4. Kopfschmerzen beschreiben

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Wie unterscheiden sich die Symptome bei verschiedenen Kopfschmerzarten?

Wenn Sie nicht genau wissen, an welcher Kopfschmerzform Sie leiden, gibt es eine grobe Einteilung, an der Sie sich orientieren können:

  • Bei der Migräne ist der Kopfschmerz eher pochend, pulsierend, 
  • beim Spannungskopfschmerz eher dumpf drückend, manchmal auch ziehend, 
  • beim Cluster-Kopfschmerz ist es ein stechender, destruierender Kopfschmerz,

Und die Schmerzstärke variiert ebenfalls zwischen diesen drei Kopfschmerzformen. 

  • Beim Spannungskopfschmerz haben Sie einen milden bis mittleren Schmerz. 
  • Die Migräne ist schon mittel bis sehr stark.
  • Und der Cluster-Kopfschmerz ist sehr stark bis unerträglich. 

[00:51]

Wo treten Kopfschmerzen auf?

Auch von der Lokalisation unterscheiden sich diese drei Kopfschmerzformen: 

  • Die Migräne ist typischerweise halbseitig eher im vorderen Bereich lokalisiert, Stirn- und Schläfenbereich 
  • Der Spannungskopfschmerz ist meist beidseitig, reifen- oder haubenförmig.
  • Und der Cluster-Kopfschmerz ist typischerweise hinter dem Auge oder rund um das Auge. 

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Welche Begleitsymptome können auftreten?

  • Bezüglich der Begleitsymptome ist die Migräne begleitet von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen von Zunahme bei körperlicher Anstrengung, eine Überempfindlichkeit auf verschiedene Sinnesreize wie Licht, Lärm oder Geruch 
  • Beim Spannungskopfschmerz haben Sie kaum Begleitsymptome, maximal eine leichte Überempfindlichkeit auf Lärm oder Licht.
  • Und beim Cluster-Kopfschmerz haben Sie typischerweise auf der Seite des Schmerzes Veränderungen im Augen- und Nasenbereich wie ein tränendes Auge, ein zugeschwollenes Auge, eine Rötung des Auges, eine rinnende oder verstopfte Nase. 

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Wie unterscheiden sich Schmerzdauer und -stärke bei den verschiedenen Kopfschmerzarten?

Die verschiedene Kopfschutzformen unterscheiden sich in ihrer Dauer und Stärke. 

  • Der stärkste Kopfschmerz ist der Cluster-Kopfschmerz. Der dauert nur kurz an, zwischen 15 Minuten und maximal drei Stunden. 
  • Die Migräne bewegt sich in einem mittleren bis starken Schmerzbereich und dauert normalerweise 4 bis 72 Stunden an.
  • Und der Spannungskopfschmerz ist sicher der leichteste Kopfschmerz, kann von Minuten bis Tage andauern.

Beschwerden bei Kopfschmerzen

Je nach Kopfschmerzart betreffen die Symptome entweder nur bestimmte Bereiche des Kopfes oder den gesamten Kopf. Die Schmerzintensität und die Begleiterscheinungen können sehr unterschiedlich sein.

Symptome der verschiedenen Kopfschmerzarten

Wissen Sie nicht, an welcher Kopfschmerzform Sie leiden, können Sie sich an folgender grober Einteilung orientieren:

Schmerzcharakter:

  • Migräne-Kopfschmerz: eher pochend-pulsierend
  • Spannungskopfschmerz: dumpf-drückend, manchmal auch ziehend
  • Cluster-Kopfschmerz: stechend und destruierend

Schmerzintensität:

  • Migräne-Kopfschmerz: mittel bis sehr stark, nimmt bei körperlicher Anstrengung zu
  • Spannungskopfschmerz: mild bis mittel
  • Cluster-Kopfschmerz: sehr stark bis unerträglich

Lokalisation:

  • Migräne-Kopfschmerz: meist halbseitig, eher im vorderen Kopfbereich (Stirn und Schläfen)
  • Spannungskopfschmerz: meist beidseitig, reifen- oder haubenförmig
  • Cluster-Kopfschmerz: einseitig, hinter dem oder rund um das Auge

Begleitsymptome:

  • Migräne-Kopfschmerz: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Überempfindlichkeit auf verschiedene Sinnesreize
  • Spannungskopfschmerz: kaum Begleitsymptome, maximal leichte Überempfindlichkeit auf Licht oder Lärm
  • Cluster-Kopfschmerz: Veränderungen des Auges (Schwellung, Rötung, Tränen) und des Nasenbereichs (laufende oder verstopfte Nase)

Schmerzdauer:

  • Migräne-Kopfschmerz: 4 bis 72 Stunden
  • Spannungskopfschmerz: Minuten bis Tage
  • Cluster-Kopfschmerz: zwischen 15 Minuten und 3 Stunden
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[00:00]

Warum ist es wichtig, den Kopfschmerz genau zu beschreiben und worauf sollte ich dabei achten?

