5. Wie können Angehörige auf der Intensivstation helfen

Unterstützung durch Angehörige auf der Intensivstation

Als AngehörigeR spielen Sie eine wichtige Rolle für die Genesung der Patientin/des Patienten. Wenn Sie sie/ihn dabei unterstützen möchten, die Zeit auf der Intensivstation zu verarbeiten können Sie ein Intensivtagebuch führen, das Sie ihr/ihm nach dem Aufenthalt geben.

Ein Intensivtagebuch führen

In einem Intensivtagebuch verfassen Angehörige, Pflegepersonal, ÄrztInnen und TherapeutInnen jeden Tag kurze Einträge für die Patientin/den Patienten. Manche Intensivstationen bieten ein Intensivtagebuch an, andere nicht. Falls kein Tagebuch angeboten wird, können Sie selbst ein Heft besorgen und mit dem Tagebuch beginnen. Fragen Sie auf der Intensivstation, ob das Team Sie beim Führen des Tagebuchs unterstützen möchte.

Jedes Intensivtagebuch ist individuell. Es gibt keine Regeln oder Vorgaben, an die Sie sich beim Schreiben und Gestalten des Tagebuchs halten müssen. Im untenstehenden Download wird genauer erklärt, wie Sie dabei vorgehen können.

Das Umfeld auf der Intensivstation mitgestalten

Auch auf der Intensivstation sind einige alltägliche Gegenstände hilfreich. Insbesondere Hilfsmittel, wie eine Zahnprothese, eine Brille oder Hörgeräte können wichtig sein, damit man als PatientIn die Umwelt richtig wahrnehmen kann und sich nicht unwohl fühlt.

Folgende Packliste hilft Ihnen dabei, nichts Wichtiges für den Aufenthalt zu vergessen. Weiter unten können Sie die Packliste zum Ausdrucken herunterladen, um sie griffbereit zu haben.

Alltägliche Hilfsmittel

Wichtig sind vor allem jene Hilfsmittel, die man auch im Alltag verwendet, um gut zurechtzukommen. Das können sein:

  • Hörgerät inklusive Ersatzbatterien
  • Zahnprothese
  • Brille (eventuell auch Kontaktlinsen und Kontaktlinsenflüssigkeit)
  • Gehhilfen

Hygiene Artikel

Im Notfall werden PatientInnen mit den notwendigen Hygieneartikeln versorgt. Wer gerne die gewohnten Artikel verwendet, kann diese selbst mitbringen:

  • Zahnpflege: Zahnbürste und Zahnpasta
  • Körperpflege: Shampoo, Duschgel und Deodorant, Waschlappen
  • Haarpflege: Kamm/Bürste
  • Rasierzeug 

Dokumente

Teure Wertgegenstände wie Schmuck oder größere Mengen Bargeld sind auf der Intensivstation fehl am Platz. Einige medizinische und organisatorische Unterlagen können aber sinnvoll sein:

  • Medizinische Ausweise (z.B. Allergie-, Impf- oder Marcoumar-Pass) 
  • Aktuelle Befunde und Medikamentenliste
  • Patientenverfügung
  • Vorsorgevollmacht
  • Liste wichtiger Kontakte (Hausärztin/Hausarzt, PartnerIn, Kinder), idealerweise mit definiertem Hauptansprechpartner

Sonstiges

Damit PatientInnen sich auf der Intensivstation möglichst wohl fühlen, keine Langeweile aufkommt und man nach einer erfolgreichen Behandlung möglichst schnell wieder auf die Beine kommt, können außerdem folgende Gegenstände hilfreich sein:

  • Handy und Ladekabel
  • Kopfhörer und Lieblingsmusik
  • Buch oder Zeitschrift
  • Rutschfeste Hausschuhe
  • Lieblingspolster

Eventuell Krankenhauskleidung

Auf der Intensivstation werden PatientInnen mit passender Kleidung versorgt. Für die Betreuung nach der Intensivstation kann es dennoch sinnvoll sein, bequeme Kleidung für einige Tage vorzubereiten:

  • Bequemes T-Shirt oder Pullover 
  • Jogginghose
  • Nachtwäsche
  • Unterwäsche
  • Socken

Selbstfürsorge: Achten Sie auch auf sich selbst

Es ist völlig verständlich, wenn Sie durch die Begleitung Ihrer/Ihres Nahestehenden auf der Intensivstation belastet oder erschöpft sind. Wenn Sie sich überfordert fühlen, ist es in Ordnung, um Hilfe zu bitten. Gönnen Sie sich regelmäßig eine Auszeit und tun Sie Dinge, die Ihnen gut tun. 

  • Wann haben Sie zuletzt etwas getan, das Ihnen viel Freude bereitet hat? Was war das?
    (z.B. Sport, Lesen, Stricken, Gartenarbeit, Wandern…)
  • Haben Sie in letzter Zeit einen Spaziergang gemacht und die Gedanken schweifen lassen?
  • Waren Sie zuletzt mit einer guten Freundin/einem guten Freund etwas essen oder einen Kaffee trinken?
  • Wann waren Sie zuletzt im Kino oder Theater?

Nehmen Sie sich bewusst Zeit für sich, um neue Kraft zu sammeln. Wenn es Ihnen gut geht, wird es Ihnen leichter fallen für Ihre/n AngehörigeN da zu sein.

Kurze Entspannung für Wartezeiten und Zwischendurch

Oft ist es im Krankenhaus gar nicht so einfach, einen ruhigen Ort zu finden, an dem man sich etwas Zeit für sich selbst nehmen kann. Die geführte Audioübung am Ende dieser Seite kann Ihnen dabei helfen, sich zwischendurch zu entspannen. Sie können die kurze Tonaufnahme jederzeit und überall hören, beispielsweise im Warteraum des Krankenhauses oder Zuhause vor dem Schlafen gehen. Setzen Sie einfach die Kopfhörer auf und nehmen Sie sich einen Moment Zeit für sich selbst.

Downloads

  • Intensivtagebuch Viele PatientInnen können sich kaum oder gar nicht an ihren Aufenthalt auf der Intensivstation erinnern. Wenn Sie Ihrer/Ihrem Angehörigen eine Erinnerungsstütze bieten möchten, können Sie ein Intensivtagebuch führen.

  • Packliste Für einen Krankenhausaufenthalt benötigt man verschiedene Dinge. Daher kann es sinnvoll sein sich an einer Packliste zu orientieren, um die Kliniktasche schnell und vollständig zu packen.

  • Glossar Intensivstation Auf der Intensivstation werden häufig kompliziert klingende Fachbegriffe und Abkürzungen verwendet. In diesem Glossar werden die wichtigsten Begriffe einfach erklärt.

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Geprüft Ao. Univ.-Prof.in Dr.in med. Barbara Friesenecker & DGKP Michael Urschitz: Stand Februar 2021 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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