5. Wie können Angehörige auf der Intensivstation helfen

Transkript

Bei der Betreuung auf der Intensivstation beschäftigt viele Angehörige die Frage, wie sie unterstützen können. Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Friesenecker und DGKP Michael Urschitz beantworten die häufigsten Fragen zum Thema:

Welche Rolle spielen Angehörige für die Genesung und Therapie von PatientInnen auf der Intensivstation?

Für Sie als Angehöriger, wenn Ihr Vater, Frau, Mutter und Tochter bei uns im Intensivbereich versorgt werden muss, sind immer große Fragen einhergehend: „Kann ich irgendwie helfen? Was kann ich tun? Kann ich überhaupt was helfen? Oder bin ich überflüssig?“

Fragen über Fragen, die immer individuell zu beantworten sind.

Meine Meinung oder die Meinung, die wir hier im Haus vertreten, ist immer: Bringen Sie sich ein, wenn Sie möchten. Halten Sie Abstand, wenn Sie möchten. Fragen Sie jederzeit und unterstützen Sie.

Was meine ich mit unterstützen? Als Angehöriger kennen Sie Ihren Mann oder Ihre Frau besser als jeder andere.

Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Mann gerne ein Lieblingspolster von sich zuhause haben möchte oder die Lieblings-CD hören will oder Bilder von den Kindern in irgendeiner Art und Weise den Genesungsprozess unterstützen, scheuen Sie sich nicht, uns zu fragen, ob Sie diese Dinge mit auf die Station nehmen dürfen.

Ein Krankenhausaufenthalt ist nicht nur bei uns im Intensivbereich, sondern generell meistens etwas, das Familien oder Angehörige aus dem Alltagsgeschehen reißt. Wir versuchen, den Patientinnen und Patienten trotz der besonderen Situation ein so notwendig wie möglichen Alltag zu gewährleisten. Wir versuchen, Tagesrhythmus von den Patientinnen und Patienten einzuhalten. Wenn es Langschläfer geben sollte, werden wir natürlich die nicht als erste in der Früh aus dem Bett wollen. Wenn es Patientinnen und Patienten gibt, die es gewohnt sind, in der Früh bereits ihre ersten Mahlzeiten z.B. zu sich zu nehmen, auch das versuchen wir so gut wie möglich im Intensivbereich zu gewährleisten.

Was können Sie als Angehöriger tun? Informieren Sie uns. Erklären Sie uns, was für ein Typ Mensch Ihr Angehöriger ist, was er gerne macht, was er gerne tut, wie er sich zu Hause verhält usw. Erklären Sie uns ein bisschen die Familienverhältnisse: Wie viele Kinder sind da, oder welchen Beruf er gemacht hat. Alle diese Dinge nennen wir in der professionellen Pflege ein bisschen die Bibliografie-Arbeit. Wir versuchen, diese Informationen in der Versorgung Ihres Angehörigen täglich mit einfließen zu lassen und so einen optimalen Tagesrhythmus, aber auch Behandlungsverlauf zu gewährleisten.

Kann ich meine Angehörige/meinen Angehörigen auf der Intensivstation berühren? Muss ich dabei etwas beachten?

Meine klare Antwort: Selbstverständlich.

Intensivtherapie oder auch Intensivpflege ist ab und zu mit Unfällen verbunden, mit großen Wunden verbunden, mit Körperflüssigkeiten oder Sekreten, die vielleicht nicht jedermanns Sache sind. Im Behandlerteam versuchen wir, wenn Sie zu Besuch kommen zu uns, diese Körperareale, die z.B. von großen Wundflächen betroffen sind, so gut wie möglich abzudecken, damit Sie keine Berührungsangst entwickeln.

Wir legen dann z.B. eine Hand frei oder die Schulter frei des Patienten.

Und das sage ich immer wieder: Berühren Sie unbedingt.

Außer: Ihnen ekelt es. Denn auch Ekel ist ein Gefühl, das jeder Mensch für sich selber entscheiden darf.

Was aber nicht bedeutet, dass Sie Ihren Angehörigen deswegen mehr oder weniger durch diese schwere Zeit helfen.