Für den Arzt und die Ärztin ist es wichtig, dass Sie Ihre Kopfschmerzen so genau wie möglich beschreiben können, da normalerweise schon allein durch das ärztliche Gespräch der Kopfschmerz diagnostiziert werden kann. Und wenn man eine richtige Diagnose hat, kann man auch die dazu passende Therapie verordnen. 

Daher ist sozusagen Ihre Ärztin und Ihr Arzt darauf angewiesen, wie genau Sie Ihre Kopfschmerzen beobachten und beschreiben können. 

[00:38]

Welche Worte sind typisch für die Beschreibung von Migräne, Spannungskopfschmerz und Clusterkopfschmerz?

Wenn es Ihnen schwerfällt, Ihren Kopfschmerz zu beschreiben, wird Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt helfen mit den Fragen 

  • „Ist der Kopfschmerz pochend, pulsierend…?“ — Das würde eine Migräne entsprechen.
  • „… oder ist er eher dumpf drückend…?“, wie beim Spannungskopfschmerz,
  • „… oder sogar stechend wie ein glühendes Messer?“, wie z.B. beim Cluster-Kopfschmerz. 

[01:08]

Wie kann ich die Stärke meiner Kopfschmerzen messen?

Die Stärke der Kopfschmerzen wird meistens mittels einer Skala festgelegt. Wir verwenden dazu die Schmerzskala, die von 0 bis 10 reicht. Null entspricht gar keinem Schmerz, und 10 entspricht einem maximal vorstellbaren Schmerz. 

Die Schmerzstärke ist natürlich etwas sehr Individuelles und es ist für den Arzt sehr wichtig, dass Sie ihm ungefähr angeben können, zwischen welchen Zahlen sich Ihre Kopfschmerzen befinden.

Kopfschmerzen beschreiben

Eine möglichst genaue Beschreibung der Kopfschmerzen ermöglicht es der Ärztin/dem Arzt, die Kopfschmerzform zu diagnostizieren und eine gezielte Behandlung in die Wege zu leiten.

Im Patientengespräch befragt Ihre Ärztin/Ihr Arzt Sie zu Häufigkeit, Intensität, Dauer und Lokalisation Ihres Kopfschmerzes sowie zu den damit einhergehenden Begleiterscheinungen. Je genauer Sie diese Umstände beschreiben können, desto exakter ist die Diagnose. Auf dieser Basis kann Ihre Ärztin/Ihr Arzt Ihnen eine passende Therapie verordnen.

Die Art der Kopfschmerzen näher beschreiben

Bei Migräne-Kopfschmerz ist meist von einem pochend-pulsierenden Schmerz die Rede. Ein dumpf-drückender Schmerz weist auf Spannungskopfschmerzen hin. Den Cluster-Kopfschmerz beschreiben viele PatientInnen als stechend wie ein glühendes Messer.

Über die Stärke sprechen

Meist kommt hierbei eine Schmerzskala von 0 bis 10 zur Anwendung, wobei 0 gar keinem Schmerz und 10 dem maximal vorstellbaren Schmerz entspricht.

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[00:00]

Warum kann es wichtig sein, meine Kopfschmerzen zu dokumentieren?

Es ist insofern wichtig, Ihre Kopfschmerzen zu dokumentieren, 

  • da man einerseits vielleicht feststellen kann, dass Sie an verschiedenen Kopfschmerzformen leiden, 
  • dass manchmal eine im ersten Moment schwierige Diagnose letztlich gestellt werden kann.
  • Und ganz wichtig ist die Dokumentation auch, um mögliche Auslöser oder Trigger-Faktoren zu finden. 

[00:32]

Was ist ein Kopfschmerz-Tagebuch?

