sind die verschiedenen Schläuche, die mit den PatientInnen verbunden sind. Damit können unter anderem Werte wie der Blutdruck gemessen, Harn aus der Blase abtransportiert oder Essen verabreicht werden. Weitere Schläuche verbinden die PatientInnen je nach Bedarf mit zusätzlichen Geräten.

Das Elektrokardiogramm, kurz EKG, zeichnet über Elektroden auf dem Brustkorb die Herzaktivität der PatientInnen auf und zeigt diese auf einem Monitor an. Das Intensivteam kann daran erkennen, ob es Probleme mit dem Herzschlag gibt.

Über Infusomaten und Spritzenpumpen (Perfusoren) werden PatientInnen kontinuierlich und in kontrollierter Dosis Flüssigkeiten und Medikamente verabreicht.

Ein Beatmungsgerät unterstützt PatientInnen beim Atmen, indem es der Patientin/dem Patienten mit Sauerstoff angereicherte Einatemluft anbietet: über eine Maske oder einen Helm kann die/der PatientIn gegen einen Widerstand, der hilft die Lunge zu blähen, mit mehr oder weniger Unterstützung durch das Beatmungsgerät atmen (continuous positive airway pressure, kurz CPAP). Mit einem Plastikschlauch (Tubus), der über den Mund oder die Nase in die Luftröhre vorgeschoben wird, kann die/der PatientIn im schweren Lungenversagen auch vollständig beatmet werden. Näheres über die verschiedenen Beatmungsformen erfahren Sie unter „Versorgung auf der Intensivstation“.

Ein Dialysegerät kann die Funktion der Nieren zu großen Teilen übernehmen. Es reinigt das Blut von (körpereigenen) Giftstoffen und entfernt überschüssiges Wasser aus dem Körper. Ist eine Blutwäsche (Dialyse) nur kurzfristig nötig, wird das Dialysegerät mittels eines als Katheter bezeichneten Schlauches mit einem Blutgefäß z.B. des Halses verbunden. Muss eine langfristige Dialyse erfolgen, kann mithilfe einer Gefäß-Operation am Arm ein dauerhafter Zugang (Shunt) geschaffen werden.

Die ECMO (Herz-Lungen-Maschine) kann zeitweise die Funktion des Herzens und/oder der Lunge zu großen Teilen übernehmen. Durch einen Schlauch im Hals oder in der Leiste fließt das Blut zur Maschine. Dort wird es mit Sauerstoff angereichert, um dann über einen weiteren Schlauch wieder in den Körper zurückgepumpt zu werden. Die ECMO kann entweder nur die Lungenfunktion oder – je  nach Anlage der blutführenden Schläuche – auch die Herzfunktion entlasten.

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  • Glossar Intensivstation Auf der Intensivstation werden häufig kompliziert klingende Fachbegriffe und Abkürzungen verwendet. In diesem Glossar werden die wichtigsten Begriffe einfach erklärt.

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Geprüft Ao. Univ.-Prof.in Dr.in med. Barbara Friesenecker & DGKP Michael Urschitz: Stand Februar 2021 | Quellen und Bildnachweis

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