Fragen Sie ruhig das betreuende Pflegepersonal. Wir stehen Ihnen zur Seite und helfen Ihnen damit, Berührungsängste, wenn von Ihnen gewünscht, gemeinsam zu überstehen.

Was ist ein Intensivtagebuch und was sollte ich beachten, wenn ich eines führen will?

Manche Intensivabteilungen halten während der Behandlung ihres Angehörigen die Strategie, ein Intensivtagebuch zu führen, vor.

Was ist ein Intensivtagebuch? Im Prinzip ist es dasselbe wie ein normales Tagebuch. Sie können als Angehöriger, aber auch wir als Professionisten, Ärzte wie Pflegepersonen, aber auch Therapeutinnen und Therapeuten den Verlauf für Sie als Patient auf der Intensivstation in einem Tagebuch festhalten. Wenn Sie als Angehöriger dieses Tagebuch mitführen wollen, werden Sie von uns dazu eingeladen.

Wenn Abteilungen standardisiert dieses Tagebuch nicht vorhalten, können Sie als Angehöriger selbst z.B. stichwortartig den Verlauf der Patientinnen und Patienten mitdokumentieren.

Warum kann das wichtig sein? Wenn der Patient nach der Versorgung auf der Intensivstation das Geschehnis oder die Geschehnisse versucht zu verstehen, kann ein Tagebuch damit helfen, Belastungen, die nach der Behandlung auftreten, zu verarbeiten.

Wichtig dabei ist, Meilensteine, wie z.B. das erste Mal Augen öffnen, das Entwöhnen von Beatmungsschlauch, das erste Mal selber Essen unbedingt genau zu dokumentieren.

Selbst wenn der Patient sich nicht mehr in einem Tiefschlaf befindet, kann es durchaus möglich sein, dass aufgrund der medikamentösen Therapie auch danach noch Erinnerungslücken entstehen. Das Tagebuch hilft Ihnen als Angehöriger, aber auch den Patientinnen und Patienten mit der belastenden Situation auch danach noch fertig zu werden.

Unterstützung durch Angehörige auf der Intensivstation

Als AngehörigeR spielen Sie eine wichtige Rolle für die Genesung der Patientin/des Patienten. Wenn Sie sie/ihn dabei unterstützen möchten, die Zeit auf der Intensivstation zu verarbeiten können Sie ein Intensivtagebuch führen, das Sie ihr/ihm nach dem Aufenthalt geben.

Ein Intensivtagebuch führen

In einem Intensivtagebuch verfassen Angehörige, Pflegepersonal, ÄrztInnen und TherapeutInnen jeden Tag kurze Einträge für die Patientin/den Patienten. Manche Intensivstationen bieten ein Intensivtagebuch an, andere nicht. Falls kein Tagebuch angeboten wird, können Sie selbst ein Heft besorgen und mit dem Tagebuch beginnen. Fragen Sie auf der Intensivstation, ob das Team Sie beim Führen des Tagebuchs unterstützen möchte.

Jedes Intensivtagebuch ist individuell. Es gibt keine Regeln oder Vorgaben, an die Sie sich beim Schreiben und Gestalten des Tagebuchs halten müssen. Im untenstehenden Download wird genauer erklärt, wie Sie dabei vorgehen können.

Transkript

Was soll und darf ich meiner/meinem Angehörigen mit auf die Intensivstation bringen?

Die Frage, die Sie als Angehörige oft an das behandelnde Team stellen: „Was darf ich denn meinem Angehörigen mit auf die Station nehmen?“

In erster Linie, und das ist eine ganz wichtige Regel, sollten große Wertgegenstände wie Computer, große Geldsummen oder Schmuckstücke tunlichst vermieden werden.

Was aber durchaus möglich ist und auch sehr gewünscht wird, vor allem von dem betreuenden Pflegepersonal, sind persönliche Dinge. Was meine ich mit persönlichen Dingen? Das eigene Kopfkissen, das eigene Parfüm, das Lieblingsshampoo.

Wichtig aber auch, und das sind die banalsten Dinge, auf die wir vergessen: die Brille, eine Uhr, Zahnprothesen.