In einem Kopfschmerz-Tagebuch oder einer Kopfschmerz-App können Sie die Häufigkeit Ihrer Kopfschmerzen und auch die Ausprägung Ihrer Kopfschmerzen dokumentieren. Üblicherweise gibt es für jeden Tag eine Zeile oder Spalte, wo verschiedene Merkmale angekreuzt werden, wo Sie die Dauer, die Schmerzstärke, Begleitsymptome angeben, wo die Medikamente dokumentiert werden und auch mögliche Auslöser.

[01:08]

Warum ist mein Kopfschmerz-Tagebuch für die Ärztin/den Arzt wichtig?

Ihr Kopfschmerz-Tagebuch ist für uns Ärzte insofern wichtig, da wir einerseits sehen, wie oft Sie an Kopfschmerzen leiden, wie oft Sie Schmerzmittel brauchen, ob das zu häufig ist, ob es notwendig ist, eine vorbeugende Therapie zu beginnen. Und es erleichtert uns auch die Diagnose von eventuell verschiedenen Kopfschmerzformen. 

Ihnen hilft es, mögliche Auslöser, die Ihnen bis dahin nicht bekannt waren, vielleicht festzustellen und auch weglassen zu können. 

[01:48]

Wann und wie lange sollte man ein Kopfschmerz-Tagebuch führen?

Ob ein Kopfschmerz-Tagebuch geführt werden sollte und wie lange, entscheiden letztlich Sie gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt.

Wichtig ist das Führen eines Kopfschutz-Tagebuches bei Therapieänderungen, wenn unklar ist, ob Sie an verschiedenen Kopfschmerzformen leiden. 

Ein übermäßig langes Führen eines Kopfschmerz-Tagebuches ist nicht empfehlenswert, da es sonst zu einer zu starken Fokussierung auf den Kopfschmerz kommen kann.

Kopfschmerz-Tagebuch

Die Dokumentation des Kopfschmerzes und seiner Begleiterscheinungen in einem Kopfschmerz-Tagebuch erleichtert die Identifikation der Auslöser. So lassen diese sich gezielt vermeiden.

Warum kann ein Kopfschmerz-Tagebuch hilfreich sein?

In einem Kopfschmerz-Tagebuch können Sie die Häufigkeit und die Ausprägung Ihrer Kopfschmerzen eintragen. Üblicherweise gibt es für jede Tageszeit eine Zeile oder Spalte, in der Sie verschiedene Merkmale wie die Dauer, die Schmerzstärke, die Begleitsymptome und mögliche Auslöser dokumentieren können.

Unterstützung für die Ärztin/den Arzt

Durch Einblick in Ihr Kopfschmerz-Tagebuch sieht Ihre Ärztin/Ihr Arzt, wie häufig Sie an Kopfschmerzen leiden und wie oft Sie Schmerzmittel einnehmen. Zudem erleichtert das Tagebuch die Diagnose verschiedener, zum Teil gleichzeitig auftretender Kopfschmerzformen.

Unterstützung für den/die PatientIn

Ihnen selbst kann das Kopfschmerz-Tagebuch Hinweise auf bislang noch nicht identifizierte Kopfschmerz-Trigger geben. So können Sie diese besser vermeiden.

Wann und wie lange sollten die Betroffenen ein Kopfschmerz-Tagebuch führen?

Diese Entscheidung treffen die ÄrztInnen gemeinsam mit den PatientInnen. Wichtig ist das Führen des Kopfschmerz-Tagebuches:

  • bei Therapieänderungen
  • beim Absetzen von Therapien
  • bei unklarer Diagnose

Auf was sollte ich achten?

Ein zu langes Führen des Kopfschmerz-Tagebuchs ist nicht ratsam, da der Kopfschmerz dadurch zu sehr in den Vordergrund rücken kann. Eine Vorlage samt genaueren Informationen, wie Sie ein Kopfschmerz-Tagebuch führen, finden Sie unten zum Downloaden. 

Downloads

  • Kopfschmerztagebuch Ein Kopfschmerz-Tagebuch hilft dabei, den Schmerz besser zu verstehen und zu charakterisieren. Es gibt einen genauen Überblick über Zeit, Dauer, Art und Stärke der Kopfschmerzen, aber auch über begleitende Faktoren, die den Schmerz beeinflussen.

  • Glossar Hier finden Sie begleitend zur Online-Kursreihe "Schmerzen erfolgreich bewältigen" alle wichtigen Begriffe gesammelt.

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Geprüft Dr. Marion Vigl: Stand November 2020 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.

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