Das alles soll in Summe das Selbstwertgefühl, und aber auch das Selbstfürsorgedefizit der Patienten und Patientinnen auf der einen Seite steigern und aber auch verringern.

Kann ich im Krankenhaus (im Zimmer meiner/meines Angehörigen) übernachten?

Die Frage nach der Möglichkeit der Übernachtung direkt im Patientenzimmer stellt sich meistens gar nicht so oft, weil Sie als Angehöriger meistens durchaus mit der Intensivstation immer negative Gedanken assoziieren. Die meisten sind froh, nicht solange auf der Intensivstation bleiben zu müssen.

Durchaus gibt es aber Häuser oder auch Abteilungen, die es ermöglichen, wenn Sie das möchten, als Angehöriger auf der Intensivstation auch zu übernachten.

Meistens ist es im Erwachsenenbereich nicht üblich. Aber auch hier gilt wieder: bei der Aufnahme einfach nachfragen.

Im Bereich der Kinderintensiv ist das durchaus möglich und wird auch so handgehabt.

Kann ich das Pflegepersonal bei der Pflege meiner/meines Angehörigen auf der Intensivstation unterstützen?

Die Unterstützung der Pflegepersonen bei der Pflege Ihres Angehörigen ist eine oft gestellte Frage.

Ich bin der Meinung: Ja und jederzeit. Dadurch, dass aber im Intensivbereich reglementierte Besuchszeiten notwendig und auch üblich sind, können wir natürlich nicht warten, bis die Körperpflege z.B. oder auch die Durchführung von Mundpflege, Rasur, Haarwäsche usw. in der Besuchszeit durchgeführt wird.

Wenn aber Sie als Angehörige das wünschen und Sie sagen: „OK, ich würde gerne meiner Frau, meinem Mann, meinem Kind einmal die Haare waschen“, besprechen Sie das z.B. mit dem behandelten Pflegepersonal. Und wir ermöglichen das im Rahmen der Besuchszeit.

Wenn Sie sagen, Ihr Angehöriger hat z.B. eine Lieblingssalbe, mit der er sich jeden Abend die Füße eingecremt oder ein Lieblingsrasierwasser bei den Männern, nehmen Sie es mit. Besprechen Sie es mit der Pflegeperson. Sofern keine Berührungsängste bestehen, die aber auch durchaus nachvollziehbar sind, machen wir gemeinsam diese Handlungen. Sie werden von uns professionell angeleitet und können die sehr wohl und auch jederzeit, wenn Sie das möchten, durchführen.

Das Umfeld auf der Intensivstation mitgestalten

Auch auf der Intensivstation sind einige alltägliche Gegenstände hilfreich. Insbesondere Hilfsmittel, wie eine Zahnprothese, eine Brille oder Hörgeräte können wichtig sein, damit man als PatientIn die Umwelt richtig wahrnehmen kann und sich nicht unwohl fühlt.

Folgende Packliste hilft Ihnen dabei, nichts Wichtiges für den Aufenthalt zu vergessen. Weiter unten können Sie die Packliste zum Ausdrucken herunterladen, um sie griffbereit zu haben.

Alltägliche Hilfsmittel

Wichtig sind vor allem jene Hilfsmittel, die man auch im Alltag verwendet, um gut zurechtzukommen. Das können sein:

  • Hörgerät inklusive Ersatzbatterien
  • Zahnprothese
  • Brille (eventuell auch Kontaktlinsen und Kontaktlinsenflüssigkeit)
  • Gehhilfen

Hygiene Artikel

Im Notfall werden PatientInnen mit den notwendigen Hygieneartikeln versorgt. Wer gerne die gewohnten Artikel verwendet, kann diese selbst mitbringen:

  • Zahnpflege: Zahnbürste und Zahnpasta
  • Körperpflege: Shampoo, Duschgel und Deodorant, Waschlappen
  • Haarpflege: Kamm/Bürste
  • Rasierzeug 

Dokumente

Teure Wertgegenstände wie Schmuck oder größere Mengen Bargeld sind auf der Intensivstation fehl am Platz. Einige medizinische und organisatorische Unterlagen können aber sinnvoll sein:

  • Medizinische Ausweise (z.B. Allergie-, Impf- oder Marcoumar-Pass) 
  • Aktuelle Befunde und Medikamentenliste
  • Patientenverfügung
  • Vorsorgevollmacht
  • Liste wichtiger Kontakte (Hausärztin/Hausarzt, PartnerIn, Kinder), idealerweise mit definiertem Hauptansprechpartner

Sonstiges

Damit PatientInnen sich auf der Intensivstation möglichst wohl fühlen, keine Langeweile aufkommt und man nach einer erfolgreichen Behandlung möglichst schnell wieder auf die Beine kommt, können außerdem folgende Gegenstände hilfreich sein:

  • Handy und Ladekabel
  • Kopfhörer und Lieblingsmusik
  • Buch oder Zeitschrift
  • Rutschfeste Hausschuhe
  • Lieblingspolster

Eventuell Krankenhauskleidung

Auf der Intensivstation werden PatientInnen mit passender Kleidung versorgt. Für die Betreuung nach der Intensivstation kann es dennoch sinnvoll sein, bequeme Kleidung für einige Tage vorzubereiten:

  • Bequemes T-Shirt oder Pullover 
  • Jogginghose
  • Nachtwäsche
  • Unterwäsche
  • Socken
Transkript

Wie kann ich mit der Wartezeit umgehen, wenn ÄrztInnen/PflegerInnen mir noch keine Auskunft zum Zustand meiner/meines Angehörigen auf der Intensivstation geben können?

Mit die belastendste Situation ist, wenn Sie als Angehöriger mitbekommen, dass der Patient auf dem Weg auf die Intensivstation ist, dass die Operation kompliziert war, unter Umständen war die Intensivstation nicht geplant, und Sie kommen dann auf die Intensivstation oder rufen dort an und Sie hören: Ihr Angehörige ist noch nicht da oder kommt gerade. Wir müssen ihn jetzt erst versorgen. Wir können noch nichts wirklich sagen. Melden Sie sich in zwei Stunden wieder.

Das ist die Situation, wo man selber Angst bekommt, wo man unruhig ist, wo man überhaupt nicht weiß, was abgeht.

Und in der Phase ist es ganz wichtig, dass man den Kopf frei kriegt, dass man eine Runde Luft schnappen geht, dass man eine Kleinigkeit essen geht, dass man jemanden anruft, mit dem man drüber reden kann, dass man versucht, ein bisschen Unterstützung zu bekommen und die Zeit möglichst sicher für die eigene Seele verbringt, bis man dann dieses Erstgespräch mit den behandelnden Ärztinnen treffen kann und dann unter Umständen seinen Angehörigen auch besuchen kann.

Was kann ich für mich selbst tun, um besser mit der Belastung klarzukommen?

Was man für sich selber tun kann, wenn man wochenlang ein- bis zweimal am Tag auf die Intensivstation geht, um seinen Angehörigen zu besuchen, was eine maximal belastende Situation ist, die Auf und Abs mitzuerleben, wenn Patientin besser wird und wieder schlechter wird und wieder ein Rückschlag ist, und dann erholt man sich wieder, und es wird doch noch ganz gut. Sehr belastende Situation für alle, die den Patienten begleiten.

Dann ist es immer wieder ganz wichtig, wenn Patientin eine stabile Phase hat, und wir haben am Anfang über stabile Phase gesprochen, dass man sich unter Umständen eine Auszeit nimmt. Man kann dann auch mal einen Tag nicht besuchen kommt. Schauen Sie in Rücksprache mit der Pflege, mit dem Ärzteteam, dass Sie mal sagen: „Ich komme vielleicht einmal zwei Tage nicht“. Bei uns hier in Innsbruck kann man z.B. auch in einem Heim neben der Intensivstation übernachten, wo andere Angehörige auch übernachten. Eine gute Möglichkeit, unter Gleichgesinnten Probleme zu besprechen.

In so einer stabilen Phase sollte man dann auch mal in die Alpen gehen in Innsbruck, in Wien ein Theater besuchen am Abend, sich Kunst anschauen. Dinge tun, die einen entspannen, wo man für sich selber was Gutes tun kann. Weil es muss Ihnen als Angehörige ganz bewusst sein: Die schwierige Phase für Sie fängt eigentlich dann erst an, wenn der Patient wieder zu Hause in Ihren Händen ist und Sie als Kraft- und Stärkeperson braucht, um sich schlussendlich ganz zu erholen.

Und Sie müssen in der Phase, wo Sie Ihren Angehörigen auf der Intensivstation betreuen, immer wieder versuchen, in Ihr eigenes Gleichgewicht zu finden, unser Angebot der psychologischen Betreuung für unsere Angehörigen anzunehmen. Schauen Sie, dass Sie viel sprechen können, dass Sie sich möglichst nicht abkapseln, auch wenn Ihnen wenig nach reden ist. Mit uns reden, mit der Pflege reden, mit dem Psychologen reden, mit Ihren Angehörigen reden, meditieren, was auch immer ihnen einfällt, im Wald spazieren gehen, sich Auszeiten nehmen, sich auf sich besinnen, Dinge tun, die Ihnen persönlich gut tun, damit Sie dann wieder Kraft haben, Ihren Angehörigen zu begleiten.

Diese Selbstfürsorge für sich in dieser schwierigen Phase ist ganz wichtig. Sie können sonst auch den anderen nicht gut begleiten.

An wen kann ich mich als Angehörige/r auf der Intensivstation wenden, wenn ich mit der Situation nicht zurechtkomme?

Als Angehöriger eines Intensivpatienten kann es durchaus dazu kommen, dass Sie mit der Situation maßlos überfordert sind.

Scheuen Sie sich nicht, diese Situation auch bei uns im Behandlungsteam, ob Medizin oder Pflege, anzusprechen. Es ist keine Schwäche zu sagen: „Mir wird das zu viel. Ich komme mit der Situation nicht zurecht. Ich brauche Hilfe.“ Und dann werden wir selbstverständlich mit Ihnen als Angehöriger in Absprache mit anderen Professionen die notwendige Unterstützung, die Sie vielleicht haben möchten, einleiten.

Wie kann das aussehen?

  • Es gibt diverseste religiöse Unterstützungen im Sinne von einem Seelsorger oder anderen Konfessionen, die ans Bett kommen und mit Ihnen vielleicht ein Gebet sprechen.
  • Zudem gibt es aber auch die professionelle Unterstützung seitens der Psychologie.
  • Auch im Team gibt es professionelle Unterstützungen.
  • Es gibt speziell ausgebildete Pflegepersonen, die sich mit der Thematik der Belastungsstörungen beschäftigt, Sie als Angehörigen direkt vor Ort durch diese schwere Zeit mit begleiten.
  • Außerdem gibt es ausreichend Möglichkeiten, die Sie auch außerhalb der Klinik in Anspruch nehmen können. Ab und zu macht es Sinn für solche Gespräche das Krankenhausareal zu verlassen. Auch hier haben wir Ansprechpersonen, die wir Ihnen zur Verfügung stellen.

Und seien Sie sich versichert: Sie werden als Angehöriger in keinster Weise und zu keiner Zeit alleine gelassen hier im Intensivbereich.

Wohin kann ich mich im Krankenhaus zurückziehen, wenn ich etwas Zeit für mich brauche?

Wenn man als Angehöriger eines Intensivpatienten das Bedürfnis hat, Zeit alleine zu verbringen, sich auf sich selbst zu besinnen, einen klaren Kopf zu kriegen, ist es oftmals notwendig, einen Ort zu finden, wo weniger los ist als auf der Intensivstation, oder in einem Ort, wo man sich selber finden kann.

Wir haben bei uns auf der Station z.B. ein Fischaquarium. Wenn man sich dort hinsetzt in Zeiten wo keine anderen Besucher da sind, ist es durchaus beschaulich und besinnlich, den Fischen zuzuschauen.

Man kann sich in die Cafeteria setzen und ein Buch lesen.

Wenn es dort zu laut ist, gibt’s bei uns auch die Möglichkeit einer Kapelle oder eines Andachtsraumes, der der völlig unabhängig von Religionszugehörigkeit genutzt werden kann als ein Ort der Besinnung und der Ruhe.

Man kann unter Umständen sich in eine stille Ecke irgendwo in einem Park setzen. Dort kann man mit jemandem telefonieren, der einem Ruhe und Kraft gibt.

Alle diese Dinge sind möglich und hängen sehr von den individuellen Bedürfnissen ab.

Im Krankenhaus wirklich einen Ort der Ruhe zu finden, ist oftmals schwierig, und man muss sich diesen Raum unter Umständen auch selbst ein bisschen gestalten.

Selbstfürsorge: Achten Sie auch auf sich selbst

Es ist völlig verständlich, wenn Sie durch die Begleitung Ihrer/Ihres Nahestehenden auf der Intensivstation belastet oder erschöpft sind. Wenn Sie sich überfordert fühlen, ist es in Ordnung, um Hilfe zu bitten. Gönnen Sie sich regelmäßig eine Auszeit und tun Sie Dinge, die Ihnen gut tun. 

  • Wann haben Sie zuletzt etwas getan, das Ihnen viel Freude bereitet hat? Was war das?
    (z.B. Sport, Lesen, Stricken, Gartenarbeit, Wandern…)
  • Haben Sie in letzter Zeit einen Spaziergang gemacht und die Gedanken schweifen lassen?
  • Waren Sie zuletzt mit einer guten Freundin/einem guten Freund etwas essen oder einen Kaffee trinken?
  • Wann waren Sie zuletzt im Kino oder Theater?

Nehmen Sie sich bewusst Zeit für sich, um neue Kraft zu sammeln. Wenn es Ihnen gut geht, wird es Ihnen leichter fallen für Ihre/n AngehörigeN da zu sein.

Kurze Entspannung für Wartezeiten und Zwischendurch

Oft ist es im Krankenhaus gar nicht so einfach, einen ruhigen Ort zu finden, an dem man sich etwas Zeit für sich selbst nehmen kann. Die geführte Audioübung am Ende dieser Seite kann Ihnen dabei helfen, sich zwischendurch zu entspannen. Sie können die kurze Tonaufnahme jederzeit und überall hören, beispielsweise im Warteraum des Krankenhauses oder Zuhause vor dem Schlafen gehen. Setzen Sie einfach die Kopfhörer auf und nehmen Sie sich einen Moment Zeit für sich selbst.

Downloads

  • Intensivtagebuch Viele PatientInnen können sich kaum oder gar nicht an ihren Aufenthalt auf der Intensivstation erinnern. Wenn Sie Ihrer/Ihrem Angehörigen eine Erinnerungsstütze bieten möchten, können Sie ein Intensivtagebuch führen.

  • Packliste Für einen Krankenhausaufenthalt benötigt man verschiedene Dinge. Daher kann es sinnvoll sein sich an einer Packliste zu orientieren, um die Kliniktasche schnell und vollständig zu packen.

  • Glossar Intensivstation Auf der Intensivstation werden häufig kompliziert klingende Fachbegriffe und Abkürzungen verwendet. In diesem Glossar werden die wichtigsten Begriffe einfach erklärt.

Diesen Kurs bewerten

Ihr Feedback hilft anderen Nutzern die für sie passenden Kurse zu finden.
4.8/5 (20)

Geprüft Ao. Univ.-Prof.in Dr.in med. Barbara Friesenecker & DGKP Michael Urschitz: Stand Februar 2021 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

Experten-Sprechstunde: Corona-Impfungen für chronisch Kranke

Prim. Priv.-Doz. Dr. Bernd Lamprecht informiert Sie über die neuesten Erkenntnisse zu Corona-Impfungen.

Reichen Sie jetzt anonym Ihre Frage ein.

Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

ZUR SPRECHSTUNDE

selpers Gesundes Lernen

Immer informiert

Ja, ich möchte den Newsletter von selpers abonnieren und regelmäßig über Blogbeiträge, Online-Kurse und Veranstaltungen informiert werden.